Region: Berlin
Education

Berliner Bildungsnotstand stoppen - Verantwortung übernehmen

Petition is directed to
Abgeordnetenhaus von Berlin
1.417 Supporters 1.141 in Berlin
Collection finished
  1. Launched June 2019
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  4. Dialog with recipient
  5. Decision
  • Schülerinnen und Schüler, die jetzt auf Ersatzschule ausweichen sollen, müssen einen Platz in zumutbarer Entfernung - maximal 30 Minuten - zugeteilt bekommen.

  • Es müssen sofort modulare Ergänzungsbauten an Schulstandorten geschaffen werden.

  • Vorhandene privatisierte Schulgebäude müssen sofort rekommunalisiert werden.

  • Schulplätze in den Bezirken müssen vorrangig an Schulpflichtige aus den jeweiligen Bezirken vergeben werden.

  • Transparenz über Anmeldungen, Vergaben und Ersatzzuteilungen von Schulplätzen muss sofort hergestellt werden.

  • Das unwürdige und für die Schulpflichtigen bei Misserfolg deprimierende Lotterieverfahren (Losverfahren) bei Übernachfrage an den Schulen muss sofort ausgesetzt werden.

  • Eltern- und Schülervertreter müssen sofort an allen schulpolitischen Entscheidungen beteiligt werden.

Reason

Seit Jahren sehen sich Berliner Kinder und Eltern mit einem desolaten Schulsystem konfrontiert:

Es fehlt an qualifizierten Lehrkräften, vorhandener Schulraum wurde privatisiert oder baulich nicht instand gehalten. Dabei hätte ein einfacher Blick in die Geburtenregister genügt, um künftigen Bedarf an Schulen und Lehrern festzustellen.

Dieses Problem hat sich in den vergangenen Jahren stetig verschärft, ein angemessenes Gegensteuern von Seiten der Politik ist trotz frühzeitiger und regelmäßiger Warnungen und Mahnungen von Elternvertretern ausgeblieben. In diesem Jahr hat sich diese Situation zugespitzt. Rund 2.500 Schülerinnen und Schüler müssen nach einem unwürdigen Lotterieverfahren bei der Schulplatzvergabe oft in andere Bezirke ausweichen, weil keine ihrer drei Wunschschulen einen Platz für sie hat. Das bringt für die Betroffenen lange Schulwege von bis zu einer Stunde mit sich. Diese täglichen Fahrzeiten fehlen dann bei der Erholung, erschweren z.B. auch die Teilnahme am Sporttraining oder Instrumentalunterricht. Dass Kinder von 11 oder 12 Jahren bereits solch einem Flexibilisierungsdruck ausgesetzt werden, ist unverantwortlich.

Die Verantwortlichen in Politik und Behörden scheinen bisher unfähig, dieser nicht mehr hinnehmbaren Situation entgegenzuwirken. Betroffene sehen sich mit den Problemlagen allein gelassen und sind gezwungen, selbstständig zu handeln.

Das Beschreiten des individuellen Klagewegs oder das Ausweichen auf Privatschulen ist aber nicht für jede betroffene Familie eine geeignete Lösung. Da auch in den nächsten Jahren die Schülerzahlen steigen werden, fordern wir sofortige Maßnahmen auf Bezirks- und Senatsebene.

Thank you for your support, Matthias Aberle from Berlin
Question to the initiator

News

  • Schule in Zeiten des Politiknotstands
    Am kommenden Montag, den 23.9.2019 wird um 19 Uhr die Berliner „Schulbauoffensive“ diskutiert.

    Wie eine Berechnung gezeigt hat, wird das Modell der Einbindung der Howoge in den Berliner Schulbau voraussichtlich über 800 Mio. Euro an Mehrkosten verursachen. Dafür könnten 1000 Beschäftigte zusätzlich eingestellt werden - 10 Jahre lang. Die Berliner Zeitung hat dazu berichtet:

    www.berliner-zeitung.de/berlin/architekt-ueber-schulbauoffensive---das-ist-die-kapitulation-oeffentlichen-bauens--33143416

    www.berliner-zeitung.de/berlin/exklusive-studie-schulbauoffensive-wird-fuer-berliner-drastisch-teurer-als-erwartet-33129998

    Michael Mackenrodt aus dem Vorstand der Berliner Architektenkammer bezeichnet... further

  • Wir hatten die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft um Unterstützung der Petition „Berliner Bildungsnotstand stoppen – Verantwortung übernehmen“ gebeten. Der Vorstand der GEW Berlin hat eine Unterstützung inzwischen abgelehnt:

    Sehr geehrter Kollege Aberle,

    wir bedanken uns für deine E-Mails und Engagement zum Thema „Berliner Bildungsnotstand stoppen – Verantwortung übernehmen“.
    Die GEW BERLIN hat sich geeinigt, dass Open-Petitionen kein politisches Mittel darstellen.
    Wir wünschen dir und alle daran beteiligten Kolleg*innen viel Erfolg und senden gewerkschaftliche Grüße.

    GEW-Berlin, Vorstand

    Die Enttäuschung über die Ablehnung haben wir folgendermaßen zum Ausdruck gebracht:

    Sehr geehrter GEW-Vorstand,

    vielen Dank für Ihre Nachricht.... further

  • Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) für Sozialforschung
    Pressemitteilung
    5. März 2019

    Lehrermangel, Unterrichtsausfall, Vertretungsstunden – mit diesen Problemen kämpfen in Berlin besonders Schulen in sozialen Brennpunkten. Obwohl schon lange zusätzliche Mittel an Schulen fließen, in denen besonders viele Kinder aus einkommensschwachen Haushalten lernen, ist die Qualität dieser Schulen messbar schlechter als die von Schulen mit einer günstigeren sozialen Zusammensetzung. Das zeigt eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), die am Beispiel von Berlin untersucht hat, wie die soziale Mischung an einer Schule und deren Qualität zusammenhängen.

    Die Autoren Marcel Helbig (WZB) und Rita Nikolai (Humboldt-Universität zu... further

Ich finde es gut, dass es diese Petition gibt. Wichtig ist, dass alle Eltern erkennen, dass es sich um ein strukturelles Problem handelt, nicht um traurige Einzelschicksale. Seit Jahren ziehen mehr Menschen nach Berlin. Ganze Wohnviertel entstehen neu. Trotzdem wurden Schulen abgerissen oder an Privateigentümer verkauft. Spätestens mit der Kita-Krise in Berlin hätte aber der Berliner Senat aufwachen müssen, denn aus einer Kita-Krise wird einige Jahre später eine Schulkrise. Wenn wir mit dieser Petition eine neue Debatte um das Thema Bildung anstoßen können, haben wir schon etwas bewegt.

Wo kommt der Platz denn her?- sollen die 30 Minuten der Fußweg sein? Ja - wenn Platz da ist, nicht zulasten der Spiel- und Sportflächen und die darin eingezogen z. B. privaten Schulen machen dann was? Wie lange schon im Bezirk ansässig? Gibt es in der BVV im Schulausschuss und in den Elterngremein einfach mal hingehen! Welche Alternative zum Losverfahren bei Übernachfrage? Dazu gibt es schon jetzt massenhaft Gremien, an denen die Eltern und Schüler oft nicht teilnehmen.

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