Inklusion darf nicht vom Wohnort abhängen – Gleiches Blindengeld, faire Sehbehindertenhilfe und echt

Petition richtet sich an
Deutscher Bundestag (Petitionsausschuss) sowie Bärbel Bas

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  2. Sammlung noch > 11 Monate
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  4. Dialog mit Empfänger
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Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag (Petitionsausschuss) sowie Bärbel Bas

Wir fordern Taten statt leerer Worte und verlangen umgehend die gesetzliche Umsetzung folgender Punkte:

1. Verbundeslichung und Vereinheitlichung der finanziellen Hilfen:

  • Das Blinden- und Sehbehindertengeld muss reine Bundessache werden, um die aktuelle Ungleichbehandlung durch die Bundesländer zu beenden.
  • Einheitliches Blindengeld: Bundesweite Anhebung auf einen absoluten Mindeststandard von 700 €.
  • Einheitliches Sehbehindertengeld: Bundesweite Angleichung für alle Betroffenen, da die Hürden im Alltag identisch sind.

2. Automatische, gesetzliche Dynamisierung:

  • Verankerung einer automatischen, jährlichen Anpassung dieser Nachteilsausgleiche (z.B. gekoppelt an Rentenerhöhungen oder Politiker-Diäten), um den Kaufkraftverlust durch Inflation zu stoppen.

3. Verpflichtende Barrierefreiheit in Kliniken und Ämtern:

  • Gesetzliche Pflicht für professionelle, lückenlose Blindenleitsysteme auf jedem staatlichen und öffentlichen Krankenhausgelände (zwingend von Notaufnahme bis zur 24/7 besetzten Information).
  • Echte Orientierung in Ämtern: Abschaffung unzureichender visueller/akustischer Aufrufsysteme ("Ding-Dong"). Stattdessen gesetzliche Pflicht für durchdachte taktile und akustische Leitsysteme sowie barrierefreie Raumkonzepte, die eine selbstständige Orientierung bis zum Zielort garantieren.

Begründung

Wir, eine Gruppe blinder und sehbehinderter Menschen, fordern ein Ende der Ungerechtigkeit in Deutschland! Obwohl politisch viel über Barrierefreiheit und Inklusion gesprochen wird, werden unsere Bedürfnisse im echten Leben zu 99 % ignoriert. Das betrifft unsere finanzielle Unterstützung genauso wie unsere Sicherheit in öffentlichen Gebäuden.

Warum das aktuelle System ein beschämender Flickenteppich ist: Die finanzielle Unterstützung ist ein essenzieller Nachteilsausgleich. Da dies jedoch reine Ländersache ist, erleben wir eine verheerende Ungleichbehandlung:

  • Beim Blindengeld: Ein blinder Mensch in Flensburg hat dieselben Hürden wie jemand in Düsseldorf! Dennoch werden in NRW (913 €) oder Hessen (ca. 785 €) angemessenere Beträge gezahlt, während Betroffene in Schleswig-Holstein (325 €), Sachsen (380 €) oder Baden-Württemberg (410 €) massiv im Stich gelassen werden.
  • Beim Sehbehindertengeld: Das Chaos ist hier noch größer. In Nordrhein-Westfalen ist der Betrag seit Jahren bei lächerlichen 77 € eingefroren (Bayern zahlt rund 244 €, Hessen etwa 235 €) – und in etlichen anderen Bundesländern gibt es überhaupt keinen Cent! Sehbehindert heißt im Lebensalltag auch blind. Die Einschränkungen sind identisch.

Wieso wir die automatische Anpassung fordern (Der Inflations-Skandal): Es ist ein Skandal, dass unsere Nachteilsausgleiche über Jahre oder Jahrzehnte stagnieren, während die Lebenshaltungskosten explodieren. Hätte sich das Sehbehindertengeld beispielsweise parallel zur Rente entwickelt, müsste es längst bei 130 € oder mehr liegen. Wer sich selbst regelmäßig Inflationsausgleiche genehmigt, darf die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft nicht einfach abspeisen und vergessen.
Weshalb das öffentliche Leben lebensgefährlich und demütigend ist: In staatlichen Gebäuden, Rathäusern und Krankenhäusern werden wir systematisch übersehen.

  • Kliniken: Die technischen Möglichkeiten für lückenlose Leitsysteme existieren längst, sie werden uns aus Ignoranz jedoch verwehrt.
  • Ämter: Ein simples "Ding-Dong" als Aufrufsignal nützt uns absolut nichts. Selbst eine Durchsage wie "Nummer 8, bitte zu Tisch 15" bringt uns nicht ans Ziel, wenn wir nicht sehen können, wo sich dieser Tisch befindet.

