• Petition in Zeichnung - Hoffnungsvolle Anzeichen einer Trendwende

    16.07.2018 11:17 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    in den letzten Tagen können wir drei ermutigende Trends in unserem Sinne erkennen:

    1. Der bislang interne Streit in der CSU über den Kurs der Partei wird zunehmend nach außen getragen: Es kommt zu Austritten aus der Partei und neben Altpolitikern (Maier, Glück, Sinner, Huber) treten zunehmend aktuelle Mandatsträger kritisch in die Öffentlichkeit: Gerd Müller, Manfred Weber, sogar Innenminister Joachim Herrmann < www.welt.de/politik/deutschland/article179226504/Joachim-Herrmann-Die-Rettung-von-Menschen-im-Mittelmeer-ist-geboten.html >
    2. Dies führt zu einer Absetzbewegungen der CSU vom bisherigen Kurs mit der Tendenz, Horst Seehofer zum Sündenbock zu stempeln: Selbst Ministerpräsident Söder macht ihn mittlerweile verantwortlich für das schlechte Abschneiden der CSU in Meinungsumfragen < www.br.de/nachrichten/soeder-gibt-berlin-die-schuld-an-schlechten-umfragewerten-100.html>
    3. Andere Meinungsumfragen machen deutlich, dass den Bürger*innen (AfD Anhänger natürlich abgesehen) andere Themen gleich wichtig oder wichtiger sind als Flucht und Migration, siehe etwa < www.welt.de/politik/article179354406/Umfrage-Das-Thema-Zuwanderung-ist-bei-den-Deutschen-auf-Platz-13.html>

    Alles in allem stärken also die vielen Initiativen tatsächlich die innerparteiliche Opposition, sich dem Versuch der Parteiführung, die CSU in eine AfD light umzubauen, entgegenzustellen und den traditionellen „Markenkern“ wieder hervorzuheben. Aber:

    Dieser Gegentrend ist noch lange nicht abgesichert, vor allem dann, falls nicht weitere Konsequenzen in der Parteiführung gezogen werden. Einfach nur den Parteivorsitzenden Seehofer früher oder später in die Wüste zu schicken, während Dobrindt, Blume, Scheuer und Söder bleiben, wäre für kein wirkliches, glaubhaftes und nachhaltiges Zeichen einer Besinnung und Umkehr.

    Entsprechend gilt es für uns, weiter zu machen:

    Zunächst bitte die Demonstration „Ausgehetzt“ am kommenden Sonntag, 22.7., in München bekannt machen, die gegen die aktuelle Rhetorik und Politik der CSU protestiert, siehe etwa < www.sueddeutsche.de/muenchen/demonstration-gegen-csu-1.4044414 >

    Sodann ist zwar erfreulich, dass unser Offener Brief zu den Kennzeichen christlicher und sozialer Politik solide wächst: Die „Promiliste“ auf bewegt sich auf die Zahl von 200 Unterzeichnenden zu, die Einzelunterzeichner auf die 3000. Aber da ist nach wie vor Luft nach oben. Also bitte: Dranbleiben.

    Wir sind noch lange nicht über den Berg – dies bestätigen auch meine Gesprächspartner in der CSU.

    In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gute Woche,

    Jörg Alt SJ

  • Petition in Zeichnung

    11.07.2018 16:00 Uhr

    Liebe Unterstützer der Petition, gestern noch witzelte Innenminister Seehofer über die 69 Afghanen, die zu seinem 69. Geburtstag abgeschoben wurden, heute bestätigte sein Ministerium, dass einer von diesen Selbstmord begangen hat. Wir sollten diesen Anlass nützen, für weitere Unterstützer unseres Offenen Briefs zu den Kennzeichen christlicher und sozialer Politik zu werben. Denn das, was seitens der CSU Führung aktuell getan wird, gehört nicht dazu. Sie können für für weitere Unterschriften per Email, durch Teilen auf Facebook/Twitter oder per "Handschrift" auf dem bereitgestellten Formular werben. Vielen Dank! Jörg Alt SJ

  • CSU Reaktion: Offener Brief zu den Kennzeichen einer christlichen und sozialen Kirche

