Environment

Kein großflächiger Holzeinschlag im Frohnauer Wald - Berlins Wälder konsequent schützen

Petition is directed to
Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz Bettina Jarasch, Leiter der Landesforstverwaltung Berlin Gunnar Heyne
1,852 Supporters 925 in Berlin Reinickendorf
42% from 2,200 for quorum
  1. Launched November 2021
  2. Time remaining 4 weeks
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision

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Mailing-Link: Jetzt der Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz schreiben!

Die Berliner Forsten verfolgen einen besorgniserregenden Plan. Noch für diese Saison planen die Verantwortlichen großflächigen Holzeinschlag im Frohnauer Wald im Nordwesten Berlins. Wir befürchten eine langfristige Zerstörung unseres Waldes und stellen uns diesem Vorhaben in den Weg.

Wir fordern: Lassen Sie ihre Abholzungs-Pläne fallen und setzen Sie in Berlin eine naturnahe Waldbewirtschaftung um!

Reason

Der Frohnauer Wald befindet sich im äußersten Nordwesten Berlins. Er ist von herausragendem Wert für die Großstadt - sei es als Erholungsraum für die Bewohner der Region, als Kaltluftreservoir im Randgebiet der Metropole oder als Rückzugsort für zahlreiche Tiere und Pflanzen. 

Er stellt dabei ein reiches und vielfältiges Mosaik aus Laub- und Mischwald, Feuchtgebieten und geschichtsträchtigen Sukzessionsflächen mit aufgegebenen Waldstraßen und ehemaligem Grenzstreifen dar. Grasfrösche, Schwarzspechte, Kolkraben und Rote Waldameisen finden hier ein Zuhause. Die Frohnauer lieben ihren Wald - und das aus gutem Grund.

Umso größer ist das Unverständnis, das uns im Hinblick auf die akuten Pläne befällt, großangelegte Fällungen im Frohnauer Wald durchzuführen - und umso entschlossener lehnen wir diese ab. Das Vorhaben, mit schweren Maschinen unserem Wald riesige Mengen Holz zu entnehmen, zeigt in unseren Augen, wie wenig die Landesforstverwaltung die Vielschichtigkeit des Wertes unseres Waldes verstanden hat.

Die Landesforstverwaltung beabsichtigt, auf einer Fläche von rund 28 ha Kiefern, Eichen, Buchen, Birken und Pappeln zu fällen und kaschiert die wirtschaftlichen Interessen mit dem Verweis auf die vermeintliche Notwendigkeit zur Auflichtung unseres Waldes. 

Die drei Dürresommer zwischen 2018 und 2020 richteten an den Kronen der größeren Bäume schwere Schäden an und hinterließen ein stark geöffnetes Kronendach. Es waren damals die großen Bäume, die den Aufwuchs vor der Sonne schützten und verhinderten, dass er in noch größerem Maßstab vertrocknete. Das nun beabsichtigte Anlegen von breiten Fahrspuren für die Forstmaschinen (sog. Harvestern und Forwardern) und die Entnahme mehrerer hundert Bäume würde unseren Wald weiter schädigen.

Zusätzlich zu den Auswirkungen, die das Fehlen der Bäume selbst nach sich ziehen würde, verdichten die schweren Fäll- und Transportmaschinen durch ihre Last den Boden so, dass seine Fähigkeit zur Aufnahme von Wasser gestört wird. Um Harvester und Forwarder ökonomisch einsetzen zu können braucht es ein System aus regelmäßig angelegten Rückegassen. Diese werden frei von Bäumen gehalten und verringern somit auch die Waldfläche auf denen Bäume stehen können. Bei starken Sommerstürmen können solche Schneisen auch das Sturmwurfrisiko erhöhen. 

Der Berliner Waldzustandsbericht 2020 spricht eine klare Sprache: „Noch nie gab es so wenige gesunde Bäume.“ Lediglich 7 % der Bäume weisen keine Schäden auf, über ein Drittel sind sogar schwer geschädigt.[1]

Wir wenden uns deshalb an die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie an das Landesforstamt und fordern 

1.    die Aussetzung der geplanten großangelegten Fällungen im Frohnauer Wald und ein einstweiliges Einschlagmoratorium nicht nur für Frohnau, sondern für alle von den Berliner Forsten bewirtschafteten Wälder. 

2.    in Frohnau und Berlin auf den Einsatz von schweren Großmaschinen wie Harvestern, der mit einer irreversiblen Bodenverdichtung und ausgiebigen Kollateralschäden bei den nicht genutzten Bäumen einhergeht, zu verzichten. 

3.    in Frohnau und Berlin weniger Holz zu ernten als nachwächst.

4.    den Erhalt alter Bäume! Sie sind die Zukunft des Waldes und Lebensstätte für seltene und geschützte Arten.

5.    in Frohnau und Berlin eine auf Qualität statt auf Quantität ausgerichtete Holzernte, die auf Einzelstamm-Entnahme setzt.

6.    in Frohnau und Berlin die Anwendung des ökologischen und ökonomischen Prinzips der Eingriffsminimierung und der Nutzung natürlicher (Klima-)Adaptationsfähigkeit statt eingriffsintensivem „Waldumbau“.

