Wohnen in Alsterdorf endlich zulassen – Mischquartier statt Gewerbegebiet!

Petition richtet sich an
Bürgermeister, Senat, BSW, Bezirksverwaltung, Bezirkspolitik

2.291 Unterschriften

78 %
1.881 von 2.400 für Quorum in Bezirk Hamburg-Nord Bezirk Hamburg-Nord

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1.881 von 2.400 für Quorum in Bezirk Hamburg-Nord Bezirk Hamburg-Nord
  1. Gestartet 23.02.2026
  2. Sammlung noch > 3 Monate
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  4. Dialog mit Empfänger
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Neuigkeiten

01.04.2026, 07:32

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Die Bezirksverwaltung treibt die Verschärfung des alten Bebauungsplans Alsterdorf 8 weiter voran. Trotz aller Einwendungen und unserer Petition wird das Gebiet an der Alsterdorfer Straße planungsrechtlich noch stärker auf ein „reines“ Gewerbegebiet festgelegt – zulasten von Wohnen und echter Mischnutzung.

Kern der jetzt vorliegenden Entwurfsunterlagen: In den Gewerbegebieten sollen Beherbergungsstätten ausdrücklich unzulässig sein, Lagerhäuser und Lagerplätze nur noch, „wenn sie in einem räumlichen oder betrieblichen Zusammenhang mit produzierenden Gewerbebetrieben oder Handwerksbetrieben stehen“. Die Begründung formuliert klar: Alleinige Zielrichtung ist es, „die Zulässigkeit des Nutzungsspektrums eines Gewerbegebiets im Sinne der Sicherung und Stärkung des Gewerbes anzupassen“, ein Gutachtenbedarf wird verneint. Anders gesagt: Die Entscheidung gegen Wohnen steht fest, zusätzliche Fakten sollen nicht mehr stören.

Besonders auffällig ist, wie mit der Zahl „7% Gewerbeflächen“ argumentiert wird. Im Gewerbeflächenkonzept Hamburg‑Nord heißt es, lediglich ca. 7% der gewerblich/industriell ausgewiesenen Flächen Hamburgs lägen im Bezirk; daraus wird abgeleitet, man müsse bestehende Gewerbegebiete „langfristig sichern und weiterentwickeln“ und alle Standorte „für gewerbliche Nutzungen sichern“. Diese eine bilanzielle Kennzahl dient als Totschlagargument: Sie ersetzt eine differenzierte Betrachtung der Realität vor Ort – eines seit Jahrzehnten gelebten Mischquartiers mit Wohnen, Handel, Dienstleistung und kleinteiligem Gewerbe.

Gleichzeitig wird das Entwicklungskonzept „Gewerbestandort Alsterdorfer Straße“ als Leitlinie ins Feld geführt. Dort ist von „langfristiger Sicherung und Stärkung des innerstädtischen Gewerbestandorts“ und der Bedeutung für „kleinteiliges Handwerk, urbane Produktion und produktionsnahe Dienstleistungen“ die Rede. Genau diese Ziele teilen wir. Auch wir wollen Handwerk und Gewerbe vor Ort halten. Nur: Die Verwaltung zieht daraus die abstruse Konsequenz, Gewerbe flächendeckend und über mehrere Geschosse zu „stabilisieren“ – und Wohnnutzungen, selbst in oberen Etagen, systematisch zu blockieren.

Faktisch läuft die Argumentation so:

  1. Es gibt nur 7% Gewerbeflächen im Bezirk – also darf hier auf keinen Fall Wohnen hinzukommen.
  2. Das Gebiet soll Gewerbestandort bleiben – also werden „wohnähnliche Nutzungen“ als Problem definiert.
  3. Weil das Planungsziel schon feststeht („Sicherung und Stärkung des Gewerbes“), brauche es keine weiteren Gutachten – die Mischnutzung, die heute tatsächlich besteht, spielt in der Abwägung praktisch keine Rolle.

Aus unserer Sicht ist das fachlich rückwärtsgewandt und nicht in die Zukunft gereichtet. Niemand bestreitet, dass wir Gewerbe und Handwerk brauchen. Aber Handwerk und Produktion gehören in gut erreichbare Erdgeschosszonen – nicht in vierte oder fünfte Obergeschosse ohne Sichtbarkeit und Andienung. Gerade an der Alsterdorfer Straße bietet sich an, was in modernen Stadtentwicklungsstrategien überall gefordert wird: urbane Mischnutzung mit Gewerbe im Erdgeschoss und Wohnen darüber.

Statt diese Chance zu nutzen, wird das Quartier mit Verweis auf eine abstrakte 7‑Prozent‑Zahl in ein „Gewerbegebiet um jeden Preis“ gezwungen. Bestehende Mischstrukturen werden ignoriert, Wohnen bleibt tabu – und das mitten in einer Stadt, die offiziell mehr Wohnraum und mehr Nutzungsgemisch schaffen will.

Mit unserer Petition setzen wir genau hier an: Wir wollen Handwerk und Gewerbe sichern, aber dort, wo sie hingehören – im Erdgeschoss. Und wir wollen, dass in den Obergeschossen endlich wieder das möglich wird, was entlang der Straße längst Realität ist: Wohnen in einem lebendigen Mischquartier statt leer stehender Flächen und veralteter Gewerbe‑Dogmen.


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