Region: Erlangen
Construction

Büchenbach-Nord: Keine Nachverdichtung um jeden Preis!

Petition is directed to
Oberbürgermeister und Stadtrat
2.264 Supporters 1.978 in Erlangen
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  1. Launched January 2020
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In Büchenbach-Nord sind zwei große Bauvorhaben geplant:

  1. Die GEWOBAU (Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Erlangen) will in der Bamberger Straße ein großes Grundstück mit einem mehrteiligen Gebäude bis zu 7 Stockwerken bebauen.
  2. Ein Privatinvestor will direkt daneben das Einkaufszentrum (Normagelände) in der Odenwaldallee abreißen und durch ein dreiteiliges Gebäude mit 7 und 5 Stockwerken ersetzen.

Wir sind der Meinung, dass Büchenbach-Nord eine Bebauung dieses Ausmaßes auf einem so engen Raum nicht verträgt. Büchenbach ist bereits der am dichtesten besiedelte Stadtteil Erlangens und sozialer Brennpunkt.

Es ist zu viel, zu hoch und zu eng!

Wir fordern daher:

  • Echte Bürgerbeteiligung im Dialog
  • Weniger Wohneinheiten
  • Bauhöhenbegrenzung auf 3 Stockwerke
  • Erhalt des Kleingewerbes und des Einkaufszentrums
  • Die Planung eines attraktiven Quartierplatzes

Reason

  1. Büchenbach-Nord ist seit langem ein sozialer Brennpunkt. Kein Wunder, denn der Stadtteil ist der am dichtesten besiedelte Stadtteil Erlangens und hat den höchsten Sozialindex, was bedeutet: hoher Anteil an Sozialgeldempfängern (unter 15 Jahre), viele Personen in Bedarfsgemeinschaften (Hartz IV), hoher Anteil der Empfänger von Arbeitslosengeld (SGB III), hoher Anteil von Haushalten mit Alleinerziehenden und viele Familien mit Migrationshintergrund. Und die Prognose sagt für die nächsten zwei Jahre eine weitere Steigerung des Sozialindex und damit eine Verschlechterung voraus!

  2. Der gültige Bebauungsplan sieht eine Bebauung in dem geplanten Maß nicht vor. Und das hat Gründe. Die komplette Nordseite dieser Ost/West-Achse, die die Büchenbacher Anlage darstellt, ist nur 1- bis 2-geschossig bebaut. Man hat hier ein kleines Zentrum geschaffen, das in dem ansonsten sehr dicht besiedelten Gebiet Luft zum Atmen bietet. Mit einem Restaurant und diversem Kleingewerbe ist hier ein Ort entstanden, wo die Menschen sich begegnen und verweilen können. Das funktioniert aber nur, wenn der Ort auch attraktiv bleibt, sowohl architektonisch, als auch bzgl. des Angebotes an Geschäften und Aufenthaltsräumen. Das geplante Gebäude ist optisch langweilig, passt nicht in das Umfeld und ist zu hoch. Und wird es das Kleingewerbe noch geben? Räume für Ballettschule oder das Gesundheitszentum? Attraktiver wird der Ort durch das Bauvorhaben nicht!

  3. Ein weiteres gravierendes Problem sehen wir in dem entstehenden Parkraummangel. Auf der Südseite der Büchenbacher Anlage gibt es 3 große Wohnanlagen, hier wohnen ca. 300 Menschen! Neben den Wohnanlagen gibt es zwei Kirchen, einen Kindergarten, eine Arztpraxis, eine Zahnarztpraxis und eine Apotheke. Menschen besuchen die Gottesdienste und andere kirchliche Veranstaltungen, Eltern bringen ihre Kinder zum Kindergarten, Patienten suchen die Praxen auf und Kunden nutzen die Einkaufsmöglichkeiten. Sie alle benötigen Parkraum, der bereits jetzt in der Odenwaldallee knapp bemessen ist. Für die Bewohner der neuen Wohnanlage „Odenwaldallee“ sind zwar Tiefgaragenparkplätze geplant. Doch was ist mit Parkplätzen für die Kunden des größer geplanten Einkaufszentrums? Auch die neuen Bewohner des GeWoBau-Komplexes und die Besucher der öffentlichen Einrichtungen im dortigen Gebäude benötigen dringend Parkraum. Finden die Leute aber keinen Parkplatz mehr, wird das Stadtteilzentrum nicht mehr aufgesucht, Läden schließen, jede verfügbare Freifläche wird zugeparkt. Attraktiver wird es also nicht.

  4. Städtebauförderungsprogramm "Soziale Stadt" Siehe www.erlangen.de/desktopdefault.aspx/tabid-2013/.

Auf Grund der aktuellen Situation und der prognostizierten Entwicklung (s. Sozialindex) von Büchenbach-Nord hat die Stadt Erlangen 2019 beschlossen, BÜ-Nord in das Programm aufzunehmen.

Eine Koordinierung des Programms mit den zwei geplanten Bauvorhaben findet allerdings nicht statt. Es wäre wichtig, zunächst die Ergebnisse der Analyse, die in dem Programm durchgeführt wird, abzuwarten, bevor der Stadtteil so deutlich verändert wird.

