14.05.2026, 05:39
Das Fachmagazin auto motor und sport berichtet aktuell über einen neuen wasserstoffbetriebenen Suzuki Swift, den Suzuki gemeinsam mit AVL auf dem Wiener Motorensymposium vorgestellt hat. Der Prototyp nutzt einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor und zeigt: Selbst im Kleinwagensegment wird weiter an wasserstoffbasierten Fahrzeugkonzepten gearbeitet.
Diese Entwicklung steht nicht allein. BMW hält am Brennstoffzellen-Serienfahrzeug ab 2028 fest und entwickelt neue 700-bar-Hochdruckspeicher mit Reichweiten von bis zu 750 Kilometern. Das Projekt „HyPowerDrive“ wird mit öffentlichen Mitteln gefördert.
Auch Toyota, die FES GmbH Fahrzeug-Entwicklung Sachsen und weitere Industrieakteure investieren weiterhin in wasserstoffbasierte Pkw- und Nutzfahrzeuglösungen.
Gleichzeitig entstehen in Deutschland immer größere Lücken im öffentlich zugänglichen Wasserstofftankstellennetz. Seit Ende 2024 wurden bundesweit mehr als 40 öffentlich zugängliche Standorte geschlossen. Nutzer verkaufen Fahrzeuge, Unternehmen ziehen Wasserstofffahrzeuge aus dem Betrieb zurück und Kommunen müssen Übergangslösungen organisieren. Beispiele dafür sind Hasbergen, Rheda-Wiedenbrück, Lohfelden, Münster und zuletzt die Übergangslösung für die wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge in Bielefeld.
H2 MOBILITY Deutschland trifft als Betreiber betriebswirtschaftliche Entscheidungen. Politik und Fördergeber stehen gleichzeitig in der Verantwortung, ein verlässlich erreichbares Netz zu erhalten und weiter auszubauen. Die europäische Alternative Fuels Infrastructure Regulation verfolgt genau dieses Ziel: eine verlässliche Wasserstoffversorgung entlang zentraler Verkehrsachsen in Europa.
Für den Hochlauf der Wasserstoffmobilität braucht es vor allem eines: ein verlässlich erreichbares, öffentlich zugängliches Tankstellennetz. Ohne diese Grundlage verlieren selbst technisch einsatzfähige Fahrzeuge ihre Alltagstauglichkeit.
Genau hier setzt unsere Initiative an: Wir fordern Übergangslösungen, Betreiberwechsel und Reaktivierungen, damit bestehende Wasserstofftankstellen so lange verfügbar bleiben, bis regionale Versorgungslücken tatsächlich geschlossen sind. Ohne ein verlässlich erreichbares, öffentlich zugängliches Tankstellennetz verlieren selbst technisch einsatzfähige Fahrzeuge ihre Alltagstauglichkeit.
11.05.2026, 17:40
Die Neue Osnabrücker Zeitung hat am 11.05.2026 unter der Überschrift „Bohmter gab Wasserstoff-Pkw auf: Sieht das Verkehrsministerium eine Zukunft für diese Autos?“ die Folgen der Schließung der Wasserstofftankstelle in Hasbergen aufgegriffen. Seit dem 1. Januar 2026 ist der Standort an der A30 außer Betrieb. Für viele Nutzer war es die einzige Wasserstofftankstelle im Landkreis Osnabrück.
Gegenüber der NOZ bestätigt das Bundesverkehrsministerium, dass neue geförderte Wasserstofftankstellen entsprechend der europäischen AFIR-Vorgaben weiterhin auch eine Betankungsmöglichkeit für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge vorsehen müssen.
Gleichzeitig erklärt das Ministerium, ältere Standorte seien teilweise zu Demonstrationszwecken errichtet worden und könnten nach Erfüllung dieses Zwecks geschlossen oder zurückgebaut werden.
Genau hier bleiben Fragen offen: Wer legt fest, wann ein Demonstrationszweck erfüllt ist? Welche technischen oder wirtschaftlichen Daten liegen dieser Bewertung zugrunde? Und wie passt der Rückbau bestehender 700-bar-Standorte zu laufenden Fahrzeugprojekten, öffentlichen Förderungen und der angekündigten Unterstützung neuer Wasserstofffahrzeuge?
