Am 8. Mai hat der Provinzialminister und die Provinzleitung der Deutschen Franziskanerprovinz in München den Beschluss gefasst, dass das Franziskanerkloster in Hermeskeil in der 2. Jahreshälfte 2016 geschlossen werden soll. Dies hat nicht nur die ganze Franziskanergemeinde Hermeskeil, sondern auch weit über die Region hinaus viele Menschen erschrocken, enttäuscht und tief bewegt. Wir möchten unser Unverständnis und unsere tiefe Trauer hierüber zum Ausdruck bringen und erreichen, dass der Auflösungsbeschluss zurückgenommen oder ausgesetzt wird.

Hierzu ein Artikel des Trierischen Volksfreundes www.volksfreund.de/nachrichten/region/hochwald/aktuell/Heute-in-der-Hochwald-Zeitung-Franziskaner-verlassen-Hermeskeil;art804,4211809

Artikel TV vom Juli 2015 Resolution Stadtrat www.volksfreund.de/nachrichten/region/hochwald/aktuell/Heute-in-der-Hochwald-Zeitung-Hermeskeiler-kaempfen-um-ihr-Kloster;art804,4263597

Begründung

Das „Klösterchen“ ist seit vielen Jahren in unserer Region für unzählige Menschen aus der unmittelbaren, aber auch der weiteren Umgebung, zu einem religiösen und geistlichen Zentrum geworden. Sehr viele haben hier z.T. seit Jahrzehnten eine geistliche Heimat gefunden, die sie so in ihren Pfarreien nicht gefunden haben. Angesichts der Entwicklungen in der Kirche (immer weniger Seelsorger vor Ort, immer größere Seelsorgeräume) werden sie so etwas auch in Zukunft kaum mehr finden können. Das Klösterchen ist gerade in diesen Zeiten des Umbruchs zu einer verlässlichen und wichtigen Größe geworden. Die festen, täglichen und regelmäßigen Gottesdienstzeiten lassen viele Menschen, vor allem an den Sonn- und Feiertagen, aber auch in der Woche hierher kommen und im Alltag einen Ort der Ruhe und Stille finden. Er gibt Kraft in schweren Zeiten, im Alltag, aber auch an Festen kann man die Gottesfreude spüren. Viele haben hier über die Jahre – gerade auch in schwierigen Lebenssituationen – Halt und Orientierung, Begleitung und die Möglichkeit des Sich-Zurückziehens gefunden. Mit der Auflösung des Klosters ginge dieser bedeutungsvolle Ort und die damit verbundenen Möglichkeiten verloren. Gerade in den Abendmessen der Sonn- und Feiertage findet sich – im Vergleich zu den umliegenden Pfarreien – eine große Zahl von Frauen, Männern, Kindern, von Familien quer durch alle Altersgruppen ein, um miteinander Gottesdienst zu feiern. Die Abendmessen an Sonn- und Feiertagen sind für viele zu einem Sonntagabend-Ritual geworden, gerade auch für Familien. Es gibt im weiten Umkreis sonst keine Gelegenheit, eine Abendmesse an Sonn- und Feiertagen zu besuchen. Dieses ist für die Berufstätigen sehr wichtig, da immer mehr Menschen auch am Wochenende arbeiten müssen und ihnen mit der Messe am Sonntagabend noch ein Gottesdienstbesuch ermöglicht wird. Mit der Schließung des Klosters würden all diese gern gesuchten und gut besuchten Angebote wegfallen. Die Gottesdienste leben u.a. von der musikalischen Gestaltung durch das Klosterensemble, das sich vor über 30 Jahren hier gebildet hat. Die Sängerinnen und Sänger, die Musikerinnen und Musiker kommen ehrenamtlich und mit großer Selbstverständlichkeit hierher, weil ihnen an diesen Gottesdiensten und ihrer Mitgestaltung sehr viel liegt. Auch über den Rahmen der Gottesdienste hinaus hat sich über viele Jahre eine lebendige Gemeinde gebildet, in der viele eine Heimat gefunden haben, die manche auch als Familie