Auf dem Gebiet rund um den Wagensonnriegel werden von den Stadtwerken München (SWM) 24 Windkraftanlagen geplant. Auf einer Fläche von rund 1700ha, das grob zwischen Kirchdorf, Frauenau, Zwiesel und Rinchnach liegt, könnte dies nur der Anfang sein. Pro Windrad wird in etwa eine Fläche von 10ha gerechnet, also hätten weit über 100 Anlagen dort Platz. Derzeit sind 24 Windräder mit einer Nabenhöhe von 140m und einem Rotordurchmesser von 117m -also einer Gesamthöhe von rund 200m -geplant. Würde die 10H-Regelung greifen, blieben noch 14 übrig, derzeit ist es allerdings unwahrscheinlich, dass diese Regelung in Kraft tritt. Bei den Bürgern gibt es gemischte Gefühle: Befürworter führen an, dass auch unsere Region einen Beitrag zur Energiewende leisten müsse. Gegner hingegen fürchten unter anderem eine massive Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und kritisieren den geplanten Bau im Gebiet des Naturparks. Der geplante Windpark wäre im halben Landkreis Regen sichtbar und präsent.

Welche Auswirkungen hätte der Windpark auf den Tourismus? Die Folgen für einen der wichtigsten Wirtschaftszweige wären mit Sicherheit nicht positiv. Der Bayerische Wald wird wegen seiner Natur, seiner Landschaft und wegen der Aussicht gerne besucht. Er lebt von seinen wunderschönen Wäldern und vielfältigen Wanderwegen. Der Höhenzug um den Wagensonnriegel liegt gut sichtbar und relativ zentral, der Windpark wäre nicht nur von den meisten Ortschaften aus sichtbar, auch die Aussicht von den beliebtesten Wanderzielen wäre stark beeinträchtigt. Die Idylle, die viele Urlauber immer wieder hierher kommen lässt, wäre nicht mehr dieselbe. Dazu kommt, dass rund um den Wagensonnriegel auch Wanderziele liegen und Langlauf-Loipen und Wanderwege den Wald in diesem Naturparkgebiet durchziehen. Ein Beispiel aus dem Hunsrück, in dem ein solcher Windpark in vergleichbarer Lage gebaut wurde, zeigt, dass Wanderwege seit dem Bau der Windräder komplett verwaist sind. In Anbetracht der Motive, die zum wandern motivieren, wie etwa Ruhe, Natur und Idylle, ist es kein Wunder, dass in der Nähe von Windrädern kaum mehr ein Wanderer gesichtet wird. Im Winter zeigt sich die Lage noch schlimmer, da aufgrund des Eisabfalls von den Rotoren ein Großteil des Gebietes wegen Lebensgefahr gesperrt werden muss. Die Bayerwald-Loipe wäre hier wahrscheinlich nicht mehr passierbar.

Welche Gefahren gehen von den Windkraftanlagen aus? Der bereits erwähnte Eisabfall von den Rotoren wäre nur eine Gefahr, die von den Windrädern ausgeht. Wanderwege und Loipen wären den gesamten Winter über, der im Bayerischen Wald bekanntermaßen lange dauert, gesperrt. Es wäre lebensgefährlich, diesen Wald um die Anlagen zu betreten. Dabei handelt es sich um ein großes Sperrgebiet, da die Rotoren in einer Höhe von 80 -200 Metern, wenn sie in Bewegung sind, Eis regelrecht wegschleudern können. Weitere Gefahren sind der Schattenwurf und die Lärmerzeugung der Anlagen. Der Schattenwurf, der durch die sich drehenden Rotoren entsteht, kann beim Menschen Epilepsie auslösen. Die erzeugten Geräusche bewegen sich zum einen im hörbaren Bereich und sind eine akustische Belästigung, zum anderen entsteht Infraschall, der durch keine Dämmung aufzuhalten ist. Infraschall ist für den Menschen nicht hörbar, er kann aber ab einem gewissen Pegel wahrgenommen werden. Bei wahrnehmbarem Infraschall wurde beobachtet, dass dieser bei Menschen zu Gehörschädigung führen kann. Desweiteren wird das Herz-Kreislauf-System negativ beeinflusst und es wurden unter anderem Ermüdung, Beeinflussung des Schlafes und Benommenheit beobachtet. Windkraftanlagen erzeugen allerdings nicht wahrnehmbaren Infraschall, Für diesen gibt es noch keine aussagekräftigen Studien, allerdings ist es im Bereich des Möglichen, dass auch hier dieselben Folgen wie beim wahrnehmbaren Infraschall entstehen können. Schattenwurf und vom Windrad ausgehender Lärm haben somit einen negativen Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden, gesundheitliche Folgen können nicht ausgeschlossen werden.

