18.03.2026, 12:38
Bündnis für das Wohnen – Alsterdorf ist ein Musterfall
Mit dem neuen „Bündnis für das Wohnen in Hamburg“ bekennen sich Senat, Bezirke und Wohnungswirtschaft erneut zu mehr bezahlbarem Wohnraum, Nutzungsmischung und Innenentwicklung, insbesondere entlang gut erschlossener Hauptstraßen. Genau das fordern wir mit dieser Petition für die Alsterdorfer Straße: Mischnutzung statt reinem Gewerbegebiet, damit Wohnen und Arbeiten wieder nebeneinander möglich werden und Hamburg seine eigenen Senatsziele vor Ort umsetzt.
Die im Bündnis genannten Voraussetzungen treffen in Alsterdorf bereits heute zu:
- Das Gebiet ist innerstädtisch, hervorragend angebunden (U‑Bahn, Bus, Nahversorgung).
- Das „Gewerbegebiet“ ist faktisch seit Jahren ein Mischquartier mit viel Wohnen, Dienstleistungen und Einzelhandel.
- Für klassische Gewerbenutzungen gibt es kaum Nachfrage: An einzelnen Standorten wie der „Alten Wäscherei“ Alsterdorfer Straße 254 stehen seit Jahren Vermietungsbanner, ohne dass sich neue Handwerks‑ oder Gewerbebetriebe ansiedeln wollen.
Statt unrealistischem „100% Gewerbe“ ließe sich hier sofort ein Teil der Bündnisziele umsetzen.
Ein Beispiel dafür liegt bereits konkret auf dem Tisch:
- Für das Grundstück Alsterdorfer Straße 254 wurde Ende 2025 ein Vorbescheidsantrag gestellt.
- Geplant sind dort 100% öffentlich geförderte Wohnungen für Auszubildende und Studierende, ergänzt um eine nicht störende Erdgeschossnutzung (z.B. Café / Nahversorgung) – also ein idealtypisches Beispiel für „junges Wohnen“ und urbane Mischnutzung.
- Das Bündnis fordert bei Nutzung des Wohnungsbau‑Turbos mindestens 35% geförderte Wohnungen – in Alsterdorf werden 100% angeboten.
Trotzdem wurde die Nutzung des neuen Wohnungsbau‑Turbos (§ 246e BauGB) für dieses Projekt vom Bezirk Hamburg‑Nord zunächst abgelehnt – mit Verweis auf das alte Gewerbekonzept.
Aus unserer Sicht ist das ein Widerspruch zu den aktuellen politischen Zielen: Während Hamburg auf dem Papier mehr Mischnutzung und mehr Wohnraum für junge Menschen will, wird in Alsterdorf ein idealtypischer Pilotfall ausgebremst.
Wir fordern daher:
- Das Bündnis für das Wohnen und die neuen Instrumente (insbesondere den Wohnungsbau‑Turbo) auch in Alsterdorf konsequent anzuwenden.
- Das Projekt Alsterdorfer Straße 254 als Pilotfall zu nutzen – mit 100% gefördertem „jungem Wohnen“ –, statt weiter an einem überholten Gewerbebild festzuhalten.
- Parallel dazu das Planungsrecht entlang der Alsterdorfer Straße so anzupassen, dass die gelebte Mischnutzung endlich rechtlich zulässig wird.
Wer unsere Petition unterstützt, setzt sich damit nicht nur für bestehenden und neuen Wohnraum ein, sondern auch für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Mischnutzung in Alsterdorf – ohne passende Gewerbebetriebe zu verdrängen, sondern im Gegenteil neue Attraktivität für ihre Ansiedlung zu schaffen.