Region: Nuremberg
Health

Lasst die Schulen zu.

Petition is directed to
Oberbürgermeister Marcus König
1.001 Supporters 642 in Nuremberg
19% from 3.300 for quorum
  1. Launched 14/03/2021
  2. Time remaining 2 days
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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Lieber Marcus König,

wir Nürnberger Eltern sehen mit Sorge, dass von Ihnen in Zeiten von wieder steigenden Infektionszahlen verlangt wird, unabhängig von hohen Inzidenzzahlen die Nürnberger Schulen für Schüler*innen offen zu halten und auf den sicheren Distanzunterricht zu verzichten. Eine solche Forderung führt unweigerlich zu noch mehr Infektionen in der Stadt und verlängert damit die Pandemie und die belastende Situation für unsere Familien.

Daher richte ich heute den Appell an Sie: Bleiben Sie bei Ihrer verantwortungsvollen Politik und stellen Sie den Gesundheitsschutz für unserer Kinder in Nürnberg weiterhin an die erste Stelle. Lassen Sie keine Experimente mit offenen Schulen bei hoher Inzidenz in unserer Stadt zu. Lassen Sie uns stattdessen gemeinsam den Distanzunterricht weiter verbessern, den der überwiegende Teil der Nürnberger Eltern im Augenblick für alternativlos hält.

Oberstes Ziel muss es sein, in der Stadt Nürnberg die Inzidenz deutlich zu senken, also Infektionen weitgehend zu verhindern. Distanzunterricht hat sich als das effektivste Mittel erwiesen dieses Ziel in Nürnberg zu erreichen, da er die Mobilität und Kontaktzahl in der Stadt stark senkt. In Welle 1 und 2 gelang es in Nürnberg nur die Inzidenzen in der Stadt überhaupt zu senken, wenn es auch Distanzunterricht an den Nürnberger Schulen gab. Bei sehr niedrigen Inzidenzen im Sommer 2020 waren offene Schulen bei AHA+L auch in Nürnberg gefahrlos möglich.

Helfen Sie dabei besonders den Ein-Elternteil-Familien und Familien, die in Armut leben, mit gesonderten Förderprogrammen und Unterstützungsangeboten. Kinder bei denen der Präsenzunterricht bzw. die Betreuung aus familiären, sozioökonomischen, pädagogischen oder sprachlichen Gründen geboten ist, sollten weiterhin vorrangig in die Notbetreuung aufgenommen werden.

Diese Pandemie ist für alle belastend. Aber Jammern ist das eine, an Lösungen arbeiten das andere: Statt planloser Forderungen nach Öffnungen, die am Ende vor allem die Pandemie verlängern werden, schlage ich der Stadt Nürnberg vor, durchdachte pädagogische Konzepte für ein sicheres Distanzlernen einzuführen.

Dazu gehören:

Die Stadt unterstützt Partnerschaften, so dass zur besseren Vereinbarkeit von Homeschooling und Beruf sich Eltern durch die Bildung von Familienpartnerschaften gegenseitig unterstützen und ggf. auch Betreuungslücken abdecken können.

Die Stadt bietet zusätzliche Lernarbeitsplätze in leerstehenden Räumlichkeiten wie z. B. in Kirchengemeinden, Bibliotheken und Hotels (mit einem Arbeitsplatz pro Raum) an. Diese können von Kindern und Jugendlichen genutzt werden, denen zuhause die Möglichkeit zum ruhigen Lernen oder die technische Ausstattung zum lernen im Distanzunterricht fehlt. Die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln werden durch Schnelltests ergänzt.

Die Stadt unterstützt die Einrichtungen beim Aufbau von effektivem Distanzunterricht: Um den Distanzunterricht effektiver zu gestalten, wird dieser nach evidenzbasierten Kriterien digitalen Lernens strukturiert und mit sozialen und emotionalen Komponenten ergänzt. Hierzu zählen: Zeitliche Rhythmisierung, eigener Lernraum, kognitive Aktivierung, soziale Einbindung, Feedback geben und Feedback holen, sowie die Aktivierung selbst regulierter Lernprozesse.

Die Stadt Nürnberg verpflichtet die Schulleitungen „interaktive“ digitale Schule in Unterrichtsform zu ermöglichen (das bloße Zusenden von Aufgaben ohne weitere Besprechung ist kein Unterricht!).

