Das Studienkolleg an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg darf nicht den Kürzungen im Wissenschaftsbereich zum Opfer fallen! Seit Monaten kündigt die Landesregierung von Sachsen-Anhalt finanzielle Kürzungen an. Nach Aussagen der Landespolitiker fehlen dem Land durch das Auslaufen von EU- und Solidarpaktförderungen bis 2020 ca. 2 Mrd. €, also ca. 8 statt bisher 10 Mrd. €. Daher soll auch das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft sparen, in dessen Verantwortungsbereich die Finanzierung der Hochschulen liegt. Konkret sollen im Jahr 2014 18 Mio. € gekürzt werden. Von 2015 bis 2019 stehen den Hochschulen jeweils 5 Mio. € pro Jahr weniger zur Verfügung als noch 2014. Ab 2020 stehen weitere Kürzungen in bisher unbekannter Höhe an. Folgen dieser dramatischen Kürzungen sind die drohende Schließung mehrerer Institute an den Universitäten und Hochschulen des Landes. Auch die Zukunft des Studienkollegs an der Universität Halle steht auf dem Spiel. Am Studienkolleg werden junge Menschen aus momentan 50 Ländern der Welt auf ein Studium in Deutschland vorbereitet. Dass sie diese Chance nun aus reinen Spargründen nicht mehr bekommen sollen, macht uns sehr betroffen. Unseres Erachtens sollte sich hier auch der Bund stärker in der Verantwortung sehen. Denn die wissenschaftspropädeutische Ausbildung internationaler StudienbewerberInnen ist eine gesamtdeutsche Aufgabe. Was passiert, wenn einzelne Bundesländer beschließen diese Aufgabe z.B. aus finanziellen Gründen nicht mehr zu übernehmen wird am Beispiel Nordrhein-Westfalen deutlich, wo vor 5 Jahren 1200 (!) Studienkollegsplätze gestrichen wurden. Dass diese Entwicklung zum angestrebten Ausbau der Willkommenskultur an deutschen Hochschulen beiträgt, ist zu bezweifeln. Zusätzlich machen die freigeworden Bafög-Millionen und weitere Förderungen des Bundes nun die Kürzungen der Landesregierung nicht nur unsinnig, sondern auch unnötig. Das Geld ist vorhanden und soll nun auch der Bildung zur Gute kommen. Wir fordern den Wissenschaftsminister Hartmut Möllring sowie die gesamte Landesregierung des Landes Sachsen-Anhalt auf, das Studienkolleg an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu erhalten.

Begründung

Aus vielerlei Gründen können wir die Schließungspläne nicht nachvollziehen.

• Das Studienkolleg gibt talentierten Menschen aus aller Welt die einzige Chance, in Deutschland zu studieren, da ihr Schulabschluss nicht anerkannt wird.

• Die Internationalisierung der deutschen Hochschullandschaft gilt sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene als eines der wichtigsten Ziele der kommenden Jahre. So steht es im Hochschulstrukturplan des Landes Sachsen-Anhalt und so kommuniziert es auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung: „Internationalisierung ist ein zentraler Baustein der institutionellen Profilentwicklung der deutschen Hochschulen […] Sie dient der wissenschaftlichen Zusammenarbeit und dem Dialog der Kulturen.“ (1) Mit der Schließung des Studienkollegs würden diese Pläne durch die Verantwortlichen selbst konterkariert.

• Das Interesse an Studienplätzen am Studienkolleg liegt weit über den Aufnahmekapazitäten. Im WS 14/15 gab es 1200 Interessierte aus mehr als 50 Ländern, die sich zum Aufnahmetest anmeldeten, aber nur ca. 120 neue Kollegiaten können jedes Semester aufgenommen werden.

• Das Studienkolleg Halle bereitet auf klassische Studienrichtungen deutscher Universitäten vor, während das Studienkolleg Köthen sich im Bereich Fachhochschulstudium profiliert hat. Ein Auffangen der Halleschen Kapazität wäre auch schon aus rein logistischen Gründen in Köthen unmöglich.

• Nur durch eine fundierte wissenschaftspropädeutische Vorbereitung wie sie am Studienkolleg umgesetzt wird, wird ein erfolgreiches Studium an deutschen Hochschulen möglich: laut der vom DAAD Auftrag gegeben HIS-Studie ist die Abbrecherquote ohne Studienkollegsausbildung dreimal so hoch wie die mit Studienkollegsausbildung (2)

• Mit den vom Bund frei gewordenen Bafäg-Mitteln und der Verlängerung des Hochschulpaktes werden dem Land wieder ausreichende Mittel zur Verfügung stehen. Daher sind die Kürzungen auch finanziell gesehen unnötig.

(1) Strategie der Wissenschaftsministerien von Bund und Ländern für die Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland (Beschluss der 18. Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz am 12.April 2013 in Berlin), S. 2 (2) Heublein, Ulrich (u.a.). Studienverlauf im Ausländerstudium. Eine Untersuchung an vier ausgewählten Hochschulen. URL: www.daad.de/de/download/zahlen/dok-und-mat_55.pdf [Stand: 02.06.14]

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das Studienkolleg fördert auch Inklusion, denn: - Menschen aus dem Ausland müssen die deutsche Kultur erst länger kennenlernen (schon für die Einbürgerung werden 15 Jahre Erfahrung und Leben in Deutschland verlangt) und sind vor der Einbürgerung oft benachteiligt (z. B. Rassismus in der Silberhöhe und Halle Neustadt) - Sprachbarrieren sind gesetzlich anerkannte Behinderungen, weswegen Ausländer, die kein Deutsch können oder dieses erst erlernen, Anspruch auf Fernsehen in ihrer Muttersprache haben, anders als deutsche Staatsbürger - Köthen wegen baulicher Barrieren der DB oft kaum zugänglich

Contra

Ein Studium ist Privatsache, egal ob für Deutsche oder Ausländer! Für ein Studium sollten bundesweit wieder Studiengebühren gezahlt werden, damit die Universitäten ein hohes Niveau der Lehrveranstaltungen halten können. Wer nach Deutschland zum Studium kommt, hat sich bereits im Vorfeld um das Erlernen der deutschen Sprache zu kümmern. Dem normalen arbeitenden Steuerzahlern sind diese Kosten für das Studium einer gewissen Elite nicht mehr zumutbar! Wenn ich Auto fahren lerne, dann muss ich für die Fahrschule auch Geld zahlen, da es meine Privatangelegenheit ist, und nicht ständig vom Staat daf