Wir setzen uns für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für pädagogisches Fachpersonal in Krippen und Kindertagesstätten ein. Erzieher/innen (verstanden als Synonym für alle pädagogisch tätigen Fachkräfte in institutionellen Einrichtungen wie Krippe, Kita, Hort/Ganztagsbetreuung, Heime…) müssen für ihre Arbeit wertgeschätzt, angemessen bezahlt werden und geeignete Arbeitsbedingungen vorfinden. Sie sind verantwortlich für die frühe Bildung, also die Förderung der körperlichen, kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung. Hier sind die ersten 6 Lebensjahre prägend.

Frühe Bildung in Kindertagesstätten ist entscheidend für • gleiche Bildungs- und bessere Zukunftschancen unserer Kinder • eine stabile Vereinbarkeit von Familie und Beruf • die Reduzierung von Kinder- und Familienarmut

Frühe Bildung in Kindertagesstätten ist in höchstem Maße gefährdet – und damit auch die Zukunft unserer Kinder und Gesellschaft.

Frühe Bildung braucht gute Erzieher/innen Die Anforderungen steigen: neue Bildungspläne, Umsetzung der Inklusion, Sprachstandsfeststellung, umfangreiche Bildungsdokumentation, um nur einige der Themen zu nennen. Aber die Rahmenbedingungen sind nahezu gleich geblieben oder haben sich sogar verschlechtert. Die unzureichende Bezahlung macht den Beruf zusätzlich unattraktiv: Schon heute fehlen zwischen 20.000 - 30.000 Erzieher/innen. Das geht zu Lasten der Qualität in den Kitas, denn die individuelle Begleitung der Kinder und Familien ist bei den derzeitigen Rahmenbedingungen trotz leidenschaftlichem Einsatz nicht mehr zu leisten.

Wir fordern die Unterstützung der Bundesländer und Kommunen bei der Umsetzung folgender Punkte:

  1. Angemessene Bezahlung Neue tarifliche Einordnung wie Grundschullehrer, um den anspruchsvollen Anforderungen Rechnung zu tragen. Der Beruf muss auch für junge Menschen sowie Wiedereinsteiger attraktiver und wettbewerbsfähig werden.

  2. Geeignete Arbeitsbedingungen • Verbessertes Verhältnis Erzieher/in - Kind (Fachkraft-Kind Relation, für Kinder unter 3 Jahren 1:3 und für Kinder von 3 bis 5 Jahren höchstens 1:8) • Angemessene Personalressourcen, wenn besondere Anforderungen vorliegen wie Sprachförderung, erweiterte Elternarbeit oder Inklusion • Coaching und Supervision

  3. Fortführung des Bundesprogramms „Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“ In Schwerpunkt-Kitas muss das sprachliche Angebot vor allem für Kinder unter 3 Jahren aus bildungsfernen Familien und mit Migrationshintergrund stabil und ganzheitlich finanziert sein.

  4. Einleiten eines bundesweiten Konsensprozesses Die Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit müssen aus den bundes- und landesrechtlichen Forderungen, wie zum Beispiel den Bildungsplänen, abgeleitet und in den Kitagesetzen verankert werden, insbesondere für die mittelbare päd. Arbeit.

  5. Bezahlung während der Ausbildung

  6. Maßnahmen zum Erhalt der Gesundheit

Frühkindliche Bildung geht baden, wenn sich die Bedingungen nicht ändern. Die Mitwirkung aller gesellschaftlichen Gruppen ist gefragt, denn alle sind betroffen!

Unterstützen Sie unseren Warnruf, wenn Sie pädagogische Fachkraft sind:

Es geht um Ihre berufliche Zukunft, die Ausgestaltung Ihres Berufs, Ihre Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Ihre Arbeitsbedingungen und Gesundheit, und die Wertschätzung Ihrer Arbeit. Ihr Berufsbild wandelt sich, die Anforderungen steigen: Sie wissen, was neue Bildungspläne, Inklusion, Sprachstandsfeststellung und Bildungsdokumentation bedeuten. Sie leisten das alles unter Rahmenbedingungen, die wir gemeinsam verbessern müssen, indem wir die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren.

Unterstützen Sie unseren Warnruf, wenn Sie Eltern, Großeltern, Patentanten oder -onkel sind:

Frühe Bildung braucht gute Erzieher/innen. Prägende Zeiten des Miteinanders - liebevolle Zuwendung, individuelle Förderung, partnerschaftliche Unterstützung der Familien - sind gefährdet, wenn immer mehr Fachkräfte an ihre Grenzen kommen. Und dies nicht aus mangelnder Begeisterung für den Beruf, sondern weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Als Eltern wollen Sie, dass sich Ihr Kind in der Kita wohlfühlt, gut aufgehoben ist und sich bestens entwickeln kann. Sie wollen beruhigt zur Arbeit gehen. Verwandte wollen sich freuen, wenn Kinder fröhlich aus der Kita kommen. Und alle wollen zufriedenen Fachkräften begegnen. Tragen Sie für alle Kinder unserer Gesellschaft mit dazu bei, diese Rahmenbedingungen zu verbessern.

