Environment

Kein großflächiger Holzeinschlag im Frohnauer Wald - Berlins Wälder konsequent schützen

Petition is directed to
Vorsitzende der SPD Berlin Franziska Giffey, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Regine Günther, Leiter der Landesforstverwaltung Berlin Gunnar Heyne
408 Supporters 190 in Berlin Reinickendorf
9% from 2.200 for quorum
  1. Launched 02/11/2021
  2. Time remaining > 5 months
  3. Submission
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Die Berliner Forsten verfolgen einen besorgniserregenden Plan. Noch für diese Saison planen die Verantwortlichen großflächigen Holzeinschlag im Frohnauer Wald im Nordwesten Berlins. Wir befürchten eine langfristige Zerstörung unseres Waldes und stellen uns diesem Vorhaben in den Weg.

Wir fordern: Lassen Sie ihre Abholzungs-Pläne fallen und setzen Sie in Berlin eine naturnahe Waldbewirtschaftung um!

Reason

Der Frohnauer Wald befindet sich im äußersten Nordwesten Berlins. Er ist von herausragendem Wert für die Großstadt - sei es als Erholungsraum für die Bewohner der Region, als Kaltluftreservoir im Randgebiet der Metropole oder als Rückzugsort für zahlreiche Tiere und Pflanzen. 

Er stellt dabei ein reiches und vielfältiges Mosaik aus Laub- und Mischwald, Feuchtgebieten und geschichtsträchtigen Sukzessionsflächen mit aufgegebenen Waldstraßen und ehemaligem Grenzstreifen dar. Grasfrösche, Schwarzspechte, Kolkraben und Rote Waldameisen finden hier ein Zuhause. Die Frohnauer lieben ihren Wald - und das aus gutem Grund.

Umso größer ist das Unverständnis, das uns im Hinblick auf die akuten Pläne befällt, großangelegte Fällungen im Frohnauer Wald durchzuführen - und umso entschlossener lehnen wir diese ab. Das Vorhaben, mit schweren Maschinen unserem Wald riesige Mengen Holz zu entnehmen, zeigt in unseren Augen, wie wenig die Landesforstverwaltung die Vielschichtigkeit des Wertes unseres Waldes verstanden hat.

Die Landesforstverwaltung beabsichtigt, auf einer Fläche von rund 28 ha Kiefern, Eichen, Buchen, Birken und Pappeln zu fällen und kaschiert die wirtschaftlichen Interessen mit dem Verweis auf die vermeintliche Notwendigkeit zur Auflichtung unseres Waldes. 

Die drei Dürresommer zwischen 2018 und 2020 richteten an den Kronen der größeren Bäume schwere Schäden an und hinterließen ein stark geöffnetes Kronendach. Es waren damals die großen Bäume, die den Aufwuchs vor der Sonne schützten und verhinderten, dass er in noch größerem Maßstab vertrocknete. Das nun beabsichtigte Anlegen von breiten Fahrspuren für die Forstmaschinen (sog. Harvestern und Forwardern) und die Entnahme mehrerer hundert Bäume würde unseren Wald weiter schädigen.

Zusätzlich zu den Auswirkungen, die das Fehlen der Bäume selbst nach sich ziehen würde, verdichten die schweren Fäll- und Transportmaschinen durch ihre Last den Boden so, dass seine Fähigkeit zur Aufnahme von Wasser gestört wird. Um Harvester und Forwarder ökonomisch einsetzen zu können braucht es ein System aus regelmäßig angelegten Rückegassen. Diese werden frei von Bäumen gehalten und verringern somit auch die Waldfläche auf denen Bäume stehen können. Bei starken Sommerstürmen können solche Schneisen auch das Sturmwurfrisiko erhöhen. 

Der Berliner Waldzustandsbericht 2020 spricht eine klare Sprache: „Noch nie gab es so wenige gesunde Bäume.“ Lediglich 7 % der Bäume weisen keine Schäden auf, über ein Drittel sind sogar schwer geschädigt.[1]

Wir wenden uns deshalb an die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie an das Landesforstamt und fordern 

1.    die Aussetzung der geplanten großangelegten Fällungen im Frohnauer Wald und ein einstweiliges Einschlagmoratorium nicht nur für Frohnau, sondern für alle von den Berliner Forsten bewirtschafteten Wälder. 

2.    in Frohnau und Berlin auf den Einsatz von schweren Großmaschinen wie Harvestern, der mit einer irreversiblen Bodenverdichtung und ausgiebigen Kollateralschäden bei den nicht genutzten Bäumen einhergeht, zu verzichten. 

3.    in Frohnau und Berlin weniger Holz zu ernten als nachwächst.

4.    den Erhalt alter Bäume! Sie sind die Zukunft des Waldes und Lebensstätte für seltene und geschützte Arten.

5.    in Frohnau und Berlin eine auf Qualität statt auf Quantität ausgerichtete Holzernte, die auf Einzelstamm-Entnahme setzt.

6.    in Frohnau und Berlin die Anwendung des ökologischen und ökonomischen Prinzips der Eingriffsminimierung und der Nutzung natürlicher (Klima-)Adaptationsfähigkeit statt eingriffsintensivem „Waldumbau“.

7.    die Erarbeitung einer neuen Waldstrategie für Berlin, die dem Klimawandel und den neuen forstwissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung trägt.[2]

8.    die  Forstverwaltung technisch, personell  und finanziell angemessen auszustatten. Die Revierförstereien dürfen bei der Waldbewirtschaftung nicht de facto zur kostengünstigsten Lösung verpflichtet werden.

Die von uns geforderte Forstpolitik wird längst in anderen deutschen Stadtwäldern praktiziert und hat sich dort bewährt. Dazu gehören etwa der Stadtwald in Lübeck und Göttingen sowie der Kirchwald in Passau.

[1] https://www.berlin.de/forsten/_assets/waldschutz/waldzustandsberichte/waldzustandsbericht_2020.pdf

[2] https://mluk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/3_IbischBlumröder_Waldentwicklung%20und%20Ökosystemleistungen.pdf

Thank you for your support, Zarah Baur from Berlin
Question to the initiator

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Why people sign

8 days ago

Ich bin regelmäßiger Nutzer des Waldes und gegen die geplanten Rodungen.

9 days ago

Gesunde Wälder liefern einen immensen Beitrag zum Stadtklima und letztlich für die Gesundheit der Bewohner. Ein gesunder Wald setzt sich aus Bäumen/Organismen verschiedenster Art und und verschiedenen Alters zusammen und sollte in dieser Hinsicht nicht verändert werden.

on 18 Nov 2021

Weil Wald für alle wichtig und wertvoll ist und keine überzeugende Begründung für die Notwendigkeit des Einschlags erkennbar ist.

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