Region: Germany
Education

Offener Brief – Gegen Corona-Verschwörungsmythen an Waldorfschulen!

Petition is directed to
Alle Waldorfschulen in Deutschland und den Bund der Freien Waldorfschulen
4.531 Supporters
91% achieved 5.000 for collection target
  1. Launched 11/12/2020
  2. Time remaining 13 days
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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COVID-19 stellt unsere Gesellschaften und jede Einzelne von uns vor große Herausforderungen. Pandemien verunsichern, werfen Fragen auf und erfordern, dass wir uns individuell und kollektiv einschränken. Wir alle müssen uns positionieren und entscheiden, wie wir mit dieser Krise umgehen wollen. Erziehung zur Freiheit bedeutet, dabei das Gemeinwohl und die Freiheit unserer Mitmenschen mitzudenken. Unser gemeinsames Ziel sollte ein Weg sein, der die Folgen der Krise gerecht verteilt. Wir sollten solidarisch miteinander sein und gemeinsam für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Werte einstehen!

Mit großer Sorge und Irritation beobachten wir als ehemalige SchülerInnen und Eltern, dass an einigen unserer ehemaligen Schulen eine kleine, aber laute Minderheit diese Werte offenbar nicht teilt. Einige Eltern und LehrerInnen lehnen das Tragen von Masken zum Schutze anderer ab und sind bei sogenannten Hygiene- und Querdenken-Demonstrationen aktiv.

Das Ablehnen von Masken und Impfungen aufgrund unseriöser Behauptungen und die Teilnahme an Demonstrationen, die Rechtsextreme systematisch zur Mobilisierung nutzen, sind Anstoß zur Radikalisierung. Die dort vertretenen Ansichten sind durchzogen von antisemitischen, rechtsextremen und antifeministischen Verschwörungserzählungen. Damit stehen sie im direkten Widerspruch zu einer offenen, demokratischen Gesellschaft, der sich auch die Waldorfschulen verschrieben haben.

Es ist unbedingt notwendig, dem etwas entgegenzusetzen! Wir fordern unsere ehemaligen Schulen daher dringend auf, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen. Versäumen Waldorfschulen diese Abgrenzung und scheuen sich vor einer klaren Positionierung, ist es mittelfristig sehr wahrscheinlich, dass Waldorfschulen für rechte VerschwörungsideologInnen immer attraktiver werden. QuerdenkerInnen, die antidemokratische Haltungen vertreten und das Tragen einer Maske zum Schutze anderer mit der Shoah, der Versklavung Schwarzer Menschen oder der Verfolgung des antifaschistischen Widerstands im Dritten Reich gleichsetzen, werden in Waldorfschulen eine ihnen wohlgesinnte Alternative zum staatlichen Schulsystem sehen. Menschen, die diese Entwicklung kritisch beobachten, wenden sich hingegen irritiert ab.

Das müssen wir gemeinsam verhindern! Wir schätzen unsere ehemaligen Schulen und wollen nicht, dass sie Sammelbecken demokratiefeindlicher Verschwörungserzählungen sind oder werden! Dazu ist es wichtig, dass wir verstehen, wie Rechte argumentieren, woran wir falsche Informationen und Verschwörungserzählungen erkennen können und wie wir diesen am besten begegnen. Deshalb wünschen wir uns von den Kollegien: Schaut hin, bildet Euch weiter und vor allem: grenzt Euch ab!

Reason

Wir fordern jede Waldorfschule konkret auf:

  1. Besprecht die Erklärung des Vorstands des Bundes der Freien Waldorfschulen vom Oktober 2020 zum Umgang mit der Pandemie und die überarbeitete Stuttgarter Erklärung in einer Schulkonferenz.
  2. Nutzt diese Erklärung als Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit dem Thema Verschwörungserzählungen und deren Anschlussfähigkeit an der jeweiligen Schule.
  3. Verwendet die Stuttgarter Erklärung zukünftig als Anlage für Verträge mit LehrerInnen und Eltern.
  4. Bildet euch fort, um Verschwörungserzählungen besser zu erkennen und deren antisemitischen, rassistischen und demokratiefeindlichen Argumentationen entschieden entgegentreten zu können.
  5. Handelt früh und entschieden, wenn bekannt wird, dass LehrerInnen Verschwörungserzählungen und falsche Informationen zur aktuellen Gesundheitskrise verbreiten.

