Region: Kempten

Kein Industrieprojekt am Mariaberg – Stoppt die 23-Hektar-PV-Anlage in Kemptens Naherholungsgebiet

Petition richtet sich an
Oberbürgermeister und Stadtrat der Stadt Kempten im Allgäu

2.028 Unterschriften

Sammlung beendet

2.028 Unterschriften

Sammlung beendet

  1. Gestartet 13.03.2026
  2. Sammlung beendet
  3. Einreichung vorbereiten
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Petition richtet sich an: Oberbürgermeister und Stadtrat der Stadt Kempten im Allgäu

Wir fordern den sofortigen Stopp der geplanten 23 Hektar großen Photovoltaik-Freiflächenanlage am Mariaberg (Johannisried).

Was hier geplant ist, ist kein kleines Klimaschutzprojekt – es ist eine Industrieanlage in der Größe von rund 33 Fußballfeldern mitten in einem der wichtigsten Naherholungsgebiete unserer Stadt Kempten.
Beleg Projektdetails z.B.: Sitzungsvorlage Stadt Kempten, 18.07.2024: Vorhabenbezogener Bebauungsplan

Der Mariaberg ist Naturraum, Aussichtspunkt, Identifikationsort und Rückzugsgebiet für Bürgerinnen und Bürger. Dieses Gebiet ist für viele Menschen in Kempten und Umgebung unverzichtbar – für Spaziergänge, Sport, Naturerleben und als Ausgleich zum Alltag.
Status Naherholungsgebiet: www.allgaeu.de

Eine großflächige Überbauung mit Solarmodulen würde diesen Landschaftsraum dauerhaft verändern und entwerten. Durch die exponierte Hanglage wäre die Anlage weithin sichtbar und würde das Landschaftsbild massiv beeinträchtigen. Besonders betroffen ist die Nachbargemeinde Buchenberg, deren touristische Attraktivität maßgeblich vom offenen Landschaftscharakter lebt. Die wirtschaftlichen Folgen für Tourismus und regionale Wertschöpfung sind nicht ausreichend geprüft und nicht akzeptabel.
Beleg Kritik: Allgäuer Zeitung, 25. Juni 2024: Was kann Buchenberg gegen von Kempten geplante PV-Anlage tun? Bürger fragen nach

Klimaschutz ist notwendig – aber er darf nicht auf Kosten unseres letzten großen Naherholungsgebiets erfolgen. Kempten verfügt über zahlreiche Alternativflächen, darunter privilegierte Standorte entlang von Verkehrsachsen, die deutlich geringere Auswirkungen hätten.

Wir sagen klar:
Energiewende ja – Naturzerstörung und Landschaftsverbrauch in dieser Dimension nein.
Deshalb fordern wir:

  • die vollständige Aufgabe der Planungen am Standort Mariaberg/Johannisried,
  • die Prüfung natur- und landschaftsschonender Alternativen,
  • echte Bürgerbeteiligung bei Projekten dieser Tragweite.

Lasst uns den Mariaberg als einzigartigen Naturraum bewahren und nicht einer Industrieanlage opfern.

Begründung

Wir sind nicht grundsätzlich gegen Erneuerbare Energien oder Freiflächen-Photovoltaik. Aber wir sprechen uns klar gegen den Bau einer PV-Anlage auf dem Mariaberg aus. Warum?

1. Angemessene Waldnutzung und Umweltverträglichkeitsprüfung
Holznutzung ist wichtig. Doch die flächendeckende Abholzung innerhalb des Flächennutzungsplans und an angrenzenden Biotopflächen für die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage widerspricht einem nachhaltigen Gedanken. Ein späterer Zugang zur Bewirtschaftung wäre nicht möglich gewesen. Waldflächen sind, wenn auch Nutzwald, CO₂-Speicher, Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten sowie unverzichtbar für den Wasserhaushalt.
Wir fordern ganzheitliche Planungen zwischen Forstwirtschaft und Energiewirtschaft sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung im Bereich der Biotope.
Beleg Rodungskritik: Allgäuer Zeitung, März 2026: www.allgaeuer-zeitung.de