Die Stadt Nürnberg schafft ein attraktives Angebot für die Lehrerinnen und Lehrer, damit sich diese in digitalen Unterrichtsformen kontinuierlich weiterbilden können.

Einschränkungen in der Schule und der pädagogischen Betreuung wirken sich insbesondere nachteilig auf die Arbeitsmarkt- und Bildungschancen von Schüler*innen und Jugendlichen aus stark benachteiligten Verhältnissen aus. Die Stadt Nürnberg sollte daher Mentoring-Programm als flankierende Maßnahme zur Unterstützung von Schüler*innen aus benachteiligten Verhältnissen einsetzen.

Sollten die Schüler*innen zurück an die Schulen kommen, sorgt die Stadt Nürnberg für eine technische Ausstattung der Schulen mit Luftfiltern und CO2-Ampeln in allen Klassenräumen.

Beschulung in Präsenz findet nur dann statt, wenn die AHA+L Regeln durchgängig eingehalten werden können und die Inzidenzlage dies zulässt.

Die Stadt Nürnberg überprüft diese Regelungen zudem darauf, ob aufgrund der nun dominanten britischen Virusvariante B1.1.7 einzelne Regelungen zu Abständen, Lüftungspausen und gemeinsamer Zeit in Innenräumen an die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst werden müssen.

Die Stadt Nürnberg fordere ich auf mit großer Vorsicht zu agieren und beispielsweise keinen Präsenzunterricht in Grundschulen durchzuführen, bei dem auf die wissenschaftliche empfohlenen Abstände verzichtet wird, solange die Inzidenz in der Stadt und in der Altersgruppe der Grundschulkinder nicht unter den Wert von 35 sinkt.

Reason

Nürnberg hat die Pandemie bisher von den deutschen Großstädten am schlechtesten gemeistert. Fast während der ganzen 2. Welle war die Inzidenz in der Stadt höher, als in jeder anderen deutschen Großstadt mit über 500.000 Einwohner*innen.

Jetzt steigen die Fallzahlen wieder deutlich an. In der Stadt Nürnberg vor allem in den Altersgruppen der Kindern, die auch in der KW10 in der Stadt wieder die höchsten Inzidenzen aller Altersgruppen aufweisen. Die Inzidenz bei Grundschulkindern beträgt in KW10 bereits mindestens 196.

Die Experten sind sich einig, einen sicheren Präsenzunterricht für Kinder kann es bei dieser Ausgangslage nicht geben. Dieser wäre nicht nur vom ständigen Lüften unterbrochen, auch tagelange Unterbrechungen durch Quarantäne gehören dann zu den Belastungen, die wir unseren Kindern aufbürden, verbunden mit der ständigen Angst der Kinder, dass sie ihre Eltern oder Großeltern mit dem Virus anstecken oder dass sie selbst schwer erkranken.

Vertrauen wir auf die Wissenschaft: Leitbild für die sichere Beschulung sollte daher ein Konzept einer Toolbox sein, um gleichermaßen den Schutz von Bildung und Gesundheit in der Corona-Pandemie zu gewährleisten:

https://nocovid-europe.eu/assets/doc/nocovid_bildung.pdf

Hier einige Auszüge:

Auch wenn das Risiko schwerer Krankheitsverläufe und langfristiger Folgeschäden einer COVID-19 Erkrankung bei jungen Menschen statistisch geringer ist als bei älteren Menschen, kommen sowohl schwere Verläufe (z. B. das multisystemische inflammatorische Syndrom, MIS-C) als auch längerfristige Gesundheitsfolgen (so genanntes Long Covid) bei Kindern und jungen Menschen vor (Davis et al, The Lancet Child & Adolescent Health 2020). Zudem gibt es viele Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Vorerkrankungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen selbst ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf tragen oder die mit Personen zusammenleben, die einer vulnerablen Risikogruppe angehören (z. B. Geschwister, Eltern, Großeltern). Öffnen Kitas und Schulen bei hohem Infektionsgeschehen und ohne ausreichende Maßnahmen des Gesundheitsschutzes, kann dies zu vermehrten Krankheitsfällen in den Einrichtungen sowie großflächigen und wiederkehrenden Quarantänisierungen führen: Jede infizierte Person schickt ein Vielfaches an Kindern und Erwachsenen in Quarantäne. Quarantänemaßnahmen können Familien stärker belasten als strukturierte, planbare Lockdowns (Prati et al, Psychological Medicine 2021; Schlack et al, J. Health Monitoring 2020; Graber et al, Child Care Health Development 2020; Henseler et al, Eur. Arch. Psychiatry Clin. Neuroscience 2020). Fast 30% aller Quarantänen mit Kindern verlaufen kritisch. Weil sie plötzlich verhängt werden und verhältnismäßig lange dauern, können Quarantänemaßnahmen auch für die Wirtschaft negative Folgen haben.

