Der Planungs-Ausschuss des Gemeinderats hat den Abriss eines besonderen Kulturdenkmals in der Karlsruher West-Stadt beschlossen. Wir fordern die Karlsruher Gemeinderäte auf, ihre Verantwortung zum Schutz von Kulturdenkmalen in unserer Stadt zu tragen und Alternativen zum Abriss zu finden. Der 1883 in Karlsruhe geborene Architekt Otto Bartning, dessen berühmte "Notkirchen" (u.a. die Friedenskirche in Weiherfeld) für die UNESCO-Kulturgüterliste im Gespräch sind, hat 1938 mit dem unter Denkmalschutz stehenden Franz Rohde-Haus und dem Garten mit den unter Naturschutz stehenden, 150 Jahre alten Bäume ein echtes Schmuckstück Karlsruher Architektur gebaut. Dieses als Pflegeheim genutzte Haus in der Dragonerstraße soll abgerissen werden. Wer mehr über die Notkirchen des prominenten Karlsruher Architekten, die von Fachleuten sogar als Unesco-Welterbewürdig eingestuft werden, wissen möchte, findet hier dazu Informationen www.otto-bartning.de/unesco/ Fast schon zynisch: Gleichzeitig präsentiert die Städtische Galerie Karlsruhe im Jahr 2017 mit einer großen Ausstellung die Werke des Architekten Bartning und ehrt den berühmten Sohn der Stadt, der mehr als 150 Kirchen, ca. 20 Krankenhäuser und Sozialbauten erreichtet hat, von denen 4 in Karlsruhe zu finden sind - die Markuskirche, die Thomaskirche, die Friedenskirche - und das Franz-Rohde-Haus in der Dragonerstraße. Die Anwohner und Bürger der Weststadt kämpfen mit einer Bürgerinitiative für einen Erhalt des Franz-Rohde-Hauses. Über 500 Unterschriften haben wir schon...aber es sollen mehr werden. Unterstützen Sie uns mit Ihrer Unterschrift und helfen Sie uns, ein Karlsruher Baudenkmal zu erhalten!

Begründung

Derzeit werden von Bauherr und Gemeinderat Interessen vermischt und gegeneinander ausgespielt: Mit der wirtschaftlichen Schaffung von Pflegeplätzen wird argumentiert und so Denkmalschutz und Naturschutz ausgehebelt. Mit der Begründung, das als Pflegeheim genutzte Gebäude sei sanierungsbedürftig, unwirtschaftlich und entspreche nicht den neuen Pflegebestimmungen, plant der Bauherr einen 4-stöckigen Baublock, dem nicht nur das historische Gebäude sondern auch der historische Park zum Opfer fällt. Aber warum werden keine alternativen Nutzungsmöglichkeiten diskutiert und ernsthaft geprüft? Das Straßenbild wird mit einem Neubaublock völlig zerstört und das unter Denkmalschutz stehende Ambiente komplett verändert. Es kann nicht sein, dass Zerstörung alternativlos und die einzige Lösung ist. Nicht erst der Abriss und die Zerstörung der alten "Drogerie Roth" am Stephansplatz in Karlsruhes Innenstadt soll uns daran erinnern, dass Alternativen zu derartigem Raubbau an unserem baugeschichtlichen Kulturerbe und seiner Ästhetik gefunden werden müssen. Auch Ästhetik und Klima sind Werte, die unsere Lebensqualität ausmachen und die es zu schützen gilt. In Otto Bartnings Nachlass findet sich das dieses historische Foto des Altersheims, versehen mit dem handschriftlichen Kommentar des Bauhaus-Architekten und wir danken dem Otto-Bartning-Archiv der TU Darmstadt für die Nutzung. Mehr über diesen bedeutenden Architekten des 20. Jahrhunderts erfahren Sie unter www.otto-bartning.de/bartning

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Dr. Kerstin Unseld aus Karlsruhe
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Neuigkeiten

  • Bitte beachten Sie: Heute Nachmittag veröffentlichte die Stadt Karlsruhe kurzfristig diese Meldung:

    "Aktualisierung am 7. März 2018: Öffentliche Sitzung des Planungsausschusses abgesagt

    Der in öffentlicher Sitzung des Planungsausschusses am Donnerstag, 8. März, vorgesehene Tagesordnungspunkt „Franz-Rohde-Haus: Änderung Bebauungsplan; Stellungnahme zum Antrag der KULT-Fraktion vom 27. September 2016“ wurde abgesetzt. Damit entfällt die öffentliche Sitzung des Planungsausschusses am 8. März 2018."

    Der TOP wurde laut Pressemeldung der Stadt auf einen späteren öffentlichen Termin verschoben, der noch nicht feststeht.