Widersprüche zu den Zielen des Programms sollten vermieden werden, als da wären:

  • Aufwertung von Stadtteilen ABER Die Bauvorhaben berücksichtigen unzureichend die Entwicklungsziele des Stadtteils, Analyse wird nicht abgewartet

  • Schaffung von Freiräumen ABER Verengung der Räume zwischen den Gebäuden bis in Höhen von 5-7 Stockwerken (Straßenschlucht)

  • Gestaltung eines lebendigem Stadtplatzes / Quartierplatzes (für Begegnung, Aufenthalt, Treffpunkt) ABER Ist für die Bevölkerung nicht vorgesehen, nur Dachterrasse für einige Bewohner

  • Sicherung der Nahversorgung und Dienstleistungsangebote (bezahlbare Mieten!) ABER Ob und was es geben wird entscheidet der Investor im Sinne der Profitmaximierung

  • Entwicklung der öffentlichen Grün- und Freiräume ABER Große Freiräume gehen durch das Gewobau-Projekt verloren

  • Förderung der Qualität des Wohnens ABER Statt Grünflächen Parkplätze

Fazit:

In ihrer städtebaulichen Maßstäblichkeit und Baugestaltung steht die geplante Nachverdichtung in krassem Gegensatz zur vorhandenen Bebauung. Der bestehende Charakter eines Stadtteilzentrums wird zerstört, Freiräume werden durch Straßenschluchten ersetzt, der soziale Sprengstoff erhöht. Wir verstehen, dass Wohnraum knapp ist, aber Bauen um des Bauens willen darf nicht die Maxime des Handelns sein!

Die örtlichen Gegebenheiten müssen berücksichtigt werden. Büchenbach-Nord braucht kluge Verbesserungen, keine Verschärfung der Probleme!

Weitere Informationen finden sie hier:

3.2.20: Neuer Planungsstand; 7 Stockwerke für den westlichen Block

Thank you for your support, Engagierte Bürger in BÜ-Nord from Erlangen
Question to the initiator

News

  • Liebe Petitions-Unterstützer,
    das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans beginnt regelmäßig mit dem Aufstellungsbeschluss. Mit ihm bekundet die Gemeinde ihre Absicht, für den Planbereich ein Verfahren der Bebauungsplanung einzuleiten.
    Ein Antrag zum Aufstellungsbeschluß lag am 23.6.20 im Umwelt- Verkehrs- und Planungsauschuss (UVPA) vor und wurde zur Entscheidung an den Stadtrat verwiesen. Dieser hat am 25.6.20 darüber entschieden.

    Der Antrag zum Aufstellungsbeschluss enthielt u.a. folgende Sätze:
    Die Aufstellung erfolgt im beschleunigten Verfahren nach § 13a BauGB. Der Bebauungsplan wird daher ohne Umweltprüfung nach § 2 Abs. 4 BauGB aufgestellt.

    Die CSU hat einen Änderungsantrag gestellt: Streichen dieser zwei Sätze. Der Antrag wurde... further

  • Liebe Unterstützer,
    nachdem in der erneuten Vorlage (siehe Neuigkeiten vom 26.5.20) keine substantiellen Änderungen vorgenommen wurden und auch die Stellungnahmen der Fraktionen im Erlanger Stadtrat zu unserer Petition keine Resonanz fanden, nachdem eine Verträglichkeit des Bauvorhabens nicht nachgewiesen wird und nach wie vor die Bürgerbeteiligung beschnitten werden soll (Durchführung nach §13a BauGB), haben wir erneut einen offenen Brief an den Oberbürgermeister, den Bürgermeister und die Stadträte geschrieben, siehe Anlage.

    Viele Grüße
    Die Initiatoren der OnlinePetition

  • Liebe Unterstützer,
    am 19.5. wurde im UVPA (Umwelt-Verkehrs- und Planungsausschuß) ein Antrag vorgelegt zum Thema Bebauung Norma-Gelände. Sitzungsunterlagen können hier eingesehen werden (19.5.2020 Sitzungsunterlagen öffentlich):
    ratsinfo.erlangen.de/si0046.php?smccont=85&__cselect=65536&__cfid=65536&__canz=12&__cmonat=1&__osidat=d&__ksigrnr=15
    Ab Seite 153 findet man unser Thema, ab Seite 177 den aktuellen Architektenentwurf
    Leider ist festzustellen, dass sich so gut wie gar nichts verändert hat, die Anzahl der Stockwerke ist unverändert 7/5/5
    Über die Anzahl der Stockwerke wurde diskutiert, Herr Liebe wurde aufgefordert, nachzubessern.
    In der nächsten Sitzung am 23.6. soll darüber entschieden werden.

    Hinweis: Nur die Grüne Fraktion... further

Bei der Stellungnahme der Grünern Liste hat man den Eindruck, dass SIE bestimmen wollen, was in Bü-N geschieht. In ihrem Wahlprogramm steht aber "Einwohner*innen zu geplanten Vorhaben befragen und am Entscheidungsprozess beteiligen". Über 1500 Erlanger wollen etwas anderes! Im Wahlprogramm steht ebenfalls "Wir wollen verträgliche Nachverdichtung". Die Verträglichkeit sollte von ISEK geprüft werden; das ist aber gar nicht vorgesehen (laut Antwort von ISEK-Beteiligten auf eine entsprechende Frage bei der Winterwerkstatt).

Hintergrund: Im Vergleich zu Gebäuden, die in die Fläche gehen, verbrauchen Hochhäuser weniger Fläche und es bleibt im Parterre mehr Platz für eine Grünfläche, Parkanlage und Freizeiteinrichtungen . Gegen unnötige Flächenversiegelung in die Breite.

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