    10.07.2018 10:14 Uhr

    Der "freheitlich konservative Aufbruch" der WerteUnion, eine CSU Gruppe formulierte einen Offenen Brief zu den Kennzeichen einer christlich sozialen Kirche und stellt diesen unserem Offenen Brief gegenüber. Einige Behauptung darin sind schlicht empirischer Unfug, etwa die Behauptung "Die Bekämpfung der Fluchtursache Nr. 1 muss das zentrale Anliegen der katholischen und der evangelischen Kirche werden: Es ist nicht der „Kapitalismus“, sondern der islamische Dschihad gegen Andersgläubige" und ähnliches, Über anderes hingegen, etwa Folgerungen aus dem Satz "Eine christliche Kirche darf nicht alle, die aus muslimischen Familien stammen, über einen Kamm scheren, sondern muss immer primär den individuellen Menschen sehen. Diese Art der Differenzierung gebietet der christliche Glaube" könnte man ins Gespräch kommen. Lesen Sie selbst und bilden Sie sich Ihre Meinung! Hier ist der Text philosophia-perennis.com/2018/07/06/werteunion-fordert-von-kirchenvertretern-weniger-linkspopulismus-und-mehr-bibeltreue/

  • Petition in Zeichnung - Stetiger Zulauf an Unterstützern

    03.07.2018 10:45 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    inzwischen ist es etwas über einen Monat her, dass wir unseren Offenen Brief gestartet haben und alle gegenwärtigen Turbulenzen in der CSU darf uns nicht vergessen lassen, dass es uns eigentlich um die AfD gehen sollten und wir unsere Aktion eigentlich gestartet haben in der Hoffnung, Teile der CSU hierfür als Verbündete zu gewinnen. Wie wichtig dies ist, verdeutlichten mir einige Tage, die ich letzte Woche in Wien verbracht habe:

    Besonders alarmierend war ein Gespräch zu den Strategien der FPÖ bei der "Institutionalisierung" ihrer Politik. Sicher haben Sie von der Rede gehört, die FPÖ Landesrat Podgoschek vor der AfD Fraktion im Thüringischen Landtag gehalten hat, hier die Originalrede im AfD LandtagsTV (hier die schriftliche Transkription), spannend wird es ab Minute 16. Der Redner erwähnt offenherzig die systematische Neubesetzung von Schlüsselpositionen mit Parteianhängern ("wir müssen den Marsch durch die Institutionen antreten" (Minute 42), das Mobbing von missliebigen Gegnern, der Neutralisierung des öffentlich rechtlichen Rundfunks, dass man sich nicht auf öffentliche Diskussionen einlassen soll, dass man die Zukunft und nicht die Vergangenheit bewältigen müsse, dass man die Menschen davon überzeugen müsse, dass "wir" normal denken, nicht aber die anderen, dass jedes Zurückweichen dem Gegner signalisiert, man könne aus dem Sattel gehoben werden usw. In Wien musste ich leider aus "gut unterrichteten Quellen" (darunter auch Regierungsmitarbeiter) hören, dass solche Strategien tatsächlich (auch in Behörden und Verbänden) angewendet werden, aber angesichts des politischen Trommelfeuers auf anderen Gebieten kaum öffentlich bemerkt oder diskutiert wird. Dies hat mich sehr erschüttert und nochmals vor Augen geführt, worum es auch in Deutschland perspektivisch gehen kann - denn Björn Höcke und seine Leute waren von Herrn Podgoscheks Ratschlägen SEHR angetan. Hier eine Sicht der Süddeutschen auf Teile dieser Strategie.

    Auf diesem Hintergrund: Besteht noch eine Hoffnung, Teile der CSU für ein konstruktives Engagement mit der AfD zu gewinnen? Es gab immer eine parteiinterne Opposition gegen den Kurs von Seehofer, Dobrindt, Söder und Co. und mir scheint, dass Initiativen wie die unsere mit dazu beigetragen haben, dass zunehmend über Meinungsumfragen erkannt wird, dass dieser Kurs tatsächlich Stammwähler kosten kann und die AfD davon profitiert. Entsprechend wagen sich inzwischen ja nicht nur Altpolitiker wie Glück und Maier aus der Deckung, sondern sogar Landtagspräsidentin Barbara Stamm (28.6.): Auch brodelt es auf der kommunalen Ebene, wo Mandatsträger nahe an den Problemen und Themen der Basis sind. Hier sollten wir also weiter dranbleiben und die Fühler ausstrecken.

