Construction

Kein Luxushotel am Haffstrand von Ueckermünde

Petition is directed to
Stadtvertretung Ueckermünde
495 Supporters 169 in Ueckermünde
63% from 270 for quorum
  1. Launched 08/12/2020
  2. Time remaining 6 weeks
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
I agree to the storage and processing of my personal data. The petitioner can see name and place and forward this information to the recipient. I can withdraw my consent at any time.

Ich möchte mit der Unterstützung der Ueckermünder Bürger und allen betroffenen Urlaubsgästen erreichen, dass die Stadtvertreter, die für dieses vermeintliche Luxusprojekt gestimmt haben, ihre Stimmabgabe nochmals überdenken.

Die Meinungsbildung fand ohne Bürgerbeteiligung statt. Geplant ist eine 4-Sterne-Plus-Anlage mit bis zu 500 Betten direkt zwischen der Lagunenstadt Ueckermünde und dem Strand.[1]

Ueckermünde ist mit circa 8.500 Einwohnern ein beschauliches Seebad. Im Sommer zählt unser Ort schon jetzt bis zu 40.000 Übernachtungsgäste im Monat. Im Winter und in der Nebensaison ist dagegen kaum etwas los. So haben es die Geschäfte in unserer kleinen Altstadt schwer zu überleben. Viele Läden stehen jetzt schon leer. Ein weiterer Saisonbetrieb wird dies nicht ändern. Im Gegenteil: Höchstwahrscheinlich wird das Hotel selbst durch das mangelnde Angebot in der Altstadt Probleme haben. Hier sollen eher betuchte Gäste angezogen werden, diese haben aber auch entsprechende Erwartungen. Kann Ueckermünde diese zurzeit erfüllen? Wenn nicht, könnte das Unternehmen schneller weg sein, als uns lieb ist. Hoffentlich bleibt uns am Ende nicht eine halbfertige Investruine statt unserer schönen Sonnenblumenwiese mit altem Baumbestand und vielen Nistplätzen.

Der Investor ist ein in der Solarbranche tätiges Unternehmen, welches innerhalb nur weniger Jahre zu einem gigantischen Firmennetzwerk heranwuchs. Allein für dieses Projekt wurde eine neue GmbH & Co. KG gegründet. Diese Gesellschaftsform vereint die begrenzte Haftung einer GmbH mit den Steuervorteilen bei Gewinnausschüttungen einer Personengesellschaft.

Das Hotel sollte durch eine namenhafte und erfahrene Unternehmensgruppe betrieben werden. Diese ist nun auch noch abgesprungen.[2]

Wird das Unternehmen jetzt noch eine weitere GmbH & Co KG gründen, um dieses ca. 60 Millionen Projekt umsetzen zu können? Welche Erfahrungen in Gastronomie und Hotellerie werden hier eingebracht. Fakt ist, das Risiko welches der Investor trägt, ist für ihn planbar, das Risiko, welches unsere Stadt trägt dagegen nicht.

Die nachhaltige Alternative: Ueckermünde plant jetzt seit über 20 Jahren an diesem Projekt, da kommt es auf einige weitere Monate nicht an. Wichtig ist es, keinen irreparablen Fehler zu machen. Das Hotel in dieser Größenordnung mit diesem Investor ist aber ein unüberschaubares Risiko.

