Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner ersuchen den Hessischen Landtag, den §161 Hessisches Schulgesetz zu streichen.

Er soll ersetzt werden durch folgenden Absatz: "Die Schülerbeförderung in Hessen ist bis Ende der Sekundarstufe II kostenfrei. Die Schülerinnen und Schüler in Hessen erhalten ein Schülerticket."

Chancengleichheit statt Benachteiligung auf dem Schulweg! Der Landeselternbeirat Hessen und die Bildungsgewerkschaft GEW (als Erstunterstützerin dieser Petition) wollen Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler. Dazu gehört auch, dass der Besuch einer Schule nicht am Geldbeutel der Eltern scheitern darf, nur weil die Fahrkarte zu teuer ist. Das kostenfreie Schülerticket ist ein Baustein für Chancengleichheit.

Begründung

Die bisherige Regelung des Schülerverkehrs in Hessen ist nicht mehr zeitgemäß und muss dringend verändert werden. Heute arbeiten viele Schulen im Ganztagsbetrieb. Die ausgedehnten Schulzeiten bringen es mit sich, dass sämtliches Schulmaterial (nicht nur Bücher und Hefte, sondern auch Sporttaschen, Musikinstrumente uvm. ) auf dem Rücken zur Schule getragen werden muss. Schulwege von zwei oder drei Kilometern - wie sie im §161 als zumutbar erachtet werden – können nicht täglich mit 3,5 bis 8 kg Gepäck bewältigt werden. Das würde auch keinem Erwachsenen zugemutet. Die zwei, beziehungsweise drei Kilometer-Regelung im jetzigen Schulgesetz hat auch soziale Auswirkungen: finanzkräftigere Familien werden ihren Kindern die Busfahrkarte kaufen – Kinder einkommensschwacher Familien müssen zur Schule laufen. In den Städten und größeren Gemeinden stellt das Verkehrsaufkommen eine permanente Gefährdung für die Schülerinnen und Schüler dar – insbesondere für die Grundschüler/innen. Auf dem Land ist ein Schulweg von einem Dorf zum anderen über unbeleuchtete, oft unbefestigte Feldwege, ohne Winterdienst und soziale Kontrolle, nicht zumutbar. Nicht zuletzt bedeutet die Überprüfung der Berechtigung und die Ausstellung der Schülerfahrkarten einen Verwaltungsaufwand, der auch Kosten verursacht. Würde ein Schülerticket für alle ausgestellt (ähnlich wie das Semesterticket der Studierenden) verringerten sich die Verwaltungskosten deutlich. Die eingesparten Mittel könnten ein Schülerticket schon teilweise finanzieren.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Reiner Pilz aus Wiesbaden
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  • Der Landeselternbeirat von Hessen möchte sich bei allen Eltern sowie Unterstützerinnen und Unterstützer bedanken, die unsere Petition unterzeichnet haben.
    Die eingereichte Petition wurde vom Parlament an die Landesregierung überwiesen.
    Wir haben unser Maximalziel eines kostenfreien Schülertickets leider nicht erreicht. Aber die Petition, die Sie dankenswerter Weise unterstützt haben, hat für Bewegung gesorgt und den Druck auf die Landesregierung erhöht.
    Die Landesregierung plant ein hessenweites Schülerticket zum kommenden Schuljahr einzuführen und stellt hierfür 20 Millionen Euro zur Verfügung. Das reicht nicht, um das Schülerticket kostenfrei zu gestalten.
    Das hessenweite Schülerticket soll es zum Preis von 365 Euro im Jahr geben und bisherige Schülerkarten ersetzen. Das Schülerticket soll auch für Oberstufenschüler und Auszubildende erhältlich sein. Im Gegensatz zum Studententicket handelt es sich um ein freiwilliges Angebot. Keiner wird zur Abnahme des Tickets verpflichtet.
    Kritisch sehen wir, dass § 161 des Hessischen Schulgesetzes beibehalten werden soll. Dieser regelt, unter welchen Umständen die Eltern die Fahrtkosten erstattet bekommen. Die Erstattung ist mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden und sorgt bei den Eltern regelmäßig für Verdruss, weil die Entscheidung, welches Kind die Fahrtkosten erstattet bekommt nicht immer nachvollziehbar ist.
    Einige weitere Fragen sind noch ungeklärt, aber wir sind zuversichtlich, dass dieses Angebot für Eltern und Schülerinnen und Schüler ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis bietet und sehen in dem jetzigen Modell eine spürbare Entlastung vieler Eltern.

Pro

Für "Kinder" der Sek. II, die aus persönlichen Gründen aus dem Elternhaus ausgezogen sind, ist es recht schwer das Geld für ein Ticket aufzubringen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht angenehm ist bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad über unbeleuchtete, stark befahrene Landstraßen zu fahren. Für die Sekundarstufe II wird das Ticket leider nicht mehr übernommen, obwohl ich 8 km von der Schule entfernt wohne.

Contra

2 km Schulweg für Grundschulkinder und 3 km für Schüler in weiterführenden Schulen sollte doch machbar sein. Selbst im Schneckentempo sollten das nicht länger als 30 Minuten dauern. Zudem wird dadurch die oft bemängelte Fitness der Kinder gefördert und sie lernen sich selbständig und verantwortungsvoll im Straßenverkehr zu verhalten. Falls der Weg tatsächlich gefährlich sein sollte, wird ja bereits bei unterschreiten der Kilometergrenze die Beförderung übernommen. Wenn es ein solches Ticket geben sollte, dann wäre es sinnvoll es für bedürftige Kinder anzubieten.