Region: Saxony
Education

Einheitliches Konzept für den digitalen Unterricht an sächsischen Schulen

Petition is directed to
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
8.102 Supporters 7.836 in Saxony
Collection finished
  1. Launched January 2021
  2. Collection finished
  3. Submission on the 31 Dec 2022
  4. Dialog with recipient
  5. Decision

Mit dem Wegfall des Präsenzunterrichts kommen die Schulen derzeit ihrem Erziehungsauftrag gar nicht mehr und ihrem Bildungsauftrag nur noch mangelhaft nach. Derzeit ist das Lernniveau der Schüler*innen noch mehr als sonst abhängig von den Unterstützungsmöglichkeiten der Eltern und dem persönlichen Engagement der jeweiligen Lehrer*innen. Bildungs- und Chancengleichheit sind damit aktuell nicht gegeben.

Doch das Problem sind nicht die Schulschließungen an sich. Die Aussetzung des Präsenzunterrichts entlässt die Schulen jedoch nicht aus ihrem Erziehungs- und Bildungsauftrag. Deshalb fordern wir vom sächsischen Kultusministerium:

  • Erziehungsauftrag: Die Schulen sollen ihren Erziehungsauftrag gegenüber den Schüler*innen wieder aufnehmen und auch unter Bedingungen des digitalen Unterrichts erfüllen.
  • Bildungsauftrag: Der Bildungsauftrag der Schulen soll auf den digitalen Unterricht angepasst werden.
  • Personelle Voraussetzungen: Lehrer*innen sollen im Umgang mit digitalen Unterricht fort- und weitergebildet werden. Zudem sollen Fachinformatiker*innen an Schulen eingestellt werden.
  • Technische Voraussetzungen: Es soll eine einheitliche und stabile technischen Infrastruktur für den digitalen Unterricht bereitgestellt werden.

Im Detail bedeutet das:

Erziehungsauftrag

  • Für den digitalen Schulalltag in Sachsen ist eine einheitliche und verlässliche Struktur zu schaffen. Es braucht auch beim digitalen Unterricht verbindliche Stundenpläne mit Online-Präsenzzeiten, damit Schüler*innen gleichermaßen mitkommen und einen strukturierten Alltag haben.
  • Am Anfang und Ende einer Schulwoche sollte es einen festen Video-Termin von Klassenleiter*innen und Schüler*innen geben. Insgesamt ist von den bereits vorhandenen Video-Konferenz-Möglichkeiten im digitalen Schulalltag konsequent Gebrauch zu machen.
  • Elterngespräche sind digital zu ermöglichen und durchzuführen. Es braucht verbindliche Vorgaben, um während der Schließzeiten den partnerschaftlichen Erziehungsauftrag zwischen Lehrerschaft und Eltern zu erfüllen.

Bildungsauftrag

  • Es müssen Lehrpläne inhaltlich und didaktisch an die neue Situation angepasst werden, um Wissen digital zu vermitteln.
  • Die Benotung und Einschätzung von schulischen Leistungen darf nicht nur an den Präsenzunterricht geknüpft bleiben. Es braucht im digitalen Unterricht regelmäßige Kontrollen mit transparenten Bewertungskriterien.
  • Für einen gerechten und qualitativ gleichwertigen digitalen Unterricht in ganz Sachsen bedarf es einheitlicher Qualitätsanforderungen, an denen sich alle Schulen verbindlich orientieren.
  • Die Methodenkompetenz für digitales Lernen muss sowohl für Lehrer*innen als auch für Schüler*innen gefördert werden.

Personelle Voraussetzungen

  • Alle Lehrkräfte müssen umfassend für die Arbeit mit digitalen Lernmedien fortgebildet und gecoacht werden, damit digitaler Unterricht nicht vom individuellen Engagement und der persönlichen Vorbildung einzelner Lehrer*innen abhängig ist.
  • Zur Einrichtung und Wartung der neuen Technologien sowie zur Schulung der Lehrkräfte und Schüler*innen im Umgang damit sind IT-Fachkräfte nötig. Lehrer*innen können dies nicht neben der pädagogischen und didaktischen Arbeit leisten.

Technische Voraussetzungen

  • Es müssen für den digitalen Unterricht geeignete Online-Plattformen zur Verfügung gestellt werden (wie z. B. Lernsax). Die Plattformen müssen so ausgestaltet sein, dass sie einen reibungslosen digitalen Schulalltag gewährleisten.

