• Die Petition wurde eingereicht

    at 03 Jun 2020 22:24

    Liebe Kolleg*innen,

    ICOM Deutschland veranstaltet am 18.6 von 13:30 bis 16:30 ein digitales Mitgliederforum zur ICOM Museumsdefinition. Es ist extrem wichtig, dass möglichst viele (leider nur die ICOM Mitglieder) sich für das Forum anmelden, damit auch die Position, die wir mit diesem Brief vertreten, gehört und am Ende sichtbar gemacht wird.

    Die Plätze sind auf 240 begrenzt, eine schnelle Anmeldung an diese E-Mail-Adresse wäre deshalb wichtig: definition@icom-deutschland.de.

    Wir planen mit einem Input von Herrn Staubermann, dem Geschäftsführer von ICOM D. zur Chronologie der Museumsdefinitionsdebatte einzusteigen. Anschließend wird in Kleingruppen gearbeitet und über die Museumsdefinitionstexte debattiert. Das Ziel ist, im Auftrag des ICOM Executiv Board Vorschläge für Museumsdefinitionstexte zu erarbeiten.

    Die Kleingruppen werden moderiert von drei Vorstandsmitliedern: Felicia Sternfeld, Markus Walz und mir. Anschließend kommen wir alle zusammen im Plenum, das von Susan Kamel und Michael Henker moderiert wird.

    Ich hoffe, dass möglichst viele von euch am Forum teilnehmen können.

    Mit herzlichen Grüßen
    Alina Gromova

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - Öffentliche Veranstaltung zur neuen Museumsdefinition am 30.1

    at 07 Jan 2020 13:33

    Liebe Unterzeichnenden,

    die Unterschriftensammlung für den Offenen Brief an die Vertreter*innen von ICOM Deutschland ist nun abgeschlossen. 294 Menschen haben den Brief unterschrieben! Einige Museumsblogs und Fachzeitschriften haben ihn aufgegriffen.

    Die begonnene Debatte über die neue Museumsdefinition wird am 30.1 im Jüdischen Museum Berlin öffentlich weitergeführt.

    Ihr seid herzlich eingeladen, am 30.1 um 19 Uhr dabei zu sein! Die Studierenden von Prof. Susan Kamel, HTW Berlin, moderieren à la TV-Duell der Kanzlerkanditat*innen das Streitgespräch zwischen Léontine Meijer-van Mensch (Direktorin der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen und Mitglied im ICOM Executive Board) und Markus Walz (Professor für Theoretische und Historische Museologie an der HTWK Leipzig und Vorstandsmitglied des ICOM Deutschland).

    Um Anmeldung wird gebeten!
    www.jmberlin.de/veranstaltung-quo-vadis-museum

    Mit herzlichen Grüßen
    Alina Gromova

  • Änderungen an der Petition

    at 15 Nov 2019 22:58

    Ein Absatz wurde umgeschrieben, weil die Angesprochenen die falsche Übersetzung aus dem Englischen bemängelten. Deshalb wurde der englische Originalsatz verwendet