Infektionsepidemiologisch spielen Schulen eine besondere Rolle, da Kinder und Jugendliche in der Schule Familiencluster verbinden. Schulen können dabei als Infektionsdrehkreuz fungieren, über das Infektionen in andere Familien und über diese in weitere berufliche und soziale Netzwerke gelangen. Aus verschiedenen Studien zur Analyse von Kontaktnetzwerken (Granovetter, American Journal of Sociology 1973; Karsai, et al., Nature Scientific Reports 2014; Nadini, et al., Nature Scientific Reports 2017) ist bekannt, dass selbst ein geringes Infektionsgeschehen innerhalb der Schulen das Infektionsgeschehen außerhalb der Schulen verstärkt (“Strength-of-Weak-Ties-Effekt”) – Schulen können deshalb indirekt zu verteilten Superspreading-Ereignissen führen (Stopczynski, PLoSONE 2014; Stehle, PLoSONE 2011). Diese Effekte werden durch die speziellen strukturellen Eigenschaften der Kontaktnetzwerke zwischen Schule und Familien erklärt (Maier et al., Journal of Complex Networks 2019) und können nicht allein aus kontextbasierten Inzidenzwerten abgeleitet werden.

Der größtmögliche Schutz der Gesundheit von Kindern, Familien und des Personals der Bildungseinrichtungen ist daher auch in Nürnberg unbedingt anzustreben.

Thank you for your support, Thomas Pettinger from Nürnberg
Question to the initiator

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News

  • auch in den letzten Tagen machten Whatsapps unter Eltern die Runde, dass es ja nahezu keine Corona-Fälle an Schulen gab. Schon vor etwas über einem Monat hatte ich dazu eine Anfrage an die Stadt gesendet. Hier die Antwort wie viele Fälle es an unseren 57 Grundschulen, 35 Real- und Mittelschulen und 18 Gymnasien gab - immerhin, es war nicht jede Schule betroffen:

    An wie vielen Nürnberger Grundschulen gab es in 2021 Corona-Fälle unter Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern oder Verwaltungsangestellten?

    o An 46 Grundschulen

    Wie viele Grundschülerinnen und Grundschüler waren betroffen und wie viele Schulklassen bzw. Teilgruppen waren daher in Quarantäne?

    o 125 Indexfälle an Grundschulen

    An wie vielen Nürnberger Mittel, Real-... further

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    In Nürnberg ist die Inzidenz heute auf 231, 1 gestiegen. Die Fallzahl ist nach wie vor bei den Kindern am Höchsten. Nur durch die verpflichtende Tests bei den Schulkindern wird das nun erstmals realistisch erfasst. Es ist schlimm wie stark das Infektionsgeschehen ist und dass wir das bisher gar nicht gesehen haben. Die Inzidenz in der aktuellen Woche ist bei den älteren Oberschülern, also den Kindern die in die Abschlussklassen (+11.) auf bisher 365 gestiegen, noch fehlen aber zwei Meldetage. (Grundschulkinder: 248, junge Oberschüler: 232).

    Wenn Sie mir auf Twitter (@KI_in_med) folgen, bekommen Sie immer am Dienstag oder Mittwoch dort von mir die aktuellen Zahlen der ganzen Vorwoche.

    Haben Sie ein... further

  • Liebe Eltern,

    Ich möchte die Diskussion um offene oder geschlossene Schulen gerne in einen etwas größeren Rahmen stellen und habe daher gemeinsam mit einigen Mitstreitern ein Konzept für eine NoCovid Modellregion Nürnberg entwickelt. Wie sie vermutlich gelesen haben, haben fast alle Kommunen großes Interesse gezeigt, mit Modellprojekten bei hoher Inzidenz einzelne Öffnungen auszuprobieren. Das ist überall in Deutschland so und war dort wo man es probierte nicht erfolgreich, weil die Inzidenzen zum Teil massiv stiegen.

    Die Idee ist nun, einen anderen Weg zu gehen und ein Modellprojekt zu initiieren, bei dem zunächst alle Kraft in das Senken der Inzidenzen gesteckt wird. Dieses Konzept stelle ich heute Abend vor.

