Region: Leipzig
Energy

#KeinGaskraftwerkSüd für Leipzig

Petition is directed to
Stadtrat Leipzig
284 Supporters 217 in Leipzig
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  1. Launched December 2019
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  5. Decision

Die Petition KeinGaskraftwerkSüd wendet sich aus Gründen des Klimaschutzes, wegen der Schadstoffemissionen und des vorgesehenen Standortes gegen die Pläne zur Errichtung eines neuen Gaskraftwerkes in Leipzig.

Die Forderungen KeinGaskraftwerkSüd:

  • Stopp der Bestrebungen zum Bau des Gaskraftwerks Süd
  • Umstellung des Leipziger Fernwärmenetzes auf regenerative Energien
  • Schließung des Braunkohlekraftwerks Lippendorf

Der Bau des Gaskraftwerks Süd verursacht zusätzliche Emissionen in der Stadt und heizt den Klimawandel weiter an.

KeinGaskraftwerkSüd fordert alle Verantwortlichen auf, die Aktivitäten zum Bau des Gaskraftwerkes einzustellen, auf den Beschluss des Leipziger Stadtrates zum Klimanotstand zu reagieren und das Leipziger Fernwärmenetz auf regenerative Energien umzustellen.

Reason

Klimaschutz: Am 30.10.2019 hat der Leipziger Stadtrat den Klimanotstand ausgerufen, da das kommunale Ziel von 4,47 Tonnen CO2-Ausstoß pro Person im Jahr 2020 nicht erreicht wird und Leipzig somit nicht seinen, gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen erforderlichen, Beitrag zum Klimaschutz leistet. Die neuen kommunalen Ziele sind die Verringerung des CO2-Ausstoßes auf 2,5 Tonnen pro Person und Jahr bis 2050 sowie die klimaneutrale Energie- und Fernwärmeversorgung bis 2040. Mit dem Bau des Gaskraftwerkes Süd wird sich das Umsetzen dieser Maßnahmen um Jahrzehnte verschieben und Leipzig auch die Klimaziele für 2040 und 2050 verfehlen. Der aus wirtschaftlichen Gründen stattfindende Parallelbetrieb des Braunkohlekraftwerks Lippendorf und des neuen Gaskraftwerks Süd verursacht zusätzliche CO2-Emissionen. Die Großinvestition in die „Brückentechnologie“ Erdgas bedeutet eine nicht akzeptable Verzögerung bei der Umstellung auf eine regenerative, klimaneutrale Energieversorgung.

Schadstoffe: Mit der Förderung und Aufbereitung von Erdgas wird eine Reihe von Schadstoffen freigesetzt. Radioaktive Elemente, Quecksilber, Cadmium und andere zum Teil krebserregende Stoffe werden durch die Reinigung des Erdgases angereichert. Die fachgerechte Entsorgung dieser Abfallprodukte in den Förderländern ist nicht sichergestellt. Bei der Verbrennung von Erdgas entstehen CO2 und Stickoxide. Zur Minderung des Ausstoßes giftiger Stickoxide wird Ammoniak genutzt, der zu einem gewissen Anteil direkt in die Atmosphäre über Leipzig gelangt. Des Weiteren kann sich beim Abbau der Stickoxide am Katalysator das extrem treibhauswirksame Lachgas (N2O) bilden.

Unabhängige Energieversorgung: Der Bau des Gaskraftwerks macht die Energieversorgung Leipzigs von den weltweiten fossilen Lagerstätten abhängig. Die Stadt unterstützt dadurch nicht-demokratische Staaten in denen die Einhaltung der UN-Menschenrechte nicht gesichert ist, und lagert viele der umweltschädlichen Aspekte der Energieerzeugung lediglich in diese Förderländer aus.