Unterstützen Sie unseren Warnruf, wenn Sie Arbeitgeber sind:

Nur qualitativ hochwertige und quantitativ ausreichende Kinderbetreuung ermöglicht es, Familie und Beruf zu vereinbaren. Je besser die Kita-Qualität, umso eher kehren Eltern zurück. Dies ist wichtig vor dem Hintergrund, dass jedes 3. Unternehmen seine wirtschaftliche Existenz durch Fachkräftemangel gefährdet sieht.

Begründung

Anforderungen steigen – Rahmenbedingungen bleiben Die Arbeit von Erzieher/innen ist äußerst komplex und wandelt sich ständig: Sie sind Bezugsperson für die Kinder, dokumentieren den Bildungserfolg, fördern Inklusion sowie Zwei- und Mehrsprachigkeit und führen individuelle Elterngespräche, um nur einen Teil der Aufgabengebiete zu nennen. Der Umfang der Anforderungen, denen heute Erzieher/innen gerecht werden müssen, steigt ständig.

Trotzdem werden die Rahmenbedingungen nicht entsprechend angepasst, sondern verschlechtern sich zum Teil sogar. In einigen Bundesländern bzw. Kommunen können Kitas nicht eröffnen oder bestehende Gruppen werden geschlossen. Dadurch gehen Kindern elementarste Bildungschancen verloren, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist instabil, Frauen kehren später in den Beruf zurück, der Fachkräftemangel für Arbeitgeber verschärft sich. Das hat Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft!

Gleiche Bildungschancen unserer Kinder Um diesen Folgen für die Gesellschaft entgegenzuwirken, ist ein uneingeschränkter Zugang zu früher Bildung gerade in Deutschland dringend notwendig: Im Vergleich zu fast allen anderen OECD-Ländern hängt in Deutschland der erreichte Bildungsgrad stark vom sozialen Status der Eltern ab (= geringe soziale Mobilität).

Weiterhin gibt es hierzulande einen hohen Grad von Bildungsarmut: 6,5 Prozent der Schüler haben keinen Schulabschluss und rund 7,5 Millionen sind funktionale Analphabeten, haben also nur begrenzte Lese- und Schreibkenntnisse. Eine hohe Qualität in den Kitas kann hier entgegenwirken und einen wichtigen Beitrag für bessere Bildungschancen leisten. Zur Sicherstellung der Qualität gehören unabdingbar die Verbesserung der oben genannten Rahmenbedingungen.

Frühe Bildung wirkt Kinder- und Familienarmut entgegen Bildung, Beschäftigung und Wohlstand sind eng miteinander verknüpft – so auch ein Ergebnis der OECD-Studie (2012). Um Kinder- und Familienarmut entgegenzuwirken und die gesellschaftliche Ungleichheit zu bekämpfen, führt kein Weg an früher Bildung vorbei. Um diese in der notwendigen Qualität sicherzustellen, ist vor allem die Fachkraft-Kind-Relation ein wichtiger Faktor (Quelle: Viernickel/Schwarz: Expertise: Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung, 2009).

Frühe Bildung bedeutet: Kinder erreichen bessere kognitive Fähigkeiten, haben in der Regel eine höhere soziale Kompetenz, sind emotional stabiler und können eigenverantwortlicher handeln. Weiterhin sind Kinder gesünder, wenn sie in Kitas gut betreut werden: Sie erkranken seltener an Mittelohrentzündung und Neurodermitis (DIW-Studie April 2014). Frühkindliche Bildung legt also einen wichtigen Grundstein für eine faire Verteilung von Lebenschancen und beugt so auch späterer Armut vor.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf Die Fachkräftegewinnung und damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind in Zeiten niedrigster Geburtenraten zu Schlüsselfragen für die deutsche Wirtschaft geworden ist. Der weitere Ausbau an Plätzen und die erforderliche Qualität werden nur gelingen, wenn der Beruf der pädagogischen Fachkraft deutlich attraktiver gestaltet wird.

Solange allerdings die Rahmenbedingungen für frühe Bildung und Kinderbetreuung unzureichend sind, • schränken wir wissentlich die Zukunftschancen unserer Kinder ein • ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht stabil • nehmen wir Kinder- und Familienarmut bewusst in Kauf • lassen wir Kinder und Familien in der Armut zurück

Dies alles schränkt die Zukunftsfähigkeit Deutschlands ein.

