Region: Germany

Inklusion darf nicht vom Wohnort abhängen – Gleiches Blindengeld, faire Sehbehindertenhilfe und echt

Petition is addressed to
Deutscher Bundestag (Petitionsausschuss) sowie Bärbel Bas

220 Signatures

1 %
206 from 30,000 for quorum in Germany Germany

220 Signatures

1 %
206 from 30,000 for quorum in Germany Germany
  1. Launched 14/06/2026
  2. Time remaining 11 months
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
personal data
 

I agree that my data may be stored. I can revoke this consent at any time.

This petition is also available in English.

Petition addressed to: Deutscher Bundestag (Petitionsausschuss) sowie Bärbel Bas

Wir fordern Taten statt leerer Worte und verlangen umgehend die gesetzliche Umsetzung folgender Punkte:

1. Verbundeslichung und Vereinheitlichung der finanziellen Hilfen:

  • Das Blinden- und Sehbehindertengeld muss reine Bundessache werden, um die aktuelle Ungleichbehandlung durch die Bundesländer zu beenden.
  • Einheitliches Blindengeld: Bundesweite Anhebung auf einen absoluten Mindeststandard von 700 €.
  • Einheitliches Sehbehindertengeld: Bundesweite Angleichung für alle Betroffenen, da die Hürden im Alltag identisch sind.

2. Automatische, gesetzliche Dynamisierung:

  • Verankerung einer automatischen, jährlichen Anpassung dieser Nachteilsausgleiche (z.B. gekoppelt an Rentenerhöhungen oder Politiker-Diäten), um den Kaufkraftverlust durch Inflation zu stoppen.

3. Verpflichtende Barrierefreiheit in Kliniken und Ämtern:

  • Gesetzliche Pflicht für professionelle, lückenlose Blindenleitsysteme auf jedem staatlichen und öffentlichen Krankenhausgelände (zwingend von Notaufnahme bis zur 24/7 besetzten Information).
  • Echte Orientierung in Ämtern: Abschaffung unzureichender visueller/akustischer Aufrufsysteme ("Ding-Dong"). Stattdessen gesetzliche Pflicht für durchdachte taktile und akustische Leitsysteme sowie barrierefreie Raumkonzepte, die eine selbstständige Orientierung bis zum Zielort garantieren.

Reason

Wir, eine Gruppe blinder und sehbehinderter Menschen, fordern ein Ende der Ungerechtigkeit in Deutschland! Obwohl politisch viel über Barrierefreiheit und Inklusion gesprochen wird, werden unsere Bedürfnisse im echten Leben zu 99 % ignoriert. Das betrifft unsere finanzielle Unterstützung genauso wie unsere Sicherheit in öffentlichen Gebäuden.

Warum das aktuelle System ein beschämender Flickenteppich ist: Die finanzielle Unterstützung ist ein essenzieller Nachteilsausgleich. Da dies jedoch reine Ländersache ist, erleben wir eine verheerende Ungleichbehandlung:

  • Beim Blindengeld: Ein blinder Mensch in Flensburg hat dieselben Hürden wie jemand in Düsseldorf! Dennoch werden in NRW (913 €) oder Hessen (ca. 785 €) angemessenere Beträge gezahlt, während Betroffene in Schleswig-Holstein (325 €), Sachsen (380 €) oder Baden-Württemberg (410 €) massiv im Stich gelassen werden.
  • Beim Sehbehindertengeld: Das Chaos ist hier noch größer. In Nordrhein-Westfalen ist der Betrag seit Jahren bei lächerlichen 77 € eingefroren (Bayern zahlt rund 244 €, Hessen etwa 235 €) – und in etlichen anderen Bundesländern gibt es überhaupt keinen Cent! Sehbehindert heißt im Lebensalltag auch blind. Die Einschränkungen sind identisch.

Wieso wir die automatische Anpassung fordern (Der Inflations-Skandal): Es ist ein Skandal, dass unsere Nachteilsausgleiche über Jahre oder Jahrzehnte stagnieren, während die Lebenshaltungskosten explodieren. Hätte sich das Sehbehindertengeld beispielsweise parallel zur Rente entwickelt, müsste es längst bei 130 € oder mehr liegen. Wer sich selbst regelmäßig Inflationsausgleiche genehmigt, darf die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft nicht einfach abspeisen und vergessen.
Weshalb das öffentliche Leben lebensgefährlich und demütigend ist: In staatlichen Gebäuden, Rathäusern und Krankenhäusern werden wir systematisch übersehen.

