Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag; Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) Ausschuss für Arbeit und Soziales Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung
Wir fordern den Deutschen Bundestag auf, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) zu modernisieren.
Unternehmen sollen bei begründeten Hinweisen auf Altersdiskriminierung nachweisen müssen, dass Bewerber nicht aufgrund ihres Alters benachteiligt wurden.
Außerdem sollen Arbeitgeber offenlegen müssen, ob KI-Systeme oder automatisierte Bewerbungsfilter eingesetzt werden und wie sichergestellt wird, dass diese ältere Bewerber nicht benachteiligen.
Bewerber sollen ein Auskunftsrecht erhalten, ob automatisierte Systeme an der Ablehnung beteiligt waren.
Begründung
Ich bin selbst von den Auswirkungen möglicher Altersdiskriminierung betroffen und beobachte, dass viele qualifizierte Arbeitnehmer ab einem bestimmten Alter deutlich schlechtere Chancen auf Einladungen und Einstellungen haben.
Besonders problematisch ist der zunehmende Einsatz automatisierter Bewerbungsprozesse und KI-gestützter Vorauswahlsysteme. Bewerber erfahren meist nicht, ob ihre Bewerbung überhaupt von einem Menschen geprüft wurde oder ob automatisierte Filter eingesetzt wurden.
Während Unternehmen ihre Entscheidungen nicht begründen müssen, ist es für Betroffene nahezu unmöglich, eine Benachteiligung aufgrund des Alters nachzuweisen.
Deutschland steht gleichzeitig vor einem erheblichen Fachkräftemangel und einer alternden Gesellschaft. Erfahrene Fachkräfte dürfen nicht durch intransparente Auswahlverfahren vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden.
Wir brauchen deshalb:
- mehr Transparenz bei KI-gestützten Bewerbungsverfahren,
- besseren Schutz vor Altersdiskriminierung,
- faire Chancen unabhängig vom Lebensalter,
- und wirksame Kontrollmöglichkeiten.
Quellen:
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
- Antidiskriminierungsstelle des Bundes
- EU AI Act (Regulierung von Hochrisiko-KI-Systemen)
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Ich bin als Volljuristin selbst betroffen. Mit 29 Jahren top Berufseinstieg in der Wirtschaft. Berufserfahrung in namhaften Unternehmen. Durch die Pflege meiner Eltern mit Ü50 aus dem Job raus gekommen. Junge Mütter werden geschützt und ich bekomme maximal Jobs zur Elternzeitvertretung und bin nicht geschützt? Jede Absage ist ohne Feedback wegen des AGG und seit dem AGG! Die Chefs sind meistens jünger und niemand stellt seine Mutter ein, auch wenn ich so nicht aussehe. Die Stellenanzeigen lauten weiter auf Junior Legal Counsel oder sind an Berufseinsteiger gerichtet - trotz AGG. Ich bin jetzt 56 und ich suche und suche und möchte arbeiten.