• Von: SDS Regensburg
  • An: Hochschulleitung der OTH Regensburg
  • Region: Regensburg mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 532 Unterstützer
     Sammelziel erreicht

Dauerhaftes Verbot der Forschung für Rüstungszwecke an der OTH Regensburg

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Die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehreinrichtungen und der OTH wurde in den letzten Jahren ausgeweitet.Sie verläuft studiengangsübergreifend und reicht von militärischen Forschungsaufträgen bis hin zu Übungen für Auslandseinsätze.

In der letzten Zeit rückte die Süddeutsche Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk in ihrer Rubrik „Der geheime Krieg“ das großräumige Engagement der Bundeswehr und anderer militärischer Akteure (z.B. Pentagon) an deutschen Bildungseinrichtungen in den Fokus.

Dieser Zustand ist jedoch nichts Neues und auch wir in Regensburg sind davon direkt betroffen. An der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) werden diese Verbindungen seit langer Zeit gepflegt.

- Seit 2009: Enge Zusammenarbeit zwischen der OTH und der Eurocopter Deutschland GmbH zur gemeinsamen Forschung in der Hubschraubertechnik. Ausbildungsgegenstand der Seminare zwischen Studierenden und Mitarbeiter*innen war der Hubschrauber EC 145, der von Spezialeinheiten verwendet wird. Regelmäßige Werksführungen ermöglichen „Studenten, die neueste Entwicklung im Bereich Flugzeugtür [zu] bestaunen“ sowie unter anderem „die Montage einzelner Zellen der Militärhubschrauber Tiger und NH907“.

- Im Juni 2010: "In den Laboren der Bundeswehr" im Rahmen der Vorlesung Leichtbau besuchten Studierende des sechsten Semesters das Material- und Werkstoffinstitut der Bundeswehr in Erding.

- Im Mai 2010 veranstaltete die Hochschule zusammen mit Eurocopter ein Seminar über Reparaturverfahren von faserverstärkten Kunststoffen. Teilgenommen haben unter anderem „Fachleute des deutschen Luftfahrtbundesamtes (LBA), der Gendarmerie Nationale aus Frankreich und von Luftfahrtfirmen aus Polen“.

- Seit 2011: Teilnahme an militärischen und zivilen Übungen des Studiengangs International Relations and Management.

- Oktober 2011: Projekt "Common Effort 2011". Ziel: Planung eines "Stabilisierungseinsatzes" am Horn von Afrika. Organisatoren: Studierende aus dem Studiengang International Relations and Management OTH und Deutsch-Niederländischen Korps. Weitere Beteiligte: 400 Soldaten aus 12 Nationen, Vertreter der NATO und Bundespolizei. Wo: Luftwaffenkaserne in Münster

- September 2012: Teilnahme von Studierende des Bachelorstudienganges International Relations and Management an Nato-Übung "Peregrine Sword“ (ausländisches Schwert) Wo: Bad Brückenau und Wildflecken. Zusammenarbeit mit :Deutsch-Niederländischen Korps, NATO-Soldaten, Bundespolizei (insg.5500).

- Mai & Sept 2013: Übung eines Auslandseisatzes: „Intervention and objectives of civil and military actions in humanitarian interventions “ mit der Fachhochschule der Bundeswehrverwaltung in Mannheim.


Wir lehnen jegliche Art der Zusammenarbeit mit Militär- und Rüstungsfirmen ab.

Wir fordern die Leitung des Studiengangs International Relations and Management auf, sich klar zur Friedensforschung zu bekennen.

Was können wir tun?
Wir haben eine Online-Petition zur Zivilklausel gestartet. Dort können all jene unterschreiben, die ein Zeichen für friedliche und zivile Forschung und Lehre und gegen die Militarisierung von regensburger Hochschulen setzen wollen. Die Petition richtet sich nicht nur an Studierende, sondern auch an Professor*innen, Universitätsmitarbeiter*innen sowie alle anderen Menschen, die das Anliegen unterstützen wollen.

Begründung:

Wir fordern die Einführung einer Zivilklausel an den Hochschulen in Regensburg.
Darunter verstehen wir, dass Studien, Lehre und Forschung zur Verwirklichung einer zivilen Gesellschaft,zur Abrüstung sowie zu sozialer Progression und zur Humanisierung der Lebensbedingungen beiträgt. Dies bedeutet, dass wir die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und der Rüstungsindustrie oder Bundeswehr ablehnen. Als Hochschulgruppe sehen wir einen Aufklärungsbedarf bei den Studierenden sowie die Druckausübung an der Hochschulleitung und den betroffenen Fakultäten der OTH und Universität Regensburg.

Vorreiter für eine Zivilklausel ist die Universität Bremen. Die Selbstverpflichtung, Forschung und Lehre für friedliche Zwecke zu verschreiben, besteht dort schon seit 1986. Der Schritt hat mittlerweile zwölf Nachahmer gefunden, darunter die Hochschulen in Bremen und Bremerhaven, die Goethe-Uni Frankfurt (Main), die Technische Universität Berlin sowie die Unis Göttingen und Tübingen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Regensburg, 07.01.2014 (aktiv bis 17.02.2014)


Neuigkeiten

Liebe Unterstützerinnen und liebe Unterstützer, Die Petition „Dauerhaftes Verbot der Forschung für Rüstungszwecke an der OTH Regensburg“ wurde heute erfolgreich, mit insgesamt 532 Unterschriften, beendet. Wir möchten uns bei denjenigen bedanken, ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Die Bundeswehr und andere haben eigene Forschungs- und Bildungseinrichtungen . Generell gilt, das manche Forschungsergebnisse dem dual-use unterliegen und somit sowohl für zivile, als auch militärische Zwecke gebraucht werden können. Gegen dieses richtet ...

PRO: Ich sehe es nicht ein dass zivile öffentliche Bildungsenrichtungen mit der Bundeswehr kooperieren. Die Zivilklausel ist ein wichtiger Schritt zu einer friedlichen emanzipierten Gesellschaft.

CONTRA: Man mus das sichern, was einem lieb und teuer ist. Wenn man angegriffen wird muss man sich schützen. Wenn man Soldaten in den Krieg schickt, dann muss man die bestmöglich schützen und beides ist nur mit militärorientierter Forschung möglich.

CONTRA: Ist es schlimm Uebungen zur zivil-militaerischer Zusammenarbeit durchzufuehren? Das Thema (CIMIC) ist seit Jahren fuer diverste NGOs und Peace Operations extrem wichtig geworden. Sich mit dem Thema auseinanderzusetzen koennte Aufschluss darueber geben ...

>>> Zur Debatte



Petitionsverlauf

Kurzlink