  • Kliniken: Die technischen Möglichkeiten für lückenlose Leitsysteme existieren längst, sie werden uns aus Ignoranz jedoch verwehrt.
  • Ämter: Ein simples "Ding-Dong" als Aufrufsignal nützt uns absolut nichts. Selbst eine Durchsage wie "Nummer 8, bitte zu Tisch 15" bringt uns nicht ans Ziel, wenn wir nicht sehen können, wo sich dieser Tisch befindet.

Schluss mit der Unsichtbarkeit! Ein bundesweit einheitlicher Nachteilsausgleich und echte Barrierefreiheit verbessern nicht nur die Lebensqualität, sie sind ein Zeichen von elementarem Respekt.
Zeigt Solidarität! Bitte unterstützt diese Petition, unterschreibt und teilt sie. Lasst uns gemeinsam für eine gerechte Zukunft kämpfen, in der niemand wegen seiner Sehfähigkeit vergessen wird!

Thank you so much for your support, Juliusz Kamil Krause, Monheim am Rhein
Question to the initiator

Petition details

Petition started: 06/14/2026
Collection ends: 06/14/2027
Region: Germany
Topic: Welfare

This petition has been translated into the following languages

Translate this petition now

new language version

News

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    zuerst das Wichtigste: Danke! Ohne euch – ohne jede einzelne Unterschrift, jeden geteilten Link und jeden Kommentar – wäre unsere Petition „Inklusion darf nicht vom Wohnort abhängen“ nicht da, wo sie heute steht. Das bedeutet mir sehr viel.

    Es gibt Neues: Ich habe die Petition um eine wichtige Forderung ergänzt. Wir setzen uns jetzt auch dafür ein, dass das Pflegegeld nicht länger auf das Blindengeld angerechnet wird. Denn wer blind und zugleich pflegebedürftig ist, braucht beide Leistungen – und darf nicht doppelt benachteiligt werden. Die ausführliche Begründung mit konkreten Zahlen findet ihr unter „Neuigkeiten“ auf der Petitionsseite.

    Mir ist ein gemeinsames Miteinander wichtig. Deshalb würde ich mich sehr über euren Austausch in der Pro- und Contra-Funktion bei openPetition freuen. Schreibt gern, wie ihr die Forderungen seht, wo ihr Verbesserungsbedarf erkennt oder welche Erfahrungen ihr selbst gemacht habt. Jeder Beitrag – ob Zustimmung oder Kritik – macht die Debatte sichtbar und bringt uns gemeinsam voran.

    Hier geht es direkt zur Petition, zu den Neuigkeiten und zur Pro-&-Contra-Debatte:
    openpetition.de/rptxm

    Danke, dass ihr dabei seid. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass niemand wegen seiner Sehfähigkeit oder seines Wohnorts vergessen wird.

    Herzliche Grüße
    Juliusz Kamil Krause
    Monheim am Rhein

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
    wir ergänzen unseren Forderungskatalog um einen Punkt, der für blinde und pflegebedürftige Menschen existenziell ist:

    Pflegegeld (SGB XI) und Pflegesachleistungen dürfen nicht länger auf das Blindengeld angerechnet werden. Wir fordern die ersatzlose Streichung dieser Anrechnung in allen Landesblindengeldgesetzen und in § 72 SGB XII.

    DER SKANDAL: In fast allen Bundesländern wird ab Pflegegrad 2 ein Teil der Pflegeleistung direkt vom Blindengeld abgezogen. Wer blind UND pflegebedürftig ist – also am meisten Hilfe braucht –, bekommt am Ende weniger. Eine doppelte Bestrafung der Schwächsten. Wieder entscheidet allein der Wohnort (aktueller Stand, Erwachsene):

    • Bremen: 517,61 € sinken bei Pflegegrad 2 auf 185,61 € (–64 %) und entfallen ab Pflegegrad 3 komplett: 0 €.
    • Baden-Württemberg: 410 € → 257,28 € (PG 2, –37 %) bzw. 220,91 € (ab PG 3, –46 %).
    • Nordrhein-Westfalen: Abzug von rund 170 € (PG 2) bzw. 158 € (PG 3–5), rund –20 %. Bei über 60-Jährigen (nur 473 €) sogar über ein Drittel.
    • Hessen: 757,04 € → 604,32 € (PG 2, –20 %).
    • Blindenhilfe (§ 72 SGB XII): –173,50 € (PG 2) bzw. –239,60 € (ab PG 3).

