Gleichbehandlung statt finanzieller Benachteiligung kinderloser Menschen!

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Petition richtet sich an: Bundestag

Gleichbehandlung statt finanzieller Benachteiligung kinderloser Menschen!

Petition gegen die geplante Erhöhung des Beitragszuschlags für Kinderlose in der Pflegeversicherung

Wir fordern den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung auf, die geplante Erhöhung des Beitragszuschlags für kinderlose Mitglieder der sozialen Pflegeversicherung von 0,3 auf 0,9 Prozentpunkte nicht umzusetzen und die bestehende Regelung grundsätzlich auf ihre soziale Gerechtigkeit und Gleichbehandlung hin zu überprüfen.

Kinderlosigkeit hat viele Ursachen. Manche Menschen wünschen sich Kinder, können aber aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen keine bekommen. Andere finden nicht den passenden Partner oder entscheiden sich bewusst gegen eigene Kinder. Auch Paare können aus ganz unterschiedlichen Gründen kinderlos bleiben.

Diese Lebensumstände lassen sich nicht über einen Kamm scheren. Dennoch werden kinderlose Versicherte bei den Beiträgen zur Pflegeversicherung pauschal zusätzlich belastet, unabhängig davon, warum sie keine Kinder haben.

Eine solidarische Gesellschaft muss die Pflege ihrer älteren und pflegebedürftigen Menschen finanzieren. Dabei sollte die Verantwortung jedoch fair verteilt werden. Kinderlosigkeit darf nicht automatisch als persönliches Versäumnis behandelt werden, das finanziell ausgeglichen werden muss.

Kinderlose Menschen leisten ebenfalls ihren Beitrag zur Gesellschaft: durch ihre Arbeit, ihre Steuern, ihre Sozialversicherungsbeiträge und häufig auch durch die Unterstützung und Pflege von Angehörigen oder anderen Menschen.

Gerade Menschen, die ungewollt kinderlos sind oder aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder bekommen können, sollten nicht zusätzlich finanziell belastet werden, ohne dass ihre individuellen Lebensumstände berücksichtigt werden.

Wir fordern deshalb:
1. Keine weitere pauschale Erhöhung des Beitragszuschlags für Kinderlose.
2. Eine transparente und sozial gerechte Überprüfung der bestehenden Zuschlagsregelung.
3. Eine Pflegefinanzierung, die unterschiedliche Lebensrealitäten berücksichtigt und niemanden allein aufgrund seiner Kinderlosigkeit abwertet oder benachteiligt.
4. Eine öffentliche und parlamentarische Diskussion über faire Alternativen zur Finanzierung der Pflegeversicherung.

Gleichberechtigung bedeutet, unterschiedliche Lebenswege zu respektieren. Niemand sollte sich dafür rechtfertigen müssen, keine Kinder zu haben. Die Finanzierung unseres Pflegesystems ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und verdient eine Lösung, die Solidarität ermöglicht, ohne Menschen pauschal für ihre Lebensumstände zusätzlich zu belasten.

Wir bitten den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung, diese Forderungen zu prüfen und die geplante Beitragserhöhung zu überdenken.

Begründung

Die Bundesregierung plant, das akute Defizit der sozialen Pflegeversicherung ab dem 1. Januar 2027 maßgeblich durch eine stärkere finanzielle Belastung kinderloser Menschen aufzufangen. Während der allgemeine Beitragssatz stabil bleiben soll, wird der Zuschlag für Kinderlose, den diese komplett alleine tragen müssen, um 0,3 Prozentpunkte angehoben. Für Betroffene bedeutet dies eine spürbare finanzielle Mehrbelastung. Diese Maßnahme greift tief in die Lebensrealitäten von Millionen Bürgerinnen und Bürgern ein und bedarf einer dringenden Korrektur.

1. Kinderlosigkeit ist keine bewusste Verweigerung gesellschaftlicher Verantwortung
Kinderlosigkeit hat viele Gesichter und Ursachen. Manche Menschen wünschen sich sehnlichst Kinder, können aber aus gesundheitlichen, biologischen oder persönlichen Gründen keine bekommen. Andere finden nicht den passenden Partner oder entscheiden sich aus individuellen Lebensumständen bewusst gegen eigene Kinder. Diese Schicksale und Lebenswege lassen sich nicht über einen Kamm scheren. Die pauschale Annahme, Kinderlosigkeit sei ein rein persönliches Versäumnis, das finanziell „bestraft“ werden muss, ist unzeitgemäß und ungerecht.

2. Betroffene werden doppelt belastet
Gerade Menschen, die ungewollt kinderlos sind, erleben diese pauschale Gesetzgebung wie das „Streuen von Salz in eine offene Wunde“. Sie tragen bereits oft erhebliche Kosten für medizinische Behandlungen (z.B. Reproduktionsmedizin) selbst und werden nun im Alterssicherungssystem zusätzlich finanziell benachteiligt, ohne dass ihre individuellen Lebensumstände oder Schicksale im Gesetz (§ 55 SGB XI) berücksichtigt werden.

3. Solidarität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Eine solidarische Gesellschaft muss die Pflege ihrer älteren und pflegebedürftigen Menschen finanzieren. Kinderlose Menschen leisten dazu bereits einen enormen Beitrag: Sie zahlen den vollen regulären Pflegebeitrag, finanzieren durch ihre Steuern das Familien- und Kindergeldsystem mit und übernehmen im privaten Umfeld oft die Pflege und Unterstützung von Angehörigen oder Freunden. Die Verantwortung für das Pflegesystem darf nicht einseitig und disproportional auf eine Gruppe abgewälzt werden, um eine echte Strukturreform des Systems zu umgehen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Stephanie Haseloff-Eifler, Stockheim

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 30.09.2026
Sammlung endet: 29.03.2027
Region: Deutschland
Kategorie: Bürgerrechte

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