28.09.2026, 04:47
Liebe Unterstützer/innen,
auch dank Ihrer bald 170000 Stimmen nimmt die Presse uns ernst, die Politik leider (noch) nicht.
Im Deutschlandfunk konnte ich am Wochenende eine Stunde lang in der Sendung Campus & Karriere die Frage "EU-Kids-Act - Der richtige Weg im Umgang mit Social Media?" diskutieren.
Die Altersgrenze soll - wie bisher ja ohnehin schon - bei 13 Jahren liegen. Ich bin der Meinung: Der Kids-Act geht nicht weit genug und lässt Eltern und Kinder, besonders Jugendliche, weiter im Stich. Auch Über-13-Jährige können Social Media nicht sicher nutzen.
Die Gründe hierfür stelle ich in meinem kürzlich erschienenen Sachbuch "Schutzlos digital - Für eine sichere Kindheit in Zeiten von Social Media, KI, Games und Digitalisierungsdruck" ausführlich dar. Es kann auch Ihnen als Argumentationshilfe dienen, um Politiker, Eltern, Lehrer etc. von dem Anliegen "Social Media ab 16" zu überzeugen. Vielleicht haben Sie auch Kontakte zur Presse, die Sie nutzen können?
Die anderen Diskutanten im Deutschlandfunk waren der Meinung, der Kids-Act bringe den Kinderschutz ausreichend voran bzw. sei sogar zu weitgehend. Hören Sie gerne rein und verbreiten Sie die Sendung über Ihr Netzwerk: https://www.deutschlandfunk.de/eu-kids-act-der-richtige-weg-im-umgang-mit-social-media-100.html
Ich frage mich: Warum sollten wir unsere Kinder Systemen aussetzen, deren Entwickler ihre eigenen Kinder davon fernhalten?
Vielen Dank für Ihre Unterstützung
Jeannette Deckers
02.09.2026, 03:12
Lieber Unterstützer/innen,
das Thema Altersregulierung von Social Media ist sehr präsent. Auch über die Petition und die Frage, warum Social Media ab 13 Jahren zu früh ist, wurde kürzlich in diversen Medien berichtet:
LOKALZEIT DÜSSELDORF (WDR):
Ab Minute 9:27:
https://www.ardmediathek.de/video/lokalzeit-aus-duesseldorf/wdr-lokalzeit-aus-duesseldorf-oder-01-09-2026/wdr-duesseldorf/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtYWY3YzVmODAtYzlhZS00ZDEwLThmODktODZjMzU0NDA3MTZh
Und ein Interview auf der Website:
https://www1.wdr.de/nrw/niederrhein/moenchengladbach/social-media-verbot-kinder-100.html
MEDIENZEIT ELTERNBLOG:
https://www.medienzeit-elternblog.de/blog/schutzlos-digital-social-media-ab-16
KATHOLISCHE NACHRICHTEN-AGENTUR:
https://evangelische-zeitung.de/paedagogin-deckers-eu-plaene-zu-social-media-ausweiten/
Die Verschiebung der Norm hat bereits begonnen, zunehmend mehr Kinder erhalten kein Smartphone und keinen Zugang zu Social Media. Doch die Verantwortung allein den Eltern zu überlassen, reicht nicht.
Die Tech-Unternehmen tun momentan alles, um die Eigenverantwortung der Eltern zu betonen. Sie setzen weltweit auf Elternorganisationen, Forschungsgruppen und Influencer, um ein positives Bild ihrer Kinderschutzbemühungen zu zeichnen. Das ist ein bekanntes Muster, um Regulierungen abzuwenden.
Doch es braucht eine Altersgrenze von mindestens 16 Jahren. Die Tech-Unternehmen und alle, die sich intensiv mit den Auswirkungen von Social Media auf Kinder und Jugendliche beschäftigen und/oder sie bei Kindern miterleben, wissen ganz genau, dass auch Teen-Accounts keinen ausreichenden Schutz bieten.
Auch die Regulierung der Plattformen und die Vermittlung von Medienkompetenz allein schützen Kinder und Jugendliche nicht ausreichend.
Eine Mehrheit der Jugendlichen befürwortet eine Altersgrenze von 16 Jahren, eine Mehrheit der Eltern ebenso. Worauf warten wir also!?
So viele Länder handeln bereits und planen eine Zugangsbeschränkung bis zum Alter von 15 oder 16 Jahren, z.B. Neuseeland, Norwegen, Indonesien, Malaysia, Großbritannien, Türkei und viele andere.
In Deutschland/in der EU zeichnet sich leider eine Altersgrenze von nur 13 oder 14 Jahren ab.
Sollten der Anreiz des Verbotenen und das Argument der Teilhabe wirklich dazu führen, dass wir Kinder und Jugendliche Systemen aussetzen, die von den bestbezahlten Psychologen konstruiert werden, um süchtig zu machen?
Würden Kinder, die aktuell geboren werden, Wege suchen, Social Media trotz einer Altersgrenze zu nutzen, wenn sie von klein auf lernen, dass das eine Welt ist, zu der sie erst ab einem bestimmten Alter Zugang haben dürfen, weil sie mit vielen Gefahren verbunden ist? Würden sie etwas vermissen? Vermutlich nicht. Sie würden gesünder und sicherer aufwachsen als Kinder und Jugendliche momentan. Und sie würden wieder mehr am echten Leben teilhaben.
In diesem Herbst wird sich vermutlich entscheiden, wo die Altersgrenze in Deutschland/in der EU liegen wird.
Schreiben Sie gerne Ihren örtlichen Bundestagsabgeordneten und stellen Sie dar, warum Sie eine Altersgrenze von mindestens 16 Jahren für notwendig halten.
Vielen Dank für die Unterstützung
Jeannette Deckers