2. Erhalt des letzten großen Naherholungsgebiets für die Bevölkerung
Mit der Anlage würde das letzte großflächige, zusammenhängende Naherholungsgebiet der Stadt geopfert. Dieses Gebiet erfüllt zentrale Funktionen für die Lebensqualität von uns Menschen – als Ort für Bewegung, Naturerlebnis, Umweltbildung und mentale Gesundheit.
Wir fordern den dauerhaften Schutz dieses Gebiets als Erholungs- und Landschaftsraum. Die Energiewende darf nicht auf Kosten der Lebensqualität umgesetzt werden.

3. Vorrang für bereits geeignete und privilegierte Flächen
In Kempten bestehen nachweislich über 270 Hektar an privilegierten Flächen, unter anderem entlang von Verkehrsachsen der Autobahn (A7), auf denen Photovoltaikanlagen ohne zusätzlichen Bebauungsplan realisierbar wären.
Wir fordern eine verbindliche Priorisierung solcher vorbelasteter Flächen, bevor unzerschnittene Natur- und Waldgebiete in Anspruch genommen werden. Die Energiewende muss flächenschonend, umsichtig, volkswirtschaftlich sinnvoll und raumplanerisch verantwortungsvoll erfolgen.
Beleg Flächenpotenzial: Sitzung des Planungs- und Bauausschusses, 23. Januar 2024PV-Leitfaden Stadt Kempten / Stadtratsbeschluss 2024: www.kempten.de sowie www.allgaeuer-zeitung.de

4. Einbindung betroffener Nachbargemeinden und Tourismusorte
Nachbargemeinden wurden bislang nicht in die Planungen einbezogen. Insbesondere der Tourismusort Buchenberg wäre durch die massive landschaftliche Veränderung erheblich betroffen: Auswirkungen auf umliegende Beherbergungsbetriebe, Lebensqualität und Freizeitangebote sind nicht ausreichend berücksichtigt.
Wir fordern eine umfassende interkommunale Abstimmung und Beteiligung aller betroffenen Gemeinden sowie der regionalen Tourismusakteure. Über Großprojekte dieser Dimension darf nicht isoliert entschieden werden.
Beleg: Allgäuer Zeitung, z.B. 25. Juni 2024: Was kann Buchenberg gegen von Kempten geplante PV-Anlage tun? Bürger fragen nach und 31.Juli 2024: Energieversorgung in Kempten: Umstrittene Solarprojekte Johannisried und Öschberg nehmen nächste Hürde

5. Ganzheitliche Energiewendestrategie statt einseitiger Großprojekte
Kempten verfügt über erhebliches Potenzial für Aufdachanlagen sowie umfangreiche privilegierte Flächen für Freiflächenanlagen. Eine nachhaltige Energiewende erfordert Diversifizierung und dezentrale Lösungen statt einer einzelnen, landschaftsprägenden Megaanlage.
Wir fordern die Erarbeitung eines transparenten, ganzheitlichen Energiekonzepts, das ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte gleichwertig berücksichtigt und Alternativen ernsthaft prüft.

ÜBERSICHT DER ERWÄHNTEN QUELLEN

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Zukunft für den Mariaberg, Buchenberg
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 13.03.2026
Sammlung endet: 31.07.2026
Region: Kempten
Kategorie: Umwelt

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer

    für den Erhalt des Mariabergs als Naherholungsgebiets und gegen die PV-Anlage dort. Weg Ostern und anderer Baustellen war es zuletzt etwas ruhig hier, doch hinter den Kulissen, sind wir weiter fleißig. Zeit für ein kurzes Update und die nächsten Schritte: 

    GRATULATION - QUORUM ERREICHT
    Wir haben mit 2.028 Unterschriften (davon 1.092 aus KE Stadtgebiet) längst das Quorum erreicht. Das bedeutet, die Petitions-Plattform kontaktiert sämtliche Stadträte mit unserem Anliegen und bittet um Stellungnahme.  