    Neuer Petitionstext: Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Reifenscheid-Ronnisch,
    sehr geehrte Frau Dr. Hieke,
    sehr geehrter Herr Prof. Dr. Dr. Walz,
    sehr geehrter Herr Dr. Staubermann,
    am 7. September 2019 haben Sie auf der Außerordentlichen Generalversammlung des ICOM in Kyoto einen Antrag auf Aufschub des Beschlusses über die neue Museumsdefinition vorgetragen. Aktuell ist die Abstimmung für die nächstmögliche Außerordentliche Generalversammlung geplant, die vermutlich im Herbst 2020 stattfinden wird. Wir möchten die Zeit bis zur Abstimmung nutzen, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und über die Haltung zu einzelnen Punkten in dem aktuellen Vorschlag für die neue Museumsdefinition zu diskutieren. Ebenso möchten wir unsere Einstellung zu den Inhalten Ihrer Kommunikation mit den Mitgliedern von ICOM Deutschland äußern.
    Wir – das sind Mitglieder von ICOM Deutschland, die Sie vertreten. Wir sind außerdem MitarbeiterInnen deutscher Museen und Forschungseinrichtungen, FreiberuflerInnen, DozentInnen und StudentInnen im Bereich der Museumswissenschaften.
    Auch wenn wir in diesem Schreiben Kritik äußern, ist unser Bestreben, ein kollegiales Gespräch mit Ihnen und weiteren VertreterInnen von ICOM Deutschland zu suchen! Wir sind überzeugt, dass eine gesunde Diskussion und ein Zusammenhalt – gerade in unseren politisch unruhigen Zeiten – mehr bringen, als eine Spaltung. Zu einer fruchtbaren Debatte gehört sicher auch ein konstruktiver und produktiver Streit, deshalb haben wir unser Schreiben in Form einer Streitschrift verfasst.
    In ihrer schriftlichen Nachricht an die Mitglieder von ICOM Deutschland erwähnen Sie, dass in dem aktuellen Definitionsvorschlag „vor allem Begriffe wie Wissensvermittlung, Permanenz, etc. nicht auftauchen, dafür aber Modewörter, deren Sinn sich kaum erschließt, geschweige denn wirklich im Museumsalltag umsetzen lässt“. Über die Begriffe wie Permanenz und Wissensvermittlung können wir gerne diskutieren. Allerdings vertreten wir die Meinung, dass Konzepte wie Partizipation, Inklusion, Diversität und soziale Gerechtigkeit, die der aktuelle Vorschlag beinhaltet, in immer mehr Museen zum Kern des Sammelns, Kuratierens und Kommunizierens gehören und so bereits ein fester Bestandteil des Museumsalltags sind. Diese als „Modewörter“ abzutun würde die Arbeit der Museen weltweit um Jahrzehnte zurück werfen.
