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  • Pressemitteilung des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest e.V. zur Petition

    17-08-17 14:26 Uhr

    (Bremen) In Bremen wird das Wohn- und Betreuungsgesetz neu beschlossen. Eigentlich eine gute Gelegenheit, die Fehler der Vergangenheit auszubessern. Nicht so in Bremen: Die Mindestpersonalvorgaben des bestehenden Gesetzes bleiben unangetastet und damit unangemessen. „Dies ist kein Zustand“, findet Christopher Kesting, Vorstandsmitglied des DBfK Nordwest, der mit einer Online-Petition die Abgeordneten zum Einlenken bewegen will.

    Das bremische Wohn- und Betreuungsgesetz regelt unter anderem auch die Personalausstattung in Pflegeheimen. Es sieht zum Beispiel vor, dass im Tagdienst eine Pflegefachperson bis zu zehn Bewohner betreut - im Nachtdienst sollen es sogar fünfzig Bewohnerinnen und Bewohner sein. Die Novellierung des Gesetzes bietet eine gute Gelegenheit, diese Vorgaben anzupassen. Gerade dieser Aspekt bleibt in der Neufassung aber unberührt. „Ich finde das gefährlich - gefährlich für jede Bewohnerin und jeden Bewohner, da so keine menschenwürdige Pflege gewährleistet werden kann. Es ist gefährlich für jede und jeden, der in einem Pflegeheim arbeitet, da Arbeitsbelastungen so weiter steigen werden. Gefährlich ist es auch für die Nachwuchsgewinnung von Pflegefachpersonen, wenn Rahmenbedingungen durch die Politik so unattraktiv vorgegeben werden, weil auf diesem Weg, der Pflegemangel weiter vorangetrieben wird“, so Christopher Kesting, Vorstand des DBfK Nordwest e.V. Der DBfK Nordwest fordert einen Mindestpersonalschlüssel von eins zu acht im Tagdienst und eins zu 30 im Nachtdienst.

    Unterstützt wird Kesting dabei von Heidrun Pundt, ebenfalls Mitglied des Vorstandes im DBfK Nordwest e.V. und stellvertretende Vorsitzende des Bremer Pflegerates. „Die Petition läuft seit dem 2. August und ist zunächst auf sechs Wochen beschränkt. Ziel ist es, vor der Verabschiedung des Gesetzes spätestens im Herbst dieses Jahres möglichst viele Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition zu finden, denen die Qualität der pflegerischen Versorgung in Bremer Pflegeheimen ein Anliegen ist“, erklärt Pundt. „Leider widerspricht die Personalverordnung den Aufgaben der Bremer Pflegeinitiative, die im Februar 2017 erneut von allen Bremer Pflegeinstitutionen unterschrieben wurde. Sie hat als Hauptziel die Arbeitsbedingungen in der Pflege so zu gestalten, dass die Beschäftigten gesund bleiben und lange in diesem Berufsfeld verbleiben können. Auch die Möglichkeit, qualitativ hochwertig zu arbeiten ist bei einem Personalschlüssel von 1:50 in der Nacht gar nicht gegeben. Die Arbeitsbelastung bleibt weiter hoch, die Unzufriedenheit mit der eigenen Arbeitssituation steigt. Die Gefahr von Erschöpfung und Erkrankung der Pflegefachpersonen ist hoch. Die Patientensicherheit ist dadurch gefährdet“, beschreibt Heidrun Pundt die aktuelle Situation in der Pflege in Bremen.

    www.dbfk.de/de/presse/meldungen/2017/Onlinepetition-Erhoehung-der-Mindestpersonalvorgaben-in-Bremer-Pflegeheimen.php

  • "Pflege-Notstand vs. Menschenwürde" - Diskussion am 21.08.2017 zum Bremer Heimgesetz-Entwurf

    16-08-17 19:22 Uhr

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    Am 21.08. von 19.00 bis 21.00 Uhr sollen die Erfahrungen und Leiden der Pflegebetroffenen (Angehörige, Pflegebedürftige, Pflegekräfte, Betreuungskräfte) auf einer Veranstaltung in Bremen (Konsul-Hackfeld-Haus, Birkenstr.) öffentlich gemacht werden. Hier werden auf Politiker*innen von SPD, Grüne, CDU, LINKE und FDP erwartet. Dazu lädt der Regionalbeauftragte für Bremen der BIVA e.V. Reinhard Leopold ein.

