Petition richtet sich an:
Oberbürgermeisterin Simone Borris
Temperaturen bis 40 °C sind leider kein Freibadwetter, sondern gefährlich. Fußballturniere für Kinder, Übungen der Jugendfeuerwehr oder der Halbmarathon in Hamburg – alles kurzfristig abgesagt, weil es niemand verantworten kann, die Gesundheit der teilnehmenden Menschen zu gefährden.
Die Hitzewelle zeigt: Wir befinden uns in der Klimakrise. Das Deprimierende ist, dass wir in den nächsten 10 bis 20 Jahren noch härtere Hitzewellen durchmachen müssen. Dieses Schicksal wollen wir nicht einfach über uns ergehen lassen. Wir wollen aktiv werden! Vorangestellt sein muss der Leitgedanke „Jedes Zehntelgrad zählt!" Je schneller die CO2-Emissionen weniger werden, desto weniger krass wird die Klimakrise ausfallen und die Herausforderung, unser Umfeld und unsere Lebensweise anzupassen, wird geringer.
Momentan wird in Magdeburg immer mehr Fläche versiegelt, also z. B. Grünflächen, guter Bördeboden und Kleingärten. In der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, den täglichen Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland von heute rund 51 Hektar pro Tag bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, um bis zum Jahr 2050 einen Flächenverbrauch von netto Null im Sinne einer Flächenkreislaufwirtschaft zu erreichen.
Die Landeshauptstadt Magdeburg tut leider zu wenig.
Zwar wurde nach zahlreichen Anfragen (Magdeburger Hitzeschutzplan; Hitzeschutz im Sommer 2023 - Senior*innen und Kinder schützen; Hitzebelastung in Magdeburg und Anpassungsstrategien) sowie einschlägigen Anträgen und Drucksachen (Sofortschutzmaßnahmen für Kitas; Hitzeaktionsplan Magdeburg) ein Entwurf eines Hitzeaktionsplan durch die Landeshauptstadt Magdeburg erstellt, aber dieser wurde jüngst wieder zurück in die Ausschüsse zurücküberwiesen.
In dieser Petition geht es darum, dass der Hitzeaktionsplan echte Maßnahmen enthalten soll. Konkret wollen wir die Maßnahme "abpflastern" in der Landeshauptstadt Magdeburg verankern. "abpflastern ist ein deutschlandweiter Wettbewerb, bei dem in Städten und Gemeinden in einem freundschaftlichen Wettstreit Flächen entsiegelt werden. Beim abpflastern nehmen Anwohner:innen, Kommunen und Organisationen gemeinsam die Schippe in die Hand – für den Sieg im Wettbewerb und für die Zukunft ihres Wohnortes."
Schon kleine Grünflächen machen Unterschiede. An den konkreten Stellen gerne mal um über 20 °C. Sich auf mehr als 50 °C heißen Asphalt setzen, ist eine schlechte Idee, wenn man eine 30 °C Wiese haben kann.
Wir wollen, dass die Landeshauptstadt Magdeburg offiziell am Wettbewerb teilnimmt und Flächen veröffentlicht, auf denen Privatleute aktiv werden können. Natürlich können alle auch privat mitmachen.
An die Schippe, fertig, los!
Begründung
Viele Menschen in Magdeburg sind akut betroffen. Durch den demographischen Wandel gibt es in Magdeburg besonders viele ältere Menschen, die häufig in Wohnungen in der Innenstadt leben. Auch Babys, Kleinkinder sowie chronisch kranke Personen sind besonders betroffen. Nach Untersuchungen im Hitzeaktionsplan der Stadt könnten es in Teilen der Magdeburger Innenstadt an einem normalen Sommertag gefühlt bis zu 52 Grad Celsius im Jahr 2045 werden. Das ist absolut nicht hinnehmbar. Die aktuelle Hitzewelle, mit Toten und Rekordtemperaturen zeigen auf: Wir müssen jetzt handeln und Klimaanpassung sowie Hitzeschutz viel höher priorisieren sowie richtige, wirkvolle Maßnahmen ergreifen!
Hitzeperioden werden zunehmen. Die Entsiegelung von asphaltierten und gepflasterten Flächen ist für unsere Städte zwingend nötig.