Machen Sie mit und helfen Sie uns, gemeinsam zur Verbesserung der Situation beizutragen, damit frühe Bildung nicht baden geht!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    wie versprochen halten wir Sie auf dem Laufenden: Unser Film zur politischen Aktion in Berlin ist online. Am 22. September versammelten sich rund 300 educcare-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor dem Reichstag. Und die ehemalige Familienministerin Prof. Rita Süssmuth war mit und hielt eine ermutigende und unterstützende Rede. Vor den bundesweit angereisten educcare-Erzieherinnen und Erzieher erklärte sie: „Es ist gut, dass Sie hier sind!“ und betonte: "Wir brauchen ein Bundes-Kita-Gesetz, denn die aufgestellten Forderungen sind von den Kommunen und Ländern allein nicht zu lösen!"

    Gänsehautfeeling brachte dann der Gang zum Familienministerium: Es ging durchs Brandenburger Tor - dann Unter den Linden bis zum Familienministerium – und alles mit Polizeieskorte.

    Vor dem Ministerium nahm Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek die Petition mit den 15.164 Unterschriften entgegen und bedankte sich bei uns für die tolle Unterstützung – auch im Namen der Ministerin Schwesig: „Wir freuen uns, dass Sie hier sind,“ sagte Kleindiek und erklärte: „Es kommt vor allem auf drei Dinge an: Bessere Bezahlung, mehr Wertschätzung und es kommt darauf an, berufliche Perspektiven für diesen Beruf zu entwickeln. Und das können wir nicht alleine!“ und führte aus: „Frühkindliche Bildung wird zu wenig wertgeschätzt in unserer Gesellschaft –das, was dafür getan wird, wird nicht gut genug bezahlt, und das muss sich ändern! Und wir hier im Familienministerium wollen unseren Beitrag dazu leisten!!“

    Diese Worte zeigen uns: Wir haben es richtig gemacht, wir können etwas bewegen, wenn wir gemeinsam aufstehen! Und so können wir zu Veränderungen beitragen!

    Der Film zur Aktion ist hier abrufbar: bit.ly/sakfilm2014

    Viele Grüße und einen guten Start in die Woche

    Ihr educcare-Kampagnenteam!

  • Liebe Unterstützer und Unterstützerinnen!

    Unsere Petition endet in wenigen Stunden, um genau zu sein heute um 23.59 Uhr.

    Fast haben wir 15 000 Stimmen erreicht, aktuell stehen wir bei 14.649 – und wer weiß, was sich heute Nacht noch tut!

    Wir möchten uns bei Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung, Anregungen, ermunternden Kommentare und Gespräche bedanken.

    Nächsten Montag, am 22. September, werden wir dem Familienministerium in Berlin alle Unterschriften übergeben und sind gespannt auf die Reaktion!

    Wenn Sie auch wissen möchten, wie es weitergeht, dann besuchen Sie uns auf unserer Webseite oder auf Facebook:

    www.educcare.de
    www.facebook.com/educcare

    Herzliche Grüße
    Ihr Kampagnen-Team von educcare

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    unserer Petition endet am Montag, dem 16. September.

    Bislang haben wir fast 13 000 Unterschriften gesammelt – ein tolles Ergebnis! Jetzt geht es darum, die letzten Tage zu nutzen und noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren – wen könnten Sie noch einladen, die Petition zu unterzeichnen?

    Vielleicht erreichen wir dann sogar die 15 000?!

    Denn dass im Bildungsbereich noch einiges zu tun ist, zeigt auch der aktuelle OECD-Bildungsbericht. Und wie wichtig Bildung ist, verdeutlich OECD-Repräsentant Heino von Meyer: „Kaum etwas könne Menschen besser gegen Arbeitslosigkeit, Armut und Ausgrenzung helfen als Bildung. Für eine Gesellschaft ist das vielleicht die größte Herausforderung: durch Bildung soziale Mobilität zu fördern."

    An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön, an alle, die mitgemacht haben!

    Es grüßt Sie ganz herzlich
    Ihr Kampagnen-Team von educcare

Pro

Zu Hause sind die Eltern oft schon mit zwei Kindern überfordert. Die Erzieher haben aber Gruppen mit bis zu 20 Kindern! Wie soll da bitte eine ordentliche Bildungsarbeit erfolgen. Wo hat man da Zeit, auf die Kinder individuell einzugehen? Ein so reiches Land wie Deutschland zeigt sich erbärmlich in seiner Bildungs- und Familienpolitik! Es muss endlich etwas geschehen!

Contra

"Coaching und Supervision" als Punkt der Petition? - Angesichts ihrer Erfahrungen im Umgang mit teuren Beratern, die die Praxis kaum kennen, möchten manche Erzieherinnen nicht mehr an Coachings und Supervisionen teilnehmen. Mehr Geld zur freien Verfügung wäre eine Alternative. Dass ein JA zur Petition gleichzeitig ein JA zur Fortführung des Bundesprogramms "Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration" bedeutet, mag im Sinne von educcare sein, - doch wozu dieser "Trojaner"? Nicht alle Erzieherinnen schätzen das Programm.