Würde statt Ware – Schluss mit der Qualzucht und der grausamen Entwürdigung fühlender Lebewesen!

Petition richtet sich an
Alois Rainer - Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat; Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat - BMEL; Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages; Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages

598 Unterschriften

2 %
584 von 30.000 für Quorum in Deutschland Deutschland

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  1. Gestartet 20.02.2026
  2. Sammlung noch > 6 Monate
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung
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Neuigkeiten

03.03.2026, 15:16

Petitionstext erweitert - das Elend der entwürdigenden Enge bei den Legehennen kommt zum Leid durch die Qualzucht noch hinzu. Zusätzlich zur genetischen Qualzucht müssen wir dringend über die Haltungsformen sprechen und drastische Veränderungen für ein würdevolles Leben aller Hühner fordern.


Neuer Petitionstext:

Ethische Verantwortung statt industrieller AusbeutungIn einer werteorientierten und verantwortungsbewussten Gesellschaft sollte das Wohlergehen derer, die unserer Obhut anvertraut sind, ein zentraler Maßstab für Erfolg sein. Doch die Realität der industriellen Geflügelzüchtung steht diesem Anspruch im krassen Widerspruch gegenüber.Es zeigt sich ein erschreckendes Bild staatlich geduldeter Ausbeutung, bei der Leid nicht nur in Kauf genommen wird, sondern bereits fest in die Biologie der Tiere eingeschrieben ist. Die Qual beginnt nicht erst im Stall, sie ist das Fundament der spezialisierten Hochleistungsrassen, die rein auf maximalen Profit hin konstruiert wurden.

Das Leid der Hochleistungs-Legehennen:

  • Extreme Kalziumausbeutung: Da der Körper die enormen Mengen an Kalk für die Eierschalen nicht allein über das Futter aufnehmen kann, wird das Tier buchstäblich entkalkt. Der Organismus entzieht den eigenen Knochen die Substanz, was zu massiver Osteoporose führt.
  • Systemische Knochenbrüche: Infolge der Entkalkung werden die Skelette so instabil, dass wissenschaftliche Studien bei einem Großteil der Tiere schmerzhafte Brüche, insbesondere des Brustbeins, belegen.
  • Gynäkologische Qualen: Die unnatürliche Dauerproduktion führt bei unzähligen Tieren zu massiven Legedarmentzündungen und Kloakenstülpungen – ein langsamer, oft unbemerkter Tod bei vollem Bewusstsein.
  • Zweifache Qual: Genetik und Haltung: Zusätzlich zur genetischen Qualzucht ist das Leben der über 49 Millionen Hühner in Deutschland durch Haltungsbedingungen geprägt, die ihre Würde systematisch missachten. 

Eine Industrie, die Vögel züchtet, deren Körper zwangsläufig an der eigenen Leistung zugrunde gehen, liefert das Zeugnis ihres eigenen ethischen Bankrotts ab.

  • Bodenhaltung als Massenphänomen & Käfighaltung unter neuem Namen: In Gruppen von bis zu 6.000 Tieren teilen sich 9 Hennen einen Quadratmeter. Pro Tier bedeutet das etwa 1.111 cm² – kaum mehr als ein DIN-A4-Blatt. In dieser Enge ist kein normales Sozialverhalten möglich, was zu Dauerstress führt. Die Hallen bestehen meist nur zu einem Drittel aus Einstreu. Der Rest sind perforierte Kunststoff- oder Metallgitter, die bei den Tieren oft schmerzhafte Ballengeschwüre und Verletzungen verursachen. In sogenannten „Kleingruppen-Käfigen“ stehen einem Huhn lediglich 800 cm² zur Verfügung. Grundbedürfnisse wie Scharren, Flattern oder Sandbaden sind hier physisch schlicht unmöglich.

Das Leid in der Hühnermast - wenn Wachstum zur Qual wird:

In der industriellen Mast wurden Hühner darauf programmiert, in einer Geschwindigkeit zu wachsen, die biologisch unmöglich gesund sein kann:

  • Der Körper als Gefängnis: Durch die Selektion auf extrem schnelles Muskelwachstum (insbesondere der Brust) kommt es häufig zu systemischen Schmerzen, Skelettproblemen, Beinschwächen und Herz-Kreislauf-Versagen, da das Skelett und die Organe nicht mit dem Gewichtszuwachs Schritt halten können. Turbo-Mast-Rassen nehmen > 60 g pro Tag an Gewicht zu. Das Skelett und die inneren Organe kommen mit diesem unnatürlichen Tempo nicht mit.
  • Der manipulierte Instinkt: Um diese Zuwachsraten zu erzwingen, wurde den Tieren das natürliche Sättigungsgefühl weggezüchtet. Besonders grausam zeigt sich dies bei den Elterntieren. Damit sie nicht an ihrem eigenen Erbgut zugrunde gehen, werden sie auf strenger Diät gehalten – was für sie lebenslangen, chronischen Hunger bedeutet.
  • Die Enge der Entwürdigung: Besatzdichten von bis zu 42 kg/m² bedeuten eine deutliche Botschaft der Geringschätzung. In dieser Enge stehen die Hühner permanent in ihren eigenen Ausscheidungen, was zu schmerzhaften Fußballenätzungen führt und jede natürliche Verhaltensweise im Keim erstickt.