Schluss mit der Unsichtbarkeit! Ein bundesweit einheitlicher Nachteilsausgleich und echte Barrierefreiheit verbessern nicht nur die Lebensqualität, sie sind ein Zeichen von elementarem Respekt.
Zeigt Solidarität! Bitte unterstützt diese Petition, unterschreibt und teilt sie. Lasst uns gemeinsam für eine gerechte Zukunft kämpfen, in der niemand wegen seiner Sehfähigkeit vergessen wird!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Juliusz Kamil Krause, Monheim am Rhein
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Angaben zur Petition

Petition gestartet: 14.06.2026
Sammlung endet: 14.06.2027
Region: Deutschland
Kategorie: Soziales

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Warum Menschen unterschreiben

ja und das sofort.

Dass eine solche Petition überhaupt nötig ist, zeigt leider mal wieder exemplarisch, wie es um unsere Gesellschaft bestellt ist, wo Inklusion noch immer größtenteils (d.h. von Ausnahmen abgesehen) halbherzig angegangen wird. Das ist nicht "nice to have", das ist kein verzichtbarer Luxus, mit dem man sich schmücken kann, sondern für die Betroffenen ist adäquate Inklusion essentiell für Alltagsbewältigung und soziokulturelle Teilhabe.

Und zwar egal um welche Art und welchen Grad von Behinderung, Neurodivergenz, chronischer Erkrankung, Pflegebedürftigkeit oder sonstiger Einschränkung es sich handelt: Alle müssen so gut es geht mitgenommen werden und ihren Bedürfnissen entsprechend teilhaben dürfen.

Was von einer Gesellschaft zu halten ist, zeigt sich daran, wie sie mit den Schwächsten und Bedürftigsten umgeht - sowie mit denen, die in irgendeiner Weise "anders" sind oder als "anders" wahrgenommen werden.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der alle Menschen gleichberechtigt Platz finden, niemand zurückgelassen wird und Benachteiligungen soweit möglich beseitigt, abgemildert oder andernfalls in geeigneter, fairer Weise ausgeglichen werden.

Aus dieser Grundüberzeugung heraus bin ich mit den Betroffenen solidarisch, ohne den konkreten Sachverhalt selber beurteilen zu können.

(Da Rechtsextreme das genau andersherum sehen als ich, würde ich mich in Gefahr begeben, solche Thesen mit öffentlich sichtbarem Namen zu äußern; es ist der Kern rechtsextremer Denkweise, alle Schwachen, Bedürftigen und Behinderten sowie alle, die als "anders" oder sonstwie nicht dazugehörig angesehen werden, aus der Gesellschaft zu entfernen.)

Weil es Gerechtigkeit für alle geben sollte

Weil es wichtig ist blinde Menschen zu unterstützen

Ich bin Inkedjuliusz – und ich unterstütze diese Petition aus einem einfachen Grund: weil es mein eigener, verdammter Alltag ist. Für mich ist das hier keine abstrakte Politik, sondern purer Überlebenskampf.

Ich bin selbst direkt betroffen und vom Gesetz her blind. Die harte Realität? Auf meinem linken Auge erkenne ich höchstens noch Handbewegungen (HBW), auf dem rechten reicht es im besten Fall noch zum Fingerzählen (FZ/HBW). Ohne meinen weißen Blindenstock geht absolut gar nichts, und der normale Arbeitsmarkt ist für mich zu 95 bis 98 % verschlossen.

Trotz dieser massiven Hürden werde ich von diesem System jeden Tag aufs Neue unsichtbar gemacht. Es macht mich unfassbar wütend, dass in Deutschland Inklusion nur eine hohle Phrase ist. Wenn ich in Monheim am Rhein oder sonst wo auf ein Amt gehe, hilft mir kein leises 'Ding-Dong' aus einem Lautsprecher – ich brauche echte, greifbare Barrierefreiheit. Und es ist ein absoluter Skandal, dass mein finanzieller Nachteilsausgleich davon abhängt, welche Postleitzahl in meinem Ausweis steht. Ein blinder Mensch hat überall die gleichen Hürden, egal in welchem Bundesland er lebt!

Als Inkedjuliusz stehe ich hier nicht nur für mich ein, sondern für alle, die von dieser demütigenden Bürokratie zermürbt werden. Ich fordere: Schluss mit der Postleitzahlen-Lotterie! Wir brauchen ein einheitliches, faires System und radikale Barrierefreiheit. Wir sind keine Menschen zweiter Klasse!

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