Der Fall zeigt: Hinter jeder geschlossenen Tankstelle stehen konkrete Menschen und Entscheidungen. Ludger Jansen aus Bohmte hat sein Wasserstoffauto verkauft, die Polizeidirektion Osnabrück hat zwei Fahrzeuge abgegeben.
01.04.2026, 04:50
Die nächste Wasserstofftankstelle in Deutschland steht vor der Schließung: Der Standort in Münster wird nach aktuellen Informationen zum 30.04.2026 außer Betrieb genommen.
Die Tankstelle in Münster war bislang ein wichtiger Versorgungsstandort in Nordrhein-Westfalen und verfügte sowohl über eine 700-bar- als auch eine 350-bar-Betankungsmöglichkeit. Damit gehörte sie zu den wenigen Anlagen, die sowohl Pkw als auch Nutzfahrzeuge bedienen konnten.
Besonders bemerkenswert ist, dass es sich um einen öffentlich geförderten Standort handelt: Für das Projekt "WestfalenHy" in Münster-Amelsbüren war eine Fördersumme von 1.547.235 Euro vorgesehen. Zugleich war die Tankstelle bereits in der Planung mit 700-bar-Betankung für Pkw und 350-bar-Betankung ausgestattet.
Nach der Reaktivierung der Tankstelle in Siegen zeigt sich damit erneut ein widersprüchliches Bild: Während einzelne Standorte gerettet werden können, fallen gleichzeitig andere wichtige Stationen weg. Für Nutzer und Unternehmen bedeutet dies weiterhin fehlende Planungssicherheit und zunehmende Lücken im Netz.
06.03.2026, 19:36
Der Rückbau zahlreicher öffentlich zugänglicher Wasserstofftankstellen in Deutschland wirft weiterhin Fragen zur zukünftigen Infrastrukturstrategie auf. Betreiber H2 MOBILITY Deutschland begründet die Schließungen unter anderem mit einer stärkeren Ausrichtung auf Nutzfahrzeuge und entsprechende 350-bar-Betankungssysteme. Zugleich betont das Unternehmen, dass neue Stationen künftig stärker nachfrage- bzw. bedarfsorientiert entstehen sollen.
Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen aus Industrie und Fahrzeugentwicklung, dass auch 700-bar-Betankung weiterhin eine wichtige Rolle spielt. So arbeiten mehrere Hersteller an Brennstoffzellen-Lkw für den Logistikbetrieb. Der deutsche Entwicklungsdienstleister FES GmbH Zwickau setzt bei seinem Brennstoffzellen-Lkw gezielt auf ein 700-bar-Tanksystem, da dieses Vorteile bei Reichweite, Bauraum und Nutzlast bietet. Nach Angaben des Unternehmens können entsprechende Fahrzeuge bereits heute an bestehenden 700-bar-Tankstellen betankt werden. Auch kommunale Nutzfahrzeuge - etwa Müllfahrzeuge im Raum Ostwestfalen - wurden bislang über die 700-bar-Infrastruktur versorgt.
Hinzu kommt, dass die europäische AFIR-Verordnung (EU) 2023/1804 beim Aufbau neuer Wasserstofftankstellen ausdrücklich eine 700-bar-Betankungsmöglichkeit vorsieht und den Aufbau eines Netzes entlang zentraler europäischer Verkehrsachsen verlangt.
Vor diesem Hintergrund stellt sich zunehmend die Frage, ob sowohl der Rückbau bestehender 700-bar-Tankmöglichkeiten als auch eine einseitige Schwerpunktsetzung der Infrastruktur auf 350-bar-Betankung mit den langfristigen Zielen des europäischen Infrastrukturaufbaus vereinbar sind. Während H2 MOBILITY Deutschland den Ausbau künftig stärker nachfrageorientiert gestalten möchte, verfolgt die europäische Infrastrukturpolitik ausdrücklich den Aufbau eines verlässlichen Netzes entlang der Hauptverkehrskorridore. Unsere Initiative hat diese Punkte daher in einem Schreiben an europäische und nationale Stellen zur Prüfung gestellt.
06.03.2026, 18:16
Nach Angaben des Entsorgungsunternehmens PreZero, das unter anderem auch in Rheda-Wiedenbrück tätig ist, musste ein dort stationiertes Wasserstofffahrzeug nach dem Rückbau der Wasserstofftankstelle abgezogen werden.
