• Die Petition wurde eingereicht

    at 19 Jun 2020 14:27

    Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    vor zwei Wochen konnten wir unsere Petition mit den knapp 10.500 Unterschriften der Vorsitzenden des Petitionsausschusses des Thüringer Landtags, Frau Anja Müller, übergeben. Eine öffentliche Anhörung wird es frühestens im August geben.

    Es gab ein großes Presse-Echo. Ein Beitrag im "MDR Thüringen Journal" fokussierte auf die Befürchtungen eines Schäfers und bezeichnete uns ganz falsch als "Umweltaktivisten des NABU". Nach einer Beschwerde über die Falschbezeichnung schrieb der Redakteur zunächst, dass er keinen Grund für eine Richtigstellung sehe.
    Mittlerweile wurde der Beitrag doch gelöscht (eine sehr einfache Lösung) und eine Richtigstellung auf einer Seite des MDR gepostet.
    Statt sich zu entschuldigen, drohte die Rechtsabteilung des MDR außerdem mich zu verklagen, da ich diesen Beitrag hier nicht selbstständig bearbeiten konnte und der Hinweis auf die Richtigstellung des MDR deswegen etwas Zeit in Anspruch genommen hat.

    (Hier ähnlich, gekürzt und in Textform:
    www.mdr.de/thueringen/nord-thueringen/nordhausen/wolf-riss-schafe-petition-100.html )

    Ich finde, dieser Beitrag wird weder dem Thema Wolf noch dem Thema Schäferei gerecht. Im Rundfunk-Staatsvertrag heißt es: "Der MDR hat in seinen Sendungen einen objektiven und umfassenden Überblick über das [...] Geschehen [...] zu geben. [...] Er dient der freien individuellen und öffentlichen Meinungsbildung" (MDR Staatsvertrag 1991).

    Lasst uns die Macht der Vielen nutzen und dem MDR viele freundliche und konstruktive Emails für eine konstruktive Berichterstattung zum Thema Wolf schreiben!
    Publikumsservice@mdr.de (Nimmt Anregungen für das Programm auf.)
    Thueringen-Journal@mdr.de (Die Sendung, die o.g. Beitrag verfasste.)
    Rundfunkrat@mdr.de (Überwacht die Einhaltung des Programmauftrages.)

    Schlagt Themen und Interviewpartner vor, die nicht das einfältige Bild vom "bösen Wolf" und "armen Schäfer" wiedergeben, sondern zur ausgewogenen und umfassenden Information beitragen - Meinungsbildung statt Meinungsmache!
    Meine Ideen zu Themen und Interviewpartnern stehen am Ende dieser Nachricht.

    Es gibt zwar bereits eine Themenseite Wolf - www.mdr.de/thueringen/woelfe-in-thueringen-100.html - aber schon auf den ersten Blick habe ich dort eine tendenziöse Nachricht entdeckt: Unter "Wovon ernähren sich die Wölfe hier" wird als erstes Schaf und Ziege als angeblich ideale Beute aufgeführt. Nicht erwähnt wird, dass der Anteil an Nutztieren in der Ernährung der Wölfe absolut marginal ist - 0,8% bei Wölfen aus der Lausitz nach einer Auswertung von 2.000 Wolfslosungen (siehe www.felis-lupus.de/mediapool/136/1360023/data/Neuer_Ordner/Speisekarte-Wolf-RGB.jpg).

    Wer der Falschmeldung, dass wir "Umweltaktivisten des NABU" seien, trotz der nachträglichen Richtigstellung noch widersprechen möchte, kann sich ebenso über o.g. Email-Adressen höflich an den MDR wenden.

    Die Presse ist grundsätzlich eine wichtige Partnerin in der beim Thema Wolf so wichtigen Öffentlichkeitsarbeit. Wenn nur ein paar hundert konstruktive Emails an den MDR eingehen, kann das etwas bewegen.

    Schließlich noch ein kleiner Hinweis: Hier gibt es eine Petition gegen den Abschuss von Wölfen allgemein: www.openpetition.de/petition/online/gegen-den-abschuss-der-woelfe-2

    Vielen Dank für euer Engagement!
    Sabine Storch

    Ideen
    Man könnte sich mehr zu folgenden Themen wünschen:
    • Warum sind Wölfe geschützt?
    • Was bedeuten Wölfe für das ökologische Gleichgewicht?
    • Wie funktioniert das Wolfsmonitoring und welche Erkenntnisse zieht man daraus?
    • Wovon ernähren sich Wölfe hauptsächlich?
    • Wieviele Nutztiere werden für Menschen geschlachtet und wieviele werden durch Wölfe gerissen?
    • Welchen weiteren natürlichen Gefahren sind Weidetiere noch ausgesetzt?
    • Warum werden Wölfe als die "Tiere, die dem Menschen am ähnlichsten sind" bezeichnet?
    • Woher kommt der Glaube, Wölfe seien für Kinder gefährlich oder sonst irgendwie "böse"?
    • etc.

    Mögliche Interviewpartner dazu könnten sein:
    • Wildtierbiologen
    • Förster und ökologisch orientierte Jäger
    • Mit Wolfsmonitoring befasste Personen, z.B. von www.felis-lupus.de
    • Weltreisende mit Wolfserfahrungen wie z.B. Mario Goldstein
    • Schriftstellerinnen zum Thema Wolf wie z.B. Elli Radinger
    • Kulturhistoriker, die die "Angst vorm bösen Wolf" erklären können
    • etc.

    Schäferei:
    • Wie finanzieren sich Schäfer?
    Wieviel Geld erhalten sie aus Naturschutzmitteln, für Wolle, Milch und Fleisch?
    • Wieviel Entschädigung bekommen Schäfer für einen Wolfsriss und wieviel würden sie an einem Schaf durchschnittlich verdienen?
    • Wie sehen die unterschiedlichen Herdenschutzmaßnahmen der verschiedenen Schäfer tatsächlich aus?
    • Welchen weiteren natürlichen Gefahren sind Weidetiere noch ausgesetzt?
    • Was sind die größten Sorgen der Schäfer (Nachwuchsprobleme, wirtschaftliche Probleme...)?
    • Wie kam es in den 1990er Jahren zu einem Rückgang der Anzahl an Schäfern und Schafen in Thüringen? (Da gab es noch keine Wölfe ...)
    • Wieviel von dem in Deutschland konsumierten Lammfleisch, Schafskäse etc. und wieviel der in Deutschland verkauften Wollprodukte stammt von außerhalb der EU?
    • Wie kann Otto-Normal-Verbraucher heimische Schäfer wirtschaftlich unterstützen?
    etc.

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