28.02.2026, 17:28
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
durch unseren gemeinsamen Einsatz mit über 9.400 Stimmen hat sich die Planung für die Alte Liebe bewegt. Ohne diese Petition wäre die Alte Liebe bereits Geschichte. NPorts hat die ursprünglichen Pläne für einen reinen Rückbau revidiert und hat einen Entwurf für ein „Drittel-Oberdeck“ vorgestellt.
❗️Dabei gilt es jedoch, die vorliegenden Fakten sachlich zu beachten:
I. Statische Belastbarkeit der Gründung
🔸️Darstellung NPorts: Ein Erhalt des Oberdecks sei aufgrund einer statischen Überlastung der Pfahlgründung technisch nicht möglich.
🔹️Sachstand: In der Ratssitzung am 26.02.2026 bestätigte Holger Banik, NPorts, dass die vorhandenen Stahlbetonpfähle von 1982 technisch einwandfrei seien und eine Restnutzungsdauer von ca. 50 Jahren aufweisen.
❎️ Prüfpunkt: Es ist fachlich zu klären, warum eine gesunde Gründung keine leichten Aufbauten tragen kann, während gleichzeitig eine massive, gewichtstreibende Betonplatte von rund 1,20 m geplant ist.
II. Barrierefreiheit
🔹️Sachstand: Die Alte Liebe verfügt bereits über eine barrierefreie Rampe. Der aktuelle zweite Entwurf von NPorts sieht zudem ein Drittel-Oberdeck vor, das nicht barrierefrei konzipiert ist.
III. Wirtschaftlichkeit und Transparenz
🔸️Darstellung: Ein vollständiger Erhalt sei wirtschaftlich nicht darstellbar. Details zur Kostenstruktur der veranschlagten 5 Millionen € wurden nicht offengelegt. Das Oberdeck in seiner jetzigen Form zu erhalten soll weitere 5 Millionen € kosten. Das Drittel-Oberdeck wird mit 500.000 € veranschlagt.
🟢 So geht es weiter
Das Verfahren ist rechtlich und fachlich weiterhin offen. Sowohl die Prüfung durch das Landesamt für Denkmalpflege als auch das Petitionsverfahren im Landtag dauern an. Da es sich laut NPorts (Telefonat am 27.02.2026) um einen vorläufigen Entwurf handelt, müssen die weiteren Entwicklungen abgewartet werden. Es fehlt weiterhin an der notwendigen Transparenz und einer echten Einbeziehung von uns Bürgerinnen und Bürgern.
▶️ Die Petition wird fortgeführt – bitte lassen Sie nicht nach! Unser Einsatz ist weiterhin das wichtigste Instrument, um sicherzustellen, dass nicht nur Fragmente, sondern eine dem Wahrzeichen angemessene Lösung umgesetzt wird.
Vielen Dank für eure großartige Unterstützung 🤝
27.02.2026, 06:55
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
nach der gestrigen Vorstellung eines neuen Entwurfs durch NPorts möchte ich mich heute kurz bei euch melden. Wie ihr sicher mitbekommen habt, gibt es einen neuen Planungsvorschlag für unsere Alte Liebe.
Da ich als Initiatorin unserer Petition in die Erarbeitung dieses neuen Konzepts vorab nicht einbezogen wurde, nehme ich mir nun die Zeit, alle Details in Ruhe und mit der gebotenen Sorgfalt für uns zu prüfen. Mir ist es wichtig, dass wir hier eine Lösung finden, die den Status dieses national bedeutenden Denkmals wirklich wertschätzt.
Bevor ich eine abschließende Bewertung abgebe, warte ich zudem die offizielle Stellungnahme der zuständigen Denkmalschutzbehörden ab und sichte die Fakten.
Mich interessiert aber schon jetzt sehr: Wie ist euer persönlicher Eindruck von diesem neuen Wendepunkt im Verfahren? Lasst mir eure Gedanken und Meinungen gerne per Nachricht zukommen.
Herzliche Grüße
25.02.2026, 20:16
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
diesen Leserbrief habe ich heute an die Cuxhavener Nachrichten gesendet. Er ist etwas länger geworden. Daher ist es durchaus möglich, sollte er veröffentlicht werden, dass er gekürzt wird.
Als Initiatorin der Petition zum Erhalt der „Alten Liebe“ möchte ich heute eines verdeutlichen: Wir müssen den Weg des gemeinsamen Austauschs finden, denn nur wenn wir konsequent miteinander im Dialog bleiben, kann eine Lösung gefunden werden, die unserer Stadt gerecht wird. Mein Antrieb ist dabei kein politischer, sondern ein zutiefst bürgerlicher – aus Liebe zu meiner Heimatstadt. Mir geht es nicht darum, Interessengruppen gegeneinander auszuspielen, sondern das zu bewahren, was uns verbindet.