Erziehung zur Freiheit ist ein grundlegendes Prinzip der Waldorfpädagogik. Es bedeutet, das Gemeinwohl und die Freiheit unserer Mitmenschen mitzudenken; auch und gerade in Zeiten einer globalen Pandemie. Es liegt in unser aller Verantwortung, diese Werte hochzuhalten. Wir dürfen nicht der Versuchung erliegen, unserer Verunsicherung mit einfachen, aber falschen und demokratiefeindlichen Antworten zu begegnen.

Wir vertrauen darauf, dass der überwiegende Teil der Waldorfgemeinschaft unsere Werte einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft teilt und für diese Verantwortung übernimmt. Gerade in selbstverwalteten Strukturen kommt es auf jede Einzelne von uns an!

Dieser Brief wurde von ehemaligen SchülerInnen verfasst. Wir laden ehemalige SchülerInnen und Eltern ein, den Brief und den damit verbundenen Aufruf zu unterstützen.

Nachtrag: Wir wollen Kritik an Maßnahmen im Zuge der Pandemie nicht pauschal als rechts darstellen. Aber es gibt einen wissenschaftlichen Konsens: Wir stecken mitten in einer Pandemie. Masken, Lüften, Kontaktreduktion und Impfungen helfen. Innerhalb dieses Konsens' können und sollen wir kritisch über das Für und Wider einzelner Maßnahmen streiten. Wenn innerhalb dieses Meinungsstreits aber auf Basis wissenschaftlich nicht belegbarer Fakten argumentiert wird, muss eine Grenze gezogen werden. Genau dafür setzt sich dieser offene Brief ein. Denn diese Verschwörungserzählungen sind durchzogen von antismetischen und antidemokratichen Argumenten und werden gezielt von Rechts zur Mobilisierung genutzt.

Weiterführende Informationen:

Bundeszentrale für politische Bildung - Info Aktuell zu Verschwörungserzählungen

Landeszentrale für Politische Bildung BW - Mit Zivilcourage gegen Extremismus

Correctiv - Faktencheck-Schwerpunkt: Coronavirus

Nachtwey, Oliver; Schäfer, Robert; Frei, Nadine (2020) - Politische Soziologie der Corona-Proteste

Bund der Freien Waldorfschulen - Corona FAQ

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News

Ich halte es für wichtig, eine offene Gesellschaft zu verteidigen bzw. sich für diese einzusetzen. Dies beinhaltet, dass auch die Meinung von Querdenkern gehört wird. ABER: Man darf und muss auch aussprechen, wenn Meinungen und entsprechendes Verhalten Menschenleben gefährden. Masken nerven, sie tun aber nicht weh.

Hier wird das Ideal der »offenen Gesellschaft« zur Phrase. Sämtliche Vorurteile und Klischees, mit denen die Maßnahmenkritiker diffamiert werden, finden sich hier so brav und vollständig aufgezählt wieder, dass einen der Verdacht beschleicht, die Petitenten seien zu ihrer Zeit Musterschüler gewesen, die immer wussten, mit welchen Äußerungen man eine Bestnote erzielt. Es ist ein Dokument des Konformismus, bis hin zum Gendern und dem heute so beliebten Topos von den »Verschwörungserzählungen«. Früher waren Waldorfschulen mal alternative und stolz darauf. Heute schämt man sich dafür.

Why people sign

  • 2 hours ago

    Als ehemalige Waldorfschülerin und mit Kindern in der Waldorfschule ist mir eine klare Stellung gegen rechtes Gedankengut von Waldorfschulen sehr wichtig!

  • 3 hours ago

    Deutliche Abgrenzung gegen Querdenker und Ideologen

  • 4 hours ago

    Ich möchte, daß Waldorfschulen, die Waldorfbewegung, die anthroposophische Bewegung wieder anthroposophischer werden - und nicht politisch rechts werden, Vernunft leugnen und in Dekadenz verfallen!

  • 5 hours ago

    Da ich mit diesen Ideologien nicht einverstanden bin und mein Enkel, der auch eine Waldorfschule am Bodensee besucht, nicht mit solchen Märchen konfrontiert weden soll.

  • Not public Bramsche

    6 hours ago

    Weil mir die Anthroposophie und die Waldorfpädagogik wichtig sind.

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