Seit August 2007 müssen Menschen, die zu ihrem deutschen Ehepartner nach Deutschland nachziehen wollen, einen Deutschtest vor der Einreise erbringen. 11 Jahre Familientrennung, Leid und Frustration kennzeichnen das traurige Jubiläum mittlerweile. Dagegen wehren wir uns. Zuwanderungsregelungen, die Partnerwahl und das Zusammenleben von Familien einschränken, halten wir für unzulässig.

Wir fordern die sofortige Rücknahme des Sprachnachweise (A1) VOR Einreise als zwingende Voraussetzung für den Ehegattennachzug aus Drittstatten nach Deutschland. Freie Partnerwahl ist ein garantiertes Menschenrecht. Die Familie ist als Ort emotionaler Bindung und gegenseitiger Verantwortung grundrechtlich geschützt. Die bürgerlichen Grund- und Freiheitsrechte – das Recht auf freie Partner-/innenwahl und der Schutz der Familie – für Deutsche, Ausländer, Eingewanderte und Geflüchtete – auch für subsidär Geschützte. Der Sprachtest wurde eingeführt, um Zwangs-und Scheinehen vorzubeugen. Unsere Ehen bestehen seit Jahren, also kann von Scheinehe und Erschleichen von Papieren wohl nicht die Rede sein.

Die Ehegattennachzugsregelung verstößt nicht nur gegen Grund- und Menschenrechte, gegen das Antidiskriminierungsgesetz und gegen EU-Recht, der zwangsweise im Ausland zu erbringende Spracherwerb ist auch aus pädagogischer Sicht ein Unsinn.

Der Sprachtest verstößt de facto gegen die EU-Richtlinie zur Familienzusammenführung. Es werden entscheidende Faktoren wie zum Beispiel Alter, Analphabetismus, Bildungsgrad oder Zugang zu Sprachkursen im Herkunftsland völlig außer Acht gelassen. So hindert der Test sozial benachteiligte Menschen daran, mit ihren Angehörigen zusammenzuleben Offiziell geht es bei dem verlangten Sprachniveau A1 darum, sich auf „ganz einfache Weise auf Deutsch verständigen“ zu können. Doch gerade der schriftliche Test stellt für viele eine große Hürde dar: Thailänder, Russen und Araber müssen dafür erst einmal das lateinische Alphabet lernen. Viele Testfragen sind zudem nur im Kontext verständlich und setzen ein Hintergrundwissen voraus, über das viele Antragsteller nicht verfügen.

So sollte ein Prüfling etwa wissen, was unter einem „Open-Air-Konzert“ und was unter einer „Stadthalle“ zu verstehen ist – beides gibt es nicht in jedem Land. Für eine andere Frage lohnt es sich zu wissen, dass der Rhein zwischen Koblenz und Rüdesheim fließt, um sie richtig beantworten zu können. Kein anderes Land in Europa stellt so hohe Anforderungen wie Deutschland. Dies führe in sehr vielen Fällen zu einer hohen Belastung des Ehelebens und hinterlässt den Eindruck, man wolle es den Menschen, die bereit sind ihre Heimat in unserem Land zu finden, besonders schwer machen.

Wenn von nachziehenden Ehepartnern von in Deutschland lebenden Australiern, Japanern, Kanadiern und Amerikanern ein solcher Sprachnachweis nicht verlangt wird, aber für den nachziehenden Ehepartner eines Deutschen, dann ist das definitiv Inländerdiskriminierung. Der Test bleibt also ausschließlich für Drittstaatsangehörige bestehen, die mit deutschen Staatsbürgern oder anderen Drittstaatsangehörigen verheiratet sind???

Sind ökonomische Interessen bedeutsamer sind als staatsbürgerliche Rechte? Wer qualifiziert ist, wandert über den Arbeitsmarkt zum Partner ein. Wer diese Möglichkeit nicht hat, hat kaum eine Chance auf ein gemeinsames Leben in Deutschland. Ein Staat, der die Partnerwahl von Bildungsbiografien abhängig macht, greift eklatant in Persönlichkeitsrechte ein. Natürlich ist uns bewusst, dass ein Beherrschen der deutschen Sprache unumgänglich ist, um ein Leben hier grundsätzlich zu führen

Jedes Jahr entscheidet sich z.B. eine Vielzahl von Deutschen für einen Sprachkurs in Frankreich, ein Freiwilliges Soziales Jahr in Südafrika oder ein Auslandssemester oder ein „Gap-Year“ in China. Die Gründe, weshalb sich viele Deutsche zu diesem Schritt entschließen, liegen auf der Hand. Sie tun dies, weil die Rahmenbedingungen zum Erlernen einer Sprache vor Ort erheblich besser sind. Das gilt nicht nur für Deutsche, die eine Fremdsprache erlernen, sondern auch für Ehepartnern von Deutschen, die aus dem Ausland nach Deutschland zu ziehen. Die verpflichtenden Integrationskurse und die Bereitschaft der Einwandernden, diese zu besuchen und die Sprache zu erlernen, sind vorhanden – die Bereitschaft der Politik für ein Umdenken auch?

Es gilt, ein Umdenken in der Willkommens- und Anerkennungskultur vorzunehmen und diesem Umdenken Taten folgen zu lassen. Im Hinblick auf die Familienzusammenführung bedeutet das: das Abschaffen der Notwendigkeit des Erbringens eines Sprachnachweises VOR der Einreise und das Ermöglichen des Spracherwerbs IN Deutschland. . Für die Bundesregierung ist der Zeitpunkt ideal, das Urteil im Fall Doğan zum Anlass zu nehmen und das Erfordernis des Sprachnachweises beim Ehegattennachzug für alle Staatsbürger-/innen abz

Begründung

Die Not der Betroffenen muss endlich erkannt und neue Wege des Zusammenlebens auf Basis von Anerkennung und Wertschätzung ermöglicht werden

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, privat aus Stuttgart
Frage an den Initiator

Übersetzen Sie jetzt diese Petition

Neue Sprachversion
Pro

Die Bundesrepuplik ist der einzige Staat im Schengenraum welcher eine solche Regel vorschreibt . Ein Niederländer z.B. kann sich mit seiner Frau aus Jameika sofort hier niederlassen auch ohne A 1 . Wer glaubt das die Behörden auch hier versuchen den Hebel anzusetzen täuscht sich . Wie würden das wohl unsere Nachbarstaaten nennen , was dem eigenen Bürger hier zugemutet wird ? Nationalistisch ? Was ganz sicher ohnehin schon ein Skandal ist , das wäre dann ein wahrhaftiger Skandal .

Contra

Noch kein CONTRA Argument.