    Ihre Kritik, der aktuelle Vorschlag beinhalte nicht mehr „grundlegende, seit Jahrzehnten unveränderte definitorische Elemente“ – dabei berufen Sie sich auf die Definition, die mit leichten Veränderungen 1946 (!) beschlossen wurde – widerspricht unserer Überzeugung, dass unsere Gesellschaft und somit die Museen in den letzten 70 Jahren sich drastisch gewandelt haben. Prozesse wie Dekolonisierung und Ermächtigung zur Selbstrepräsentation führten zu einer Diversifizierung von Wissen und Geschichtsbildern. Politische und klimatische Krisen lösten weltweit Migrationsbewegungen aus. Umgang mit diesen globalen Krisen forderte das Überwinden eines nationalzentrierten Denkens – eines Denkens, auf das Sie sich berufen, wenn Sie „eine pragmatische Definition“ fordern, „die sich möglichst für alle Nationen als schlüssig erweist“. Ein solches nationalzentriertes Denken und Handeln entspricht weder unserer Haltung noch unserer Museumspraxis. Daher schlagen wir vor, solche Formulierungen zu überdenken und gesellschaftliche Veränderungen in der Debatte über die neue Museumsdefinition stärker zu berücksichtigen!
    Uns ist es ebenfalls ein wichtiges Anliegen, dass Sie sich von der aggressiven und diskriminierenden Sprache des Präsidenten von ICOM Europe Regional Alliance, auf dessen öffentliche Schreiben Sie auf ihrer Webseite wohlwollend verweisen, distanzieren. In der dortigen Berichterstattung über die positiven Reaktionen auf den aktuellen Definitionsvorschlag werden herabwürdigend verwendete Ausdrücke wie „known heißt es in Bezug auf ICOM US: „the chair of his respective national committee of ICOM, known for its recognized debility“ (für Vorstandsvorsitzenden debility, comparing to what ICOM national committees are in almost all developed countries“. Im gleichen Satz wird der Präsident von ICOM US) oder machtbesessene Bezeichnungen wie American Alliance of Museums durch eine machtverherrlichende Bezeichnung als „the true leader of museums in that country“ (für Präsidenten von American Alliance of Museums) benutzt. beschrieben. Ebenfalls werden Personen Kompetenzen und Expertise aufgrund fehlender ICOM-Mitgliedschaft oder institutionellen Anbindungen abgesprochen. Ein solcher Ton entspricht weder unserer kollegialen Kommunikationskultur noch unseren Praxiserfahrungen.
    Sie berichten, dass man Ihnen auf der Generalkonferenz in Kyoto einen eurozentristischen Blick und undemokratisches Verhalten unterstellte. Dies sind schwerwiegende Vorwürfe, von denen wir als Mitglieder von ICOM Deutschland betroffen sind, wenn Sie in unserem Namen kommunizieren. Wir schlagen daher vor, nach einer Plattform zu suchen, auf der wir gemeinsam unsere Haltung zum aktuellen Vorschlag der neuen Museumsdefinition erarbeiten können!
    Mit freundlich-kollegialen Grüßen
    Die Unterzeichnenden