Wir alle sind Cuxhaven: die Einheimischen, die Gäste, die Politik, das Land und die Unternehmen. Wer von uns wünscht sich kein lebenswertes Cuxhaven? Mir persönlich liegen Kunst, Kultur und besonders unsere Denkmäler am Herzen. Die Kugelbake und die „Alte Liebe“ sind für mich untrennbare Wahrzeichen und fest mit unserer Identität verbunden. Dabei bin ich sicher keine von den „ewig Gestrigen“. Wandel und Fortschritt sind lebensnotwendig, sonst würden wir heute noch im Mittelalter leben. Aber unsere Herkunft, die Geschichte unserer Vorfahren und die Denkmäler, die davon erzählen, sind das Fundament, auf dem wir heute stehen. Es ist unsere Verpflichtung, dieses Erbe auch für nachfolgende Generationen zu erhalten.
Um die „Alte Liebe“ als Kulturdenkmal einzuordnen, bedarf es einer sachkundigen, wissenschaftlichen Prüfung. In diesem Zusammenhang habe ich dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege eine weitere detaillierte Aufstellung zur Einordnung des Bauwerks übermittelt, mit der ausdrücklichen Bitte um eine gründliche Prüfung. Eine solche Prüfung braucht Zeit und Sorgfalt und ist nicht innerhalb weniger Tage machbar. Auch wenn die Aussichtsplattform über die Jahrhunderte oft verändert wurde, zählt ihre aktuelle Form zu unserer jetzigen Geschichte. Warum sollte sie also nicht erhaltenswert sein?
Und ja, Herr Potschka, für mich bleibt die „Alte Liebe“ unser „Wohnzimmer am Meer“. Ich bin an dieser Stelle sehr gerne zu Gast bei NPorts. Es hat Tradition, es bietet Schutz und es macht einfach Freude, nach Feierabend mit Freunden zu schnacken, die „dicken Pötte“ vorbeiziehen zu sehen oder dem Shantychor zu lauschen, wenn die Elbe 1 bereitsteht. Was gibt es Schöneres? Dass NPorts meine Anregung eines Wetterschutzes bereits in die Planungen aufnimmt, ist ein wertvolles Signal.
Dass die Sanierung am 12.11.2025 in den Ausschüssen über alle Parteien hinweg thematisiert wurde, ist ein ordentliches Verfahren und völlig in Ordnung. Doch es ist ebenso wichtig, die breite Bevölkerung über die Tageszeitung, Social Media oder auch den neuen Infostelen kontinuierlich einzubinden. Transparenz schafft Begeisterung, „Basta-Politik“ hingegen führt zu Unmut.
Mein Ansatz ist es, Lösungsansätze sachlich, ruhig und wertschätzend zu diskutieren – ohne zu diffamieren oder zu hetzen. Ich bitte darum, mich und die über 9.300 Menschen, die unterzeichnet haben, ernst zu nehmen. Eine Petition ist ein legitimes demokratisches Instrument und niemals „sinnlos“ oder „völlig daneben“ – sie ist gelebte Bürgerbeteiligung. Betrachten wir sie als Chance, die Menschen für ein Projekt zu gewinnen, bei dem saniert wird und trotzdem das Herz erhalten bleibt.
Dass ich persönlich von Stellen beleidigt wurde, von denen ich es niemals erwartet hätte, schmerzt – aber diese Ebene werde ich niemals betreten. Wir sollten lieber alle an einem Strang ziehen.
Ich bin des Lesens und Schreibens durchaus mächtig und sicher keine Expertin auf allen Gebieten, die dieses Projekt mit sich bringt. Aber das muss ich auch nicht sein, denn dafür gibt es Fachleute, die ich unabhängig von der Petition zu Rate ziehe. Ich stelle Fragen, mache mir Notizen und frage erneut nach – auch bei Professor Dr. Gleitsmann-Topp, für dessen wertvolle Expertise ich mich bereits bedankt habe.
Lassen Sie uns aufeinander zugehen und gemeinsam für ein lebenswertes Cuxhaven streiten – mit Herz und Verstand. Denn am Ende geht es um mehr als Beton und Holz; es geht um das, was unsere Stadt im Innersten zusammenhält.
Nicole Antons
Initiatorin der Petition „Oberdeck der Alten Liebe erhalten - Wahrzeichen Cuxhavens bewahren“
23.02.2026, 04:41
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
ein gewaltiger Meilenstein: Wir haben die Marke von 9.000 Unterschriften überschritten! Dies dokumentiert eindrucksvoll, dass die „Alte Liebe“ mehr ist als eine hölzerne Konstruktion. Sie ist unser gemeinsames "Wohnzimmer am Meer", ein weltweit geschätzter, historisch identitätsstiftender Ort und für viele ein Ort der Trauerbewältigung nach Seebestattungen.
⚓ Es geht um weit mehr als um Holz und Beton
Dieser Protest zeigt: Es geht hier um die Seele unserer Stadt und um den Respekt vor dem Bürgerwillen. Der Imageschaden für Cuxhaven ist bereits jetzt erheblich, da Menschen weltweit fassungslos auf den geplanten Rückbau blicken. Wenn bürgerschaftliches Engagement ignoriert wird, entsteht eine gefährliche Frustration, die das Fundament unserer Gemeinschaft belastet.
