Petition richtet sich an:
Stadtrat Schwarzenbach an der Saale und Landratsamt Hof, Kreistag Hof
Wir sprechen uns mit Nachdruck gegen das geplante landwirtschaftliche Bauvorhaben in Völkenreuth am Förmitzspeicher aus. In unmittelbarer Nähe (ca. 200 Meter) zur Liegewiese am Seeufer ist folgendes landwirtschaftliches Bauvorhaben geplant:
- eine Biogasanlage,
- drei Folien-Rinderställe mit jeweils 25 x 55 Meter, welche gesamt ca. 300 Großvieheinheiten beherben sollen, dies bedeutet umgerechnet ca. 450 Tiere.
- ein Blockheizkraftwerk
[Quellen/Gedächtnisprotokoll der öffentlichen Stadtratssitzung vom 24.02.2026: Hier wurde ein Lageplan des geplanten Bauvorhabens gezeigt. Aus diesem geht hervor, dass auf der Flurnummer 135 drei Rinderställe (Maße 25 x 55 Meter), eine Biogasanlage und 1 BHKW geplant sind. Es war zu erkennen, dass die Biogasanlage im Westen der Flurnummer geplant ist. Von hier aus sind es ca. 200 Meter bis zur Liegewiese des Förmitzspeichers. Mündlich ergänzt wurde, dass es sich um Folienställe handeln soll. In der öffentlichen Stadtratssitzung vom 24.03.2026 wurde die Menge von ca. 300 GVE (umgerechnet ca. 450 Tiere) für die drei Ställe genannt. Diese Angaben stammen vom Antragsteller.]
Warum wir handeln müssen:
- Natur schützen: Zahlreiche, teils seltene und streng geschützte Vogelarten wie z. B. Kraniche, Silberreiher, Rotmilan, Kiebitz, Feldlerche und viele mehr nutzen die Flächen rund um den See, auch das betroffene Feld, als Rast und Nahrungsfläche - ihre Lebensräume dürfen nicht zerstört werden.
- Naherholung bewahren: Der Förmitzspeicher ist ein zentraler Erholungsort für die Region und wird intensiv, nicht nur von Einheimischen, auch von Touristen für Freizeit und Naturerleben genutzt. Es ist zu befürchten, dass durch das geplante Vorhaben in unmittelbarer Nähe die Naherholung durch Geruch, Lärm, mehr Verkehr und Veränderungen des Landschaftsbildes erheblich beeinträchtigen wird.* Gleichzeitig ist der See bereits jetzt wiederholt im Sommer durch gesundheitsgefährdende Blaualgen belastet, deren Auftreten durch zusätzliche Nährstoffeinträge weiter verstärkt werden könnte.
* Quelle: [Dies leitet sich daraus ab, dass nun ein immissionsrechtliches Verfahren notwendig ist. Dieses Verfahren zeigt, dass wahrscheinlich Immissionen entstehen werden. Dies kann im Frankenpost-Artikel vom 25.03.2026 nachgelesen werden]
- Regionale Gastronomie sichern: Einer der schönsten Biergärten der Region – übrigens eines der wenigen Wirtshäuser mit regionaler Küche im Stadtgebiet Schwarzenbach – liegt in Windrichtung nur 200 Meter entfernt. Fliegen und Gerüche aus den Folienställen würden vermutlich Gäste vertreiben und den Betrieb massiv gefährden. Das wiegt besonders schwer, da in Bayern ohnehin immer mehr Gastronomiebetriebe schließen.
Es besteht in unseren Augen ein deutlicher Konflikt zwischen wirtschaftlicher Nutzung und dem Schutz von Natur und Artenvielfalt, der Naherholung sowie dem Erhalt regionaler Gastronomie und touristischer Angebote, die durch das Vorhaben unverhältnismäßig beeinträchtigt werden.
Unsere Forderungen:
- Schutz des Gebietes um den Förmitzspeicher als Erholungsraum und Lebensraum für geschützte Arten
- Bewahrung der Naherholung für die Bevölkerung
- Sicherung regionaler Gastronomie und touristischer Angebote
=> lehnen Sie das Bauvorhaben ab!
Es ist unsere Region, unsere Natur, unsere Gastronomie – wir wollen sie erhalten!
Begründung
1. Ökologische Bedeutung des Gebietes
Der Bereich rund um den Förmitzspeicher stellt ein ökologisch wertvolles Habitat dar, das eine hohe Bedeutung für zahlreiche Vogelarten besitzt. Die Plattform ornitho.de – das zentrale Erfassungssystem für Vogelbeobachtungen in Deutschland – dokumentiert regelmäßig das Vorkommen auch seltener und geschützter Arten in diesem Bereich.
Besonders hervorzuheben ist das Vorkommen des Kranichs (Grus grus), einer streng geschützten Art nach Bundesnaturschutzgesetz und EU-Vogelschutzrichtlinie. Eigene Beobachtungen belegen, dass auf dem betroffenen Feld mehrfach Kraniche und auch Silberreiher gesichtet wurden, was die konkrete Nutzung des Gebietes als Rast- und Nahrungsfläche bestätigt. Weiterhin kommen viele andere seltene Vogelarten (u.a. Rotmilan, Kiebitz, Feldlerche) in diesem Gebiet vor, die sehr empfindlich auf Störungen reagieren, z. B. auf den Lärm des BHKW der Biogasanlage.
