Die Situation der Roma in Serbien hat sich nach dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens dramatisch verschlechtert. Repression, Diskriminierung, Verfolgung, Hass und Gewalt schlagen Roma in Serbien täglich entgegen, wie auch die serbische Gleichstellungsbeauftragte Nevena Petrusic in einer Mitteilung vom 10. April 2012 bestätigte. Solche Bedrohungen hat auch das Ehepaar Matic am eigenen Leib erfahren müssen: Sie erhielten Morddrohungen von einer rassistischen Gruppe. Aus Angst um ihr Leben flohen sie 2010 zurück nach Deutschland und baten in Berlin um Asyl. Erstmalig kamen Herr und Frau Matic nach erlebten Bombardierungen als Kriegsflüchtlinge 2001 nach Berlin, wurden 2004 aber ausreisepflichtig und verließen daraufhin freiwillig die Bundesrepublik. Laut UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR stellt rassistische Diskriminierung eine der deutlichsten Menschenrechtsverletzungen dar und muss durchaus als Fluchtgrund bewertet werden. Das oberste Asylgericht in Frankreich hat im November 2011 entschieden, dass die Lebensverhältnisse der Roma in Serbien menschenunwürdig sind und ihnen deshalb ein Schutzstatus gewährt werden muss. Der Antrag von Bratislav und Leontina Matic auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis wurde trotz Empfehlung der Härtefallkommission aus pauschalen Gründen vom Innensenator abgelehnt, da die deutschen Asylbehörden die existentielle Bedrohung der Roma in Serbien nicht anerkennen. Seit dem 3. Februar 2014 sind beide in Deutschland nur noch geduldet und müssen jederzeit mit ihrer Abschiebung rechnen.

Begründung

Bratislav Matic war bereits vor dem Zerfall Ex-Jugoslawiens in seiner serbischen Heimat eine musikalische Größe. Seit nunmehr 45 Jahren begleitet er als professioneller Gitarrist die internationalen Stars der Roma-Musik und kann bis dato große Erfolge in den USA, in Schweden, England, Frankreich, Serbien, Kroatien und Deutschland verzeichnen. 2013 war Herrn Bratislav Matic Teilnehmer des dreijährigen Dreiländer-Kulturprojekts „Romanistan. Crossing Spaces in Europe“. Das Roma-Kulturfestival wurde von 2011 bis 2013 in Deutschland, Österreich und Spanien umgesetzt und bot eine Plattform für eine weit in die Gesellschaft hineinreichende Entfaltung von Musikern, Dichtern und bildenden Künstlern mit Sinti- oder Roma-Hintergrund. Bratislav Matic verfügt über weit reichende integrative Netzwerke und ist als Musiker in den letzten Jahren ein unentbehrlicher Akteur der Berliner Roma-Musikszene geworden. Er leistet sowohl über seine Auftritte als auch über seine Gitarrenworkshops für die nachwachsenden Generationen einen wesentlichen Beitrag zum Austausch der Kulturen und zur kulturellen Bildung, die integraler Bestandteil für das Community Building in Berlin sind, vorrangig aber die Integration selber befördert. 2010 floh das Ehepaar erneut nach Berlin, vor allem um im Kontakt zu ihrer Tochter und ihren Enkeln, ihre einzigen nahen Verwandten, zu sein. Wir hoffen wirklich sehr, dass Herr Matic mit seiner Ehefrau Leontina in Berlin bleiben kann. Eine Ausweisung nach Serbien, in eine bedrohte Zukunft, wäre nicht zu akzeptieren und bedeutete einen großen Verlust für die kulturelle Szene in Berlin.

Wir möchten ermöglichen, dass Bratislav und Leontina Matic Aussicht auf ein menschenwürdiges Leben in Berlin haben und die kulturelle Szene durch ihr musikalisches Schaffen weiter bereichern können.

Bitte unterstützen Sie uns dabei mit Ihrer Unterschrift und leiten diese Petition weiter.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Amaro Drom e.V. aus Berlin
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  • Liebe Mitunterzeichnerinnen und Mitunterzeichner,

    vor wenigen Tagen haben wir erfahren, dass auch die Mitglieder des Petitionsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus unserem Gesuch auf Bleiberecht für Bratislav und Leontina Matic trotz Empfehlung der Härtefallkommission nicht entsprochen und sich der Entscheidung des Innensenators Henkel angeschlossen haben.

    Jetzt sind alle Mittel verbraucht und Familie Matic wird ausreisen müssen.

    Gegen diese Entscheidung protestieren wir und weisen auf den Aufruf des Aktionsbündnisses Abschiebestopp Konstanz hin:

    Im Gesetzesentwurf „Sichere Herkunftsstaaten“ formulieren die Konstanzer Aktivisten ihren Protest gegen aktuelle Gesetzespläne – auch aus Furcht vor der möglichen Abschiebung von Roma-Familien aus Konstanz. seemoz bringt die Erklärung im Wortlaut:

    „Nach dem jetzt vorliegenden Gesetzesentwurf der Bundesregierung von SPD und CDU sollen die Staaten Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Serbien, Albanien und Montenegro zu sogenannten „sicheren Herkunftsstaaten“ erklärt werden. Flüchtlingen aus diesen Ländern – hauptsächlich Roma – sollen trotz der bekannten Fakten in diesen Ländern jegliche Fluchtgründe abgesprochen werden. Sie verlieren damit die letzte Chance auf Asyl.