    Sie hatten bei der Unterzeichnung... further

Keine Öffnung ohne verpflichtende Tests! Was bei der Masernimpfung geht, muß bei Covid auch möglich sein - ohne regelmäßige Tests (zusätzlich zu AHA-L, CO2-Ampeln, Luftfiltern, und welchen leicht umsetzbaren Maßnahmen sich Leute noch einfallen lassen) sollten Schüler, Kindergarten- und Krippen-Kinder nicht zusammen kommen müssen. Wir brauchen endlich ein entschiedenes Vorgehen, auch in der Notbetreuung müssen Kinder und Erwachsene größtmögliche Sicherheit haben, damit die Kinder die Krankheit nicht in die Familie tragen.

Das Thema muss ganzheitlich betrachtet und darf nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden. Es geht nicht um blindes Öffnen oder ständiges Auf und Zu. Wir brauchen Konzepte und Entscheidungen wie beispielsweise unsere Nachbarn in Österreich mit Selbsttests dreimal die Woche...Kinder brauchen Schule und Kinder brauchen Kinder um soziales Miteinander zu lernen. Schauen sle sich die Petition auf Bundesebene an. https://www.openpetition.de/petition/online/praesenzunterricht-ist-unverzichtbar-stellen-sie-konzepte-bereit-jetzt Darum geht es! Ansonsten geht eine ganze Generation kaputt!

Why people sign

  • Wiltrud Stanek Weißenburg

    on 29 Apr 2021

    Weil meine Enkeltochter in Schwabach in die Schule geht und ich Sorge habe, da immer mehr junge Leute Corona haben!

  • Not public Nürnberg

    on 17 Apr 2021

    Die Gesundheit unserer Kinder geht vor. Sie sind - lediglich durch Tests und Masken - nur unzureichend vor einer Ansteckung geschützt. Das Infektionsrisiko wird auch in die Familien eingebracht. Beispiel: Mein Sohn war seit 13. März 2020 nur 6 Wochen in der Schule - Wechselunterrricht. !! JETZT !! - in der 3. Welle, bei ansteigender Inzidenz und der sehr ansteckenden britischen Variante muss er in den Präsenz-Unterricht (Q11). Bereits am 2. Präsenz-Schultag wurde ein positiver Fall bestätigt. Im der Folge sind die Mitschüler als Kontaktpersonen 2 eingestuft. Von der Schule kam der schriftliche Hinweis, dass die Kontakte auf ein absolutes Minimum zurückgefahren werden müssen. Mitschüler in Sitznachbarschaft gelten als Kontaktperson 1 mit entsprechenden Beschränkungen. Was soll das? Unsere Kinder sollen weiter - minimal geschützt - weitermachen ? Ohne IMPFUNG? Wo soll das bei der aktuellen Inzidenz ( Nbg über 200- bereits 5 Tage in Folge) hinführen? Das Infektions-Risiko und etwaige Spätfolgen bei der jungen Generationen sind nicht absehbar und daher auch nicht verhandelbar. SICHER, es besteht Schulpflicht- aber der Gesetzgeber sollte auch Sorge für die Gesundheit aller (d.h. auch für die Kinder und Jugendlichen!) tragen. Leider hat in der Pandemie einiges nicht gut geklappt und wir waren geduldig. Nun muss aber auch die junge Generation gehört und geschützt werden. Wir sind alle müde, aber aktuell sollte man dieses Risiko nicht eingehen.

  • on 16 Apr 2021

    Es ist unverantwortlich und entgegen der Empfehlung des RKI die Schulen offen zu halten. Es werden weder die Hygienebedingungen noch Abstände eingehalten. Auch Kinder haben ein Anrecht auf AHA plus L und wir Eltern wollen uns nicht bei den Kindern anstecken. Wieviel mehr Schaden werden schwer kranke Mütter und Väter bei den kids anrichten als die fehlenden Schulerlebnisse?

  • Not public Altdorf

    on 14 Apr 2021

    Die Gesundheit meines Kindes ist mir am wichtigsten und ich finde, dass wir unsere Kinder vor dem Coronavirus schützen müssen.

  • Not public Altdorf

    on 14 Apr 2021

    Die Gesundheit meines Kindes ist mir am wichtigsten und ich finde, dass wir unsere Kinder vor dem Coronavirus schützen müssen.

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