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DER TITEL

Der Titel ist das Erste, was andere von Ihrer Petition sehen. Er sollte auf einen Blick klar erkennen lassen, was Ihre Forderung ist und neugierig machen. Ohne guten Titel bleibt das wichtigste Anliegen unbeachtet.

Beispiele für erfolgreiche Petitions-Titel:

Landrat Bielefeld, handeln Sie jetzt! Freies WLAN an Cuxhavener Schulen“: Spricht den Adressaten direkt an und formuliert klar und deutlich die Forderung.

Es ist fünf nach zwölf. Bessere Rahmenbedingungen für Grundschulen jetzt!“: Klar und eindeutig. Erinnert an die Redewendung “Es ist fünf vor zwölf” und macht die enorme Dringlichkeit des Anliegens klar. So hat man auch gleich ein Schlagwort für eine Kampagne und einen hohen Wiedererkennungswert in den Medien.

Bivsi und ihre Eltern sollen wieder zurück nach Deutschland“: Kurz und direkt. Der Titel sagt nicht alles und macht neugierig, mehr über den Hintergrund zu erfahren.

Beispiele für ungeeignete Titel:

Todesstrafe für Pastor im Iran“: Uneindeutig formuliert – gefordert wurde die Freilassung des Geistlichen, nicht die Todesstrafe.

Protest gegen die EU-Richtlinie RL 2010/63/EU“: Worum mag es sich handeln? Die wenigsten dürften dieses Verwaltungskürzel kennen. Katzen und Hunde, die freilaufend aufgegriffen werden, sollen in Tierversuchslabore übergeben werden können – darum geht es und das sollte im Titel sofort erkennbar sein.

DAS BILD

Ihre Petition sollte auf keinen Fall ohne Bild online gehen, denn der erste Blick zählt. Unterstützende wie Journalistinnen und Journalisten werden einer ansprechenden, gut durchdachten Petition mehr Aufmerksamkeit schenken als einer auf die Schnelle erstellten Petition ohne Bild. Menschen denken in Bildern – und verbreiten sie gern weiter. Für eine korrekte Darstellung ein Bild im Querformat mit Seitenverhältnis 3:2 hochladen. Bitte achten Sie darauf, dass Sie Bildmaterial verwenden, dessen Lizenzen Sie kennen. Diese finden Sie zum Beispiel hier und hier. Wir haften für die Inhalte auf diesem Portal und behalten uns vor, nicht einwandfrei gekennzeichnete Bilder zu löschen.

Wählen Sie eine aktive, starke Geste, hinter der sich viele Menschen versammeln können.

Sie wollen etwas aktiv verändern: Wenn Sie ein inspirierendes Vorbild zeigen, werden sich Ihnen viele anschließen wollen. Zeigen Sie, dass Ihr Anliegen mobilisiert! So wie die Petition „Siemens-Mitarbeiter kämpfen gegen den Verkauf des Generatorenwerkes Erfurt„.

Erzählen Sie eine persönliche Geschichte – konzentrieren Sie sich auf die Betroffenen

Zur Betroffenheit und zum Handeln und einer einzelnen Person können wir sofort eine Beziehung herstellen. Bei der Petition gegen die Abschiebung der 15-jährigen Bivsi hat das sehr gut funktioniert.

Zeigen Sie ein Symbol für etwas nicht Greifbares

Ist Ihr Anliegen unsichtbar, wie z.B. Rahmenbedingungen im Bildungssystem oder Studiengebühren,  nehmen Sie einen Symbol, an dem das Problem oder dessen Dringlichkeit greifbar wird. Verdeutlichen Sie das Problem mit einem Vergleich oder setzen Sie sprachliche Wendungen in Bilder um. Ein  klingelnder Wecker in Verbindung mit dem Petitionstitel „Es ist fünf nach zwölf. Bessere Rahmenbedingungen für Grundschulen jetzt!“ macht deutlich, wie akut die Forderung der Petenten ist. Gut ist auch die Verwendung des Verbandslogos, das einen hohen Wiedererkennungswert garantiert. Genauso gut ist eine Flamme in Kombination mit dem Spruch „Wir brennen für Bildung“ bei der Petition „Gegen die Einführung von Studiengebühren!„.

DER TEXT

Der Text ist das Herzstück der Petition. Hier erklären Sie Ihre Forderung und können andere Menschen von Ihrem Anliegen überzeugen. Ihre Forderung sollte so konkret wie möglich sein. Im ersten Abschnitt beantworten Sie die folgenden Fragen: Was genau möchten Sie erreichen? An wen richtet sich die Forderung? Wer steht hinter der Forderung?

