Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

mit dieser Petition regen die Unterzeichner an – nein sie fordern ganz konkret – dass ehrenamtliches Engagement auch deutlich intensiver in die Steuergesetzgebung einfließen muss. Einfließen in der Gestalt, dass ehrenamtliches Engagement und daraus entstehender Aufwand und Belastung steuermindernd geltend gemacht werden können. Die Rede ist nicht von Dingen wie beispielsweise dem kleinen Übungsleiterentgelt, das ein ehrenamtlicher Trainer bis zu einem bestimmten Freibetrag nicht versteuern muss. Die Rede ist von Arbeit, Aufwand und (auch finanzieller) Belastung, die Ehrenamtler erbringen – gerne erbringen – ohne dafür z.B. eine Aufwandsentschädigung oder eine Kostenerstattung zu bekommen.

Begründung

Begründung:

Fakten

  1. In unserem Land sind viele Millionen Menschen ehrenamtlich tätig. Das ist eine Tatsache.

  2. Diese vielen Millionen ehrenamtlich engagierten Menschen erschaffen in diesem Land einen gewaltigen gesellschaftlichen Mehrwert. Das wird niemand bestreiten können. Unsere Gesellschaft profitiert vom Ehrenamt in erheblichem Maße!

  3. Würde man die von diesen vielen Millionen Menschen ehrenamtlich zum Wohle der Gesellschaft erbrachten Stunden stattdessen durch Arbeitnehmer/Dienstleister erbringen lassen, würde das Milliarden Euro kosten. Sprich, die Art und Weise, wie die Gesellschaft vom Ehrenamt profitiert, wäre, wenn man wollte, auch monetär quantifizierbar.

  4. Die von diesen vielen Millionen Menschen ehrenamtlich zum Wohle der Gesellschaft erbrachten Leistungen wären vom Staat unmöglich zu erbringen. Beispiel: Schon das Ersetzen der tausenden Freiwilligen Feuerwehren durch Berufsfeuerwehren wäre unmöglich zu finanzieren und damit nicht zu realisieren. Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetze wären ohne Freiwilligkeit und Ehrenamt Makulatur.

  5. Diese vielen Millionen ehrenamtlich tätigen Menschen erbringen diese Leistungen durch bewundernswerten persönlichen, zeitlichen und nicht selten auch eigenen materiellen Aufwand.

Problem

Diese vorgenannten Fakten finden in der derzeitigen Steuergesetzgebung fast keinerlei Niederschlag. Hier nur einige wenige Beispiele:

  1. Kann der ehrenamtlich tätige Schiedsrichter die Fahrten mit dem privaten PKW zu den verschiedenen Spielen einer Saison steuermindernd gelten machen? NEIN! Kann ein ohne Entgelt oder Aufwandsentschädigung ehrenamtlich arbeitender Trainer die Fahrten von zu Hause zur Trainingsstätte steuermindernd gelten machen? Sie kennen die Antwort: NEIN!

  2. Kann ein Mitglied eines als Verein organisierten und finanzierten Rettungsdienstes (z.B. DLRG) die mit eigenem Geld getätigte Anschaffung von Einsatz- und Schutzkleidung (die absolut zweckgebunden ist) steuerlich geltend machen? NEIN!

  3. Kann ein Vereinsvorstand seine privaten für den Verein verbrauchte Materialien wie Papier, Tinte oder Toner aber auch Telefon- oder Faxgebühren steuermindernd gelten machen? NEIN!

Das sind nur drei sehr einfache Beispiele, die aber deutlich genug zeigen, dass ehrenamtlich engagierte Menschen ihre Freizeit, ihre Kompetenz und ihre Schaffenskraft unentgeltlich und gerne investieren, ihnen daraus aber beinahe noch ein finanzieller Nachteil entsteht.

Bleiben wir bei den unter 1. genannten Fahrten. Hohe Benzinpreise und auch der Verschleiß am Fahrzeug sind durch eine Kilometerauswertung quantifizierbare Kosten, die der Ehrenamtler für sein Engagement trägt. Er trägt sie, kann sie aber nicht steuermindernd gelten machen, obwohl sie sogar konkret bezifferbar und damit verwaltungstechnisch fassbar wären!

Forderung

Die Unterzeichner dieser Petition fordern, dass der Deutsche Bundestag die Steuergesetzgebung in diesen Aspekten modernisiert und anpasst. Wenn diese angepasste Steuergesetzgebung ermöglicht, dass ehrenamtliches Engagement und daraus entstehender Aufwand und Belastung steuermindernd geltend gemacht werden können, dann würde das diese unverzichtbaren Menschen nicht nur etwas entlasten. Es würde auch eine staatliche Anerkennung mit offiziellem Charakter und eine Motivation darstellen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Hallo liebe Unterzeichner,

    die Petition läuft noch drei Tage. Leider haben wir unser Ziel, die 20.000 Unterschriften, nicht erreicht. Trotzdem wird die Petition samt Unterschriftenliste selbstverständlich bei Frau Dr. Merkel eingereicht.

    Vielleicht können Sie/könnt Ihr ja die letzten drei Tage nochmal etwas anschieben und den Link zur Petition fleißig auf Facebook, Twitter & Co fleißig teilen oder per E-Mail verschicken. Eventuell bekommen wir so noch ein paar mehr Unterschriften für die gute Sache.