    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 219

  • Petition in Zeichnung - Ergebnis der Mitgliederversammlung ICOM Deutschland

    at 15 Nov 2019 07:56

    Liebe Unterzeichnenden,

    ich hatte die Gelegenheit, am Ende der gestrigen Mitgliederversammlung von ICOM Deutschland den Offenen Brief vozutragen. Der Vorstand hat dazu Stellung genommen und es fand ein kurzer Meinungsaustausch statt. Von den Unterzeichnenden, die im Raum saßen, kam der Wunsch, dass der Vorstand sich solange mit einer offiziellen Positionierung zur neuen Museumsdefinition zurück hält, bis ein ausführlicher Austausch mit seinen Mitgliedern zu diesem Thema stattgefunden hat. Dieser Wunsch wurde vom Vorstand zur Kenntnis genommen.

    Eine gute Nachricht: ich wurde ad hoc von Joachim Bauer zur Wahl vorgeschlagen und gestern mit 91 Stimmen von 144 in den Vorstand gewählt worden. Somit haben wir jetzt die Möglichkeit, zusätzliche wichtige und aktuelle Themen in die Arbeit des Vorstands hineinzutragen!

    Schreibt mir, wenn Ihr Ideen und Kommentare habt.

    Herzliche Grüße
    Alina Gromova

  • Petition in Zeichnung - Vortragen des Offenen Briefes auf der Mitgliederversammlung von ICOM Deutschland am 14.11

    at 14 Nov 2019 08:50

    Liebe Unterzeichnende des offenen Briefes an die Vertreter*innen von ICOM Deutschland!

    Vielen herzichen Dank für eure Unterstützung, Feedback und Meinungsäußerungen!

    Durch euer Engagement hat sich inzwischen eine Gruppe von beinahe 200 Menschen gebildet. Weil wir so viele geworden sind, werde ich heute spontan zur Mitgliederversammlung von ICOM Deutschland nach München fahren und dort das Anliegen vortragen. Ich hoffe, dass wir zusammen mit ICOM Deutschland Plattformen für den Dialog finden, um über die im Brief angesprochenen Punkte zu diskutieren.

    Mit mir zusammen hat Prof. Susan Kamel als Mitinitiatorin des Briefes großartig mitgewirkt.

    Herzlichen Dank auch an Christine Gerbich und Gülşah Stapel für eure Unterstützung. Und natürlich an alle anderen, die geholfen haben, den Brief zu verbreiten.

    Wir sammeln weiter!

