„740 Betten für 1000 Flüchtlinge – Das Zirndorfer Erstaufnahmelager für Asylsuchende platzt aus allen Nähten Die Menschen kampieren in Garagen und auf Fußböden. Nach ihrer Flucht geht für sie in Deutschland der Kampf ums Überleben weiter.“ Fränkischer Tag, Ausgabe vom 2.7.2014

„Schäden sehr wahrscheinlich – Schon in Kürze ist die Wasserversorgung in der gesamten Kaserne abgestellt. Die denkmalgeschützten Häuser in der Lagarde-Kaserne werden nicht einmal mehr beheizt. Die Folgen könnten massiv sein, fürchten Experten.“ Fränkischer Tag, Ausgabe vom 8.7.2014

Wir halten es für unerträglich, dass in einem Land wie Deutschland Hilfe suchende Menschen, die aus Kriegssituationen, aus akuter Lebensgefahr, von Hunger, Krankheit, Zerstörung und Verfolgung bedroht, in Zuständen untergebracht werden, wie sie derzeit in der Asyl-Erstaufnahmeeinrichtung in Zirndorf herrschen. Und das während hier in Bamberg nutzbare, soeben noch bewohnte Gebäude leer stehen und durch ihre Nichtnutzung sogar noch dem Substanzverfall preis gegeben werden.

Angesichts der aktuellen steigenden Flüchtlingszahlen, die durch eine – auch von Deutschland mit zu verantwortende – politische Weltlage entstehen, soll und kann unser Land wenigstens die wenigen Flüchtlinge, die es überhaupt bis hierher schaffen, würdig unterbringen. Daran muss die Bundesrepublik als momentane Eignerin der Konversionsgebäude ein vitales Interesse haben.

Da gerade eine Zwischennutzung der Konversionsgebäude diese vor dem Verfall retten würde, wäre die – zumindest vorübergehende – Nutzung als Asylunterkunft auch im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung der Stadt.

Wir appellieren deshalb an Sie! Setzen Sie sich für eine sofortige Asylunterkunft in geeigneten Gebäuden auf dem Bamberger Konversionsgelände ein.

Wir bitten um Ihre geschätzte Antwort.

Begründung

Der Appell wurde erstunterzeichnet von 35 namhaften Bamberger Bürgerinnen und Bürgern und Institutionen:

Mohamed Hédi Addala, Vorsitzender des Migranten- und Integrationsbeirats der Stadt Bamberg Ekkehard Arnetzl, Stadtheimatpfleger Prof. Dr. Markus Behmer, Institut für Kommunikationswissenschaft, Universität Bamberg Wolfgang Budde, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft älterer Bürger Bambergs Mehmet Cetindere, Erster Vorstand Ditib (Türkisch-Islamische Gemeinde zu Bamberg e.V.) Roja Dehdarian, M.A., Lehrstuhl für Iranistik, Universität Bamberg Dr. Karin Dengler-Schreiber, ehem. Stadtheimatpflegerin, Schriftstellerin Mirjam Elsel, Interreligiöse Fraueninitiative Bamberg Heidi Friedrich, Kabarettistin Peter Gack, Geschäftsführer Annette Grabiger, Kabarettistin Mäc Härder, Kabarettist Prof. Dr. Birgitt Hofmann, Lehrstuhl für Iranistik, Universität Bamberg Andrea Hofmann, Referentin Ev.-Luth. Dekanat Bamberg Dr. Helmut Jungbauer, FT-Herausgeber i.R. Ingrid Kasper, Kantorin Ev.-Luth. Dekanat Bamberg Tanja Kinkel, Schriftstellerin Dr. Claudia Kupfer-Schreiner, Lehrstuhl für Deutsch-Didaktik, Universität Bamberg Herbert Lauer, Alt-Oberbürgermeister Fiona Frf. Loeffelholz von Colberg, Vors. Freunde des Internat. Künstlerhauses Villa Concordia Benjamin Oster, Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Bamberg Besaret Penzkofer, Leiterin AWO-Migrationssozialdienst Martin Arieh Rudolph, Erster Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert, Präsident Universität Bamberg David Saam, Ethno-Musiker "Kellerkommando" Mitra Sharifi, stellv. Vorsitzende des Migranten- und Integrationsbeirats der Stadt Bamberg Dekan Otfried Sperl a.D., Ev.-Luth. Dekanat Bamberg Ursula Sowa, Architektin Doris Stadelmeyer, Bezirksgeschäftsführerin ver.di Oberfranken-West Gerhard Sterzer, Personalratsvorsitzender Sozialstiftung Bamberg You Xie, Journalist und Schriftsteller

Bündnis „Bamberg ist bunt - Bündnis gegen Rechtsextremismus“ Initiative „Freund statt fremd“ Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bamberg Migrationsdienst des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF)

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Neuigkeiten

  • Die Petition wurde an alle relevanten Stellen eingereicht, die zuständigen Minister auf Bundes- und Landesebene und an alle Verantwortlichen auf kommunaler Ebene. Inzwischen werden vier Gebäude auf dem Konversionsgelände von Asylsuchenden bewohnt, vier weitere werden folgen. Der Bamberger Stadtrat hat einstimmig eine Resolution verabschiedet, die ausdrücklich eine Willkommenskultur gegenüber Asylsuchenden in unserer Stadt unterstützt und fördert. Die Unterbringung von bis zu 600 bis 700 Flüchtlingen auf dem ehemaligen Kasernenareal wurde bei nur einer Gegenstimme ( hier war der Wunsch Flüchtlinge und andere Wohnungsuchende unterzubringen ) gebilligt und unterstützt.

Pro

Es geht hier um eine vorübergehende(!!) Nutzung, solange die Wohnungen sowieso leerstehen. Die Frage, was danach mit den Wohnungen passiert, bleibt offen. Den Einheimischen entstehen keine Nachteile! Wir reden hier nicht über mysteriöse Untiere, sondern über Menschen (Schwestern, Omas, Familienväter), die einfach das Pech hatten am falschen Ort geboren worden zu sein. Das sollte man sich stets vor Augen halten.

Contra

Ich bedaure die Bürger, jungen Familien, die sich teuer im Kasernengelände eingekauft haben. Sie leben bald praktisch im Ghetto, abgeschnitten von der Stadt. 500 bis 600 Bürger, vorrangig junge Familien, in Nachbarschaft mit bald 7000 Flüchtlingen mit geringer Bleibeperspektive. Alle Sicherheitsmaßnahmen die derzeit gemacht werden, oder geplant sind, dienen nur dem Schutz der Flüchtlinge. Aber wer schützt die 600 bamberger Bürger. Wenn das mal gut geht...