    WIR BRAUCHEN WEITER DEINE UNTERSTÜTZUNG
    Ob der Bebauungsplan für die PV-Anlage verabschiedet wird, hängt davon ab, wie viele Stadträte/Stadträtinnen dafür oder dagegen stimmen. Daher bitten wir euch in der nächsten Phase um drei Dinge: 

    1. Sprecht mit Stadträten, 
    die ihr kennt und werbt für das Anliegen der Petition.
    Da kennst du bestimmt auch jemand, oder? https://wahlen.osrz-akdb.de/sw-p/763000/2/20260308/gemeinderatswahl_gemeinde/index.html?jfwid=4270 

    2. Werbt weiter bei Freunden/Bekannten 
    für die Unterzeichnung der Petition: openpetition.org/!mariaberg
     
    3. Diskutiert auf der Seite der Online-Petition mit, 
    da die Petitions-Kritik der PV-Befürworter mehr Unterstützung bekommt als unsere Argumente für den Erhalt des Mariabergs: openpetition.org/!mariaberg

    WIE ES WEITERGEHT
    Am 12.5. tagt der Planungs- und Bauausschuss um 16 Uhr, in dem das Bauvorhaben der PV-Anlage in Johannisried vorgestellt werden soll. Ab dann gibt es für 30 Tage eine Einspruchsfrist, in der wir aktiv werden können - doch dazu später mehr. 

    Vielen Dank für eure Unterstützung für die Initiative und den Mariaberg
    euer Orga-Team Simon, Stefan, Richard

    PS: Wer noch Unterschriften-Listen auf Papier vorliegen hat, bitte im Briefkasten in der Mühlenstr. 13 einwerfen. Vielen Dank für eure Mühe. 

  • Liebe Leute,
    erst einmal vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung für das Anliegen, den Mariaberg als Naherholungsraum für Kempten und künftige Generationen zu erhalten.

    Wer es noch nicht gemerkt hat: Unserem Anliegen haben sich schon fast 600 Menschen in Kempten und Umgebung angeschlossen.

    EINE BITTE
    Bitte teilt weiterhin die Petition in eurer Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Schul- oder Kita-Gruppe, bei der Arbeit oder über Social Media bzw. WhatsApp Status.
    Bitte unterschreiben und teilen.

    » www.openpetition.de/!mariaberg

    HINWEIS
    Da im Kemptener Stadtrat darüber abgestimmt wird, ob der Bebauungsplan kommt, ist ganz besonders auch Bewusstsein und Unterstützung aus Kemptens Stadtgebiet gefragt.

    Also fleißig teilen und darüber sprechen, auf dass wir uns noch lange über den schönen Mariaberg freuen können und ihn genießen können.

    Simon Schnetzer, Stefan Egli, Richard Forster
    Initiatoren der Online-Petition
  • Sehr geehrte Unterstützende,

    die Petition wurde gemäß unserer Nutzungsbedingungen überarbeitet. Die temporäre Sperrung wurde wieder aufgehoben und die Petition kann nun weiter unterzeichnet werden.

    Wir bedanken uns für Ihr Engagement!

    Ihr openPetition-Team

In Bayern und speziell im Allgäu ist die Häufigkeit von PV-Abschaltungen (Einspeisemanagement) in den letzten Jahren massiv gestiegen, da der Solarausbau schneller voranschreitet als der Netzausbau.

Ich verstehe den Unmut. Aber stellen wir uns die richtigen Fragen: Geht der Boden kaputt? Nein - PV-Anlagen sind reversibel. Sind Tiere gefährdet? Nein. Extensive Beweidung unter Modulen ist möglich, sogar biodiversitätsfördernd (Studien belegen: Insekten, Bodenbrüter profitieren). Klimaschutz ist kein "Industrieprojekt", sondern Notwendigkeit. Wer blockiert, muss Alternativen liefern - nicht nur "woanders". Auch Autobahnen sind hier durch unsere Gesetzteslage derzeit nur schwer verwendbar.

Helfen Sie mit, Bürgerbeteiligung zu stärken. Wir wollen Ihren Anliegen Gehör verschaffen und dabei weiterhin unabhängig bleiben.

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