    Mit kollegiallen Grüßen

    Alina Gromova

  • Änderungen an der Petition

    at 12 Nov 2019 14:48

    Die falsche Schreibweise des Museumswissenschaften wurde geändert


    Neuer Petitionstext: Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Reifenscheid-Ronnisch,
    sehr geehrte Frau Dr. Hieke,
    sehr geehrter Herr Prof. Dr. Dr. Walz,
    sehr geehrter Herr Dr. Staubermann,
    am 7. September 2019 haben Sie auf der Außerordentlichen Generalversammlung des ICOM in Kyoto einen Antrag auf Aufschub des Beschlusses über die neue Museumsdefinition vorgetragen. Aktuell ist die Abstimmung für die nächstmögliche Außerordentliche Generalversammlung geplant, die vermutlich im Herbst 2020 stattfinden wird. Wir möchten die Zeit bis zur Abstimmung nutzen, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und über die Haltung zu einzelnen Punkten in dem aktuellen Vorschlag für die neue Museumsdefinition zu diskutieren. Ebenso möchten wir unsere Einstellung zu den Inhalten Ihrer Kommunikation mit den Mitgliedern von ICOM Deutschland äußern.
    Wir – das sind Mitglieder von ICOM Deutschland, die Sie vertreten. Wir sind außerdem MitarbeiterInnen deutscher Museen und Forschungseinrichtungen, FreiberuflerInnen, DozentInnen und StudentInnen im Bereich der Museumswissenwissenschaften.
    Museumswissenschaften.
    Auch wenn wir in diesem Schreiben Kritik äußern, ist unser Bestreben, ein kollegiales Gespräch mit Ihnen und weiteren VertreterInnen von ICOM Deutschland zu suchen! Wir sind überzeugt, dass eine gesunde Diskussion und ein Zusammenhalt – gerade in unseren politisch unruhigen Zeiten – mehr bringen, als eine Spaltung. Zu einer fruchtbaren Debatte gehört sicher auch ein konstruktiver und produktiver Streit, deshalb haben wir unser Schreiben in Form einer Streitschrift verfasst.
    In ihrer schriftlichen Nachricht an die Mitglieder von ICOM Deutschland erwähnen Sie, dass in dem aktuellen Definitionsvorschlag „vor allem Begriffe wie Wissensvermittlung, Permanenz, etc. nicht auftauchen, dafür aber Modewörter, deren Sinn sich kaum erschließt, geschweige denn wirklich im Museumsalltag umsetzen lässt“. Über die Begriffe wie Permanenz und Wissensvermittlung können wir gerne diskutieren. Allerdings vertreten wir die Meinung, dass Konzepte wie Partizipation, Inklusion, Diversität und soziale Gerechtigkeit, die der aktuelle Vorschlag beinhaltet, in immer mehr Museen zum Kern des Sammelns, Kuratierens und Kommunizierens gehören und so bereits ein fester Bestandteil des Museumsalltags sind. Diese als „Modewörter“ abzutun würde die Arbeit der Museen weltweit um Jahrzehnte zurück werfen.
    Ihre Kritik, der aktuelle Vorschlag beinhalte nicht mehr „grundlegende, seit Jahrzehnten unveränderte definitorische Elemente“ – dabei berufen Sie sich auf die Definition, die mit leichten Veränderungen 1946 (!) beschlossen wurde – widerspricht unserer Überzeugung, dass unsere Gesellschaft und somit die Museen in den letzten 70 Jahren sich drastisch gewandelt haben. Prozesse wie Dekolonisierung und Ermächtigung zur Selbstrepräsentation führten zu einer Diversifizierung von Wissen und Geschichtsbildern. Politische und klimatische Krisen lösten weltweit Migrationsbewegungen aus. Umgang mit diesen globalen Krisen forderte das Überwinden eines nationalzentrierten Denkens – eines Denkens, auf das Sie sich berufen, wenn Sie „eine pragmatische Definition“ fordern, „die sich möglichst für alle Nationen als schlüssig erweist“. Ein solches nationalzentriertes Denken und Handeln entspricht weder unserer Haltung noch unserer Museumspraxis. Daher schlagen wir vor, solche Formulierungen zu überdenken und gesellschaftliche Veränderungen in der Debatte über die neue Museumsdefinition stärker zu berücksichtigen!
    Uns ist es ebenfalls ein wichtiges Anliegen, dass Sie sich von der aggressiven und diskriminierenden Sprache des Präsidenten von ICOM Europe Regional Alliance, auf dessen öffentliche Schreiben Sie auf ihrer Webseite wohlwollend verweisen, distanzieren. In der dortigen Berichterstattung über die positiven Reaktionen auf den aktuellen Definitionsvorschlag werden herabwürdigend verwendete Ausdrücke wie „known for its recognized debility“ (für Vorstandsvorsitzenden von ICOM US) oder machtbesessene Bezeichnungen wie „the true leader of museums in that country“ (für Präsidenten von American Alliance of Museums) benutzt. Ebenfalls werden Personen Kompetenzen und Expertise aufgrund fehlender ICOM-Mitgliedschaft oder institutionellen Anbindungen abgesprochen. Ein solcher Ton entspricht weder unserer kollegialen Kommunikationskultur noch unseren Praxiserfahrungen.
    Sie berichten, dass man Ihnen auf der Generalkonferenz in Kyoto einen eurozentristischen Blick und undemokratisches Verhalten unterstellte. Dies sind schwerwiegende Vorwürfe, von denen wir als Mitglieder von ICOM Deutschland betroffen sind, wenn Sie in unserem Namen kommunizieren. Wir schlagen daher vor, nach einer Plattform zu suchen, auf der wir gemeinsam unsere Haltung zum aktuellen Vorschlag der neuen Museumsdefinition erarbeiten können!
    Mit freundlich-kollegialen Grüßen
    Die Unterzeichnenden