Unter “Begründung” können Sie genau darlegen, warum Ihr Anliegen wichtig ist. Beschreiben Sie die aktuelle Situation und wieso sie geändert werden muss. Machen Sie deutlich, wie die Forderung darauf einwirken würde. Hier können Sie auch einzelne Beispiele oder Ihre individuelle Erfahrung teilen. Die Begründung sollte nicht zu lang sein. Es lohnt sich, weiterführende Informationen auf einer eigenen Seite oder auf Facebook anzubieten und die Unterstützenden über die Neuigkeiten-Funktion darauf hinzuweisen. Die Begründung Ihrer Petition sollte logisch nachvollziehbar sein. Es ist wichtig, dass Sie sich auf die aktuelle Gesetzeslage beziehen.

Ihre Petition wirkt überzeugender, wenn Sie Ihre Aussagen mit Quellen belegen. Fügen Sie dazu Links zu Artikeln oder Studien ein. Achten Sie sehr genau auf die Seriosität der Quellen, sonst wird die ganze Petition unglaubwürdig. Eine Petition ist kein Roman, sondern eine gut begründete Forderung. Achten Sie auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung und verwenden Sie eine klare, einfache Sprache.

EMPFÄNGERINNEN & EMPFÄNGER

Die adressierten Personen Ihrer Petition sind diejenigen, die über Ihr Anliegen entscheiden kann. Wenn Sie Ihre Forderungen an jemanden richten, der dafür gar nicht zuständig ist, erreichen Sie nichts. Deshalb müssen Sie sich vorher genau überlegen, wer die richtigen Empfängerinnen und Empfänger sind: Konkrete Personen, ein Parlament oder eine Organisation aus Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft. Einträge wie „Merkel“, „Behörde“ oder „Alle“ machen wenig Sinn. Grundsätzlich ist es sinnvoll, Ihr Anliegen in den Petitionsausschuss der betreffenden Ebene, z.B. „Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages“, einzureichen. Auf der Bundesebene sowie auf der Länderebene gibt es Petitionsausschüsse. Auf der Kommunalebene richten sich die meisten an den Gemeinde- oder Stadtrat.

REGION UND FRIST

Die Region der Petition richtet sich nach dem Betroffenenkreis. Betrifft das Anliegen Menschen in Köln, in Nordrhein-Westfalen oder in ganz Deutschland? Richtet sich eine Petition zum Beispiel an das ZDF mit einer Forderung, die das Fernsehprogramm betrifft, ist nicht Mainz die Region, auch wenn das ZDF dort seinen Sitz hat, sondern Deutschland, weil das Fernsehprogramm ganz Deutschland betrifft.

Ist das Anliegen akut, weil etwa in einer Woche die entscheidende Stadtratssitzung stattfindet? Oder arbeiten Sie auf ein Ereignis in zwei Monaten hin? Länger als ein Jahr sollten Petitionen auf openPetition nicht laufen. Längere Laufzeiten verzerren ein Anliegen und dessen akute Dringlichkeit. Es macht einen großen Unterschied, ob über ein Jahr hinweg 1.000 Unterschriften gesammelt werden oder in einer Woche.

QUORUM BZW. SAMMELZIEL

Petitionen an nicht-staatliche Instanzen wie bspw. einen Fernsehsender, eine Bank oder ein privates Unternehmen, haben ein frei definierbares Sammelziel. Eine Petition sollte ein sinnvolles Sammelziel haben. D.h. hoch genug, um öffentlichen Druck aufzubauen und dabei aber noch realistisch erreichbar. Ein unerreichbar hohes Ziel ist demotivierend, ein zu niedriges erweckt den Anschein, dass man sich gar nicht erst anstrengen (und überhaupt nicht unterzeichnen) muss. Je nachdem, wie groß der Betroffenenkreis des Anliegens ist, variiert diese Höhe. In einer kleinen Gemeinde sind bereits einige hundert Unterschriften eine große Menge, während für deutschlandweite Anliegen schon mindestens 10.000 anzustreben sind.

Richtet sich die Petition an ein Parlament (Gemeinderat, Landtag usw.), gibt es auf openPetition ein Quorum. Die Höhe des Quorums richtet sich dabei nach der Zahl an Stimmen, die ein Abgeordneter oder eine Abgeordnete braucht, um in das jeweilige Parlament gewählt zu werden. Wird das openPetition-Quorum erreicht, fragt openPetition Stellungnahmen der Abgeordneten (Gemeinderäte, Landtagsabgeordnete usw.) an. Die Antworten sind dann auf der Petitionsseite einsehbar und tragen zu einem offenen Bürger-Politik-Dialog bei.

Achtung: Das Erreichen des openPetition-Quorums bedeutet nicht, dass das Anliegen automatisch Erfolg hat. Ebensowenig bedeutet ein Nicht-Erreichen des Quorums, dass die Petition gescheitert ist. Auch Petitionen, die das Quorum nicht erreichen, sollten eingereicht werden – denn sie können erfolgreich sein!

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