    Hier finden Sie Informationen zum Antrag:
    www.kult-fraktion.de/2018/03/05/franz-rohde-haus-aufstellungsbeschluss-fuer-einen-bebauungsplan-fuer-den-block-dragoner-wendt-ludwig-marum-bluecherstrasse/

  • Sehr geehrte am Erhalt des Franz-Rohde-Haus Interessierte,

    in der Zwischenzeit wurde das von Otto Bartning erbaute Kulturdenkmal - wie Sie möglicherweise der Presse entnehmen konnten - verkauft.
    Der neue Besitzer, Ergon Invest GmbH, kommt aus Freiburg und ist bereits Besitzer des Nachbargrundstücks, auf dem er nun einen 4-stöckigen Neubau und eine Erschließung durch den denkmalgeschützten Garten des Franz-Rohde-Hauses plant.
    Derzeit entwickelt der Investor Pläne für eine „Revitalisierung“ des Kulturdenkmals. Sollten diese Pläne nicht entscheidend von den Entwürfen abweichen, die er im November 2017 der Öffentlichkeit präsentiert hatte, ist eine Denkmalbelangen genügende Sanierung des Hauses (noch) nicht garantiert.
    Der Planungsausschuss der Stadt Karlsruhe wird an diesem Donnerstag in einer öffentlichen Sitzung zum Thema "Denkmalsanierung Franz-Rohde-Haus und Neubau" Stellung nehmen.

    Termin: Donnerstag 8.3.2018 um 16:30 Uhr im Rathaus.

    Informationen finden Sie hier: web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/ris/bi/to0040.php?__ksinr=4906

    Jede/ jeder kann zu diesem wichtigen Termin im Karlsruher Rathaus kommen und diese Sitzung verfolgen.

    Gerne können Sie diese Information an weitere Interessierte weiterleiten!

    Wichtig ist auch die Information, dass der Petitionsausschuss im Landtag von Baden-Württemberg weiter ein Auge auf das Karlsruher Franz-Rohde-Haus hat und inzwischen ein zweites Gutachten beim Otto-Bartning-Archiv der Universität Darmstadt in Auftrag gegeben hat.

  • Sehr geehrte am Erhalt des Kulturdenkmals Franz-Rohde-Haus Interessierte,

    es gibt wesentliche Neuigkeiten, über die ich Sie gerne informieren möchte.

    Das von Otto Bartning errichtete Haus in der Karlsruher Weststadt wurde am 26.9.2017 an einen neuen Eigentümer, die Ergon Invest GmbH Freiburg, verkauft. Dem Investor gehört bereits das hinter dem Franz-Rohde Haus liegende Grundstück Blücherstraße 20. Seit dem 1.Oktober steht das Franz-Rohde-Haus nun leer.

    Die Stadt Karlsruhe hatte zuvor auf ihr im Grundbuch eingetragenes Vorkaufsrecht verzichtet. Sie hat dies auf der Basis von Umbau- und Neubauplänen des Investors getan, die Denkmalexperten sehr beunruhigen und großen Anlass zur Sorge geben. Das Kulturdenkmal ist weiter durch Kernsanierung und massiven Anbau in Gefahr, zerstört zu werden. Außerdem ist in einem zweiten Schritt eine intensive Innenbebauung des angrenzenden Grundstücks (Blücherstraße 20) mit einem 3-stöckigen Wohnhaus plus Tiefgarage geplant, das durch den natur- und denkmalgeschützten Park des Franz-Rohde-Hauses seine Zufahrt erhalten soll. Oberbürgermeister Dr. Mentrup sprach in diesem Zusammenhang in der Presse von „wirtschaftliche Synergien“, die dem Investor mit Hilfe der städtischen Planungshoheit bereits in Aussicht gestellt wurden.

    Mit dieser Planung wird inzwischen nicht nur das Franz-Rohde-Haus selbst sondern das komplett unter Denkmalschutz stehende Quartier beschädigt und massiv verändert. Die Gefahr besteht auch, dass mit der Errichtung einer Innenbebauung generell ein Präzedenzfall für die Bebauung der Weststadt geschaffen wird und nach und nach diese durch Kulturdenkmale geprägten Viertel mit ihren großzügigen Innengrünflächen bebaut werden können. Ein ganzer Stadtteil läuft hier Gefahr, sein „Gesicht“ zu verlieren.

    Natürlich beobachten wir das sehr genau. Ein erster Schritt dazu ist, dass der Investor angeboten hat, Interessierten seine Pläne zu präsentieren und zu erklären. Dieses wird am 20.11.2017 um 18 Uhr im Generallandesarchiv (Nördliche Hildapromenade 4) stattfinden. Das ist eine öffentliche Veranstaltung!

    Hier haben alle Interessierte die Möglichkeit, sich zu informieren.

Pro

Schon der Abriss der "Hofdrogerie Roth" in der Herrenstraße in 2011 ist eigentlich ein Skandal gewesen. Nun kann man erneut beobachten, was der Denkmalschutz in Karlsruhe wirklich wert ist. Als "kleiner Bürger" muss ich mich dem Denkmalschutzamt bei Renovierungen beugen, so größer der finanzielle Reiz zu sein scheint, um so eher scheint es jedoch auch rechtliche Mittel zu geben, den Denkmalschutz auszuhebeln. Gleiches Recht für alle und somit "Bestandsschutz". Dürfte eigentlich überhaupt keine Diskussion sein.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.