    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 159

  • Änderungen an der Petition

    at 08 Nov 2019 15:09

    Ein Punkt hat gefehlt und ein Wort wurde durch ein Synonym ersetzt


    Neuer Petitionstext: Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Reifenscheid-Ronnisch,
    sehr geehrte Frau Dr. Hieke,
    sehr geehrter Herr Prof. Dr. Dr. Walz,
    sehr geehrter Herr Dr. Staubermann,
    am 7. September 2019 haben Sie auf der Außerordentlichen Generalversammlung des ICOM in Kyoto einen Antrag auf Aufschub des Beschlusses über die neue Museumsdefinition vorgetragen. Aktuell ist die Abstimmung für die nächstmögliche Außerordentliche Generalversammlung geplant, die vermutlich im Herbst 2020 stattfinden wird. Wir möchten die Zeit bis zur Abstimmung nutzen, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und über die Haltung zu einzelnen Punkten in dem aktuellen Vorschlag für die neue Museumsdefinition zu diskutieren. Ebenso möchten wir unsere Einstellung zu den Inhalten Ihrer Kommunikation mit den Mitgliedern von ICOM Deutschland äußern.
    Wir – das sind Mitglieder von ICOM Deutschland, die Sie vertreten. Wir sind außerdem MitarbeiterInnen deutscher Museen und Forschungseinrichtungen, FreiberuflerInnen, DozentInnen und StudentInnen im Bereich der Museumswissenwissenschaften.
    Auch wenn wir in diesem Schreiben Kritik äußern, ist unser Bestreben, ein kollegiales Gespräch mit Ihnen und weiteren VertreterInnen von ICOM Deutschland zu suchen! Wir sind überzeugt, dass eine gesunde Diskussion und ein Zusammenhalt – gerade in unseren politisch unruhigen Zeiten – mehr bringen, als eine Spaltung. Zu einer gesunden fruchtbaren Debatte gehört sicher auch ein konstruktiver und produktiver Streit, deshalb haben wir unser Schreiben in Form einer Streitschrift verfasst.
    In ihrer schriftlichen Nachricht an die Mitglieder von ICOM Deutschland erwähnen Sie, dass in dem aktuellen Definitionsvorschlag „vor allem Begriffe wie Wissensvermittlung, Permanenz, etc. nicht auftauchen, dafür aber Modewörter, deren Sinn sich kaum erschließt, geschweige denn wirklich im Museumsalltag umsetzen lässt“. Über die Begriffe wie Permanenz und Wissensvermittlung können wir gerne diskutieren. Allerdings vertreten wir die Meinung, dass Konzepte wie Partizipation, Inklusion, Diversität und soziale Gerechtigkeit, die der aktuelle Vorschlag beinhaltet, in immer mehr Museen zum Kern des Sammelns, Kuratierens und Kommunizierens gehören und so bereits ein fester Bestandteil des Museumsalltags sind. Diese als „Modewörter“ abzutun würde die Arbeit der Museen weltweit um Jahrzehnte zurück werfen.
    Ihre Kritik, der aktuelle Vorschlag beinhalte nicht mehr „grundlegende, seit Jahrzehnten unveränderte definitorische Elemente“ – dabei berufen Sie sich auf die Definition, die mit leichten Veränderungen 1946 (!) beschlossen wurde – widerspricht unserer Überzeugung, dass unsere Gesellschaft und somit die Museen in den letzten 70 Jahren sich drastisch gewandelt haben. Prozesse wie Dekolonisierung und Ermächtigung zur Selbstrepräsentation führten zu einer Diversifizierung von Wissen und Geschichtsbildern. Politische und klimatische Krisen lösten weltweit Migrationsbewegungen aus. Umgang mit diesen globalen Krisen forderte das Überwinden eines nationalzentrierten Denkens – eines Denkens, auf das Sie sich berufen, wenn Sie „eine pragmatische Definition“ fordern, „die sich möglichst für alle Nationen als schlüssig erweist“. Ein solches nationalzentriertes Denken und Handeln entspricht weder unserer Haltung noch unserer Museumspraxis. Daher schlagen wir vor, solche Formulierungen zu überdenken und gesellschaftliche Veränderungen in der Debatte über die neue Museumsdefinition stärker zu berücksichtigen!
    Uns ist es ebenfalls ein wichtiges Anliegen, dass Sie sich von der aggressiven und diskriminierenden Sprache des Präsidenten von ICOM Europe Regional Alliance, auf dessen öffentliche Schreiben Sie auf ihrer Webseite wohlwollend verweisen, distanzieren. In der dortigen Berichterstattung über die positiven Reaktionen auf den aktuellen Definitionsvorschlag werden herabwürdigend verwendete Ausdrücke wie „known for its recognized debility“ (für Vorstandsvorsitzenden von ICOM US) oder machtbesessene Bezeichnungen wie „the true leader of museums in that country“ (für Präsidenten von American Alliance of Museums) benutzt. Ebenfalls werden Personen Kompetenzen und Expertise aufgrund fehlender ICOM-Mitgliedschaft oder institutionellen Anbindungen abgesprochen. Ein solcher Ton entspricht weder unserer kollegialen Kommunikationskultur noch unseren Praxiserfahrungen.
    Sie berichten, dass man Ihnen auf der Generalkonferenz in Kyoto einen eurozentristischen Blick und undemokratisches Verhalten unterstellte. Dies sind schwerwiegende Vorwürfe, von denen wir als Mitglieder von ICOM Deutschland betroffen sind, wenn Sie in unserem Namen kommunizieren. Wir schlagen daher vor, nach einer Plattform zu suchen, auf der wir gemeinsam unsere Haltung zum aktuellen Vorschlag der neuen Museumsdefinition erarbeiten können!
    Mit freundlich-kollegialen Grüßen
    Die Unterzeichnenden