    Noch einige konkrete Anmerkungen zu den direkten und indirekten Auswirkungen unserer Initiative:

    Erfreulich ist zunächst, dass seit Beginn unserer Initiative ein stetiges Anwachsen an Unterzeichnern zu verzeichnen ist. Die erneute Berichterstattung aus Anlass unseres "Monatsjubiläums" hat nochmals zu 15 neuen öffentlichen und über 400 neuen Einzelunterzeichnern geführt.

    Macht weiteres Werben Sinn? Durchaus! Umso mehr, dass unsere Definition von "Kennzeichen christlicher und sozialer Politik" samt Beispielfeldern auch ein Maßstab für andere Parteien sein können und es bereits nachdenkliche Rückmeldungen auf unsere Initiative von FW, SPD und Grünen gegeben hat.

    Aufgrund des aktuellen Saltos von CDU/CSU zurück zu einer Idee aus dem Jahr 2015 (Transitzentren) ist jetzt die SPD angefragt, ob sie ihre kategorische Ablehnung aus 2015 aufrechterhält. Und es wird garantiert turbulent weitergehen. Entsprechend wichtig ist es, weiterhin für christliche und soziale Aspekte in der Debatte einzutreten. Ergo: Wir werben weiter.

    Mit herzlichem Dank und besten Grüßen

    Jörg Alt SJ

  • Ist die Politik der CSU Christlich? Pro Thomas Goppel, Contra Jörg Alt SJ

    27.06.2018 17:53 Uhr

    In der aktuellen Ausgabe der Deutschen Tagespos wird die Frage gestellt: "Ist die Politik der CSU christlich"? Ja, sagt Thomas Goppel im Beitrag m.die-tagespost.de/politik/pl/Pro-Ist-die-Politik-der-CSU-christlich;art315,189952 Nein, sagt Pater Jörg Alt für die Initiative des Offenen Briefes "Kennzeichen christlicher und sozialer Politik" im Beitrag m.die-tagespost.de/politik/pl/Contra-Ist-die-Politik-der-CSU-christlich;art315,189951

  • Wie sich CSU, Caritas und Kirchen zunehmend entfremden

    24.06.2018 09:14 Uhr

    Ein gestern erschienener Beitrag des Bayerischen Rundfunks zu den wachsenden Spannungen zwischen Kirchengruppen, Caritas und CSU. Dazu noch ein Hinweis: Prof. Münch diagnostiziert darin zudem einen wachsenden Graben zwischen Kirchenleitungen und Kirchenvolk. Dem muss deutlichst widersprochen werden. Zutreffend ist, dass die Art und Weise, wie aktuell um den rechten Rand unserer Gesellschaft gekämpft wird, auch die Kirchen insgesamt spaltet - dies betrifft jedoch eine Spaltung an "Haupt und Gliedern". Für einen Rückhalt der Linie von Kardinal Marx spricht das nach wie vor sehr große und aktive Engagement vieler Christen im Bereich Flucht und Asyl. Ebenso finden sich Bischöfe, die nach wie vor CSU Aktivitäten unterstützen www.br.de/nachrichten/wie-sich-csu-und-die-kirche-zunehmend-entfremden-100.html

  • Petition in Zeichnung - Erstaunlich schleppender Verlauf der Unterzeichnung

    11.06.2018 20:39 Uhr

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    Sehr geehrte Damen und Herren,

    inzwischen sind zwei Wochen seit unserer Veröffentlichung vergangen. Während unsere „öffentliche“ Liste von Organisationen, Professionellen und „Promis“ kontinuierlich und in Teilen durch überraschende Unterzeichner wächst, bereitet mir der Verlauf unserer Unterzeichnungsoption für Privatpersonen Bauchschmerzen. Das alles verläuft überraschend schleppend, wo man doch annehmen sollte, dass Frust und Enttäuschung hoch sind. Dennoch: In zwei Wochen knapp 1000 Unterzeichner? Das ist nicht wirklich beeindruckend.