Somit dient der Förmitzspeicher mit seinen angrenzenden Flächen als Lebensraum für einheimische und durchziehende Vogelarten und erfüllt damit eine wichtige Funktion im regionalen Biotopverbund.
2. Hohe Bedeutung für die Naherholung
Der Förmitzspeicher ist ein bedeutender Erholungsraum für die Bevölkerung der Region. Er wird intensiv für Freizeitaktivitäten (Spazieren, Walken, Joggen, Radfahren, Surfen, Segeln, Schwimmen, Angeln etc.) genutzt und ist zugleich als EU-Badegewässer ausgewiesen (siehe: Badegewässer Förmitztalsperre - Landkreis Hof). Auch das Bayerische Landesamt für Umwelt betont die zentrale Rolle von Seen und Talsperren für die Naherholung, Lebensqualität und das Naturerleben.
Darüber hinaus nutzt die Stadt Schwarzenbach an der Saale den Förmitzspeicher aktiv zur Außendarstellung und bewirbt ihn als wichtigen Standortfaktor für Lebensqualität, Freizeit und Tourismus.
Der geplante Standort liegt nur knapp 200 Meter von der Liegewiese und dem Seeufer entfernt, die von zahlreichen Menschen aus der Region zur Erholung genutzt wird.
Mit diesem Vorhaben sind erhebliche und dauerhafte Beeinträchtigungen zu befürchten:
- Geruchsbelastungen & Lärmemissionen
- deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen auf engen Straßen, die nicht dafür ausgelegt sind
- nachhaltige Veränderung des Landschaftsbildes
- Weiterer Nährstoffeinträge in den See und damit Verstärkung des Blaualgenproblems
Der Förmitzspeicher ist in den letzten Jahren mehrfach wegen gehäuften Auftretens von Blaualgen (Cyanobakterien) als Badebereich mit Warnhinweisen ausgewiesen worden: So hat das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Hof zuletzt am 15. August 2025 eine Badewarnung ausgesprochen. Auch in den Jahren vorher gab es im Sommer solche Warnungen.
Blaualgen‑Blüten entstehen typischerweise durch erhöhte Nährstoff‑ und Stickstoffkonzentrationen in stehenden Gewässern, begünstigt durch sommerliche Wärme und Windstille. Diese Mikroorganismen können gesundheitsschädliche Gifte produzieren und stellen damit ein Risiko für Badegäste und die ökologische Gesundheit des Gewässers dar. Eine weitere zusätzliche Belastung des Sees durch Stickstoff‑ und Nährstoffeinträge aus einer massiven Rinderhaltung in knappen Abstand zur Wassergrenze kann eine weitere Zunahme von Blaualgen‑Vorkommen begünstigen. Laut Angaben des LBV weisen viele landwirtschaftliche Flächen rund um den See bereits jetzt hohe Belastungen auf.
3. Gefährdung regionaler Gastronomie und touristischer Infrastruktur
In unmittelbarer Nähe – ebenfalls nur etwa 200 Meter entfernt und in vorherrschender Windrichtung – befindet sich einer der schönsten und bekanntesten Biergärten im Gebiet der Stadt Schwarzenbach an der Saale.
Dieses Wirtshaus ist:
- eines der wenigen mit regionaler Küche in der Umgebung
- weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und geschätzt
- ein wichtiger Bestandteil der touristischen und kulturellen Identität der Region
Gerade in den Sommermonaten lebt der Betrieb maßgeblich von seinem stark frequentierten Biergarten. Die Situation ist umso prekärer, da Bayern ohnehin einen anhaltenden Rückgang von Gastronomiebetrieben verzeichnet – besonders kleinere, regionale Wirtshäuser sind zunehmend von Schließung bedroht, was das kulturelle und touristische Leben der Regionen erheblich schwächt.
Durch die geplante Haltung von insgesamt rund 450 Rindern in unmittelbarer Nähe ist jedoch mit einer erheblichen Zunahme von Fliegenaufkommen zu rechnen. In Verbindung mit der vorherrschenden Windrichtung besteht die konkrete Gefahr, dass sich diese Belastung direkt auf den Biergarten auswirkt.
Die zu erwartenden Folgen sind:
- erhebliche Beeinträchtigung der Aufenthaltsqualität für Gäste
- Rückgang der Besucherzahlen
- Existenzgefährdung für einen etablierten Gastronomiebetrieb
Damit ist nicht nur ein einzelner Betrieb betroffen, sondern ein wichtiger Bestandteil regionaler Identität, Wertschöpfung und touristischer Attraktivität.
Ich bin in Völkenreuth geboren. Natur -Flora und Fauna- müssen erhalten bleiben. Ein besonderes Fleckchen Erde muss beschützt werden.
Wieviel Natur gibt es denn noch, wo man qualitativ hochwertig wohnen und sich aber auch als Fremder erholen kann.
Es gibt so viele negative Beispiele - auch in unserer Gegend! Zum Beispiel der "Kornberg" bis vor gar nicht all zu langer Zeit ein wirkliches Kleinod mit seltener Tier- und Pflanzenwelt. Meine Mutter wohnte mit Geschwistern und Eltern sehr sehr lange dort oben. Oma und Opa arbeiteten dort als Waldarbeiter. Man bewohnte ein kleines Haus hinter der "Vorsuchhütte". Und es war herrlich, wenn wir unsere Großeltern in den Ferien und zu Festlichkeiten dort besuchen durften. Was solche Groß-Projekte (wie geplant) anrichten, weiß man zur Genüge!
Darum! Lasst uns zusammenhalten und uns dagegen wehren.