30.01.2026, 10:14
Die Europäische Kommission (DG MOVE) hat auf unsere mehrfachen Schreiben zur Schließung öffentlich zugänglicher Wasserstofftankstellen in Deutschland offiziell reagiert.
In ihrer Antwort bestätigt die Kommission, dass sie den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur EU-weit beobachtet, unter anderem über das European Alternative Fuels Observatory (EAFO). Während die Zahl der Wasserstoff-Pkw in Deutschland zuletzt leicht zurückgegangen ist, ist der Bestand an wasserstoffbetriebenen Bussen und Lkw leicht gestiegen. Gleichzeitig verweist die Kommission darauf, dass neue, leistungsfähigere Tankstellen entstehen - teils mit EU-Kofinanzierung.
Zugleich räumt die Kommission ein, dass öffentlich geförderte Tankstellen derzeit geschlossen werden, weil die erwartete Nachfrage bislang ausgeblieben ist. Diese Entscheidungen lägen formal in der Verantwortung der Betreiber. Wichtig: Die Kommission hält ausdrücklich fest, dass eine Weiterführung durch neue Betreiber grundsätzlich wünschenswert sei - auch wenn dies von der Bereitschaft Dritter abhänge, wirtschaftliche Risiken zu übernehmen.
Mit Blick auf die AFIR-Verordnung stellt die Kommission klar, dass die verbindlichen Vorgaben für ein flächendeckendes Wasserstofftankstellennetz erst bis 2030 greifen. Die aktuell geschlossenen Stationen erfüllten nach Einschätzung der Kommission meist nicht die künftigen Kapazitätsanforderungen und würden daher formal nicht gegen AFIR verstoßen.
Aus Sicht unserer Initiative bleibt jedoch eine strukturelle Lücke:
Zwischen dem heutigen Rückbau bestehender Infrastruktur und den geplanten AFIR-Zielen bis 2030 fehlen verbindliche Übergangslösungen. Genau hier drohen Versorgungslücken, Vertrauensverlust bei Nutzerinnen und Nutzern sowie die Entwertung bereits eingesetzter öffentlicher Fördermittel.
Die Europäische Kommission kündigt an, die AFIR-Verordnung bis Ende 2026 zu überprüfen. Unsere Initiative setzt sich deshalb weiterhin dafür ein, bestehende Wasserstofftankstellen nicht vorschnell und irreversibel zurückzubauen, solange keine verlässliche Anschlussversorgung gesichert ist - insbesondere an zentralen Verkehrsachsen und TEN-T-Korridoren.