    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 36

  • Änderungen an der Petition

    at 08 Nov 2019 09:55

    Ich habe das Wort Die Unzerzeichnenden hinzugefügt


    Neuer Petitionstext: Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Reifenscheid-Ronnisch,
    sehr geehrte Frau Dr. Hieke,
    sehr geehrter Herr Prof. Dr. Dr. Walz,
    sehr geehrter Herr Dr. Staubermann,
    am 7 September 2019 haben Sie auf der Außerordentlichen Generalversammlung des ICOM in Kyoto einen Antrag auf Aufschub des Beschlusses über die neue Museumsdefinition vorgetragen. Aktuell ist die Abstimmung für die nächstmögliche Außerordentliche Generalversammlung geplant, die vermutlich im Herbst 2020 stattfinden wird. Wir möchten die Zeit bis zur Abstimmung nutzen, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und über die Haltung zu einzelnen Punkten in dem aktuellen Vorschlag für die neue Museumsdefinition zu diskutieren. Ebenso möchten wir unsere Einstellung zu den Inhalten Ihrer Kommunikation mit den Mitgliedern von ICOM Deutschland äußern.
    Wir – das sind Mitglieder von ICOM Deutschland, die Sie vertreten. Wir sind außerdem MitarbeiterInnen deutscher Museen und Forschungseinrichtungen, FreiberuflerInnen, DozentInnen und StudentInnen im Bereich der Museumswissenwissenschaften.
    Auch wenn wir in diesem Schreiben Kritik äußern, ist unser Bestreben, ein kollegiales Gespräch mit Ihnen und weiteren VertreterInnen von ICOM Deutschland zu suchen! Wir sind überzeugt, dass eine gesunde Diskussion und ein Zusammenhalt – gerade in unseren politisch unruhigen Zeiten – mehr bringen, als eine Spaltung. Zu einer gesunden Debatte gehört sicher auch ein konstruktiver und produktiver Streit, deshalb haben wir unser Schreiben in Form einer Streitschrift verfasst.
    In ihrer schriftlichen Nachricht an die Mitglieder von ICOM Deutschland erwähnen Sie, dass in dem aktuellen Definitionsvorschlag „vor allem Begriffe wie Wissensvermittlung, Permanenz, etc. nicht auftauchen, dafür aber Modewörter, deren Sinn sich kaum erschließt, geschweige denn wirklich im Museumsalltag umsetzen lässt“. Über die Begriffe wie Permanenz und Wissensvermittlung können wir gerne diskutieren. Allerdings vertreten wir die Meinung, dass Konzepte wie Partizipation, Inklusion, Diversität und soziale Gerechtigkeit, die der aktuelle Vorschlag beinhaltet, in immer mehr Museen zum Kern des Sammelns, Kuratierens und Kommunizierens gehören und so bereits ein fester Bestandteil des Museumsalltags sind. Diese als „Modewörter“ abzutun würde die Arbeit der Museen weltweit um Jahrzehnte zurück werfen.
    Ihre Kritik, der aktuelle Vorschlag beinhalte nicht mehr „grundlegende, seit Jahrzehnten unveränderte definitorische Elemente“ – dabei berufen Sie sich auf die Definition, die mit leichten Veränderungen 1946 (!) beschlossen wurde – widerspricht unserer Überzeugung, dass unsere Gesellschaft und somit die Museen in den letzten 70 Jahren sich drastisch gewandelt haben. Prozesse wie Dekolonisierung und Ermächtigung zur Selbstrepräsentation führten zu einer Diversifizierung von Wissen und Geschichtsbildern. Politische und klimatische Krisen lösten weltweit Migrationsbewegungen aus. Umgang mit diesen globalen Krisen forderte das Überwinden eines nationalzentrierten Denkens – eines Denkens, auf das Sie sich berufen, wenn Sie „eine pragmatische Definition“ fordern, „die sich möglichst für alle Nationen als schlüssig erweist“. Ein solches nationalzentriertes Denken und Handeln entspricht weder unserer Haltung noch unserer Museumspraxis. Daher schlagen wir vor, solche Formulierungen zu überdenken und gesellschaftliche Veränderungen in der Debatte über die neue Museumsdefinition stärker zu berücksichtigen!
    Uns ist es ebenfalls ein wichtiges Anliegen, dass Sie sich von der aggressiven und diskriminierenden Sprache des Präsidenten von ICOM Europe Regional Alliance, auf dessen öffentliche Schreiben Sie auf ihrer Webseite wohlwollend verweisen, distanzieren. In der dortigen Berichterstattung über die positiven Reaktionen auf den aktuellen Definitionsvorschlag werden herabwürdigend verwendete Ausdrücke wie „known for its recognized debility“ (für Vorstandsvorsitzenden von ICOM US) oder machtbesessene Bezeichnungen wie „the true leader of museums in that country“ (für Präsidenten von American Alliance of Museums) benutzt. Ebenfalls werden Personen Kompetenzen und Expertise aufgrund fehlender ICOM-Mitgliedschaft oder institutionellen Anbindungen abgesprochen. Ein solcher Ton entspricht weder unserer kollegialen Kommunikationskultur noch unseren Praxiserfahrungen.
    Sie berichten, dass man Ihnen auf der Generalkonferenz in Kyoto einen eurozentristischen Blick und undemokratisches Verhalten unterstellte. Dies sind schwerwiegende Vorwürfe, von denen wir als Mitglieder von ICOM Deutschland betroffen sind, wenn Sie in unserem Namen kommunizieren. Wir schlagen daher vor, nach einer Plattform zu suchen, auf der wir gemeinsam unsere Haltung zum aktuellen Vorschlag der neuen Museumsdefinition erarbeiten können!
    Mit freundlich-kollegialen Grüßen
    Die Unterzeichnenden

    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 28 (28 in Deutschland)

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