24.06.2026, 06:24
Hallo zusammen,
morgen ist unser Bürgerwald als TOP 11 auf der Tagesordnung des Stadtrates. Beginn der Sitzung im großen Sitzungssaal ist um 16 Uhr.
Meinen Leserbrief zu der Berichterstattung in der Allgäuer Zeitung von letzter Woche ist leider noch nicht abgedruckt worden, deshalb möchte ich ihn hier bekanntgeben:
Sehr geehrte Damen und Herren,
zu den Berichten über einen möglichen Neubau der Bahnhofsapotheke am Oberstdorfer Knoten biete ich Ihnen nachstehenden Leserbrief an:
Vertrauen ist der Anfang von allem. Dieser Werbespruch einer großen Deutschen Bank gilt überall, nur nicht für den Kemptener Stadtrat? „Kempten – Baum 2000“ 2000 Bäume für das neue Jahrtausend war das Motto der Aktion im Jahre 2000 , an der mein damals 18jähriger Sohn sich beteiligt hat und einen von 120 Bäumen im Rahmen eines Bürgerfestes unter Mithilfe des städtischen Bauhofs am Oberstdorfer Knoten pflanzte. Mit dabei der damalige Oberbürgermeister und mehrere Stadträte. OB Dr. Ulrich Netzer besiegelte mit seiner Unterschrift die Patenschaft auf einer Urkunde für alle Baumspender. Ich selbst wohne in der Nachbarschaft und habe diese Eiche in der Anwachsphase mehrfach mit 20 Ltr. Wasserkanisterladungen unterstützt.
Und heute? Nach nur 25 Jahren soll das neue Jahrtausend schon vorbei sein und Zusagen von damals gelten nicht mehr? Getreu nach Bundeskanzler Konrad Adenauer: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern ...“ kann der Baum jetzt wieder weg? Und dies sogar einstimmig im Planungs- und Bauausschuss des Stadtrates ? (die CSU war nicht vollzählig, der AfD-Vertreter stimmte aus fadenscheinigen Gründen dagegen, weil er den Platz anderweitig bebauen will). Selbst beide Vertreter der Grünen stimmten gegen die Bäume!
Meine online-Petition „Rettet unseren Bürgerwald“ richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Pläne der Bahnhofsapotheke, ich bin sicher, die Stadt findet einen geeigneteren Standort für dieses wünschenswerte Bauvorhaben. Und Baureferent Tim Koemstedt hat ebenfalls recht, wenn er sagt, „die Fläche ist stadtbildprägend“. Aber kann nicht auch ein Bürgerwald stadtbildprägend sein? Und, falls tatsächlich 50 Bäume umgepflanzt werden könnten, was ist mit denen wieder in 25 Jahren ? Und mit den verbleibenden Bäumen, wenn sich die Parkplatzsituation beim geplanten Bauvorhaben als nicht ausreichend darstellt?
Ich bin der Meinung, auch kleine Schritte sind zum Natur- und Klimaschutz notwendig und diese kleinen Schritte können, ja müssen wir vor unseren Haustür machen. Dazu ist jeder Baum wichtig! Deshalb bitte ich die Kemptener Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung meiner Online-Petition unter www.https://openpetition.de/rettet-unseren-buergerwald , besonders all jene, die damals selbst zum Spaten gegriffen haben.
Manfred Wirtz