Warum wissen viele Menschen nur sehr wenig über die Pläne? Das Thema wurde in der Vergangenheit sehr oft heruntergespielt. Man kann sich die Ausmaße eines solchen Windrades auch nur schwer vorstellen. Mit 200m Höhe ist ein Windrad fast 2,5 mal so hoch wie der Zwiesler Kirchturm (86m). Aber auch Politiker informieren zu wenig über die Pläne. So hieß es aus dem Landratsamt, es gebe keine Stellungnahme zu dem Thema, solange kein Antrag im Landratsamt vorliegt. Allerdings ist es dann bereits viel zu spät, wenn der Antrag vorliegt können die Bürger nichts mehr gegen den Bau unternehmen, sofern sie dies möchten. Hier fragt man sich, welche Ziele verfolgt werden. Wären es ehrliche und erfolgsversprechende Ziele für die Region, dann könnte man doch die Bürger offen darüber informieren.

Begründung

Sollte der Windpark am Wagensonnriegel kommen, werden wir und unsere nachfolgenden Generation mit nachstehenden Nebenwirkungen allzeit konfrontiert sein !

  • Landschaft: Verschandelt! Das offensichtlichste Argument ist die erhebliche Störung unseres Landschaftsbildes, wenn die traditionelle Kulturlandschaft des Bayerwalds von 24 über 200 Meter hohen Industrieanlagen dominiert wird. Sie sind von jeder Seite und zig Kilometer weit zu sehen. Würde man dort 24 ebenso hohe Fabrikanlagen wollen?

  • Natur: Zerstört! Der Sinn von Windkraftanlagen wird häufig in ihrer angeblichen Umweltfreundlichkeit gesehen. Ein Hohn dass dafür eines der schönsten und intaktesten Waldgebiete (mit Auszeichnung!) unserer Gegend über weite Teile abgeholzt werden soll. Die Windkraftanlagen benötigen betonierte Fundamente von etwa 30 Meter Durchmesser und mindestens 4 Meter Tiefe. Daneben braucht es Umgriffe, Anfahrtsstraßen etc. Die Flächen sind unwiederbringlich zerstört.

  • Schatten: Allgegenwärtig! Besonders in den Wintermonaten werfen die Anlagen aufgrund Ihrer Position und Eigenhöhe kilometerlange Schatten. Diese erreichen beispielsweise das Krankenhaus von Zwiesel und so gut wie alle umliegenden Ortschaften. Über Frauenau drohen die Schatten von bis zu 7 Windrädern an einem Tag hinweg zu wandern. Da diese Schatten nicht statisch sind, sondern sich bewegen kommt es zu einem „Disko-Effekt“ durch den schnellen Wechsel von Hell und Dunkel. Ein Phänomen, das nicht nur unangenehm ist, sondern erwiesenermaßen sogar Epilepsie auslösen kann.

  • Lärm und Infraschall: Gesundheitsgefährdend! Nicht jedes Windrad läuft leise, auch wenn dies von der Industrie versprochen wird. Viele erzeugen erhebliche Getriebegeräusche, eine Tag und Nacht andauernde Lärmbelästigung für Mensch und Tier. Daneben wird Infraschall emittiert, der sich auch durch noch so gute Schalldämmung nicht aussperren lässt. Die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung sind nicht absehbar.

