Petition addressed to:
Oberbürgermeister und Stadtrat der Stadt Kempten im Allgäu
Wir fordern den sofortigen Stopp der geplanten 23 Hektar großen Photovoltaik-Freiflächenanlage am Mariaberg (Johannisried).
Was hier geplant ist, ist kein kleines Klimaschutzprojekt – es ist eine Industrieanlage in der Größe von rund 33 Fußballfeldern mitten in einem der wichtigsten Naherholungsgebiete unserer Stadt Kempten.
Beleg Projektdetails z.B.: Sitzungsvorlage Stadt Kempten, 18.07.2024: Vorhabenbezogener Bebauungsplan
Der Mariaberg ist Naturraum, Aussichtspunkt, Identifikationsort und Rückzugsgebiet für Bürgerinnen und Bürger. Dieses Gebiet ist für viele Menschen in Kempten und Umgebung unverzichtbar – für Spaziergänge, Sport, Naturerleben und als Ausgleich zum Alltag.
Status Naherholungsgebiet: www.allgaeu.de
Eine großflächige Überbauung mit Solarmodulen würde diesen Landschaftsraum dauerhaft verändern und entwerten. Durch die exponierte Hanglage wäre die Anlage weithin sichtbar und würde das Landschaftsbild massiv beeinträchtigen. Besonders betroffen ist die Nachbargemeinde Buchenberg, deren touristische Attraktivität maßgeblich vom offenen Landschaftscharakter lebt. Die wirtschaftlichen Folgen für Tourismus und regionale Wertschöpfung sind nicht ausreichend geprüft und nicht akzeptabel.
Beleg Kritik: Allgäuer Zeitung, 25. Juni 2024: Was kann Buchenberg gegen von Kempten geplante PV-Anlage tun? Bürger fragen nach
Klimaschutz ist notwendig – aber er darf nicht auf Kosten unseres letzten großen Naherholungsgebiets erfolgen. Kempten verfügt über zahlreiche Alternativflächen, darunter privilegierte Standorte entlang von Verkehrsachsen, die deutlich geringere Auswirkungen hätten.
Wir sagen klar:
Energiewende ja – Naturzerstörung und Landschaftsverbrauch in dieser Dimension nein.
Deshalb fordern wir:
- die vollständige Aufgabe der Planungen am Standort Mariaberg/Johannisried,
- die Prüfung natur- und landschaftsschonender Alternativen,
- echte Bürgerbeteiligung bei Projekten dieser Tragweite.
Lasst uns den Mariaberg als einzigartigen Naturraum bewahren und nicht einer Industrieanlage opfern.
Reason
Wir sind nicht grundsätzlich gegen Erneuerbare Energien oder Freiflächen-Photovoltaik. Aber wir sprechen uns klar gegen den Bau einer PV-Anlage auf dem Mariaberg aus. Warum?
1. Angemessene Waldnutzung und Umweltverträglichkeitsprüfung
Holznutzung ist wichtig. Doch die flächendeckende Abholzung innerhalb des Flächennutzungsplans und an angrenzenden Biotopflächen für die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage widerspricht einem nachhaltigen Gedanken. Ein späterer Zugang zur Bewirtschaftung wäre nicht möglich gewesen. Waldflächen sind, wenn auch Nutzwald, CO₂-Speicher, Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten sowie unverzichtbar für den Wasserhaushalt.
Wir fordern ganzheitliche Planungen zwischen Forstwirtschaft und Energiewirtschaft sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung im Bereich der Biotope.
Beleg Rodungskritik: Allgäuer Zeitung, März 2026: www.allgaeuer-zeitung.de
2. Erhalt des letzten großen Naherholungsgebiets für die Bevölkerung
Mit der Anlage würde das letzte großflächige, zusammenhängende Naherholungsgebiet der Stadt geopfert. Dieses Gebiet erfüllt zentrale Funktionen für die Lebensqualität von uns Menschen – als Ort für Bewegung, Naturerlebnis, Umweltbildung und mentale Gesundheit.
Wir fordern den dauerhaften Schutz dieses Gebiets als Erholungs- und Landschaftsraum. Die Energiewende darf nicht auf Kosten der Lebensqualität umgesetzt werden.
3. Vorrang für bereits geeignete und privilegierte Flächen
In Kempten bestehen nachweislich über 270 Hektar an privilegierten Flächen, unter anderem entlang von Verkehrsachsen der Autobahn (A7), auf denen Photovoltaikanlagen ohne zusätzlichen Bebauungsplan realisierbar wären.
Wir fordern eine verbindliche Priorisierung solcher vorbelasteter Flächen, bevor unzerschnittene Natur- und Waldgebiete in Anspruch genommen werden. Die Energiewende muss flächenschonend, umsichtig, volkswirtschaftlich sinnvoll und raumplanerisch verantwortungsvoll erfolgen.
Beleg Flächenpotenzial: Sitzung des Planungs- und Bauausschusses, 23. Januar 2024; PV-Leitfaden Stadt Kempten / Stadtratsbeschluss 2024: www.kempten.de sowie www.allgaeuer-zeitung.de
4. Einbindung betroffener Nachbargemeinden und Tourismusorte
Nachbargemeinden wurden bislang nicht in die Planungen einbezogen. Insbesondere der Tourismusort Buchenberg wäre durch die massive landschaftliche Veränderung erheblich betroffen: Auswirkungen auf umliegende Beherbergungsbetriebe, Lebensqualität und Freizeitangebote sind nicht ausreichend berücksichtigt.
Wir fordern eine umfassende interkommunale Abstimmung und Beteiligung aller betroffenen Gemeinden sowie der regionalen Tourismusakteure. Über Großprojekte dieser Dimension darf nicht isoliert entschieden werden.
Beleg: Allgäuer Zeitung, z.B. 25. Juni 2024: Was kann Buchenberg gegen von Kempten geplante PV-Anlage tun? Bürger fragen nach und 31.Juli 2024: Energieversorgung in Kempten: Umstrittene Solarprojekte Johannisried und Öschberg nehmen nächste Hürde
5. Ganzheitliche Energiewendestrategie statt einseitiger Großprojekte
Kempten verfügt über erhebliches Potenzial für Aufdachanlagen sowie umfangreiche privilegierte Flächen für Freiflächenanlagen. Eine nachhaltige Energiewende erfordert Diversifizierung und dezentrale Lösungen statt einer einzelnen, landschaftsprägenden Megaanlage.
Wir fordern die Erarbeitung eines transparenten, ganzheitlichen Energiekonzepts, das ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte gleichwertig berücksichtigt und Alternativen ernsthaft prüft.
ÜBERSICHT DER ERWÄHNTEN QUELLEN
Geeignete Plätze suchen dafür nicht in schützendswerte Natur, die billiges Land bedeuten. Bestückung aller staatlicher Gebäude mit Voltaig.