Bitte denken Sie noch einmal ernsthaft über eine angemessene kleinere Alternative nach. Wie wäre es zum Beispiel mit einer schönen Cocktailbar mit Blick auf die Uecker oder einer Freifläche für Yoga-Kurse? Schön wäre auch ein Reha-Zentrum, dies aber am besten am Kanalweg. Noch viel besser wäre es, über die Erschließung des stadteigenen Ackers zwischen Fischerei- und Industriehafen nachzudenken, inklusive Erstellung eines neuen Strandabschnitts mit einer Breite von circa 600 weiteren Metern. Statt eines Hotels könnten hier in den ersten Reihen schöne Einfamilienhäuser und in den dahinter liegenden Reihen moderne Mehrfamilienhäuser entstehen. Vielleicht würde es dort genügend Bedarf für ein weiteres Strandcafé geben. Hier hätten auch kleinere Investoren die Möglichkeit sich zu verwirklichen. Abzüglich der anzulegenden Straßen ergäbe sich eine neue Baufläche von ca. 300 Tausend Quadratmeter. Ein Preis von 300 Euro pro Quadratmeter Bauland mit direktem Wasserblick erscheint für manche Zuziehende eher günstig und ist wirklich kaum noch zu bekommen. Die hinteren Reihen haben immer noch die Nähe zum neuen Strand und 100 bis 200 Euro sind immer noch angemessen. Selbst bei einem äußerst niedrig angenommenen Verkaufs-Schnittpreis von 100 Euro/m² könnte die Stadt Einnahmen von 30 Millionen Euro erzielen. Das Hotel hingegen, sollte Ueckermünde circa 5 Millionen einbringen. Unsichere Einnahmen für eine unsichere Zukunft. Hingegen würde die Erschaffung eines neuen Baugebietes nicht nur die Verkaufserträge der Stadt deutlich erhöhen, sondern auch dazu führen, dass die Einwohnerzahl von Ueckermünde um circa 1.000 – 2.000 Einwohner ansteigen könnte.

Das sichert die Existenz unserer Läden in der Innenstadt nachhaltig, nicht aber ein weiteres Saisongeschäft.

Hier geht's zum Bauvorhaben inklusive Anlagen [3]

Reason

Wir wissen nicht, was uns erwartet. Da gemäß genehmigtem Bebauungsplan fast keine Auflagen zur Gestaltung festgelegt worden sind, kann der Investor bis auf wenige Vorgaben nach seinem Gutdünken die Gestaltung der Hotelanlage bestimmen. Wollen wir das wirklich in die Hände dieses gigantischen Konzerns geben? Der Bebauungsplan wurde bereits mehrere Male geändert:

  • Das Hotel sollte sich in den Strandbereich einfügen, jetzt wird es mit knapp 25 Metern doppelt so hoch werden, wie die Lagunenstadt, die Strandhalle und der Leuchtturm.
  • Der moderne, ebenfalls 25 Meter hohe Turm sollte ursprünglich der Öffentlichkeit als Aussichtsturm zur Verfügung stehen. Hier sollen jetzt wohl Ferienwohnungen entstehen.
  • Überschreitung der ursprünglich geplanten Bettenzahl von 280 auf ca. 500 Betten.
  • Die Einbindung eines Sportzentrums mit Indoor-Spielplatz fällt weg.
  • Der Flächennutzungsplan sieht in diesem Naturschutzgebiet nur eine Nutzung zur touristischen Erholung vor, aber keine privaten Eigentumswohnungen für wohlhabende Bürger. Welcher Stadtvertreter hat dem zugestimmt?
  • Das Plangebiet überlagert teilweise den Uferschutzbereich der Uecker und des Stettiner Haffs. Dort besteht Bauverbot.

Ueckermündes touristische Auslastung von nur 29,7% ist für einen solchen Betrieb kaum rentabel und die prozentuale Auslastung steigt nicht durch den Bau von weiteren Hotels. Bisherige Interessenten haben sich auf dieses Projekt jedenfalls gar nicht erst eingelassen.[4]

Verabschiedung vom sanften Tourismus! Der Strand ist zu klein! 500 weitere Betten an unserem ca. 700 Meter breiten Strand sind zu viel. Schon jetzt äußern viele wiederkehrende Gäste, dass sie nicht mehr nach Ueckermünde kommen, wenn dort ein großes Hotel direkt in der Natur am Strand entsteht.

Sollen etwa Hundestrand und FKK-Strand geopfert werden? Dies wäre zumindest eine sehr naheliegende Möglichkeit, den Strand einem breiten Publikum auf die Schnelle zugänglich zu machen. Eine Lösung, die so auch schon an anderen kleinen Stränden praktiziert wurde.

