Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Bundesgesundheitsminister Spahn,
Bundesbildungsministerin Karliczek,
Präsident des Medizinischen Fakultätentags Dr. Frosch,
Präsident der Bundesärztekammer Dr. Reinhardt
Fehlendes medizinisches Bewusstsein gefährdet Menschenleben!
Die medizinische Forschung betrachtet zur Zeit nur den gesunden 70kg Mann, 18-35 Jahre alt als Norm (1). Offensichtliche Faktoren wie Körpergröße oder -gewicht werden nicht berücksichtigt. Dabei betrifft es jeden Menschen. Medizin und Gesundheit müssen als notwendige Aspekte des Alltags betrachtet werden - schließlich geht es um unserer Leben. Denn auch in anderen Bereichen wie beispielsweise bei sportlichen Leistungen werden Unterschiede zwischen Geschlechtern gemacht.
Gendermedizin, geschlechtsspezifische oder -sensible Medizin bezeichnet in der Medizin eine besondere Beachtung der biologischen und sozialen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Sie impliziert eine geschlechtsspezifische Erforschung und Behandlung von Krankheiten. Die Gender Health Gap bezeichnet die Unterschiede in der Gleichstellung aller Geschlechter im Gesundheitsbereich.
Forscher*innen haben geschlechtsspezifische Unterschiede festgestellt, beispielsweise in jedem Gewebe und Organsystem des menschlichen Körpers, in der Wahrscheinlichkeit zu erkranken sowie bei der Schwere des Verlaufes und der Genesung der meisten menschlichen Krankheiten. Aktuell werden Forschungen und Studien für und mit Medikamenten mit einer acht Wochen alten männlichen Maus durchgeführt. Die typischen Empfängerinnen eben dieser Medikamente sind jedoch 55 Jahre alte weibliche Frauen (2).
Es gibt Geschlechtsunterschiede im Herzen, in der Lunge und es wurde sogar bewiesen, dass Frauen im Laufe ihres Zyklus auf Medikamente unterschiedlich reagieren (1). “Osteoporose [verminderte Knochendichte] wird oft als reine Frauenkrankheit verstanden, obwohl etwa ein Viertel der Osteoporose-Fälle Männer betreffen.” (3).
Quellen:
(1): Criado Perez, C. (2019): Invisible Women Exposing Data Bias in a World Designed for Men, 195-199, London: Penguin Random House UK
(2): https://www.kdfb-berlin.de/aktuelles/detailseite/article/gendermedizin-aufklaerung-und-eigeninitiative-gefragt/
(3): http://www.gibgeldjens.de/
Begründung
Wir fordern:
Bewusstsein in der Gesellschaft schaffen:
- wir fordern von Bundesgesundheitsminister Spahn und Bundesbildungsministerin Karliczek, aber vor allem von der gesamten Bevölkerung, dass durch Aufklärung mehr Bewusstsein in der Gesellschaft geschaffen wird. Vor allem im Alltag muss mehr Bewusstsein für geschlechtersensible Medizin etabliert werden, um Diagnosen und Behandlungsmethoden zu personalisieren und zu optimieren.
Medizinische Praxis, Forschung und Ausbildung:
- Die Bereiche müssen an alle Personen (Frauen*, Männer*, nicht-binär oder genderqueer) angepasst werden, die medizinische Versorgung in Anspruch nehmen. Sowohl während der Ausbildung als auch bei der Entwicklung von Medikamenten, bei Prävention und Diagnose von Krankheiten sollten sehr geehrter Dr. Frosch (Präsident des Medizinischen Fakultätentags) und Dr. Reinhardt (Präsident der Bundesärztekammer) geschlechtersensible Unterschiede beachtet werden.
Jeder kann etwas tun!
- Sprecht Ärzt*innen wiederholt auf Fragen, z.B. bezüglich geschlechtsspezifischer Nebenwirkungen von Medikamenten an, um diese zu sensibilisieren und eine angemessene Behandlung zu erhalten.
Helft uns, diese Forderungen umzusetzen und einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs zu dieser Thematik des #genderhealthgap anzuregen. Lasst uns dafür sorgen, dass geschlechtsspezifische Medizin wahrgenommen und angewendet wird! Die Thematik ist unverzichtbar, da alle Menschen medizinisch gerecht versorgen werden müssen, um die Qualität medizinischer Behandlungen zu sichern.
weiterführende Links:
Für weitere Infos auf Instagram: @genderhealthgap.petition (https://www.instagram.com/invites/contact/?i=11396ijv1igam&utm_content=m2mloq2
https://www.aerztinnenbund.de/Frauen_leiden_anders.683.0.2.html
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-02/gendermedizin-gesundheit-aerzte-patient-medikamente-maenner-frauen-gleichberechtigung/seite-2