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Änderungen an der Petition
on 09 Jan 2026 -
Nach dem Jahreswechsel möchten wir den aktuellen Sachstand zum geplanten Bayer-Campus einordnen. Bayer 04 hat zum Ende des letzten Jahres eine veränderte Planung präsentiert und werbewirksam als deutliches Entgegenkommen deklariert. Eine detaillierte Analyse macht jedoch deutlich, dass es sich hierbei um eine weitgehend kosmetische Anpassung handelt, durch welche die grundlegenden Probleme keineswegs gelöst werden.
1. Veränderte Planung ist weiterhin ein massiver Eingriff in den regionalen Grünzug
Die veränderte Planung stellt nach wie vor einen massiven Eingriff in den regionalen Grünzug dar. Da lediglich zwei Trainingsplätze mit ca. 1 ha entfallen und das Parkhaus ausgelagert wurde, reduziert sich die beanspruchte Fläche nur marginal um etwa 3 ha. Ein gravierendes Problem bleibt die Isolation des geschützten Waldstücks, das nun seine Anbindung an die Umgebung und damit seine ökologische Wirksamtkeit verliert.
In der Konsequenz befinden sich weiterhin ca. 66 % des Campus-Geländes innerhalb des regionalen Grünzugs. Zentrale ökologische Funktionen – insbesondere die Kaltluftentstehung, der Biotopverbund sowie wichtige Funktionen zur Hochwasser- und Klimaanpassung – werden beeinträchtigt oder zerstört, da der verbleibende Grünstreifen lediglich einen engen Korridor bildet.
Damit wird die zentrale politische Forderung, den regionalen Grünzug unberührt zu lassen, nicht im Ansatz erfüllt.
2. Nur die Flächen östlich/südlich „Crop Science“ sind eine verträgliche Alternative in Monheim
Als einzig verträgliche Alternative in Monheim kommen die Flächen östlich und südlich von „Crop Science“ in Betracht.
Der aktuell in der Planung befindliche Standort „Alfred-Nobel-Straße“ wurde sowohl vom Dezernat für Regionalentwicklung als auch von dem von Bayer 04 beauftragten Planungsbüro aufgrund der genannten ökologischen Risiken als eindeutig ungeeignet eingestuft.
Zudem erfüllt diese Grünfläche eine wichtige städteplanerische Funktion, indem sie das Gewerbeindustriegebiet vom Wohngebiet trennt. Da gemäß des Regionalplans Düsseldorf lediglich 3 ha als Gewerbegebiet zulässig sind, fehlt selbst dem bestehenden B-Plan 59M die vollständige regionalplanerische Legitimation.
Hinzu kommt, dass die täglichen Belastungen eines intensiv betriebenen Leistungszentrums die eines Gewerbegebietes mit Bürogebäuden qualitativ und quantitativ deutlich übersteigen, was die mangelnde Eignung des Standortes „Alfred-Nobel-Straße“ untermauert.
Im Gegensatz dazu ist im Bereich östlich/südlich des Pflanzenschutzzentrums „Crop Science“ bereits ein Gewerbeindustriegebiet von ca. 25 ha zulässig, in dem der Campus stadtplanerisch und ökologisch verträglich realisiert werden kann. Eine Zersiedelung oder Zerschneidung des regionalen Grünzuges ließe sich dort vollständig vermeiden.
Gemäß der Forderung des Regionalrats Düsseldorf muss Bayer 04 die bereits rund 70 Alternativflächen erneut prüfen und dabei die kleinere Planungsvariante zugrunde legen.
Insbesondere die bereits bisher als geeignet eingestuften Areale in Leverkusen, Köln und Langenfeld müssen dabei bevorzugt vor dem Standort „Alfred-Nobel-Straße“ in die engere Auswahl genommen werden.
3. Kritische Würdigung der Kommunikation von Bayer 04
Wir betrachten die aktuelle Kommunikationsstrategie von Bayer 04 mit großer Skepsis. Das klare Votum der Bürger gegen den Standort ‚Alfred-Nobel-Straße‘ wird faktisch ignoriert. Stattdessen setzt der Verein auf eine PR-Kampagne, die wesentliche Fakten – wie die negative Standortanalyse des eigenen Planungsbüros – nicht oder nur verkürzt wiedergibt. Die einseitige Darstellung in den sozialen Medien klammert potenzielle Nachteile aus und suggeriert eine ergebnisoffene Bürgerbeteiligung, die in dieser Form nicht stattfindet.
Wir werten dieses Vorgehen als Versuch, mit nicht haltbaren Suggestionen Partikularinteressen über das Gemeinwohl zu stellen.
4. Appell an die Monheimer Politik
Wir danken der neuen Mehrheit im Stadtrat für die bisherige klare Haltung, bekräftigen unsere Unterstützung für den Kurs des Stadtrats und fordern die Verantwortlichen auf:
• Den regionalen Grünzug als unverzichtbaren Bestandteil unserer Stadt konsequent zu schützen.
• Eine Spaltung durch die Missachtung demokratischer Voten zu verhindern.
• Nur solche Lösungen mitzutragen, die ökologisch und städtebaulich nachhaltig sind.
Gefragt sind nun politischer Mut und eine faktenbasierte Beurteilung eines verträglichen Standortes statt PR Kampagnen oder kosmetischer Korrekturen.
Die ökolgische und stadtplanerische Verantwortung liegt in den Händen der Monheimer Politik. Wir erwarten, dass Wahlversprechen und Parteipositionen (s. unser Update v. 13.09.25) konsequent eingehalten werden. Es wäre nicht vermittelbar, eine ökologisch und stadtplanerisch schädliche Planung einer verträglichen Planung südlich/östlich „Crop Science“ vorzuziehen.