Marina Lagunenstadt und das futuristische Holzwürfel-Projekt passen nicht zusammen. Auch die Strandhalle verkörpert einen ganz anderen Stil. Wir werden mit dem Hotel nicht Zusätzliches erschaffen, sondern Bewährtes gefährden!

Wir opfern für das Hotelprojekt fast 6 Hektar Fläche des Naturparks „Am Stettiner Haff“ mitsamt reichhaltiger Flora und Fauna. Damit verschwinden unter anderem wichtige Futterpflanzen für streng geschützte Tierarten sowie Brutplätze für Vögel, 79 dicke alte Bäume und unsere schöne Sonnenblumenwiese. Stattdessen müssen die Gäste dann im Schatten eines 25 Meter hohen Holzwürfel-Objektes zum Strand gehen.

Das Verkehrskonzept für die Zu- und Abfahrtstraßen zum Hotel ist zu hinterfragen. Es wurden nur sehr wenige Zählungen durchgeführt. Diese vor dem Strand z.B. auch noch an einem regnerischen Donnerstag im Juni zwischen 10 und 11 Uhr. Klar, dass es am Strand leer ist. Die Besucher unseres Haffbades wissen aber, wie chaotisch es in Hauptsaisonzeiten auf der schmalen Zufahrtstraße, den Fuß- und Radwegen vor der Einfahrt zum Strand zugeht und wie voll der Parkplatz tatsächlich ist. Und dann noch zusätzliche 250–400 An- und Abfahrten der Hotelgäste. Erholung adé!

Viel Geld für einen weiteren Verkehrskreisel vor dem Strandparkplatz. Trotz einer 90%-igen Förderung wird die Stadt Ueckermünde an diesem Kreisel noch mit ca. 100.000 Euro beteiligt werden. Geht das anderorts nicht besser und günstiger als auf moorigem Sandboden? Wenn das Geld überhaupt zur Verfügung steht, wäre es nicht besser in der Unterstützung unseres Kulturspeichers untergebracht? Auch das Kino leidet.

Dann die belästigende Bauphase! Selbstverständlich gehen Bauphasen vorüber, aber Ueckermünde hat bereits ein Jahr Verkehrskreiselbaustelle 1“ hinter sich, für Kreisel 2 und 3 in der Belliner Straße (Strandzufahrtstraße) folgen wohl noch zwei weitere Jahre. Zurzeit befinden wir uns mitten in Tourismus-schwächenden Corona-Zeiten. Wollen wir im Anschluss weitere 3 Jahre unseren schönen Strand durch eine Riesenbaustelle verschandeln, ohne zu wissen, was dabei herauskommt?

Wie groß wird das geplante Schwimmbad tatsächlich und wer darf es nutzen? Eine garantierte Nutzung durch die einheimische Bevölkerung oder für unsere Kinder zum Erlernen des Schwimmens ist nicht sichergestellt! Wird die Nutzung für Bürger/ Gäste, die nicht im Hotel übernachten überhaupt möglich sein? Auch das liegt im Ermessen des Eigentümers.

Mit Ihrer Stimme fordern Sie die Stadtvertreter auf, die für das Hotel gestimmt haben, ihre Entscheidung zu hinterfragen. Hier muss eine neue und offene Diskussion entstehen. Alle Gäste dürfen sich hier eintragen und Ihre Stimme abgeben, Ueckermünder Bürger werden gesondert gezählt. Bitte machen Sie mit!

[1] https://uecker-randow.info/2020/06/19/weg-frei-fuer-neues-hotel-in-ueckermuende/#:\~:text=Gestern%2C%2018.,Sterne%2DPlus%20Bereich%20errichtet%20werden

[2] https://www.nordkurier.de/ueckermuende/investor-wehrt-sich-gegen-vorwuerfe-0341613812.html

[3] http://www.sitzungsdienst-ueckermuende.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1019

[4] https://www.mecklenburgische-seenplatte.de/sites/default/files/pdfs/g413-2019-12.pdf

Thank you for your support, Inken Arndt from Ueckermünde
Question to the initiator

Translate this petition now

new language version

News

  • Nachtrag

    on 09 Jan 2021

    Das 300 Millionen Euro Projekt befindet sich in Bedburg. In Bernkastel ist es noch ein anderes.

