Region: Die Soonwald-Nahe-Glan-Region
Environment

Klimawende Vorbildregion Soonwald/Nahe statt Windindustriegebiet Naheland

Petition is directed to
Verbandsgemeinde Nahe-Glan, Kreis Bad Kreuznach
117 Supporters
2% achieved 5.000 for collection target
  1. Launched 13/01/2022
  2. Time remaining > 11 months
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Wir wollen intelligente und hocheffiziente Strategien vermehrt nutzen um die maßlosen neuen Pläne der Windkraftindustrie überflüssig zu machen. Wir wollen endlich eine breite öffentliche Diskussion über die Zukunftsperspektiven unserer Region. Daran sollten sich möglichst viele unserer Mitbürger beteiligen. Unterstützen Sie uns mit Ihrer Unterschrift!

Öffentlicher Brief an unsere Nachbarn und Freunde; an alle Menschen, die in der Soonwald-Nahe-Glan-Region leben

Wir sind besorgt über die fehlende öffentliche Diskussion zu den schwerwiegenden Zukunftsentscheidungen, die aktuell für unsere Region anstehen. Es herrscht weithin ein beunruhigendes und irritierendes Schweigen zu den Ausbauplänen der Windkraftindustrie in der Verbandsgemeinde Nahe-Glan und dem verbreiteten Gerücht, die neuen Windkraftanlagen seien schon „beschlossene Sache“. Richtig ist, dass planungsrechtlich fast alle diese Pläne noch im Frühstadium und umkehrbar sind. Wir wünschen uns daher eine breite faktenbasierte Auseinandersetzung über den weiteren Ausbau der Windkraftindustrie in unserer Heimat und die Alternativen dazu.

Zukunft wagen!

Unser Ehrgeiz sollte es sein, als Region Vorreiter zu werden für eine wirklich nachhaltige Zukunftsstrategie. Mit vereinten Kräften können wir es schaffen, die maßlosen neuen Pläne der Windkraftindustrie überflüssig zu machen. Nutzen wir die ganze Vielfalt der intelligenten und hocheffizienten Strategien zugunsten nachhaltiger regionaler Konzepte. Dazu gehört u.a. zum Beispiel die Solarenergie auf Dächern, für die es großes Potenzial gäbe. Vieles ist schon ansatzweise vorhanden bzw. lässt sich zügig umsetzen; zum Beispiel im Bereich Mobilität oder auch der dringende Schutz unserer Waldgebiete als größter CO2-Senker. Schon vor fast 30 Jahren hat die Initiative Soonwald e.V. dazu einen Impuls gesetzt. Das gleiche gilt für die Ernährung. Nach neuesten Zahlen der UNO stammen 31 Prozent der menschengemachten Treibhausgase von dem, was täglich auf dem Teller landet. Auch zu dieser Herausforderung haben wir bereits einen erfolgreichen und für uns passenden Weg gefunden: die Regionalmarke „SooNahe“. So tragen wir zum Klimaschutz bei UND wir fördern unsere Region. Sollte das nicht der Richtstab bei jeder unserer Entscheidungen sein?

Überfällig ist eine grundlegende Diskussion darüber, welche Zukunftsperspektiven wir für unsere Region wollen. Daran sollten sich möglichst viele unserer Mitbürger beteiligen. Seien Sie mit Ihrer Stimme dabei!

Reason

ERLÄUTERUNG DER HINTERGRÜNDE:

Massive Ausweitung

Bei den vorliegenden Plänen für unsere Region geht es nicht mehr um nur ein paar mehr Großanlagen hier und da. Es geht um über 100 zusätzliche Windräder. Derzeit sind offizielle Planabsichten für mindestens 17 neue Standorte bekannt, die eng beieinander liegen. Die weithin prägenden Höhen, Wälder und Wiesen würden einem großräumigen, weithin sichtbaren Windindustriegebiet Naheland Platz machen. In der Regel werden heute Windkraftanlagen mit einer Höhe von 250 m errichtet, allein die Rotoren haben einen Durchmesser von der Höhe des Kölner Doms. Die nächste Generation wird in Richtung 300 m gehen. Diese Zielvorstellungen der Planer bedeuten konkret eine umfassende Neugestaltung unserer Landschaft. Das Ergebnis wird ein großes Windindustriegebiet Naheland sein.

