Region: Münster
Education

Gegen eine Umbenennung der WWU - für einen kritischen Umgang mit Geschichte

Petition is directed to
Senat der WWU
1.993 Supporters
20% achieved 10.000 for collection target
  1. Launched May 2020
  2. Time remaining >4 Months
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Am 27.05. hat der Senat der Westfälischen Wilhelms-Universität ein grobes Maßnahmenpaket beschlossen, welches eine kritische Auseinandersetzung mit dem Namensgeber unserer Universität, Kaiser Wilhelm II., im universitären Alltag befördern soll. Eine Auseinandersetzung mit Geschichte und der Person Wilhelms II. stellt sicherlich einen angemessenen Umgang dar und sollte auch ausdrücklich so gehandhabt werden.

Am Ende eines solchen Prozesses steht aber nicht zuletzt erneut eine vom AStA der WWU vorangetriebene Forderung im Mittelpunkt des Geschehens: Unsere Universität soll umbenannt werden.

Wir finden, dass gerade dies der falsche Weg ist und haben uns dazu entschlossen, diese Petition unmittelbar an den Senat der WWU zu richten und zu verdeutlichen, dass viele eine Umbenennung nicht befürworten.

Reason

  1. Aus unserer Sicht darf man nicht die Vergangenheit verdrängen, sondern muss verantwortungsvoll damit umgehen. Wir begrüßen die Maßnahmen (Öffentliche Diskussionsreihe, Infobroschüre, Ausstellung, Infotafel am Schloss). Deutschland ist in der Welt bekannt und wird für sein kollektives historisches Bewusstsein beneidet. Wir stehen für eine bewusste und umfassende Auseinandersetzung mit unserer Geschichte. Diese darf nicht verdrängt werden, sondern muss immer wieder kritisch beleuchtet werden, um unser historisches Bewusstsein zu erweitern.

  2. Eine Umbenennung ist immer mit immensen Kosten verbunden. Die Umbenennung des "Studentenwerkes" in Berlin in "Studierendenwerk" hat 800.000€ gekostet. Eine Uni umzubenennen könnte geschätzt eine Million Euro kosten. Im Anbetracht des Zustandes und Ausstattung von einigen Hörsälen ist das nicht hinzunehmen.

  3. Von Seiten der Umbennenungs-Befürworter wird häufig das Argument herangezogen, die Universität ehre mit ihrem Namen einen Antisemiten und Rassisten. Dass die genannten Bezeichnungen durchaus auf Wilhelm II. zutreffen, wissen viele nicht. Aus diesem Grund ist eine kritische Auseinandersetzung durch verschiedene Maßnahmen wünschenswert. Jedoch verkennt diese Argumentation massiv, dass ein Name keine Ehrung oder Ähnliches darstellt. Wilhelm II. hob die WWU 1902 erneut in den Stand einer Universität. Der Name ist nicht wie ein Denkmal eine Ehrung, sondern eine Bezeichnung, die nicht kontextlos existiert.

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Question to the initiator

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News

Denkmäler für Kaiser Wilhelm II. stehen unter anderem in Jerusalem und Haifa, und da will jetzt eine Arbeitsgruppe an der WWU besser wissen, ob er Antisemit war? Der Kaiser hat viel Widersprüchliches gesagt, auch über Juden, er hat aber nie danach gehandelt. Auf der Habenseite dieses Monarchen stehen die Einführung der Sozialversicherung als erste Nation weltweit, die Beendigung des Kulturkampfes und die Wiederzulassung der Sozialdemokratie. Wilhelm II. war keine Lichtgestalt, aber er gehört zu unserer Geschichte und auch seine bloße Verteufelung würde ihm nicht gerecht werden.

Die Umbenennung der Uni Greifswald hat weniger gekostet als die aktuelle Aufklärungskampagne zu Wilhelm II. für nur zwei Jahre veranschlagt. Dauerhafte Aufklärungsarbeit bei Beibehaltung des Namens würde auch nicht gerade umsonst sein. Sicher ist die Uni Münster größer als die in Greifswald, trotzdem scheint mir das Kostenargument fehlgeleitet und die kolportierte „Schätzung“ weit über den tatsächlichen Kosten des „ausschleichens“ eines Uni-Namens zu liegen.

Why people sign

  • on 12 Dec 2020

    Gegen überhebliche Neuinterpretationen der Historie in Deutschland und anderswo.

  • Not public Freiburg

    on 06 Dec 2020

    Die Fragmente der Geschichte dürfen nicht ausradiert werden

  • on 29 Oct 2020

    Es ist ein Teil unserer Geschichte und sollte im Gedächtnis bleiben

  • Not public Dorsten

    on 12 Oct 2020

    Geschichte nicht vergessen, aus ihr lernen!

  • on 14 Sep 2020

    Weil die Linken geschichtspolitisch dumm sind...

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