  • Baustellenverkehr: Unzumutbar! Durch Dörfer und Wohnlagen, vermutlich insbesondere das Bauern- und Feriendorf Bärnzell , wo Kinder es bisher gewohnt waren, auf der Straße zu spielen, wird ein erheblicher Schwerlastverkehr einsetzen. Die Auswirkungen auf die Lebensqualität brauchen kaum ge-schildert werden.

  • Bevölkerung: Ausgesperrt! Besonders im Winter darf sich einer Windkraftanlage wegen des drohenden Eisabfalls nicht genähert werden. Mit weiträumigen Sperrungen, auch von Wanderwegen und Loipen, ist zu rechen.

  • Tourismus: Im Sturzflug! Das Kapital unserer Region im Fremdenverkehr ist unsere schöne Landschaft, Ruhe, Natur und die Möglichkeit zu sportlicher Aktivität. All das ist durch den Windpark in Gefahr und beschädigt den Zwiesler Winkel als touristische Destination massiv!. Interessanterweise hält man genau mit der Begründung, es handle sich um eine Erholungsgegend, das Oberland in Oberbayern von Windkraftanlagen frei.

  • Wohnlagen: Entwertet! Unansehnliche und belästigende Windkraftanlagen in der Nachbarschaft lassen den Wert der Eigenheime und Grundstücke in der Umgebung sinken! Das bedeutet echte Vermögensverluste für die Bevölkerung.

  • Wirtschaftliche Aussichten: Ungewiss! Der Wagensonnriegel ist im Windatlas Bayern ein weißer Fleck - für Windparks eigentlich komplett ungeeignet. Angesichts der gigantischen Abschreibungssummen (ca 5.000.000 € pro Anlage) und des größtenteils fremdfinanzierten Kapitals (70 % mit entsprechender Zins-last) sind Gewinne auf eine Dauer von mind. 15 Jahren kaum zu erwarten. Anleger werden hier wahrscheinlich kein Geld verdienen, sondern riskieren Ihre Einlagen.

  • Gewerbesteuer: Keine! Firmen, die keine Gewinne erwirtschaften, bezahlen auch keine Gewerbesteuern. Die Gemeinden haben nichts davon.

  • Betreiber: Undurchsichtig! Gerne behauptet der potenzielle Betreiber, die Stadtwerke München darzustellen. Dies ist nicht der Fall. Vorgesehen ist der Betrieb durch die Tochterfirma einer Tochterfirma der Stadtwerke München - Eine GmbH & Co. KG, die nur mit Ihrer Einlage haftet. Diese muss nur 25.000 € betragen. Haftungssicherheit sieht anders aus. Wer kommt bei einer Pleite für die Folgekosten auf?

  • Nachahmern: Tür und Tor geöffnet! Wo ein Windrad steht, lassen weitere meist nicht lange auf sich warten. Jeder Erstbau zieht potenziell einen Dammbruch ausufernder Verspargelung nach sich.

Wehret den Anfängen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Alexander Hartl aus Rinchnach
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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützende,
    der Petent oder die Petentin hat innerhalb der letzten 12 Monate nach dem Einreichen der Petition keine Neuigkeiten erstellt und den Status nicht geändert. openPetition geht davon aus, dass der Dialog mit dem Petitionsempfänger beendet ist.

    Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
    Ihr openPetition-Team

  • Bereits am 18. April endete die Sammlung von Unterschriften für die Petition gegen den Bau von Windkraftanlagen im Wagensonnriegelgebiet. Eine kleine Abordnung der sich aus allen Anrainergemeinden zusammengeschlossenen Bürgerinitiative übergab letzten Donnerstag nun die Petition an Landrat Adam, der zuvor als deren Empfänger vorgesehen war, bei einem Termin in dessen Büro.

    Bei Infoständen in Regen, Zwiesel und Frauenau, sowie durch Auslagen von Unterschriftenlisten in verschiedenen Geschäften vor Ort und durch Mitzeichnungsmöglichkeit über das Internet gelang es der Bürgerinitiative insgesamt 3.344 Unterschriften zu sammeln. Im Landkreis Regen schrieben sich 2.366 in die Listen ein und hier besonders zahlreich die Bewohner aus den direkt an den Wagensonnriegel angrenzenden Gemeinden.