    Ich möchte deshalb einige Einwände kommentieren, die mir als Begründung zugetragen wurden:

    1. Am häufigsten war „Das bringt doch eh nix – die CSU wird sich nicht beeindrucken lassen.“ Das Ausmaß an Frustration und Resignation unter den Rückmeldungen ist erschreckend. Aber noch leben wir in einer Demokratie und sollten unsere Gesprächspartner sehr ermuntern, jene Ausdrucksmöglichkeiten zu nutzen, die uns zur Verfügung stehen.
    2. „Es gibt so viele Aktionen, etwa zum Kreuz in Regensburg oder den fränkischen Asylgipfel.“ Dennoch hat unsere Aktion einen übergreifenden Anspruch zu vielen Politikfeldern und richtet sich im Prinzip an alle Parteien. Gerade detaillierte Beschlüsse wie die des fränkischen Asylgipfels sind da eine gute Ergänzung und es schadet nicht, beides zu unterschreiben.
    3. „Ich habe kein Internet.“ Dafür gibt’s die Papier-Unterzeichnerbögen. Ich hefte ihn nochmals an diese Mail an. Diese Bögen kann man auch bei Dienstbesprechungen oder Vorträgen oder oder einfach herumgehen lassen. Sind sie voll, möge man sie einscannen und bei OpenPetition hochladen – am unteren Seitenende steht der Link, wo man dies kann. Durch den Barcode am unteren Seitenende werden diese Unterschriften automatisch unserer Online-Zählung zugerechnet. Im Zweifelsfall alles an mich und ich lade es hoch.
    4. „OpenPetition verkauft unsere Daten“ Da gibt’s andere Portale, die im Verdacht stehen, von OpenPetition ist m.W. bislang hierzu nichts bekannt. Sie finanzieren sich durch v.a. durch (Klein-)spenden.
    5. „Aber das ist doch schon veröffentlicht und die Aktion ist vorbei“ Nein! Wir sammeln bis zur Landtagswahl und die Kunst wird sein, das Thema kontinuierlich am Köcheln zu halten. Und am besten kann man dies durch den Nachweis von „öffentlichem Interesse“, dokumentiert durch unseren Offenen Brief ebenso wie OpenPetition.

    Ergo: Bitte erwähnen Sie unsere Aktion weiter in Ihrem Familien-/Freundes- und Bekanntenkreis!

    Das gilt natürlich auch für regelmäßige Erinnerungen und Ermutigungen per Mail/Facebook/Twitter… Nicht jeder hat die Nachricht beim ersten Post mitbekommen…

    Soviel einmal für heute. Herzlichen Dank und eine gute neue Woche,

    Jörg Alt SJ

  • Wie dialogbereit ist die CSU?

    05.06.2018 11:47 Uhr

    In diesen Tagen wird uns vorgehalten, wir hätten doch zuerst das Gespräch suchen sollen bevor wir uns öffentlich äußern. Dieser Dialog wurde von vielen gesucht, aber entweder wurde ihm ausgewichen, oder er war nicht ernsthaft, oder er war unbefriedigend. Was mich persönlich betrifft, so habe ich zwei Briefe online gestellt: Einen, den ich im Februar 2017 and Horst Seehofer und einen, den ich im August 2017 an den damaligen Bundestagswahlkampf-Spitzenkandidat Joachim Herrmann gerichtet habe. Im ersten Fal wurde ein Gespräch in Aussicht gestellt, kam aber selbst auf Nachfrage nicht zustande. Im zweiten Fall kam es zu einem Telefonat, welches aber schnell beendet wurde, da schnell unvereinbare Positionen, v.a. hinsichtlich des "Fischens am rechten Rand", offensichtlich waren. Der Link zu den Briefen www.joergalt.de/advocacy/christlich-soziale-politik.html

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