Erhalt Monheimer Grünzug - Kein Bayer04 Leistungszentrum

Petition is addressed to
Mitglieder des Regionalrates der Bezirksregierung Düsseldorf und kommunale Gremien

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News

01/04/2026, 05:55

Nach dem Jahreswechsel möchten wir den aktuellen Sachstand zum geplanten Bayer-Campus einordnen. Bayer 04 hat zum Ende des letzten Jahres eine veränderte Planung präsentiert und werbewirksam als deutliches Entgegenkommen deklariert. Eine detaillierte Analyse macht jedoch deutlich, dass es sich hierbei um eine weitgehend kosmetische Anpassung handelt, durch welche die grundlegenden Probleme keineswegs gelöst werden.

1. Veränderte Planung ist weiterhin ein massiver Eingriff in den regionalen Grünzug

Die veränderte Planung stellt nach wie vor einen massiven Eingriff in den regionalen Grünzug dar. Da lediglich zwei Trainingsplätze mit ca. 1 ha entfallen und das Parkhaus ausgelagert wurde, reduziert sich die beanspruchte Fläche nur marginal um etwa 3 ha. Ein gravierendes Problem bleibt die Isolation des geschützten Waldstücks, das nun seine Anbindung an die Umgebung und damit seine ökologische Wirksamtkeit verliert.
In der Konsequenz befinden sich weiterhin ca. 66 % des Campus-Geländes innerhalb des regionalen Grünzugs. Zentrale ökologische Funktionen – insbesondere die Kaltluftentstehung, der Biotopverbund sowie wichtige Funktionen zur Hochwasser- und Klimaanpassung – werden beeinträchtigt oder zerstört, da der verbleibende Grünstreifen lediglich einen engen Korridor bildet.
Damit wird die zentrale politische Forderung, den regionalen Grünzug unberührt zu lassen, nicht im Ansatz erfüllt.

2. Nur die Flächen östlich/südlich „Crop Science“ sind eine verträgliche Alternative in Monheim

Als einzig verträgliche Alternative in Monheim kommen die Flächen östlich und südlich von „Crop Science“ in Betracht.
Der aktuell in der Planung befindliche Standort „Alfred-Nobel-Straße“ wurde sowohl vom Dezernat für Regionalentwicklung als auch von dem von Bayer 04 beauftragten Planungsbüro aufgrund der genannten ökologischen Risiken als eindeutig ungeeignet eingestuft.
Zudem erfüllt diese Grünfläche eine wichtige städteplanerische Funktion, indem sie das Gewerbeindustriegebiet vom Wohngebiet trennt. Da gemäß des Regionalplans Düsseldorf lediglich 3 ha als Gewerbegebiet zulässig sind, fehlt selbst dem bestehenden B-Plan 59M die vollständige regionalplanerische Legitimation.
Hinzu kommt, dass die täglichen Belastungen eines intensiv betriebenen Leistungszentrums die eines Gewerbegebietes mit Bürogebäuden qualitativ und quantitativ deutlich übersteigen, was die mangelnde Eignung des Standortes „Alfred-Nobel-Straße“ untermauert.
Im Gegensatz dazu ist im Bereich östlich/südlich des Pflanzenschutzzentrums „Crop Science“ bereits ein Gewerbeindustriegebiet von ca. 25 ha zulässig, in dem der Campus stadtplanerisch und ökologisch verträglich realisiert werden kann. Eine Zersiedelung oder Zerschneidung des regionalen Grünzuges ließe sich dort vollständig vermeiden.
Gemäß der Forderung des Regionalrats Düsseldorf muss Bayer 04 die bereits rund 70 Alternativflächen erneut prüfen und dabei die kleinere Planungsvariante zugrunde legen.
Insbesondere die bereits bisher als geeignet eingestuften Areale in Leverkusen, Köln und Langenfeld müssen dabei bevorzugt vor dem Standort „Alfred-Nobel-Straße“ in die engere Auswahl genommen werden.

3. Kritische Würdigung der Kommunikation von Bayer 04

Wir betrachten die aktuelle Kommunikationsstrategie von Bayer 04 mit großer Skepsis. Das klare Votum der Bürger gegen den Standort ‚Alfred-Nobel-Straße‘ wird faktisch ignoriert. Stattdessen setzt der Verein auf eine PR-Kampagne, die wesentliche Fakten – wie die negative Standortanalyse des eigenen Planungsbüros – nicht oder nur verkürzt wiedergibt. Die einseitige Darstellung in den sozialen Medien klammert potenzielle Nachteile aus und suggeriert eine ergebnisoffene Bürgerbeteiligung, die in dieser Form nicht stattfindet.

Wir werten dieses Vorgehen als Versuch, mit nicht haltbaren Suggestionen Partikularinteressen über das Gemeinwohl zu stellen.

4. Appell an die Monheimer Politik

Wir danken der neuen Mehrheit im Stadtrat für die bisherige klare Haltung, bekräftigen unsere Unterstützung für den Kurs des Stadtrats und fordern die Verantwortlichen auf:

• Den regionalen Grünzug als unverzichtbaren Bestandteil unserer Stadt konsequent zu schützen.
• Eine Spaltung durch die Missachtung demokratischer Voten zu verhindern.
• Nur solche Lösungen mitzutragen, die ökologisch und städtebaulich nachhaltig sind.

Gefragt sind nun politischer Mut und eine faktenbasierte Beurteilung eines verträglichen Standortes statt PR Kampagnen oder kosmetischer Korrekturen.
Die ökolgische und stadtplanerische Verantwortung liegt in den Händen der Monheimer Politik. Wir erwarten, dass Wahlversprechen und Parteipositionen (s. unser Update v. 13.09.25) konsequent eingehalten werden. Es wäre nicht vermittelbar, eine ökologisch und stadtplanerisch schädliche Planung einer verträglichen Planung südlich/östlich „Crop Science“ vorzuziehen.

Wir bedanken uns bei allen für ihr Engagement für eine zukunftsorientierte und verträgliche Stadtplanung und wünschen ein frohes neues Jahr!


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