📜 Historische Fakten aus dem Stadtarchiv
Unsere Recherchen in den historischen Unterlagen belegen die Weitsicht unserer Vorfahren. Schon beim Wiederaufbau 1982 unter Oberbürgermeister Albrecht Harten führten unsere Vorfahren denselben Kampf wie wir heute. So sollte die „Alte Liebe“ aus Kostengründen einer öden Betonplattform weichen. Dies konnte damals verhindert werden, da das Bauwerk bereits weltweit bekannt und einzigartig war und der historische Charakter erhalten werden sollte. Letztlich wurde zugunsten der zweigeschossigen Holzkonstruktion auf Stahlbetonpfählen entschieden, die am 11. März 1982 feierlich eröffnet wurde. Zeitungsberichte legen nahe, dass eine Planung als reiner Betonklotz schon damals einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hätte, der bis nach Hannover zu spüren gewesen wäre.
Die Dokumente von damals werfen wichtige Fragen für die heutige Planung auf
🔹️Bewusste Materialwahl: Die damalige Entscheidung gegen einen reinen Betonbau war eine bewusste Wahl für die maritime Identität, die man sich damals – trotz der Mehrkosten von ca. 200.000 DM – etwas wert sein ließ.
🔹️Funktionalität und Tradition: Eine erhöhte Besucher- und Aussichtsplattform war stets fester Bestandteil der Planung, ebenso wie die geschätzten Sitzmöglichkeiten (die sogenannten „Rentnerbänke“). Diese zweigeschossige Struktur wurde auch aufgrund der besonderen Wetterbedingungen und ihrer Einmaligkeit nie infrage gestellt.
🔹️Technische Grundlage: Das Niedersächsische Hafenamt (Vorgänger von NPorts) konzipierte die Unterkonstruktion nach den Regeln der Technik aus Stahlbetonpfählen, um die zweigeschossige Holzkonstruktion sicher zu tragen. Diese Basis sollte laut zeitgenössischen Berichten des Hafenamtes „viele Jahrzehnte“ Bestand haben.
🔹️Historische Orientierung: Man orientierte sich beim Wiederaufbau am Erscheinungsbild bis 1934, um das Bauwerk auf seinen Ursprung zurückzuführen.
🏗️ Fachliche Einordnung und Denkmalschutz
Der renommierte Technikhistoriker Prof. Dr. Rolf-Jürgen Gleitsmann-Topp stuft die „Alte Liebe“ als ein „außergewöhnliches technisches Kulturdenkmal“ mit überregionalem Erkennungswert ein. Er betont ausdrücklich, dass das Bauwerk in seiner Substanz nicht „verstümmelt“ werden dürfe.
❓️Dass heute – trotz eines Budgets von 5 Millionen Euro – behauptet wird, die Statik der bestehenden Stahlpfähle reiche für das hölzerne Oberdeck nicht aus, während gleichzeitig eine schwere, neue Betonplatte geplant wird, wirft fachliche Fragen auf, die dringend geklärt werden müssen. Ist eine so schwere Betonplatte wirklich notwendig? Wurden Alternativen geprüft?
🏛️ Unser Appell an die gewählten Volksvertreter
Am Donnerstag, den 26.02.2026 findet die Ratssitzung statt. Wir erinnern unsere gewählten Ratsmitglieder daran: Sie sind die Vertreter des Bürgerwillens. Wir erwarten, dass Sie uns in unserem berechtigten Anliegen unterstützen und dass Sie gegenüber NPorts kritisch hinterfragen, warum die bewährte Identität Cuxhavens geopfert werden soll. Weiter fordern wir die notwendige Transparenz.
✅️ Barrierefreiheit ist ein hohes Gut – doch sie ist auf der unteren Ebene bereits heute vollständig gegeben und darf nicht als Argument für den Rückbau historischer Identität dienen.
🔄 Wie geht es weiter?
Ich habe den Oberbürgermeister, die Stadtratsmitglieder und Fraktionsvorsitzenden vorab per Sammelmail ans Rathaus sachlich über die historischen Fakten informiert. Wir erwarten die Beachtung des Bürgerwillens und eine Lösung, die Cuxhavens maritimes historisches Gesicht bewahrt.
🤝 Bitte teilt die Petition weiterhin in eurem Bekanntenkreis, auf Plattformen, in Cafés, Geschäften etc..
Manuelle Unterschriftenlisten können hier ▶️ www.openpetition.de/eingang/petition/oberdeck-der-alten-liebe-erhalten-wahrzeichen-cuxhavens-bewahren heruntergeladen und wieder hochgeladen werden.
Bitte achtet auf Vollständigkeit, jede Person darf nur einmal unterzeichnen und alle die bereits online unterschrieben haben, wurden entsprechend berücksichtigt.
Vielen Dank für eure unglaubliche Unterstützung.
Herzlichst,