Die Hochleistungszucht ist ein globales Monopolgeschäft. Selbst in der Bio-Haltung bleibt das Hochleistungshuhn eine Gefangene seiner eigenen Genetik. Die Qual ist in die Zellen eingebaut – ein Konstruktionsfehler der Industrie, den kein noch so großes Gehege heilen kann.Hühner sind intelligente und sensible Wesen mit bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, komplexen sozialen Strukturen und feinen Sinnen.Das System der Hochleistungshühner verletzt die Würde dieser Tiere auf fundamentale Weise. Sie werden nicht als fühlende Individuen mit eigenen Bedürfnissen anerkannt, sondern zu biologischen Rohstoffen degradiert, deren einziger Wert in ihrer maximalen Verwertbarkeit liegt.

Rechtlicher Tatbestand: Die dadurch systematisch herbeigeführten Schäden erfüllen zweifelsfrei den Tatbestand der Qualzucht gemäß § 11b des Tierschutzgesetzes.



Neue Begründung:

Unsere Kernforderungen:

  1. Verbot der Qualzucht: Ein konsequentes Ende der Züchtung und Haltung von Hochleistungshühnern, deren Körperbau zwangsläufig zu systemischen Schmerzen und Organversagen führt.
  2. Rückkehr zu robusten Zweinutzungsrassen: Das Tier darf kein Patentprodukt globaler Konzerne sein. Wir fordern die staatliche Förderung und Rückkehr zu autarken, lebensfähigen Rassen, bei denen Gesundheit vor Hochleistung steht.
  3. Abkehr von der qualvollen Enge: Die Haltungsbedingungen müssen grundlegend reformiert werden. Ein Platzangebot von der Größe eines DIN-A4-Blattes ist mit dem Staatsziel Tierschutz unvereinbar. Wir fordern Systeme in artgerechten Umgebungen, die Bewegung und soziales Miteinander ermöglichen – ohne perforierte Drahtböden und Massenbesatz.
  4. Radikale Transparenz: Die Tierhaltungskennzeichnung muss sich verpflichtend auf die Genetik der Tiere ausweiten, um das System der Ausbeutung für alle Verbraucher*innen sichtbar zu machen. Auch in der Systemgastronomie (als größter Abnehmer von Billigprodukten aus industrieller Tierhaltung), um die versteckte Ausbeutung sichtbar zu machen.
  5. Heimat für alle Hühner: Wer von „Heimat“ spricht und gleichzeitig zulässt, dass Lebewesen in industrialisierten Systemen bis zum körperlichen Zusammenbruch ausgebeutet werden, missbraucht diesen Begriff. Eine Heimat, die auf systematischer Qual basiert, verdient Kritik, keine Verklärung. Wer von „Heimat“ spricht, darf diese Qual nicht legalisieren.
  6. Eine unteilbare Ethik: Unser Mitgefühl darf nicht an Profitinteressen enden. Wir fordern eine Agrarpolitik, die erkennt, dass die industrielle Nutzung von Qualzuchtrassen mit der Würde des Lebens schlicht unvereinbar ist.
  7. Stärkung gesunder Alternativen: Wir bitten Sie, unverzüglich die Verantwortung für eine werteorientierte Ernährungspolitik zu übernehmen und das enorme Potenzial pflanzlicher Proteine für Tier und Umwelt aktiv zu nutzen. Dies erfordert die sofortige Umleitung von Subventionen in die Marktetablierung veganer Alternativen. Die staatliche Förderung hochwertiger, heimischer Lebensmittel wie Tofu ist die einzig ethische Lösung für eine verantwortungsbewusste Gesellschaft. Mit dem konsequenten Ausbau dieser gesunden Proteinquellen schaffen wir ab sofort ein System, in dem Tierschutz und Genuss Hand in Hand gehen – und beenden die Notwendigkeit jeglicher Qualzucht im Hier und Jetzt.

„Herr Minister Rainer, wir müssen Tierschutz endlich als das behandeln, was er ist: Ein verfassungsrechtliches Staatsziel und ein Maßstab unserer Menschlichkeit. Ein Recht auf eine artgerechte Umgebung nützt nichts, wenn der Körper des Tieres selbst zur Qualquelle wird. Qualzucht ist die ultimative Form der Heimatlosigkeit, weil sie das Tier im eigenen Leib gefangen hält. Es ist Zeit, diese Entfremdung zu beenden. Wir fordern Achtung vor allem Leben. Tierliebe, Verantwortung und Würde müssen die Leitplanken Ihrer Politik sein, nicht die Gewinnmargen der Zuchtkonzerne. Beenden Sie das System der Qualzucht!“


Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 89 (87 in Deutschland)


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