24.07.2026, 04:22
Liebe Unterstützer:innen der Petition,
auch aus meinem Urlaub möchte ich Sie und euch über einige wichtige neue Entwicklungen rund um die geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage zwischen Baal und Granterath informieren.
In den vergangenen Tagen wurde sowohl in der Aachener Zeitunm, im WDR als auch in der Rheinischen Post über das Vorhaben und unsere Petition berichtet. Leider geben die Beiträge des WDR und der RP aus meiner Sicht wesentliche Aspekte nicht vollständig oder teilweise sogar unzutreffend wieder.
Gelungene Berichterstattung in der Aachener Zeitung
Ausdrücklich positiv hervorheben möchte ich den Artikel von Anna Contzen in der Aachener Zeitung. Frau Contzen ist es gelungen, die unterschiedlichen Standpunkte ausgewogen und sachlich darzustellen. Sowohl die Beweggründe und Argumente der Petition als auch die Positionen der Stadt Hückelhoven wurden angemessen berücksichtigt.
Eine solche differenzierte Berichterstattung wird der Komplexität des Themas gerecht.
Beschwerde über die Berichterstattung des WDR
Ich habe mich an die zuständige Redakteurin des WDR gewandt und der Darstellung im Onlineartikel sowie im Filmbeitrag in wesentlichen Punkten widersprochen.
Ein ausführliches inhaltliches Vorgespräch über die Hintergründe und die maßgeblichen Argumente der Petition fand zwischen dem WDR und mir nicht statt.
Im WDR-Beitrag fehlen deshalb zentrale Gesichtspunkte unserer Petition obwohl ich die Redaktion mit ergänzenden Informationen unaufgefordert versorgt hatte. Andere Argumente werden verkürzt, unzutreffend oder sinnentstellend dargestellt.
Ich habe daher eine Korrektur verlangt.
Auch weitere Aussagen des WDR-Beitrags sind aus meiner Sicht dringend überprüfungsbedürftig.
So wird von einem „Vorrang beim Land“ gesprochen. Diese Formulierung ist bereits deshalb fragwürdig, weil sowohl das Erneuerbare-Energien-Gesetz als auch das Baugesetzbuch Bundesrecht sind.
Ebenso entsteht der falsche Eindruck, die Stadt Hückelhoven habe durch ihr sogenanntes Photovoltaikkonzept verbindlich festgelegt, welche Flächen für Freiflächen-Photovoltaik geeignet seien. Dieses von der Agentur „energielenker“ erstellte Konzept ist jedoch keine eigenständige Rechtsgrundlage. Entscheidend sind vielmehr die gesetzlichen Voraussetzungen, insbesondere das EEG und § 35 Abs. 1 Nr. 8 Baugesetzbuch.
Auch für Flächen innerhalb eines 200-Meter-Korridors müssen die notwendigen planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen und die Einwände der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt werden.
Kritisch zu hinterfragen ist außerdem die Darstellung der Bodenqualität. In den eigenen Planungsunterlagen der Stadt werden die betroffenen Ackerflächen dem hochwertigen Bereich zugeordnet. Gleichzeitig wird mit einem offenbar gemittelten Bodenwert von unter 55 argumentiert, ohne dass bislang nachvollziehbar ist, wie dieser Mittelwert genau berechnet wurde. Selbst ein solcher Wert liegt weiterhin in einer Spanne, die keineswegs für minderwertigen Boden spricht.
Auch die ökologische und landschaftliche Bedeutung des Plangebiets wurde in der Berichterstattung nicht angemessen berücksichtigt. Beim Haberger Wald handelt es sich um ein Naturschutzgebiet. Auf der anderen Seite befinden sich landschaftlich geschützte Bereiche. Durch die geplante großflächige Anlage könnte somit ein erheblicher baulicher Sperrriegel zwischen einem Naturschutzgebiet und einem Landschaftsschutzgebiet entstehen.
Problematisch ist darüber hinaus die Auswahl der Gegenstimme im WDR-Beitrag. Mit Herrn Ralf Bußberg von ECON Solar wurde eine Person zu Wort kommen gelassen, die selbst beruflich in der Solarwirtschaft tätig ist. Dieser Hintergrund wurde im Beitrag jedoch nicht ausreichend transparent gemacht. Gerade bei einer Person, die als Gegenstimme zu einer Petition gegen ein konkretes Solarprojekt auftritt, hätte die wirtschaftliche und berufliche Verbindung zur Branche eindeutig offengelegt und journalistisch eingeordnet werden müssen.
Ich habe den WDR deshalb aufgefordert, sowohl den Onlinebeitrag als auch den Filmbeitrag sorgfältig zu überprüfen, die falsche Wiedergabe zu korrigieren und zu den weiteren sachlichen und journalistischen Kritikpunkten Stellung zu nehmen.
In einer zweiten Nachricht, die gleich folgt, werde ich noch auf der RP Artikel vom 24.07.26 bezug nehmen.
Herzliche Grüße