    In Ländern mit niedrigem Blindengeld (z. B. Schleswig-Holstein, 350 €) kann die Anrechnung die Leistung fast vollständig aufzehren – ausgerechnet dort, wo der Bedarf am größten ist.
    WARUM DAS FALSCH IST: Blindengeld ist ein Nachteilsausgleich für die Mehrkosten des Nicht-Sehen-Könnens (Begleitung, Vorlesen, Mobilität, Orientierung). Pflegegeld deckt Pflegebedarf ab (Grundpflege, Haushalt). Zwei völlig verschiedene Zwecke. Bezeichnend: Genau die blindheitsbedingten Bedarfe gelten in Deutschland gar nicht als Grund für Pflegeleistungen – trotzdem kürzt man das Blindengeld, als wären sie abgedeckt.

    SCHLUSS MIT EINEM VORURTEIL: Pflegebedürftig oder bettlägerisch zu sein heißt nicht, „nichts zu können". Ein blinder, bettlägeriger Mensch kann in Brailleschrift lesen, über die Braillezeile oder mit Sprachausgabe arbeiten, lernen und teilhaben – und gleichzeitig auf Pflege angewiesen sein. Pflegebedarf entsteht oft aus der Psyche, aus Zusatzerkrankungen oder schlicht aus dem Bedarf an Alltagshilfe. Beides existiert nebeneinander, beides muss finanziert werden.

    DIE REALITÄT, GERADE AUF DEM LAND: Blinde Menschen in Dörfern brauchen Alltagshilfe. Lebensmittellieferungen lassen sich vielleicht aus dem Blindengeld decken – aber Begleitung zu Ärzten und Ämtern muss zusätzlich bezahlt werden. Eine Hilfskraft allein aus Blindengeld ODER Pflegegeld zu finanzieren, ist unmöglich. Nur wenn beide Leistungen ungekürzt nebeneinander bestehen, lassen sich zusätzliche Hilfskräfte einstellen – und damit Teilhabe und ein Leben im eigenen Zuhause sichern.
    UNSERE FORDERUNG AN BUND UND LÄNDER:

    1. Keine Anrechnung von Pflegeleistungen auf das Blindengeld – bundesweit und ausnahmslos.
    2. Klare Trennung der Zwecke: Blindengeld = Ausgleich für Blindheit, Pflegegeld = Ausgleich von Pflegebedarf.
    3. Gerade Menschen mit doppeltem Bedarf brauchen die volle Summe beider Leistungen.

    REDEN WIR MITEINANDER – PRO & CONTRA: Mir ist ein gemeinsames Miteinander wichtig. Nutzt gern die Pro- und Contra-Funktion dieser Petition. Schreibt mir, wie ihr euch eine Unterstützung vorstellt, wo ihr Verbesserungsbedarf seht oder welche Erfahrungen ihr gemacht habt. Jede Stimme bringt die Sache voran.

    Danke, dass ihr dabei seid – niemand darf dafür bestraft werden, dass er Hilfe braucht.

    Herzlich,
    Juliusz Kamil Krause

Why people sign

!

Weil mein Gerechtigkeitsgefühl nicht am Wohnort
festgemacht ist, ein Behinderter hat in einer ländlichen Gemeinde in Ostdeutschland die gleichen ( oder sogar noch mehr) Kosten um seinen Lebendsstandart zu bestreiten als in einer gut auisgestatteten Gegend in Großstadtnähe

Weil die Unterstützung von Menschen nicht davon abhängig sein kann, wo sie wohnen.

Inklusion darf nicht vom Wohnort abhängen

Weil hier ein Gleichstellung notwendig ist

Tools for the spreading of the petition.

You have your own website, a blog or an entire web portal? Become an advocate and multiplier for this petition. We have the banners, widgets and API (interface) to integrate on your pages. To the tools

This petition has been translated into the following languages

Translate this petition now

new language version

Help us to strengthen citizen participation. We want to support your petition to get the attention it deserves while remaining an independent platform.

Donate now