Reason

Die corona-bedingten Schulschließungen sind keine kurzen Phasen, sie bestimmen den Schulalltag unserer Schüler*innen. Daran wird sich voraussichtlich auch 2021 wenig ändern. Selbst wenn die Schulen im Wechselmodell (Mix aus Präsenz- und Fernunterricht) wieder öffnen, sind einheitliche und umfassende Vorgaben für einen qualitativ gleichwertigen digitalen Unterricht unumgänglich.

Auch für die Zukunft werden digitale Lernformen immer wichtiger. Sachsen ist dafür aktuell nicht gut aufgestellt. Derzeit organisiert jede Schule und jede*r Lehrer*in den Fernunterricht individuell – dies führt zu einem unstrukturierten und ungerechten Schulalltag, bei dem viel auf das Engagement, die technische Ausstattung und die digitalen Kenntnisse der Eltern abgewälzt wird.

Es braucht Klarheit darüber, wie digitaler Unterricht in Sachsen aufgebaut sein soll. Deshalb fordern wir das sächsische Kultusministerium auf, endlich ein einheitlich verbindliches Konzept zu erarbeiten, mit dem alle sächsischen Schulen arbeiten müssen.

Thank you for your support, Isabel Geyer from Leipzig
Question to the initiator

News

  • Liebe Unterstützer*innen,

    nun steht es final fest: Am 19. Januar 2022 endet unsere Petition. Unser Ziel von 12.000 Unterschriften haben wir bisher leider nicht erreicht.

    Dennoch ist der bisherige Verlauf der Petition für uns ein Erfolg: Ein Jahr lang haben uns unzählige Mails erreicht und wurden zahlreiche Kommentare auf der Onlineplattform hinterlassen. Sie alle zeigten auf, wie schlecht es um das sächsische Bildungssystem steht. Hier muss dringend etwas passieren, denn unsere Kinder werden nicht ausreichend auf die digitalisierte Arbeitswelt von morgen vorbereitet. Vielmehr werden sie in alten Strukturen und mit veraltetem Bildungsinhalten unterrichtet. In der Pandemie ist dies mehr als deutlich geworden. Nur ein Beispiel: Noch immer lernen... further

  • Liebe Unterstützer*innen,

    Inzidenzen weit über 1.000, mehr als 200 Schulen teilweise oder komplett geschlossen – die sich derzeit zuspitzende Situation schreit nach einem Zwischen-Update. Wir kämpfen weiter! Bitte schickt uns eure aktuellen Erfahrungen aus der vierten Welle – am besten per Mail an petition.digitaler.unterricht@gmail.com, es geht aber auch über Instagram (@isabel.bildung) und Facebook (@isabel.geyer.14). Wir wollen sie sammeln und dem Kultusministerium zeigen, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt. Es reichen kurze Beschreibungen aus dem Schulalltag eurer Kinder, bitte gebt auch eure Schule und den Ort mit an.

    Bei allem Erfolg, den wir bisher mit der Petition hatten: Wir sind immer noch zu wenig, die laut aufbegehren.... further

Das Argument, warum sich die Petition nicht direkt an die Stellen wendet, ist einfach zu entkräften. Viele Eltern haben die Erfahrung gemacht, dass Ihre Argumente nicht gehört werden. Auch nach dem x-ten Lockdown hat sich wenig am digitalen Unterricht getan. Es ist allein vom Lehrer und dessen "guten Willen" abhängig, ob Online Unterricht stattfindet. Es betrifft eine ganze Generation von Schülern in allen Schulformen +Eltern. Bildung ist Zukunft, denn nur gut ausgebildete Schüler können qualifizierte Berufe erlernen oder studieren, um die wirtschaftliche Stärke unseres Landes zu erhalten.

Ein wichtiger Punkt ist außer Acht gelassen: die geeignete Plattform für das wichtige angestrebte Ziel ist offensichtlich nicht Lernsax. Statt auf Landesebene etablierten quelloffenen Systemen wie z.B. moodle hinterher zu entwickeln, wäre es sinnvoller, die Gelder in ebendiese opensource-Projekte zu stecken. Moodle kann klassen- und jahrgangsübergreifend - sogar Schulstufen-übergreifend genutzt werden. Lernpläne und Kompetenzen lassen sich mit etwas Initiative von Klasse 1 bis in die Berufsschule oder Fachhochsschule abbilden und fortschreiben. Auch im Berufsleben ist das Weiternutzen möglich.

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