    Die Veranstaltung ist öffentlich, um Anmeldung wird gebeten: xoyondo.com/dp/bnWpkRalTYP03Rr

  • Unterstützung durch den Martinsclub Bremen e.V.

    16-08-17 11:29 Uhr

    Der Martinsclub Bremen e.V. unterstützt seit 1973 Menschen mit Behinderungen in Bremen darin, den Alltag selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu gestalten. Er ist ein großer Arbeitgeber in Bremen mit den Bereichen Wohnen, ambulante Hilfen, Assistenz in Schulen, einem eigenem ambulanten Pflegedienst, Bildung und anderen. Der Martinsclub stellt sich auf Facebook hinter die Petition und bittet um Unterstützung:
    "Die Sozialdeputation der Bremischen Bürgerschaft sieht innerhalb des Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetzes vor, den Personalschlüssel von Pflegefachpersonen im Tagdienst auf 1:10 und im Nachtdienst von 1:50 festzusetzen. Das betrifft vor allem die Personalsituation in Bremer Pflegeheimen. Da schon die aktuellen Standards eine gute und pflegerische Versorgung kaum gewährleisten, erachten wir den neuen Entwurf als nicht tragbar. Es kann nicht sein, dass Mindestpersonalvorgaben weiterhin auf Kosten der zu Beteuenden sowie des Pflegepersonals durchgesetzt werden. Wir unterstützen daher die Petition des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfP), die das Ziel verfolgt, dass das Bremische Wohn- und Betreuungsgesetz neu diskutiert und entsprechend angepasst wird."
    www.facebook.com/martinsclub.bremen/posts/1911145972233073

  • Unterstützung durch den Bremer Pflegerat

    16-08-17 11:14 Uhr

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    In einer Pressemitteilung vom 11.08.2017 bezieht der Bremer Pflegerat klar Stellung zu der Petition und stellt sich geschlossen hinter die Forderungen:

    Der Bremer Pflegerat unterstützt die Petition des DBfK zur Personalverordnung in Pflegeheimen. Da auch dieses Gesetz ohne die Vertreter der beruflich Pflegenden entwickelt wurde, muss verhindert werden, dass eine Betreuung von 1:50 in der Nacht die Norm wird.

    Die Neuausrichtung des Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetzes durch die Sozialdeputation der Bremischen Bürgerschaft sieht vor, die Präsenzschlüssel von Pflegefachpersonen im Tagdienst auf 1:10 und im Nachtdienst von 1:50 zu senken. Dieses wurde zunächst am 01.06.2017 von der rot-grünen Mehrheit der Sozialdeputation beschlossen und soll im Spätsommer, voraussichtlich am 22.8.17 von der Bürgerschaft gesetzlich verankert werden.

    Ziele für die Verbesserung der Situation der Pflegenden und der zu Pflegenden rücken mit der vorgeschlagenen Personalmindestverordnung deutlich in den Hintergrund. Die Mitunterzeichner der Bremer Pflegeinitiative haben sich zum Beispiel vorgenommen:

    - Die Arbeitsbedingungen in der Pflege so zu gestalten, dass die Beschäftigten gesund und lange in diesem Berufsfeld verbleiben können.

    - Den Wünschen von Beschäftigten nach Arbeitszeiterhöhung wird entsprochen, soweit dies möglich ist. Arbeitszeitmodelle und Dienstplangestaltung werden in Zusammenarbeit mit Beschäftigten gestaltet. Auf Geschlechtergerechtigkeit und auf altersgerechte Arbeitsbedingungen wird geachtet. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird unterstützt und gefördert.

    Die Weiterentwicklung der Pflege, die Qualitätssicherung in der Versorgung pflegebedürftiger Menschen sollte im Vordergrund stehen. Die Möglichkeit, qualitativ hochwertig zu arbeiten ist aber bei einem Personalschlüssel von 1:50 in der Nacht gar nicht gegeben. Die Arbeitsbelastung bleibt weiter hoch, die Unzufriedenheit mit der eigenen Arbeitssituation steigt. Die Gefahr von Erschöpfung und Erkrankung der Pflegefachpersonen ist hoch. Die Patientensicherheit ist dadurch gefährdet. Die auf wissenschaftlicher Grundlage ermittelte Mindeststandards in der Patientenversorgung von höchstens 1:8 im Tagdienst und 1:30 im Nachtdienst sind eine Notwendigkeit. Das fordert auch der Bremer Pflegerat auf das Eindringlichste.