Es geht um den Blick aufs Ganze

Die Ortsgemeinden versprechen sich hilfreiche Geldeinnahmen von den Pachtverträgen mit Windkraftbetreibern. Doch es geht dabei letztlich nie „nur“ um eine Gemeinde. Die Entscheidungen betreffen das Erscheinungsbild des gesamten Soonwald/Nahe/Glantal-Raums. Dazu gehören nördlich der Nahe unter anderen Schwarzerden, Seesbach, Weiler, Nußbaum, Bockenau. Südlich der Nahe sind es die Gemarkungen Limbach, Kirschroth, Hundsbach, Desloch, Abtweiler, Odernheim (Moorplacken) und Hallgarten.

Windkraft-Klimaziele bereits über-erfüllt

Laut aktuellen Aussagen der Bundesregierung wird die Ausweisung von 2 % der Landesflächen in Deutschland für Windenergie gewünscht. Schon heute aber verfügt unsere Region über mehr Windenergie-Flächen als diese Zielvorstellung einfordert. Damit haben wir die ambitionierten Ziele in punkto Windenergie bereits über-erfüllt. Andere Regionen mit teilweise weit besseren Windverhältnissen hingegen haben ihren gesellschaftlichen Solidaritätsbeitrag noch nicht einmal ansatzweise geleistet haben. Dennoch gehen die Pläne der Windkraftindustrie in unserer Region noch weit über die Vorstellungen der Bundes- und Landesregierung hinaus. Sie sehen schon jetzt etwa 6% der Flächen in der VG Nahe-Glan für neue Großanlagen vor.

Auf was lassen wir uns da ein?

Verhängnisvoll sind vor allem die Folgen: Landschaften mit einem hohen Anteil an Windrädern gelten als "vorbelastet". In ihrem Umfeld können weitere neue Anlagen durch einfachen Antrag genehmigt werden. Einmal in Gang gesetzt, ist dieser "Türöffner-Effekt" kaum noch zu kontrollieren. Es kommt zu einer Ballung der Großanlagen, von denen schon heute feststeht, dass es sich bei ihnen um eine Übergangstechnologie mit Verfallsdatum handelt, die irgendwann ausgetauscht oder rückgebaut werden muss. Windkraftanlagen vergrößern das Dilemma, da sie auf Dauer keine Lösung darstellen und weil sie nicht nachhaltig sind. Gerade mittel- und langfristig werden sich die schwerwiegenden Folgen der Konzern-Strategien offenbaren: Sie führen zu einem Wertverlust unserer Heimat.

Fakten umfassend prüfen:

Das Gebot der Stunde heißt: Fakten prüfen. Energiegewinnung aus Windrädern ist generell strittig, auch hinsichtlich der Effizienz. Das gilt gerade auch für windarme Standorte, wie sie mehrheitlich in unserer Region anzutreffen sind. Zudem hat diese Technologie schwerwiegende Nachteile für Natur, Klima und Menschen, unter anderem die Zerstörung der Umwelt durch den Abbau der Ausgangsmaterialien in anderen Ländern, verbaute Landschaften bei uns, CO2-verbrauchende Betonfundamente, negative Auswirkungen auf Böden, Regionalklima und Wasserhaushalt, schwerlasttaugliche Zuwegungen sowie die Zerschneidung und Entwertung bisher intakter Lebensräume. Windräder sind also alles andere als "öko". Entscheidend ist speziell für unseren Raum die spürbare Entwertung der wirtschaftlichen Ressourcen und der Lebensqualität. Es geht um weit mehr als die Frage, ob man Windräder „mag“ oder nicht. Zum Wertverlust von Immobilien gibt es belastbare Studien. Er beträgt je nach Situation 10 % bis in Einzelfällen nahezu 100 %. Das Minus bei der touristischen Wertschöpfung liegt im Schnitt bei 20 %. Vor allem bei Naturtouristen und beim anspruchsvollen Qualitätspublikum geht das Interesse massiv zurück. Das ist für unsere Region besonders schmerzlich, da unsere Chancen gerade bei dieser Zielgruppe aus den nahen Ballungsräumen Rhein/Main und Köln/Bonn liegen. Damit stehen den zunächst verlockenden Pachteinnahmen für Gemeinden von 10.000 - 150.000 € je nach Lage größere Wertverluste und Schäden gegenüber; nicht zuletzt auch durch Haftungsrisiken für die Gemeinden selbst.

Gutenberg, den 11. Januar 2022, die Initiative Soonwald e.V., 1. Vorsitzender Georg Kiltz, der Vorstand, knapp 400 Mitglieder und zahlreiche Gleichgesinnte aus der Region, näheres unter: www.soonwald.de

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