Region: Cologne
Foreign affairs

Aufruf: Den Kaiser vom Sockel holen – keine Ehrung für Kolonialverbrecher!

Petition is directed to
Rat der Stadt Köln
216 Supporters 152 in Cologne
3% from 5.000 for quorum
  1. Launched August 2020
  2. Time remaining > 3 months
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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Direkt beim Dom, am Ende der Hohenzollernbrücke, steht eine Reiterstatue von Wilhelm II., dem letzten deutschen Kaiser. Doch wer war Wilhelm und verdient er es, mit einer Statue geehrt zu werden?

Wilhelm II. von Hohenzollern war von 1888 bis 1918 deutscher Kaiser. Unter seiner Herrschaft beging das deutsche Kaiserreich vier seiner größten Kolonialverbrechen: die Niederschlagung des Boxeraufstands, der Maji-Maji-Krieg, der Genozid an den Herero und Nama und die Duldung des Genozids an den Armeniern. Einer imperialistischen und rassistischen Ideologie folgend ermordeten deutsche Kolonialtruppen weltweit hunderttausende Menschen. In der Kolonie Deutsch-Südwestafrika entstanden die ersten deutschen Konzentrationslager. All das geschah im Namen von „Fortschritt“ und „Zivilisation“ – beides Lügen um die Ausbeutung in den Kolonien zu rechtfertigen.

Um diese Gewalttaten zu glorifizieren und die militaristische Stimmung im Land zu schüren, nutzte das deutsche Kaiserreich umfassende Propagandamittel, zum Beispiel in Form von Statuen. Diese verzerrten die Geschichte, indem sie glorreiche Herrscher zeigten, nicht aber die Toten und das Leid, auf denen ihre Herrschaft fußte. Auch die Statue von Wilhelm II. am Fuße des Kölner Doms ist ein solches Propagandamittel.

Für keines seiner Kolonialverbrechen hat Deutschland sich bis heute ernsthaft entschuldigt oder Entschädigung gezahlt und in unseren Geschichtsbüchern kommen sie nur am Rande vor – wenn überhaupt! Auch in Köln, dass damals als deutsche „Kolonialhauptstadt des Westens“ galt und von der kolonialen Ausbeutung besonders profitierte, sind die Verbrechen der kolonialen Vergangenheit im Stadtbild unsichtbar. Stattdessen werden die Täter von damals, und allen voran Kaiser Wilhelm II, mit Statuen und Straßennamen geehrt. Im Angesicht dieser Kolonialverherrlichung ist es wenig verwunderlich, dass die Nachkommen jener Menschen, die damals ermordet wurden, auch heute noch Opfer desselben menschenverachtenden Rassismus sind.

Die Beseitigung der ehrenden Funktion von kolonialverherrlichenden Statuen sowie die Umbenennung von Straßen wird Vergangenes nicht ungeschehen machen und den Rassismus von heute nicht beenden. Aber dieser symbolische Akt ist die Grundvoraussetzung, um überhaupt eine Debatte über die Aufarbeitung der Kolonialverbrechen beginnen zu können.

Reason

Daher fordern wir:

  • Das Reiterstandbild Wilhelm II. darf in seiner ehrenden Funktion nicht weiterbestehen. Es muss entfernt, in ein Museum verlegt oder vor Ort maßgeblich verfremdet werden, sodass es nicht länger als Ehrenmal erkennbar ist – kein Kaiser auf dem Sockel!

  • An Stelle des Ehrenmals soll ein Mahnmal entstehen, dass an die Opfer des deutschen Kolonialismus erinnert.

  • Die Stadt Köln muss umfassend Straßennamen und Denkmäler im öffentlichen Raum auf ihre koloniale Vergangenheit hin prüfen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, die Ehrung von Kolonialverbrechen zu beenden.

Thank you for your support, DIE LINKE Köln from Köln
Question to the initiator

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Not yet a PRO argument.

Eine Person muss man immer im Kontext der Geschichte sehen.

Why people sign

  • on 28 Apr 2021

    Kriegsverbrechen müssen nicht geehrt werden

  • on 26 Jan 2021

    In ganz Deutschland gibt es zig Denkmäler, wie in diesem konkreten Fall, und noch um ein Vielfaches mehr Strassennamen, die aus heutiger kritischer Perspektive nicht mehr unkommentiert / korrigiert stehen bleiben dürften, aber eine Änderung herbei zu führen ist bei jedem einzelnen Fall ein langwieriges Ringen mit ungewissem Ausgang.

  • Laura Homann Berlin (Neukölln)

    on 29 Dec 2020

    Solidarity

  • on 29 Dec 2020

    Es ist peinlich, dass das im 21. Jahrhundert eine Petition erfordert und keine Selbstverständlichkeit ist. Die deutsche Kolonialvergangenheit wird viel zu oft verharmlost oder - noch häufiger - komplett übergangen. Eine Sichtbarmachung der damaligen Verbrechen und ihrer Nachwirkungen bis heute würde sicher dazu beitragen, dass Diskussionen über heutige rassistische Strukturen mit mehr Deutlichkeit und Realitätsnähe geführt würden. Wenn sich die Bundesrepublik schon weigert, Entschädigungsforderungen nachzukommen, ist das mindeste, was deutsche Kommunen tun können, Denkmäler von Kolonialherren wegzuschaffen. Eigentlich stünde zudem an, dass Museen ihre aus der Kolonialzeit stammenden Sammlungen zurückgeben.

  • on 13 Dec 2020

    verantwortungsvolleres Geschichtsbewußtsein , durch Aufklärung und Informationen

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