Petition richtet sich an:
Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV)
Sehr geehrte Damen und Herren, Wir als letzte Kohorte (Sommersemester 2020) des alten Psychologie Bachelors fordern eine Verlängerung der Ausbildungsfrist zum/zur psychologische*n Psychotherapeut*in. Die Approbationsprüfung bis 2032 muss an die Studienbedingungen unter der Covid-19-Pandemie angepasst werden und zwar nicht nur als Härtefall-Regelung (bis 2035).
Begründung
1. Die Covid-19-Pandemie zeigt sich als unberechenbar. Durch erschwerte Studienbedingungen wird den Studierenden von den Ländern eine Verlängerung der Regelstudienzeit gewährleistet, wie z.B. in Rheinland-Pfalz (https://mwwk.rlp.de/de/service/pressemitteilungen/detail/news/News/detail/digitale-lehre-auch-im-sommersemester-2021-wissenschaftsministerium-kuendigt-verlaengerung-der-regel/). Doch wir können eine verlängerte Regelstudienzeit nicht nutzen, wenn wir trotz aller Umstände bis 2032 mit der Psychotherapeut*innen-Ausbildung fertig sein müssen. 2. 12 Jahre zum Abschluss eines Studiums und einer Ausbildung ist zu wenig! Diese Anforderung ist mit vielen Lebensrealitäten nicht vereinbar, da a. die Ausbildung finanziert werden muss, sodass viele Master-Absolvent*innen vor Beginn der Ausbildung zunächst einer anderen psychologischen Tätigkeit nachgehen. b. Familienplanung so schier unmöglich wird. c. uns jungen Menschen so die Chance genommen wird, sich beruflich auszuprobieren, Praktika zu machen oder ins Ausland zu gehen. 3. Von einer Vereinigung von Psychotherapeut*innen (https://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/der-verband/der-verband-stellt-sich-vor/ ) sollte man erwarten, dass sie sich auch für das psychische Wohlergehen der potenziellen Nachfolger*innen bemüht. Diesem immensen Druck, mit Anfang 20 die nächsten 12 Jahre seines Lebens durchplanen zu müssen, fühlen sich die meisten von uns nicht gewachsen. 4. Im Austausch mit anderen Studierenden zeichnet sich ab, dass viele überlegen, die Psychotherapeut*innen-Ausbildung nicht zu absolvieren, wenn dieser zeitliche Rahmen bestehen bleibt. Es gibt in Deutschland eine Unterversorgung von Psychotherapeut*innen und sollte sich ein Großteil der SoSe20 Studierender gegen eine anschließende Ausbildung entscheiden, entsteht langfristig eine Versorgungslücke von Psychotherapeut*innen. 5. Ein Wechseln in den neuen polyvalenten Psychologie und Psychotherapie Bachelor stellt keine Alternative dar, da wir uns damals bewusst für das Psychologie-Studium unter der alten Ordnung entschieden haben und dies auch gerne zu Ende bringen wollen. Zusätzlich stellt uns ein Wechsel vor organisatorische, zeitliche und persönliche Schwierigkeiten. Wir hoffen, dass unsere Bedenken Sie dazu veranlassen, mit uns ins Gespräch zu kommen und gemeinsam eine Übergangsregelung zu entwickeln. Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Die Psychologie-Studierenden der JGU Mainz
Wir danken Ihnen und Euch herzlichst für das Mitwirken in unserem Anliegen!
Uns freuen die vielen unterstützenden und verständnisvollen Kommentare und vor allem, dass unsere prekäre Lage Aufmerksamkeit erhalten hat.
Wir haben in den letzten Wochen viele Gespräche mit Verbänden geführt und uns wurde oft versichert, dass unsere Situation verstanden wird und es richtig und wichtig ist, aktiv für eine Veränderung einzutreten.
Jedoch mussten wir feststellen, dass der Adressat unserer Petition der Falsche ist, um ein Gesetz zu ändern.
Da es sich um ein Bundesgesetz handelt, kann ein Berufsverband wie die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) leider nichts daran ändern; wir hätten uns an den Bundestag wenden müssen und dafür fehlt uns aktuell noch die Unterstützung von zentralen Instanzen.
Durch den falschen Adressaten konnten Verbände und deren Mitglieder die Petition dementsprechend auch nicht unterschreiben und ohne diese Unterstützung können wir unser Ziel nicht erreichen.
Jetzt könnten wir einfach den Adressaten ändern und die Petition weiterlaufen lassen, jedoch mussten wir auch an diesem Punkt feststellen, dass eine Gesetzesänderung ein langwieriger Prozess ist und wir an anderen Stellen ansetzen müssen.
Durch die neu gewonnenen Ansprechpartner, die wir durch unsere Aktion erreichen konnten, arbeiten wir jetzt daran, die Härtefallregelung für die Ausbildung zum/zur psychologischen Psychotherapeut*in auszudehnen und eine bundesweite Möglichkeit für eine Zusatzqualifikation zu erschaffen, mit der man sich für das neue Weiterbildungssystem qualifizieren kann.
Aus diesen Gründen stoppen wir unsere Petition, weil wir dadurch unserem Ziel aktuell nicht näher kommen können.
Wir geben in unserem Anliegen jedoch nicht auf und werden weiterhin daran arbeiten, die Lage der Psychologiestudierenden und der zukünftigen Psychotherapeut*innen in Ausbildung zu verbessern.
Ich höre wohl nicht recht:12 Jahre sollen für ein Studium nicht ausreichend sein? Nonsens! Wer es in dieser Zeit nicht schafft sollte nicht in studierten Beruf zugelassen werden