Wir bedanken uns bei allen für ihr Engagement für eine zukunftsorientierte und verträgliche Stadtplanung und wünschen ein frohes neues Jahr! -
Am 5. November 2025 hat der neu gewählte Stadtrat Monheims auf Antrag von CDU, SPD, Grünen und FDP das laufende Bauleitverfahren für den geplanten Bayer 04 Campus offiziell aufgehoben. Damit folgt der Stadtrat den vielfach geäußerten Bedenken der Fachbehörden, der Bürgerinnen und Bürger sowie der Position des Regionalrats Düsseldorf.
Wir danken den antragstellenden Fraktionen ausdrücklich für ihr konsequentes Handeln – gerade angesichts des zuletzt enormen medialen Drucks und einer aggressiven Kampagne, die die Debatte emotional aufgeladen und bewusst verzerrt hat. Umso mehr verdient es Anerkennung, dass die gewählten Vertreterinnen und Vertreter zu ihren Argumenten und Wahlversprechen stehen.
- Mangelnde Eignung des Standortes „Alfred-Nobel-Straße“ und zukünftige Perspektive
Mit der Aufhebung ist nun wieder eine faire und ergebnisoffene Bewertung aller möglichen Standorte möglich – ohne Vorfestlegung, ohne politischen Druck. Genau diesen offenen Prozess hatte die vorherige Ratsmehrheit unter Führung der PETO-Partei verhindert, indem sie gemeinsam mit Bayer 04 eine hoch umstrittene Planung auf den Weg brachte – gegen alle fachlichen Einwände und ohne Rücksicht auf ökologische, städtebauliche und gesellschaftliche Auswirkungen.
Unter Würdigung dieser stichhaltigen Bewertungen ist der Standort „Alfred-Nobel-Straße“ für den Bau eines Leistungszentrums eindeutig ungeeignet.
Trotzdem erklären die Verantwortlichen von Bayer 04 Leverkusen im Anschluss an die Entscheidung des Stadtrats: „Die Fläche muss regionalplanerisch genehmigungsfähig sein. Diese Kriterien erfüllt in Monheim allein der ursprünglich angedachte Standort.“
Diese Aussage widerspricht eindeutig dem festgelegten Schutzstatus der Fläche als „regionaler Grünzug“ und „Schutz der Landschaft und landschaftsorientierter Erholung“.
Das Dezernat 32 für Regionalentwicklung der Bezirksregierung Düsseldorf sowie sogar das eigens von Bayer 04 Leverkusen beauftragte Planungsbüro bewerten die Fläche - neben weiteren, ungeeigneten Eigenschaften - explizit aufgrund des regionalen Grünzuges als ungeeignet (vgl. Ausschuss fur Planung des Regionalrates Düsseldorf, 13.03.2025, sowie Monheim.de > Stadtleben & Aktuelles > Mitmach-Portal > Aktuelle Projekte > Bayer-04-Sportcampus > Bayer_04_Sportcampus_Standortanalyse.pdf).
Auch eine propagierte Alternativlosigkeit und konstruierte Dringlichkeit aufgrund einer nur theoretisch vorhandenen Gefahr des Lizenzverlustes ändern an der mangelnden Eignung nichts.
Aus diesen Gründen bekräftigen wir unsere Position, dass der Standort „Alfred-Nobel-Straße“ für jegliche Planungen des Leistungszentrums - unabhängig der Größe - ausscheidet und die Stadt Leverkusen in die Pflicht zu nehmen ist sowie – wie auch vom Regionalrat gefordert - alle bereits analysierten Standorte erneut mit einer verkleinerten Planung zu prüfen sind.
- Fragwürdige Kommunikation von Bayer 04 Leverkusen
Die Art und Weise, wie sich Bayer 04 Leverkusen zuletzt öffentlich positioniert hat, wirft ein bedenkliches Licht auf das Verständnis des Vereins von Demokratie und einem respektvollen Umgang mit politischen Entscheidungsträgern.
Die Strategie, öffentliche Kritik durch medialen Druck zu ersticken, statt den Dialog mit der Gesellschaft zu suchen, steht im Widerspruch zur Verantwortung, die ein solcher Verein für das Gemeinwohl und im Rahmen seiner Vorbildfunktion trägt. Diese Art des Vorgehens reiht sich nahtlos in die fehlende, ehrliche Auseinandersetzung mit Umweltbelangen oder den Interessen der Bürger ein: Trotz vielfach bestätigter mangelnder Eignung des Standortes wurden bedeutungsvolle Umweltaspekte bagatellisiert. Letztlich sei auch an die gescheiterte und vielfach kritisierte Kommunikationsstrategie des Lizenzverlustes zu erinnern.
- Vorbildfunktion des neuen Stadtrates der Stadt Monheim
Umso wichtiger ist das klare Signal des Stadtrats: Es braucht politische Glaubwürdigkeit, demokratische Kultur und die Bereitschaft zur Abwägung. Diese Entscheidung ist ein Schritt zur Versachlichung von Debatten – und zur Wiederherstellung von Vertrauen in die kommunale Politik. Dafür sagen wir Danke.
Gleichzeitig bleibt festzuhalten: Die neue Ratsmehrheit steht vor der Aufgabe, mit den Fehlern und der verbrannten Erde aus der vergangenen Regierungsperiode verantwortungsvoll umzugehen.
Wir setzen auf einen transparenten, umweltbewussten und konsensorientierten Weg für die Zukunft unserer Stadt.
Erhalt einer natürlichen Erholungszone ist wichtiger als Kommerz, zumal Wohngebiete in unmittelbarer Nähe vorhanden sind.
Ruhe hat Vorrang vor sportwirtschaftlichen
Aspekten, die zudem stadtfremd sind.