erleben. Das Klösterchen, die Gottesdienste, die Gemeinde hier sind für viele ein Ort des Auftankens geworden, an dem Menschen in der Vielfalt und den Ansprüchen ihres Lebens Geborgenheit und Kraft finden. Oft fühlen sich Menschen hier aufgefangen, erleben Kirche im Kloster im positiven Sinne anders als in ihren Pfarreien. Dazu nehmen sie ganz selbstverständlich bis zu 40 km Anfahrt auf sich. Aber auch darüber hinaus hat das Kloster Anziehungskraft: An Festen kommen Menschen aus einem Umkreis von Saarbrücken bis Koblenz hierher. In jahrelangem, gewachsenem Vertrauen besteht hier die Möglichkeit von Gesprächen, von Bibelkreis und spiritueller Bildung. Hier finden Menschen Ansprechpartner, Hilfe bei Glaubensfragen, Glaubensweitergabe und Orientierung aus dem Glauben heraus (hier stimmen Predigt und Handeln überein). Die Mitglieder können so ihren Glauben vertiefen. Seit Jahren hat sich eine Gruppe gebildet, die Menschen durch Aktionen z.B. Spendenlauf von Schülern des Gymnasiums in Afrika unterstützt. Sowohl den Helfern als auch den Menschen in Not wird eine spirituelle und finanzielle Hilfe durch die Schließung des Klösterchens genommen. Die franziskanische Lebensart im Kloster, die Schlichtheit der Kirche kann die Pfarrei vor Ort mit ihren vielfältigen Aufgaben nicht bieten. Viele finden hier ein Alternativleben von Kirche, die den Menschen gut tut und die heute dringender gebraucht und gesucht wird als vor Jahrzehnten – gerade auch von Jüngeren, die hier wirklich vielfach zu sehen sind, die aber sonst eher weniger nach Glauben und Leben aus dem Glauben fragen. Denn hier wir noch wirklich Glaube authentisch praktiziert und vorgelebt. Das fasziniert die Menschen, Alt und Jung gleichermaßen und das bleibt eben nicht ohne Wirkung. Vor dieser entstehenden Leere und riesigen seelsorgerischen Lücke im Hochwald, bleibt noch zu erwähnen, dass ab Herbst 750 Flüchtlinge in Hermeskeil in der ehemaligen Kaserne untergebracht werden, somit die größte Aufnahmestelle in Rheinland Pfalz. Vor allem unter diesen Menschen gibt es sicher viele Bedürftige mit christlichen Wurzeln, die dringend seelsorgerische Unterstützung benötigen. Was liegt näher, als Zuflucht in Klostermauern zu suchen? Vor diesem Hintergrund sprechen wir uns gegen die Schließung „unseres“ Klosters aus!

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Neuigkeiten

  • Hallo liebe Unterstützer dieser Petition
    Nachdem ich vor einigen Tagen noch einmal in München bei Provinzialminister C. Bohl unser Anliegen und unsere Petition in Erinnerung gebracht habe, erhielt ich wenige Tage später endlich ein Antwortschreiben. Leider entspricht es nicht unseren Wünschen und Hoffnungen. Wie auch vielen anderen hat er mir geantwortet, dass die Entscheidung das Klösterchen zu schließen, nicht zurückgenommen wird.
    Der Brief des Provinzialministers ist unter der Rubrik "Neuigkeiten" nachzulesen.

  • ... Natürlich haben Sie Recht, ich hätte mich längst einmal bei Ihnen melden sollen, nachdem Sie mir schon Ende August ausführlich geschrieben und die Online-Petition haben zukommen lassen. Ich bin nach der Bekanntgabe unsere Entscheidung, das Kloster in Hermeskeil zu schließen, so mit Briefen, Mails, Telefonaten und Unterschriftenlisten überschüttet worden, dass ich nicht mehr auf alles reagieren konnte. Das ist keine Entschuldigung und das ist auch nicht in Ordnung, aber es ist so.