    Offizielle Stellen der EU, Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und der UNHCR belegen, dass Roma in Serbien, Mazedonien und vielen anderen Staaten Osteuropas massiv rassistisch diskriminiert werden. Berichte, wie der des Komitees zur Beseitigung rassistischer Diskriminierung der Vereinten Nationen oder des Menschenrechtskommissars des Europarats belegen die systematische Ausgrenzung der Roma, die lebensbedrohliche Armut zur Folge hat. Viele Roma sind gezwungen in slumartigen, inoffiziellen Siedlungen zu leben, die jederzeit geräumt werden können, ihnen wird oft der Zugang zu medizinischer Versorgung, zu Sozialleistungen, zu Bildung und zu regulärer Arbeit verwehrt. Zudem sind sie häufig rassistischen Angriffen nationalistischer und neofaschistischer Gruppen ausgesetzt. All’ dies wissen die verantwortlichen Politiker.

    Laut UNHCR kann Diskriminierung als Fluchtgrund gewertet werden. Dies insbesondere dann, wenn sie dazu führt, dass eine Person nur mehr begrenzt in der Lage ist, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Daneben stellt das UN-Flüchtlingswerk auch fest, dass rassistische Diskriminierung eine der deutlichsten Menschenrechtsverletzung darstellt und folglich bei der Festlegung des Flüchtlingsstatus berücksichtigt werden muss.

    Ausgerechnet von Deutschland soll dieses international verbriefte Flüchtlingsrecht den Roma nun genommen werden. Das ist beschämend, und es ist doppelt beschämend, dass diese Einschränkung des Asylrechts die Nachkommen der Verfolgten des nationalsozialistischen Völkermords trifft. Wir fragen: Sind Roma eine Opfergruppe zweiter Klasse?

    Bundeskanzlerin Merkel sprach bei der Einweihung des Denkmals für die Opfer der Roma in Berlin 2012 von anhaltender Ausgrenzung und Diskriminierung vor allem in Osteuropa, woher die Flüchtlinge aktuell kommen. Der Holocaust-Überlebende Zoni Weisz stellte fest, die deutsche Gesellschaft habe nichts gelernt „sonst würde man jetzt auf andere Art mit uns umgehen“.

    Wir plädieren an die Bundestagsabgeordneten: Lassen Sie es nicht zu, dass den Roma in Deutschland das Menschenrecht auf Asyl dauerhaft verwehrt wird und Massenabschiebungen von Roma in Elend und Diskriminierung wieder von deutschem Boden aus gehen! Stimmen Sie bei der Verabschiedung des geplanten Gesetzes mit NEIN!

  • HEUTE 21.30 Soli-Konzert für die Petition für das Bleiberecht von Bratislav & Leontina Matic

    Bratislav Matic und Slobodan Savic & Band

    Hier, um zu bleiben!

    Ort: TAK im Aufbau Haus, Prinzenstraße 85 F, 10969 Berlin im AUFBAU HAUS, Eingang über den Prinzenhof.

    Eintritt frei!

    Dem serbischen Roma-Musiker Bratislav Matic droht die Abschiebung. Mit einem Solidaritäts-Konzert wollen wir gegen die Abschiebung von Roma ins ehemalige Jugoslawien protestieren und für eine Petition für sein Bleiberecht werben. „Bate“ Matic ist mit seiner Musik eine Bereicherung für Berlin!

    Eine Veranstaltung des TAK Theater Aufbau Kreuzberg e.V. in Zusammenarbeit mit Amaro Drom e.V., der Galerie Kai Dikhas und TAK im Aufbau Haus.

  • Hier, um zu bleiben!

    Bratislav Matic und Slobodan Savic & Band

    Soli-Konzert für die Petition für das Bleiberecht von Bratislav & Leontina Matic

    Montag 10.3.2014, ca. 21.30 Uhr nach der Aufführung "Asyl Monologe".

    Ort: TAK im Aufbau Haus, Prinzenstraße 85 F, 10969 Berlin im AUFBAU HAUS, Eingang über den Prinzenhof

    Eintritt frei!

    Dem serbischen Roma-Musiker Bratislav Matic droht die Abschiebung. Mit einem Solidaritäts-Konzert wollen wir gegen die Abschiebung von Roma ins ehemalige Jugoslawien protestieren und für eine Petition für sein Bleiberecht werben. „Bate“ Matic ist mit seiner Musik eine Bereicherung für Berlin!

    Eine Veranstaltung des TAK Theater Aufbau Kreuzberg e.V. in Zusammenarbeit mit
    Amaro Drom e.V., der Galerie Kai Dikhas und TAK im Aufbau Haus.

Pro

Musizieren IST Arbeit. Somit sind sie auch Fachkräfte. Eine Menschengruppe an den Rand zu drängen, sich dann darüber zu beschweren, dass sie am Rand leben, ist dämlich. Ja, wir sollten Schutz bieten.

Contra

Musizieren IST Arbeit. Somit sind sie auch Fachkräfte. Eine Menschengruppe an den Rand zu drängen, sich dann darüber zu beschweren, dass sie am Rand leben, ist dämlich. Ja, wir sollten Schutz bieten.