7.    die Erarbeitung einer neuen Waldstrategie für Berlin, die dem Klimawandel und den neuen forstwissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung trägt.[2]

8.    die  Forstverwaltung technisch, personell  und finanziell angemessen auszustatten. Die Revierförstereien dürfen bei der Waldbewirtschaftung nicht de facto zur kostengünstigsten Lösung verpflichtet werden.

Die von uns geforderte Forstpolitik wird längst in anderen deutschen Stadtwäldern praktiziert und hat sich dort bewährt. Dazu gehören etwa der Stadtwald in Lübeck und Göttingen sowie der Kirchwald in Passau.

[1] https://www.berlin.de/forsten/_assets/waldschutz/waldzustandsberichte/waldzustandsbericht_2020.pdf

[2] https://mluk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/3_IbischBlumröder_Waldentwicklung%20und%20Ökosystemleistungen.pdf

Thank you for your support, Zarah Baur from Berlin
Question to the initiator

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News

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Waldinitiative Berlin,

    an dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich für Ihren fruchtbaren Einsatz für den Frohnauer und Berliner Wald! Dank Ihrer Unterstützung können wir einen zweiten wichtigen Erfolg verbuchen: Nachdem im Januar diesen Jahres von Seiten der Berliner Forsten erklärt wurde, man werde auf die Durchforstung des Frohnauer Waldes für die Fällperiode 2021/22 verzichten, haben wir mit unserem entschlossenen Widerstand erwirkt, dass noch vor Beginn der Saison 2022/23 der Harvester-Einsatz im Frohnauer Wald auch für den kommenden Winter abgesagt wurde.

    Das bestätigte die Staatssekretärin der Senatsverwaltung für Umwelt, Frau Dr. Karcher, bei einer Besichtigung des Waldes am 8. September... further

  • Liebe Freundinnen und Freunde des Frohnauer Waldes,

    hiermit laden wir Sie ganz herzlich zu einem Vernetzungstreffen der Waldinitative ein.

    Zeit: Mittwoch, 14. September, 19:00 Uhr

    Ort: Restaurant Bocadito, Donnersmarckallee 9, 13465 Berlin (eigener Raum für uns reserviert)

    Bei dem Treffen soll es darum gehen, andere Unterstützer der Initiative kennenzulernen und eventuell eigene Betätigungsmöglichkeiten auszuloten. Oft sind es kleine Dinge wie Plakate aufhängen, Infos laminieren, Aushänge in Geschäften verteilen, Unterschriften sammeln, Fragen im Internet recherchieren usw., die auf viele Schultern verteilt, leichter zu bewältigen sind. Wir planen auch die Gestaltung eines Flyers und einer Website. Weitere Ideen sind willkommen. Jede und... further

  • Liebe Freundinnen und Freunde des Frohnauer Waldes,

    die Grünen Berlin-Reinickendorf laden für den kommenden Samstag zu einem geführten Waldspaziergang mit anschließender Diskussion - die Waldinitiative Berlin wird auch vertreten sein. Und Sie sind herzlich eingeladen!

    Zeit: 10.09.2022, 15:00-17:00 Uhr

    Ort: Waldeingang Ecke Schönfließer/Mehringer Straße

    Referenten und Thema: Katharina Weske und Thomas Rost (Sprecher*innen der AG-Klima, Bündnis 90/Die Grünen Reinickendorf), Christian Hönig (Baumschutzreferent BUND Berlin), Dr. Dorothea Scheytt (Waldinitiative Berlin) erörtern den Zustand des Frohnauer Waldes und den aktuellen Stand der Auseinandersetzung mit den Landesbehörden und möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen

    Der ausklingende Hitze-Sommer... further

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No CONTRA argument yet.

Why people sign

5 days ago

Due Waldbewirtschaftung muss umgestellt werden auf naturverträglich, z.B. auch mit Rückepferden statt Maschinen, das ist längst überfällig! Den Frohnauer Wald am besten komplett erhalten und sich naturnah entwickeln lassen.Altbäume nicht anrühren! Due hier vorkommenden Schwarzspechte benötigen einen grossen Stammdurchmesser in hoher Höhe, um ihre Nisthöhlen zu bauen. Also Altbäume mit entsprechender Stammdicke. Das Abholzvorhaben ist absolut unverantwirtlich!

on 12 Nov 2022

Weil ich selbst viele Jahre in Berlin gelebt habe und nach meinem Wegzug folgendes feststelle:
1. Naturnahe Wälder in der Stadt, wie es sie in Berlin gibt, sind nicht selbstverständlich.
2. Den Wäldern in Berlin geht es aufgrund der Trockenheit immer schlechter.
Deshalb gilt es, die Wälder in Berlin zu schützen, auch in Frohnau.

on 01 Nov 2022

Ich war entsetzt, was im Bereich Tegelgrund in Heiligensee passiert ist: 200 Jahre alte Buchen gefällt. Berliner Forsten soll hegen und pflegen, nicht fällen!

on 26 Oct 2022

Gerade um große Städte wie Berlin ist der Erhalt von Wäldern lebensnotwendig für Mensch und Tier sowie des Klimas.
Für unseren Planeten ERDE

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