Standort: Der geplante Standort an der Bornaischen Straße ist gänzlich ungeeignet, denn über das benachbarte Wohngebiet hinaus befinden sich in direkter Nachbarschaft auch mehrere Schulen, und ein Kindergarten grenzt direkt an das Kraftwerksgelände. Diese Einrichtungen sind bereits jetzt durch die Emissionen zweier Hauptverkehrsstraßen und des vorhandenen Umspannwerkes in direkter Nachbarschaft belastet und sowohl die mehrjährige Bauphase als auch der Betrieb des Kraftwerkes würden unzumutbare Belastungen für diese Einrichtungen darstellen.

Kosten: Die Kosten für Fernwärme werden weiter steigen. Zusätzlich zu den Kosten für Erdgas und CO2 Emissionen müssen die Abschreibungen für das neue Kraftwerk auf die Fernwärmenutzer umgelegt werden. Insbesondere mit der zu erwartenden Steigerung der Kosten für CO2 Emissionen, werden sich die ohnehin schon hohen Kosten für Fernwärme weiter deutlich erhöhen.

--> Erforderliche Maßnahmen

Anpassung des Fernwärmenetzes: Das Fernwärmenetz soll von einem Mix aus Solarthermie, Wärmepumpen und industrieller Abwärme gespeist werden. Der Einsatz von fossilen Energieträgern oder solarem Wasserstoff soll auf wenige Tage im Jahr reduziert werden. Das Leipziger Fernwärmenetz wird derzeit auf einem Temperaturniveau von 60°C bis 80°C betrieben. Um es effizient mit regenerativer Energie betreiben zu können, muss das Temperaturniveau auf 40°C abgesenkt werden (Kalte Netze). Diese Absenkung erfordert große infrastrukturelle Maßnahmen, da an den Abgabepunkten in den Gebäuden Veränderungen durchgeführt werden müssen. Darüber hinaus müssen zusätzliche Heizflächen und insbesondere lokal Wärmepumpen zur Warmwasserbereitstellung installiert werden. Um das Leipziger Klimaschutzziel für 2040 erreichen zu können, muss mit diesen Maßnahmen sofort begonnen werden. Der Ausbau des Fernwärmenetzes mit den derzeitigen Lieferverpflichtungen sollte sofort gestoppt werden. Lieferverträge sollten ausschließlich mit einer Klausel zur Möglichkeit der Temperaturabsenkung verlängert werden.

Sicherstellung der Energieversorgung: Die Stadtwerke verfolgen derzeit das Ziel, Leipzig in der Energieversorgung vom Umland unabhängig zu machen. Dieses Ziel ist unrealistisch und muss aufgegeben werden, denn bei Umstellung auf regenerative Energie muss dieses Umland zukünftig den größten Teil des Bedarfes decken. Mit dem Umland müssen Verhandlungen aufgenommen und es müssen Investitionen getätigt werden, um die Versorgung Leipzigs mit regenerativen Energien sicher zu stellen. Konkret müssen Maßnahmen ergriffen werden, um Windkraft und Photovoltaik stärker auszubauen und Speichertechnologien für überschüssige elektrische Energie einzusetzen (z.B. in Form von Wasserstoff), um die klimaneutrale Versorgung in den Wintermonaten sicherzustellen.

News

Not yet a PRO argument.

Der wichtige Aspekt beim Bau des Gaskraftwerkes ist, dass das Kohlekraftwerk Lippendorf nur so bis 2025 seine Systemrelevanz verliert und das ist entscheidend für den Klimaschutz. Richtig ist allerdings, dass die Stadtwerke derzeit keinen Plan für 100% erneuerbare Fernwärme mit der nötigen Geschwindigkeit verfolgen. .(Senkung Vorlauftemperatur, einsatz Grosswärmepumpen etc) Dies liegt allerdings auch an falschen finanziellen Anreizen. Siehe Di 17.12.2019 19 Hörsaal 2 Campus Augustusplatz Dr. Maik Piehler, GF der Stadtwerke Leipzig zu "Transformation der Energiewende in Leipzig"

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