    Besten Gruß
    Andreas Lerg

  • Liebe Petitenten,

    erlauben Sie mir heute, dass diese Nachricht einmal in der "Ich/Wir-Perspektive" verfasst ist. Ich habe gepackt. Gepackt für den Hochwasser-Einsatz. Nicht nur ich, sondern vier weitere Mitglieder meiner DLRG Ortsgruppe Oppenheim. Und auch fünf weitere Mitglieder der DLRG Ingelheim, die dem gleichen Bezirk angehört. Und so wie wir haben in ganz Rheinland-Pfalz viele weitere DLRG-Frauen und Männer ihre Einsatzkleidung, persönliche Schutzausrüstung und weiteres Material gepackt.

    Die DLRG-Bundesebene hat zur Verstärkung der bereits vor Ort im Hochwasser-Einsatz befindlichen Kräfte aus mehreren Bundesländern weitere Wasserrettungszüge angefordert. Auch die DLRG Rheinland-Pfalz stellt derzeit einen solchen Wasserrettungszug zusammen. Ein Wasserrettungszug besteht vor allem aus einem Führungstrupp, mindestens vier Bootstrupps, ein bis zwei Tauchtrupps und Strömungsrettertrupps sowie Teams zur Unterstützung mit Logistik und Verpflegung.

    So werden heute aus Rheinland-Pfalz circa 70 Menschen in eines der Hochwasser-Krisengebiete aufbrechen um die (insgesamt) bereits über 1300 im Einsatz befindlichen DLRG-Helfer zu unterstützen.

    Wir sagen unseren Familien "Wir sehen uns in einer Woche", denn der Einsatz wird mindestens bis Sonntag dauern. Manch einer hat sich vielleicht mit seinem Arbeitgeber Diskussionen liefern müssen, damit der ihn in den Einsatz ziehen lässt. Manche von uns sind vor gut einer Woche hier in Rheinland-Pfalz noch selbst beim hiesigen Hochwasser als Dammwache die Dämme abgelaufen, um diese auf Schäden zu kontrollieren.

    Wir tun all das freiwillig. Wir tun all das ehrenamtlich. Und wir tun all das gerne. Wir werden eine Woche lang unser Bestes und Möglichstes tun, um den Menschen in den von der Hochwasser-Katastrophe betroffenen Regionen zu helfen. Das Thema Verdienstausfall ist offiziell geregelt, damit wir durch unseren Einsatz keine Einbußen haben und drauf zahlen müssen. Aber ansonsten machen wir das ehrenamtlich, wir machen es kostenlos aber nicht umsonst, denn unser Einsatz hilft den Betroffenen vor Ort.

    Und nicht nur die DLRG hat mittlerweile tausende Helfer in den Hochwassergebieten im Einsatz. THW, Feuerwehren, DRK und andere Organisationen haben ebenfalls tausende Menschen im Einsatz.

    Wenn Sie hier helfen wollen, können Sie beispielsweise für die Hochwasserhilfe spenden. Aber natürlich helfen Sie auch, indem Sie diese Petition unterstützen. Unterstützen, indem Sie sie über Facebook, Twitter, Google+, E-Mail und Mundpropaganda verbreiten, damit noch viele weitere Menschen die Petition zeichnen können.

    Besten Gruß
    Andreas Lerg

  • Die Allgemeine Zeitung hat heute nochmals über die Petition berichtet. Hier der Link:

    www.allgemeine-zeitung.de/region/oppenheim-nierstein-guntersblum/oppenheim/13131916.htm

Pro

Eine Ehrliche Frage: Was wäre der Staat ohne das Ehrenamt? Was Will der Staat wirklich ohne Ehrenamt machen? Jeder der eins oder auch sogar zwei Ehrenämter bewältigt verbringt sehr sehr viel Zeit und Kosten für das umfangreiche Amt. Dies alles kann man schon gar nicht mehr alles allein auf zwei Din A4 Zettel fest halten. Unglaublich ist die Kraft und meist auch Geduld, die man da an den Tag legen muss. Ich finde jeder andere solle sich mal ein Bild machen, was alles hinter einem Ehrenamt steht. Die Arbeit den aufrecht halt einer Hilfsorganisation. Dabei spreche ich auf eins meiner Ehrenämter an. Es sind unter anderem die wichtigen Lebensrettende Maßnahmen und Einsätze wobei viele sich auch in Lebensgefahr bringen können, was wiederum nicht passieren darf. Aber auch gut Ausgebildetem Personal kann es auch schief gehen. Aber ein Punkt wird so gut wie in der Regel nie beachtet. Auch als Leiter und Helfer einer Hilfsorganisation versucht man natürlich andere Menschen und sogar Freunde dennoch von einem Ehrenamt zu überzeugen. Doch niemand rückt dort wirklich nach. Und in vielen Bereichen sehe ich es schon kommen, will später niemand mehr ein Ehrenamt machen. Sowie der Medizinische Bereich wo Leute echt rackern müssen wie im Rettungsdienst sowie im Krankenhaus das Personal sich Nächte um die Ohren schlägt aber trotz der UNTERBEZAHLUNG immer und immer wieder doch Spaß an der Sache zu haben. Ohne das Ehrenamt? Vorstellbar?

Contra

Es heißt doch "Ehren"amt. Ich bin selbst Freiwillig in der Feuerwehr. Die Motivation sollte nicht Geld sein.