Ein Einsatz an anderen Standorten sei ebenfalls nicht mehr möglich gewesen, da auch alternative Wasserstofftankstellen - unter anderem in Lohfelden (Kassel) sowie im Raum Heilbronn - inzwischen geschlossen worden seien.
Nach Angaben des Unternehmens "helfe diese Entwicklung überhaupt nicht" beim Ausbau der betriebseigenen H2-Aktivitäten.
06.03.2026, 17:56
Im Rahmen unserer Initiative zum Erhalt der Wasserstofftankstellen haben wir eine weitere Rückmeldung aus der Politik erhalten. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum bestätigt in seinem Antwortschreiben, dass viele Wasserstofftankstellen derzeit mit einer geringen Auslastung zu kämpfen haben und ein wirtschaftlicher Betrieb daher häufig schwierig sei.
Gleichzeitig verweist das Ministerium auf einen neuen Förderaufruf des Bundes vom 28.01.2026. Mit einem Fördervolumen von rund 220 Millionen Euro sollen der Aufbau von bis zu 40 Wasserstofftankstellen sowie die Anschaffung von bis zu 400 wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen unterstützt werden.
Nach Angaben des Ministeriums liege der Schwerpunkt der aktuellen Infrastrukturentwicklung zunehmend im Bereich schwerer Nutzfahrzeuge. Die weitere Entwicklung der Wasserstoffinfrastruktur werde unter anderem durch die bundeseigene NOW GmbH fachlich begleitet.
30.01.2026, 10:14
Die Europäische Kommission (DG MOVE) hat auf unsere mehrfachen Schreiben zur Schließung öffentlich zugänglicher Wasserstofftankstellen in Deutschland offiziell reagiert.
In ihrer Antwort bestätigt die Kommission, dass sie den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur EU-weit beobachtet, unter anderem über das European Alternative Fuels Observatory (EAFO). Während die Zahl der Wasserstoff-Pkw in Deutschland zuletzt leicht zurückgegangen ist, ist der Bestand an wasserstoffbetriebenen Bussen und Lkw leicht gestiegen. Gleichzeitig verweist die Kommission darauf, dass neue, leistungsfähigere Tankstellen entstehen - teils mit EU-Kofinanzierung.
Zugleich räumt die Kommission ein, dass öffentlich geförderte Tankstellen derzeit geschlossen werden, weil die erwartete Nachfrage bislang ausgeblieben ist. Diese Entscheidungen lägen formal in der Verantwortung der Betreiber. Wichtig: Die Kommission hält ausdrücklich fest, dass eine Weiterführung durch neue Betreiber grundsätzlich wünschenswert sei - auch wenn dies von der Bereitschaft Dritter abhänge, wirtschaftliche Risiken zu übernehmen.
Mit Blick auf die AFIR-Verordnung stellt die Kommission klar, dass die verbindlichen Vorgaben für ein flächendeckendes Wasserstofftankstellennetz erst bis 2030 greifen. Die aktuell geschlossenen Stationen erfüllten nach Einschätzung der Kommission meist nicht die künftigen Kapazitätsanforderungen und würden daher formal nicht gegen AFIR verstoßen.
Aus Sicht unserer Initiative bleibt jedoch eine strukturelle Lücke:
Zwischen dem heutigen Rückbau bestehender Infrastruktur und den geplanten AFIR-Zielen bis 2030 fehlen verbindliche Übergangslösungen. Genau hier drohen Versorgungslücken, Vertrauensverlust bei Nutzerinnen und Nutzern sowie die Entwertung bereits eingesetzter öffentlicher Fördermittel.
Die Europäische Kommission kündigt an, die AFIR-Verordnung bis Ende 2026 zu überprüfen. Unsere Initiative setzt sich deshalb weiterhin dafür ein, bestehende Wasserstofftankstellen nicht vorschnell und irreversibel zurückzubauen, solange keine verlässliche Anschlussversorgung gesichert ist - insbesondere an zentralen Verkehrsachsen und TEN-T-Korridoren.
23.01.2026
www.connektar.de/umwelt-oekologie-energie/schliessungswelle-bei-h-tankstellen-41-standorte-weg-initiative-fordert-uebergangsloesungen-reaktivierungen-160429