    Was soll ich Ihnen antworten? Wollen wir als Provinzleitung Menschen den „Boden unter den Füßen wegziehen“, lebendige Gottesdienste zerstören, den „Spirit“ von Hermeskeil löschen, positive Kirchenerfahrungen verhindern, Menschen eine wichtige spirituelle Kraftquelle wegnehmen, engagierte Menschen vor den Kopf stoßen? Sicherlich nicht. Und doch tun wir das wohl mit unserer Entscheidung, wie Sie und viele andere Menschen uns rückmelden. Ich erlebe es momentan wirklich als tragisch, wie in unserer Kirche, in den Gemeinden vor Ort, in den Ordensgemeinschaften und auch bei uns Franziskanern vieles zusammenbricht. Jede Entscheidung ist anfragbar. Aber an der Gesamtsituation ändert das nichts: Wir haben noch 37 Gemeinschaften in Deutschland. Zwei Drittel der Brüder sind über 70 Jahre alt. In diesem Jahr sind bisher 16 Brüder gestorben, wie haben einen einzigen Novizen. Ich schreibe Ihnen aus Dorsten, wo ich augenblicklich zum Besuch bei den Brüdern bin – das Durchschnittsalter beträgt hier ca. 80 Jahre. Der rasante Umbruchprozess, in dem wir uns befinden, wird noch viel verändern. An diesen Erfahrungen leiden nicht nur Sie, sondern auch wir.

    Ich weiß, diese grundsätzlichen Überlegungen ändern nichts an Ihrem Ärger und Ihrer Enttäuschung. Und ich verstehe diese Enttäuschung. Aber ich denke, die Grundfrage ist heute nicht: Wie kann dieses oder jenes Kloster noch gehalten werden? Wie kann diese oder jene Pfarrgemeinde noch selbständig bleiben? Für mich ist die Frage: Wie können wir als Kirche heute so Evangelium leben, dass der Glaube weiterlebt und Menschen erreicht? Sie hatten in Ihrer ersten Mail die Flüchtlingsfrage erwähnt, die sich inzwischen ja noch dramatisch verschärft hat. Wie Sie, frage auch ich mich: Was erleben Menschen, die nach Deutschland kommen, hier von Kirche und christlichem Glauben? Wie sieht in Zukunft lebendiges Christentum aus, wenn viele der bisherigen Strukturen nicht mehr da sind?

    Die Entscheidung, unser Kloster in Hermeskeil zu schließen, ist gefallen. Es bleibt die Frage, was aus dem Gebäude wird. Kann dort in christlichem Geist etwas Neues entstehen? Wenn etwas aufhört, kann ja Neues beginnen. Wir denken darüber nach. Hätten Sie vielleicht eine Idee? Ich denke, wir sollten in diesem Sinn nach vorne schauen, statt nach hinten.

    Ich danke Ihnen nochmals für Ihr Engagement und ihre ehrliche Rückmeldung und bitte um Entschuldigung für meine bisher ausgebliebene Antwort.

    Alles Gute Ihnen und einen herzlichen Gruß – P. Cornelius Bohl ofm

  • Leider gab es auch nach 2 Monaten noch immer keine Rückmeldung aus der Franziskanerprovinz in München. Eine neuerliche Email Anfrage mit der Bitte um Rückantwort wurde gestellt.

Pro

Die Schließung des Franziskanerklosters ist wohl am " grünen Tisch" entschieden worden. Wer den Geist, die Spiritualtät, den Besuch der Gottesdienste, insbesondere die Teilnahme der Jugend an den Sonntagsgottesdiensten um 19:00 Uhr kennt, Auch nach der Vollsanierung der Gebäude, die Möglichkeit für Exerzitien, Einkehrtage und kulturelle Veranstaltungen "LANDVOLKHOCHSCHULE". Bestes Beispiel ist Kloster Himmerod. Finger weg von einer Schließung

Contra

Noch kein CONTRA Argument.