Wir sind Schüler der Rudolf-Steiner-Schule Gröbenzell und möchten die Abschiebung unserer Mitschüler Hamza und Hassan dringend verhindern.

Die beiden sind seit einiger Zeit hier in Deutschland und besuchen unsere Schule. Nun sollen beide abgeschoben werden, was für sie schwerwiegende Folgen haben könnte. Schlimmstenfalls droht ihnen Folter, wenn nicht sogar der Tod. Der Antrag auf Asyl wurde in beiden Fällen abgelehnt und ihnen droht schon in Kürze die Abschiebung.

Obrazloženje

Im Juli 2015 gelang dem Pakistani Ameer Hamza Rian unbegleitet die Flucht nach Deutschland. Seine Flucht ging über sieben Länder und dauerte über sechs Monate. Hamza war zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt. Er besucht nun seit Anfang dieses Schuljahres unsere Schule - die Rudolf-Steiner-Schule in Gröbenzell. Er lebt zusammen mit 15 weiteren unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im Landkreis Fürstenfeldbruck. Hamza hat sich gut integriert und ist bereits Teil unserer Klassen- und Schulgemeinschaft. Wir haben von ihm erfahren, dass er im Falle seiner Abschiebung in die Hände der Taliban gelangen könnte. Hamza wurde mit 15 Jahren von seinem Onkel, welcher der Terrororganisation der Taliban angehört, rekrutiert und dort zwangsweise in ein Trainingscamp der Taliban gebracht. Bereits nach knapp zwei Wochen konnte er von dort fliehen. Er war nicht bereit, Gewalt gegen andere Menschen anzuwenden. Ihm droht die Hinrichtung durch die Taliban als Verräter. Deshalb wehren wir uns gegen seine Abschiebung. Bitte unterstützt uns und helft uns dabei, dass Hamza sicher bei uns bleiben kann. Vor 20 Jahren floh die Familie von Hassan Rezaei aus Afghanistan in den Iran, da sie zu der Minderheit der Hazara gehören, welche vom radikalen Teil der dort herrschenden Paschtunen, aber besonders von den Taliban unterdrückt und verfolgt werden. Hassan selbst wurde im Iran geboren, ist aber afghanischer Staatsbürger. Im Iran gelten die geflohenen Afghanen als illegale Einwanderer und haben keinerlei Rechte. Mit der Volljährigkeit werden viele junge Afghanen von der Polizei festgenommen und entweder nach Afghanistan zurückgeschickt oder in Syrien gezwungen, gegen den IS zu kämpfen. Da Hassan um sein Leben fürchtete und nicht gezwungen sein wollte andere Menschen zu töten, floh er mit 16 Jahren nach Deutschland. Nun droht ihm die Abschiebung. Da allerdings der Iran keine afghanischen Flüchtlinge aufnimmt, kann er nicht zu seiner Familie zurückkehren. Stattdessen soll er nach Afghanistan abgeschoben werden, wo er noch niemals war, keine Familie hat und keinen Menschen kennt. Damit ist er völlig schutzlos und der Verfolgung und Willkür der Taliban und der Paschtunen ausgesetzt. Der Zehntklässler geht nun seit eineinhalb Jahren hier in Deutschland auf unsere Schule und fühlt sich dort sehr wohl. Derzeit bereitet er sich auf den Hauptschulabschluss vor und möchte anschließend eine Lehre absolvieren. Warum gilt Afghanistan für Hassan als sicheres Land, wenn sogar deutsche Touristen vor einer Reise dorthin gewarnt werden? Das Auswärtige Amt gibt für Afghanistan eine Reisewarnung heraus: „Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt. Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein. Auch bei von professionellen Reiseveranstaltern organisierte Einzel- oder Gruppenreisen besteht unverminderte Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden. (...) In ganz Afghanistan besteht ein hohes Risiko, Opfer einer Entführung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Landesweit kann es zu Attentaten, Überfällen, Entführungen und andere Gewaltverbrechen kommen. (…).“ www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/AfghanistanSicherheit.html?nn=332636?nnm=332636

Es kann nicht sein, dass für uns eine akute offizielle Reisewarnung besteht, aber unsere Mitschüler in dieses absolut unsichere Land abgeschoben werden sollen. Das Grundgesetz besagt eindeutig: (Art. 1 GG): Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

In Afghanistan droht ihm mit ziemlicher Sicherheit der Tod oder zumindest Folter durch die Taliban. Wir bitten Sie um Ihre Hilfe die Abschiebung zu verhindern. Wir wünschen uns für Hamza und Hassan eine sichere Zukunft in unserem Land.

Nachtrag:

Aktuell haben beide mit Hilfe ihrer Anwälte Klage eingereicht, was aktuell bedeutet dass keiner von beiden offiziell abgeschoben werden darf.

Wir bitten Sie dennoch unsere Petition weiter so tatkräftig zu verbreiten, da es uns wichtig ist auch anderen Menschen, insbesondere Schülern zu zeigen, dass man sich nicht immer fügen muss und es gute Wege gibt auch in großen Themen wie der Flüchtlingspolitik etwas zu ändern, zu verbessern.

Auch möchten wir selbstverständlich dafür sorgen, dass auch nach einer eventuellen Ablehnung der Klagen die Schüler in Sicherheit bleiben können.

Vielen Dank für die tatkräftige Unterstützung und auch für die vielen Rückfragen!

Da wir ja besonders anderen jungen Menschen zeigen wollen dass es möglich ist sich zu engagieren, möchten wir an dieser Stelle noch eine andere Petition bewerben: change.org/alisollbleiben . Bei dieser Petition handelt es sich prinzipiell um eine ähnliche Grundlage. Bei Interesse an dem Thema würden wir Sie daher bitten auch sie zu unterstützen!!!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Paula Dominguez iz Gröbenzell
Frage an den Initiator

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Meiner Meinung nach wurde ein Fehler begangen oder es wurde einfach schlichtweg übersehen in welcher Lage sich Hassan befindet. Er wird in ein Land abgeschoben wo er keine Familie hat. Seine gesamte Familie lebt aufgrund von Verfolgung im Iran. Wenn er nach Afghanistan kommt wird er dort von den Taliban und der dort herrschenden Regierung verfolgt.

Protiv

In Pakistan und auch Afghanistan gibt es sichere und weniger sichere Bereiche. Es ist beiden zuzumuten, sich in sicheren Bereiche ihres Landes zu begeben. Natürlich wird es immer Argumente geben, um eine Abschiebung zu verhindern, aber wenn wir diese Argumente so weit auslegen, wie es hier geschieht können wir das Abschieben gleich ganz lassen. Das Asylrecht sollte nur unter engen Voraussetzungen gelten, da wir unser Land und seine Aufnahmefähigkeit nicht überstrapazieren sollten. Bereits jetzt ist eine Spaltung der Gesellschaft zu sehen, was durch die hohe Anzahl der Flüchtlinge mehr wird.