    Aus den Kommentaren, welche Online zur Petition abgegeben werden konnten, wurden besonders häufig die massive Naturzerstörung beim Bau der 200 m hohen Anlagen im Wald und der gravierende Eingriff in das idyllische Landschaftsbild des Bayerischen Waldes als Grund für die Unterzeichnung genannt. Mit einer noch weitgehend unverbauten Mittelgebirgslandschaft hat die Region einen Trumpf für den Tourismus in der Hand den man nicht leichtfertig verspielen sollte.
    Auch, dass es die Stadtwerke aus München sind, die mit ursprünglich 24 geplanten Windkraftanlagen im Bayerischen Wald die Ökostrombilanz der Stadt München aufbessern wollen, stößt bei vielen Unterzeichnern auf Unverständnis.

    Bei einer kurzen Durchsicht der Gehefte erkannte Landrat Adam die Petition mit dem Anliegen das keine Windräder am Wagensonnriegel gebaut werden sollen an. Im anschließenden Gespräch, für das sich der Landrat ausgiebig Zeit nahm, erklärte er die rechtlichen Rahmenbedingungen, welche gegeben sein müssen bevor überhaupt eine Genehmigung durch das Landratsamt erteilt werden könne. Nach Recht und Gesetz sind hier klare Vorgaben einzuhalten, damit die späteren Entscheidungen auch vor Gericht standhielten.

    Der Regionale Planungsverband Donau-Wald musste bei der Ausweisung der Windkraftvorranggebiete im gesamten Planungsraum die gleichen Kriterien, wie z. B. definierte Abstandsradien zur Wohnbebauung ansetzen, was am Ende des Planungsprozesses dazu führte, dass letztendlich der Wagensonnriegel als eines der Windkraftvorranggebiete übrig blieb, dem damals auch die betroffenen Kommunen zugestimmt haben. Das im Regionalplan als Vorranggebiet 43 bezeichnete Waldgebiet rund um den Wagensonnriegel mit über 1.700 ha Fläche umfasst allerdings alleine knapp 40 % der 4.500 ha Gesamtfläche aller Vorranggebiete in der Planungsregion Donau-Wald, wodurch es zu einer unverhältnismäßig hohen Konzentration von Windkraftanlagen in unserem Landkreis komme, wie die Vertreter der Bürgerinitiative anmahnten.

    Verständnis zeigte Landrat Adam auch für die betroffenen Anwohner des Vorranggebietes, die nicht unter den Schutz der 10-H-Regelung fallen, da diese leider nicht für Wohnhäuser im Außenbereich ohne eine entsprechende Außenbereichssatzung, wie dies meist bei Weilern oder Einzelgehöften der Fall ist, gilt.

    Abschließend versprach der Landrat, die durch die Petition zum Ausdruck gebrachten Bedenken der Bürger sehr ernst zu nehmen. Das Landratsamt wird den Windkraftanlagen auf dem Wagensonnriegel keinen künstlichen Vorschub leisten, sondern über Genehmigungsanträge rein nach Rechtslage entscheiden.

  • Die Zeichnungsfrist der Petition ist seit geraumer Zeit beendet. Zur Zeit wird eine bestmöglichst geeignete Gelegenheit zur Übergabe der Unterschriftenlisten abgewägt.

    -> über Vorschläge würden wir uns sehr freuen!

Pro

mit Windräder wird die Gesundheit der Anwohner langfristig durch Hör -und Infraschall massiv geschädig wird . Betroffen ist ausschließlich die Landbevölkerung. Das mit Windrädern die Vogelwelt, heute schon nachgewiesen, vernichtet wird. Windräder im Wald die Biodiversität nachweisbar schädigt. 50% der Vögel leben im Wald. Windrotoren bestreichen ca 16.000 qm² und das mit bis zu 300km/h. Diese Windflügel töten hoch- wie tieffliegende Vögel. Alternativen gibt es, aber nur mit Hirn und Verstand. Nachlesen unter www.btg-bayern.de

Contra

woher soll unsere Energie kommen? Man kann nicht einfach zu allem Nein sagen!