Fördermittel für Bibliotheken werden in NRW an die Bedingung geknüpft, dass dort mindestens eine hauptberufliche Person arbeitet. Diese Regelung muss abgeschafft und überarbeitet werden, so dass auch Ehrenamtler gefördert werden können.

Begründung

Fördermittel für Bibliotheken werden in NRW an die Bedingung geknüpft, dass dort mindestens eine hauptberufliche Person arbeitet. Damit werden ehrenamtlich geführte Bibliotheken, die meist hoch qualifizierte Arbeit leisten und sich in Ihrer Freizeit weiterbilden, ohne sachlichen Grund von Förderungen ausgeschlossen. Innovative Projekte sind so nicht möglich. Doch sichern ehrenamtliche Bibliotheken die Nahversorgung auch in ländlichen Regionen und helfen, wo kommunale Finanzmittel gering sind. Durch die Regelung in NRW, die einseitig Große Bibliotheken fördert, drohen sie den Anschluß zu verlieren.

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  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
    das lange Warten hat ein Ende: es ist Post vom Landtag eingetroffen. Der Petitionsausschuss hat in seiner Sitzung vom 4.9.2012 über unser Anliegen beraten.

    Eine lange Stellungnahme greift vor allem die Leistungsfähigkeit der ehrenamtlich geführten Bibliotheken auf. Diese seien nicht oder nicht ausreichend in der Lage, das Ziel des Landes NRW zu erfüllen, "ein qualifiziertes bibliothekarisches Angebot zu schaffen bzw. zu erhalten und Innovationen und Weiterentwicklung anzustoßen", so der mir zugesandte Protokollauszug.

    Eine Bibliothek müsse "mit einem Minimum an Fachpersonal ausgestattet sein (...), um ein Mindestmaß an Professionalität der Arbeit zu gewährleisten".

    In dem Protokollauszug fällt auf, dass Hauptamtlichkeit mit Leistungsfähigkeit gleichgesetzt wird. Es wird nicht danach gefragt, wieviel Stunden nun gearbeitet wird; es wird auch nicht nach geeigneten Qualifikationen gefragt.

    So ist in unserer Bibliothek ein Stab von 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aktiv - davon können kommunale Büchereien meist nur träumen. Wir haben jeden Tag geöffnet, und einige unserer Mitarbeiter kommen locker auf 38,5 Stunden/Woche.

    Gerade bei innovativen Angeboten zur Leseförderung bei Kindern stellt sich außerdem die Frage, welche Qualifikation denn in diesem Bereich für Professionalität und fundierte Didaktik steht. Bibliothekare - oder nicht auch z.B. Frühpädagogen?

    Immerhin: "Eine Überarbeitung der Förderrichtlinien (...) wird derzeit geprüft". Es lohnt sich also, weiterhin aktiv zu sein, und der Lobby der Besitzstandswahrer etwas entgegenzusetzen, damit künftig eine sinnvollere Förderung möglich wird.

    Herzlichen Dank für Ihre bisherige Hilfe - und viel Elan und Spaß weiterhin, bleiben wir, bleiben Sie dran!

    M. Ziemons

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
    immer wieder erhalte ich Nachfragen nach dem aktuellen Stand unserer Petition. Es freut mich, das das Interesse nicht abflaut!

    Leider kann ich noch nichts Aktuelles mitteilen. Die Landtagsverwaltung hat den Erhalt bestätigt und will Stellungnahmen der Ministerien einholen. Mehr habe ich noch nicht gehört. Aber sobald es etwas Neues gibt, melde ich mich!

    Wenn Sie die Wartezeit gut nutzen wollen, können Sie Ihre Landtagsabgeordneten mal in ihre Bibliothek einladen...

    Herzliche Grüße, M. Ziemons

  • Auch nach Ende der Zeichnungsfrist treffen Unterschriftenlisten mit Unterstützerinnen und Unterstützern der Petition ein. Auch diese Unterschriften werden in jedem Fall an den Landtag in NRW gehen. Derzeit läuft eine Anfrage an die Administratoren von OpenPetition, ob wir die Listen auch noch digital mitzählen können. Aber unabhängig davon geht alles an den Landtag, was bis Samstag noch bei mir oder in der Brander Bücherinsel (KÖB Bücherinsel St. Donatus, Donatusplatz 1, 52078 Aachen) eintrifft.

    Herzlichen Dank an alle Unterstützerinnen und Unterstützer, an die Kolleginnen und Kollegen der evangelischen und katholischen ehrenamtlich geführten Bibliotheken, an die Büchereifachstellen und die Presse - wie auch immer die Petition beschieden wird, wir bleiben dran.

    Vielleicht laden Sie ja auch mal Ihre Landtagsabgeordneten zum politischen Frühstück in die Bibliothek, oder zur Vorlesestunde - irgendwann muss die unsinnige Regel fallen. Wir müssen nur lästig bleiben. Gut sind wir ja schon.

    Fröhliche Grüße aus Aachen-Brand, Michael Ziemons

Pro

Ehrenamtlich geführte Bibliotheken legen seit Jahren transparent gegenüber Träger und Staat Rechenschaft über ihre Finanzen ab, geben über ihre inhaltliche Arbeit Auskunft und bilden Mitarbeiter in Kursen weiter. Sie peppen auch ganz schön die DBS auf!

Contra

Durch das Fallen dieser 'Hürde' bestünde die Gefahr, dass sich als 'Nebenwirkung' die Zahl hauptamtlich geführter Bibliotheken weiter verringern würde. Der Zugang zu Landesfördermitteln ist einer der wenigen harten Fakten die sich in die Waagschale werfen lassen, wenn es (bei jedem Personalwechsel aufs neue) mal wieder um die Frage geht, ob eine kleine Stadtbücherei denn wirklich hauptamtliches Fachpersonal braucht. Anderswo geht das doch schliesslich auch mit Ehrenamtlichen.