  • Liebe Leserinnen und Leser,

    heute wende ich mich aus wichtigem Anlass an Alle, die diese Petition bisher unterstützt haben. Dies geschieht zum einen deshalb, weil wir schon 60% der geforderten Stimmen erreicht haben und ich Ihnen für die rege Beteiligung danken möchte. Viele Stimmen haben mich zusätzlich auch per Post, per E-Mail, telefonisch oder persönlich erreicht.

    Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass der Bürgermeister mir weiterhin unterstellt, dass ich Fake-News und Falschinformationen verbreite. Zuerst wurde diese Information ohne Überprüfung im Nordkurier der Öffentlichkeit zugängig gemacht (Beitrag unter Neuigkeiten auf dieser Seite). Jetzt hat er mir auf meine Rückfrage hin in einer E-Mail bestätigt, dass er diese Wortwahl genutzt... further

  • Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

    es ist schön, dass die Stadt Ueckermünde nun beginnt, die Öffentlichkeit über die Planung des Hotelprojekts zu informieren. Ich bin sicher, dass dies ein Erfolg unserer Petition und Ihrer Unterschrift bzw. Ihres Kommentares ist.

    Leider ist mir jedoch aufgefallen, dass die Antworten auf die, angeblich von den Bürgern gestellten, Fragen allesamt recht unpräzise ausfallen. Es wird viel von dem geredet, was geplant ist, was schön wäre und was sein sollte, fast nichts über das, was tatsächlich sein wird.

    Dem UER Info-Portal vom 19.06.2020 konnte ich folgende Information entnehmen: „In den bisherigen Diskussionen zum Entwurf des Bebauungsplanes wurden auch Fragen aufgeworfen, wie denn das Hotel nun später wirklich... further

Aus den vielen genannten Gründen, die ich nun wirklich nicht wiederholen muss, unterstütze ich diese Petition ! Allerdings verstehe ich in der der Pro+Contra-Seite überhaupt nicht, warum sich S. Ollermann, C. Herrmann, W. Neumann + 1 Anonym sich mit ihren Kommentaren GEGEN diese Petition richten... ! Die im Kopf stehende Frage lautet: „Was spricht gegen diese Petition ?“ H. Ueberholz, Ue-de (Mittlerweile durch die Redaktion korrigiert)

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • 3 days ago

    Weil ich am Erhalt der Natur interessiert bin und das Hotel meines Erachtens eine absolute Fehlinvestition ist.

  • 4 days ago

    Weil es unsere Heimat ist und wir kein Luxushotel dort wollen

  • Not public Ueckermünde

    9 days ago

    Ich möchte nicht, dass wir für die Kosten die eventuell auf uns zukommen bezahlen müssen und dafür andere wichtige Vorhaben nicht realisiert werden können und die Steuern erhöht werden müssen.

  • Not public Ueckermünde

    on 11 Jan 2021

    Das gesamte Bauvorhaben in dieser Form passt weder in die Infrastruktur der Stadt noch in die Umgebung und Natur unseres Seebades. Nur allein der Strand ist im Sommer schon voll genug!

  • Not public Ueckermünde

    on 11 Jan 2021

    Weil diese Anlage viele umliegende Arbeitsplätze schaden kann. Und nicht gut für Ueckermünde ist. So ein Objekt würde evtl auf die Insel passen aber nicht in unser schönes Ueckermünde.

Tools for the spreading of the petition.

You have your own website, a blog or an entire web portal? Become an advocate and multiplier for this petition. We have the banners, widgets and API (interface) to integrate on your pages.

Signing widget for your own website

API (interface)

/petition/online/kein-luxushotel-am-haffstrand-von-ueckermuende/votes
Description
Number of signatures on openPetition and, if applicable, external pages.
HTTP method
GET
Return format
JSON

More on the topic Construction

Help us to strengthen citizen participation. We want your petition to get attention and stay independent.

Donate now

openPetition international